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Stadtporträt Stuttgart


Atrium - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 17.10.2019

Die Landeshauptstadt Baden-Württembergs ist nicht nur wichtiger Wirtschaftsstandort und Heimat der Automobilkonzerne Daimler und Porsche, sondern auch kulturelles Zentrum der Region.


Artikelbild für den Artikel "Stadtporträt Stuttgart" aus der Ausgabe 6/2019 von Atrium. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Atrium, Ausgabe 6/2019

Reges Treiben:Der Wochenendmarkt in der Stadtmitte erstreckt sich vom Marktplatz am Rathaus bis zum Schillerplatz.


Museal:Ikonische Musterhäuser des Neuen Bauens vereint die Weissenhofsiedlung am Killesberg.


Wer als Architekturfan nach Stuttgart kommt, dem sei als Einstimmung ein Spaziergang durch die 1927 erbaute Weissenhofsiedlung empfohlen. Durchzogen von Gärten und Obstwiesen vereint die Werkbund-Siedlung am Killesberg ...

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... ikonische Musterhäuser des Neuen Bauens, entworfen von Meistern wie Ludwig Mies van der Rohe (unter dessen Leitung das Ensemble entstand), Peter Behrens, Walter Gropius, Mart Stam oder Hans Scharoun. Was nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, ist bis heute bewohnt. Nur das Haus Le Corbusier ist als Museum öffentlich zugänglich – und unbedingt einen Besuch wert: Die originalgetreu restaurierten Innenräume offenbaren Le Corbu’s Gespür für Farbe und Proportion; die begrünte Dachterrasse bietet einen Traumblick über den Stuttgarter Talkessel. Das meistbesuchte Museum der Stadt der Automobilhersteller Porsche und Daimler ist jedoch dasjenige von Ben van Berkels UN Studio entworfene und im Jahre 2006 eröffnete Mercedes-Benz-Museum, das die Fahrzeugsammlung des Unternehmens zeigt: Den futuristisch anmutenden Bau mit einem Grundriss in Form eines abgerundeten Dreiecks besuchten bereits mehr als neun Millionen Menschen. Porsche hat im Jahr 2009 ein neues Fahrzeugmuseum eröffnet; konzipiert von Delugan Meissl Architekten aus Wien, belegt das Porsche-Museum Platz zwei der meistbesuchten Ausstellungshäuser der Stadt. Das Ausstellungskonzept für beide Häuser stammt aus der Hand von HG Merz, Stuttgarter Architekt und Museumsgestalter mit Büro in Berlin. Zu den renommiertesten Architekturbüros der Neckarstadt zählen ohne Frage Lederer Ragnarsdóttir Oei, auf deren Konto gleich zwei Neu-beziehungsweise Umbauten an der innerstädtischen «Kulturmeile » B14 gehen: Im von Lederer Ragnarsdóttir Oei zum Stadtpalais umgebauten Wilhelmspalais befindet sich seit April 2018 das Stadtmuseum Stuttgart. Nur wenige Schritte entfernt wird aktuell der Erweiterungsbau zur Württembergischen Landesbibliothek aus ihrer Feder fertiggestellt, der im Frühjahr 2020 offiziell eröffnet werden und der Landesbibliothek ein neues Gesicht zur Stadt geben soll. In diesen wie in vielen weiteren Projekten des Büros schwingt die Frage mit, wie die Schönheit ihrer Heimatstadt, die einst wegen der umgebenden Hügellandschaft das «Florenz des Nordens» genannt wurde, (wieder) sichtbar gemacht werden und der öffentliche Raum hochwertiger gestaltet werden kann. «Wir arbeiten grundsätzlich sehr kontextuell», sagen Arno Lederer, Jórunn Ragnarsdóttir und Marc Oei im Interview. «Über das konkrete Projekt heraus betrachten wir immer auch das Umfeld, wollen mit unseren architektonischen Eingriffen das gesamte Quartier aufwerten. Bei den Projekten Stadtpalais und Erweiterungsbau zur Landesbibliothek beschäftigte uns etwa stark die Frage, wie man die Kulturinstitutionen an der B14 so an die Innenstadt anbinden kann, dass die Kulturmeile wieder als Flaniermeile erlebbar wird.»

Erfrischend:Die originalgetreu restaurierten Innenräume offenbaren Le Corbusiers Gespür für Farbe und Proportion.


Legendär:Das Weissenhofmuseum im Doppelhaus Le Corbusier zeigt die Geschichte der Werkbundsiedlung.


Historisch:Die rechte Haushälfte zeigt Räume und Möblierung im Zustand von 1927 als begehbares Exponat.


Monumental:Der südkoreanische Architekt Eun Young Yi lieferte den Entwurf zur Stadtbibliothek Stuttgart.


Erlebnisreich:Der zentrale Lesesaal des würfelförmigen Gebäudes von 2011 öffnet sich über fünf Geschosse.


Futuristisch:Delugan Meissl Architekten konzipierten das Porsche-Museum im Stadtteil Zuffenhausen.


Skulptural:Das Mercedes-Benz-Museum zeigt die Fahrzeugsammlung des Unternehmens in einem Bau von UN Studio.



Prestigebauten verleihen der Stadt, wegen der umgebenden Hügel einst das «Florenz des Nordens» genannt, ein neues Gesicht.


Überzeugend:Das zum Stadtpalais umgebaute Wilhelmspalais (unten); Modell zur Erweiterung der Landesbibliothek (links).


LEDERER RAGNARSDÓTTIR OEI: Sie gehören zu den renommiertesten Architekturbüros der Stadt. Im von Arno Lederer (Mitte), Jórunn Ragnarsdóttir und Marc Oei umgebauten Wilhelmspalais befindet sich das Stadtmuseum Stuttgart. Aktuell wird ihre Erweiterung zur Württembergischen Landesbibliothek fertiggestellt.

www.archlro.de

PETER GRANSER: Der Künstler betreibt mit seiner Frau Beatrice Theil den Ito-Raum in einer historischen Remise. Er ergänzt die Stuttgarter Kulturszene um einen spannenden Off-Space mit wechselnden Ausstellungen internationaler Gäste.

www.ito-raum.de

Stimmungsreich:Im Ito-Raum gibt es zu zeitgenössischer Kunst hochwertigen japanischen Tee und Keramik.



Entlang der innerstädtischen B14 reihen sich zahlreiche Hochkaräter der Kulturlandschaft Baden-Württembergs auf.


Kunst

Entlang dieser Kulturmeile befinden sich Hochkaräter der Kulturlandschaft Baden-Württembergs, wie die Staatsoper und die Staatsgalerie Stuttgart. Eröffnet um 1843 und 1984 um den markanten postmodernen Anbau von James Stirling erweitert, umfassen Alte und Neue Staatsgalerie Kunst vom 14. Jahrhundert bis in die Moderne, darunter Werke von Rubens, Rembrandt, Renoir, Cézanne, Picasso und Beuys. Das Kunstmuseum Stuttgart – ein gläserner Würfel am Schlossplatz – präsentiert alle zwei Jahre den «Kubus. Sparda-Kunstpreis», der an Künstler mit Bezug zum Land Baden-Württemberg vergeben wird. Den Publikumspreis 2019 erhielt Peter Granser (*1971), der neben seiner künstlerischen Arbeit mit seiner Frau Beatrice Theil den Ito-Raum in Bad Cannstadt betreibt. Der freie Projektraum in einer historischen Remise hat sich der Verbindung von zeitgenössischer Kunst und hochwertigem japanischem Tee und Keramik verschrieben – und ergänzt die Stuttgarter Kunstszene um einen spannenden Off-Space mit wechselnden Ausstellungen internationaler Künstler. Granser und Theil experimentieren mit unüblichen Ausstellungsformaten und -formen sowie mit künstlerischen Positionen, die inhaltlich um Themen wie Zeit, Leere, Natur, Dasein und Bewusstsein kreisen – Themen, die auch in Gransers eigenen Arbeiten im Mittelpunkt stehen.

Eine weitere alternative Kultur-Location ist die Galerie Kernweine in Stuttgart-Süd: Früher wurden im Jahrhundertwendehaus an der Ecke Tübingerstrasse Kernweine gemostet, und eine Küferei produzierte Weinfässer. Seit der Übernahme durch das Kreativteam von Studio Orel gibt es hier Kunst, Drinks und Design: Neben Ausstellungen zu Fotografie und visuellen Medien findet sich in dem Labyrinth von Räumen und Höfen ein Laden mit ausgefallenem Produktdesign und ausserdem eine Bar.

Vielschichtig:Blick von den Arkaden am Schlossplatz auf den gläsernen Würfel des Kunstmuseums.


Postmodern:Die Staatsgalerie Stuttgart wurde 1984 um einen Anbau von James Stirling ergänzt.


Etabliert:Das Kunstmuseum Stuttgart präsentiert alle zwei Jahre den «Kubus. Sparda-Kunstpreis ».


Anziehend:In der Galerie Kernweine serviert das Kreativteam Studio Orel Kunst, Drinks und Produktdesign.


Ausgesucht:Bei Bungalow gibt es Men- und Women-Wear von angesagten internationalen Modemarken.


Einladend:Feinste Fashion in chicem Interieur findet man in den beiden benachbarten Bungalow-Stores in der Innenstadt.


Neu gestaltet:Im Showroom und Store von Unternehmen Form finden sich Möbel, Wohnaccessoires und Leuchten.


Kreativ:Designermöbel und Einrichtungskonzepte liefert Alexander Seifried von Unternehmen Form.


IPPOLITO FLEITZ GROUP: Das multidisziplinäre Designstudio von Peter Ippolito (links), Gunter Fleitz und Tilla Goldberg entwickelt unverwechselbare Identitäten in den Bereichen Architektur, Produktdesign und Kommunikation.

ifgroup.org

Umgrünt:Einblick in das Designstudio mit der neuen Produktentwicklung «Hanging Garden» für Walter Knoll



Stuttgart hat eine vielfältige Designszene – vom Produkt- oder Industriedesign bis zu interaktiven Medien.


Design

«Stuttgart hat eine dichte und vielfältige Gestalterszene – neben bekannten Büros für Architektur, Grafik, Industriedesign, interaktive Medien und Film auch hervorragende Ingenieure, Handwerks- und Zuliefererbetriebe », so Tilla Goldberg, Director Produkt Design bei der Ippolito Fleitz Group. «Und nicht zuletzt interessante und mutige Kunden, die immer hungrig nach neuen Ideen sind, und schon so manchem kleinen Design-Start-up zum ersten grossen Auftrag verholfen haben.» Die Gestalterin, die an der Kunstakademie Stuttgart studiert und in London, Tokio, New York und Köln gearbeitet hat, bevor sie vor rund zehn Jahren ins Schwaben-land zurückkehrte, bewegt sich in ihrer Arbeit heute zwischen Corporate Architecture, Interior und Möbel- und Produktdesign. Zu den jüngsten Projekten der Ippolito Fleitz Group gehören unter anderem die Neugestaltung der Büros von RKD – einer der führenden Agenturen Deutschlands in den Bereichen Brand Strategy, Branding, Packaging- und POS-Design mit Stammsitz in Herrenberg –, sowie die Entwicklung von Serienmöbeln und Leuchten, etwa für ClassiCon, Walter Knoll oder Brunner.

Zeitgenössisches Möbeldesign anschauen und kaufen kann man in Stuttgart unter anderem beim Unternehmen Form: Alexander Seifried präsentiert im kürzlich komplett neu gestalteten Showroom und Store neben Möbeln von Vitra, e15, Moormann oder Richard Lampert auch Eigenentwürfe und Sonderanfertigungen, ausserdem Wohnaccessoires und wechselnde (zeitgenössische) Kunst. Feinste Fashion findet man bei Bungalow in der Innenstadt: In zwei benachbarten Stores gibt es ausgesuchte Men’s und Women’s-Wear von angesagten internationalen Labeln.

Genussreich:Der Marienplatz hat sich zum Little Italy Stuttgarts entwickelt. Bei der Gelateria Kaiserbau gibt es bestes Eis.


Köstlich:Die Pizzeria L. A. Signorina, ebenfalls am Marienplatz, backt saisonal belegte Pizzen im Steinofen.


Lichterfüllt:Das Szene-Café Tati am pittoresken Pierre-Pflimlin-Platz serviert drinnen und draussen leckere Snacks und Drinks.


Angesagt:Designer Jassen Markov betreibt den neuen Concept Store Imperia im Gerber-Stadtkaufhaus.



Stuttgarts vielfältige Gastronomie-Szene sorgt für das leibliche Wohl nach dem Museums- oder Einkaufsbummel.


Food

Wer sich nach so viel Architektur, Kunst und Design schauen (und shoppen) um sein leibliches Wohl kümmern möchte, findet in der Stuttgarter Innenstadt Gastronomie-Hotspots wie das neue Tati: Das Szene-Café ist aus seiner temporären Location auf der Calwer Strasse in einen Siebzigerjahre-Pavillon am pittoresken Pierre-Pflimlin-Platz gezogen, der eine weitläufige Aussengastronomie mit einer von Designer Jassen Markov (er betreibt auch den neuen Concept Store Imperia im Gerber-Stadtkaufhaus) gestalteten Bar verbindet. Der südlicher gelegene Marienplatz dagegen hat sich zum Little Italy Stuttgarts entwickelt – mit Cafés, Gelateria Kaiserbau und Pizzeria L. A. Signorina. Das Fässle in Degerloch schliesslich ist ein Muss für Gourmets: Chef de Cuisine Patrick Giboin tischt seit 2016 in der von Innenarchitektin Irina Badaczewski neu gestalteten Stuttgarter Institution (hier fand im Oktober 1977 Gudrun Ensslins Leichenschmaus statt) feinste französisch angehauchte Menüs auf – mit Klassikern wie Entenleberterrine oder Jakobsmuscheln bis zu saisonalen Köstlichkeiten.

Behutsam:Innenarchitektin Irina Badaczewski modernisierte die Innenräume des Restaurants Fässle.


Exzellent:Das Restaurant Fässle in Degerloch ist eine Institution – und serviert heute Haute Cuisine.