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STANDBOX: FELS IN DER BRANDUNG


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 09.05.2018

Das erste Pärchen der Klipsch RF-7 III, das Deutschland erreichte, gelangte ohne große Umwege zur AUDIO. Wir waren gespannt darauf, was der in Hope, Arkansas, designte und montierte Lautsprecher auf dem Kasten haben würde.


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Bildquelle: Audio, Ausgabe 6/2018

Eine große Klipsch zum Test in der Redaktion zu haben, ist immer etwas Besonderes. Und eine Wundertüte, da schwierig vorherzusagen ist, wie sich eine Klipsch in Testlabor und Hörraum schlagen wird. Die zuletzt gastierende Klipsch war die Forte III, die extrem gut abschnitt (AUDIO 1/18). So setzten wir sie später für den Test des wattschwachen Röhrenvollverstärkes Octave V16 ein (AUDIO ...

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... 5/18). Das funktionierte ganz hervorragend.

Jetzt hatten wir die brandneue RF-7 III vor der Brust, ein monolithisches Schwergewicht im edlen Holzkleid. Die Front ist in allen Varianten schwarz. Das gibt einen schönen Kontrast zu den kupferfarbenen Membranen der Tieftöner, die Klipsch als „Spun Copper Cerametallic Woofers“ bezeichnet. Darüber thront ein weiteres Markenzeichen der Lautsprecherschmiede aus den USA: das Tractrix-Horn. Das 8,5 Zoll messende Hochtonhorn ist typischerweise quadratisch. Am inneren Ende des Horns werkelt ein nagelneuer Kompressionstreiber, der mit einer 1,75 Zoll großen Titan-Membran den hohen Tönen ordentlich Druck macht.

Geht man um die Box herum, entdeckt man auf ihrer Rückseite zwei Bassreflexports, die ebefalls neu sind. Das Tractrix-Horn stand formgebend Pate. Die zwei Öffnungen an der Rückseite liefern auch den entscheidenden Hinweis darauf, dass die beiden Tieftöner in getrennten Gehäuseteilen untergebracht sind, was akustische Probleme wie stehende Wellen im Inneren vermeidet.

Wir starteten die Hörsession mit einer alten Bekannten der audiophilen Szene, Marla Glen. Wir entschieden uns für „Believer“. Ein Song, der ersten anderthalb Minuten ein wenig vor sich hinplätschert und der außergewöhnlichen Soulstimme von Ms. Glenn viel Raum lässt. Raum, den die Klipsch clever nutzte: Sie goss die Stimme in klare Formen und Konturen, ohne zu verfärben.

IM VERGLEICH : Links im Bild ist der 1-Zoll-Druckkammertreiber aus der RP-280F. Rechts zu sehen ist der neue 1,75 Zoll messende Druckkkamertreiber aus der RF-7 III. Auch das Tractrix-Horn wurde gründlich überarbeitet und teilweise gummiert – es arbeitete zusammen mit dem neuen Treiber erstaunlich verfärbungsfrei im Hörraum.


Das Bassfundament reichte extrem tief hinab, blieb aber angenehm trocken und fügte sich harmonisch und nahtlos ins Klangbild ein. Als ab Minute 1:45 das Schlagzeug einsetzte, nahm der Song Fahrt auf. Die Klipsch tat das ebenfalls. Ein Werbespruch des italienischen Reifenherstellers Pirelli lautet: „Power is nothing without Control“. Wir wissen nicht, ob die Entwickler bei Klipsch diese Werbung je gesehen haben, aber die RF-7 III setzte das Motto eins zu eins um. Mit Kraft und Souveränität ging die Box ans Werk, behielt aber stets die Kontrolle und den Überblick, sodass es eine Freude war, Marla Glen zu lauschen.

Es ging weiter mit Gizmodrome. Vielleicht kennen Sie diese Formation noch nicht, die einzelnen Künstler aber mit Sicherheit – zum Beispiel Stewart Copeland (The Police) oder Mark King (Level 42). Der reggae-angehauchte Track „Strange Things Happen“ groovte fett durch unseren Hörraum. Bei dieser Scheibe kann einem die Basswiedergabe leicht den Spaß verhageln. Nicht so bei der Klipsch, die die Bässe knochentrocken und rabenschwarz in den Raum pustete. Das rief Massive Attack auf den Plan, deren Aufnahmen manche Boxen an den Rand der Verzeiflung bringen. Die Klipsch auch? Mitnichten! So prima sortiert und prächtig plastisch haben wir „Unfinished Sympathy“ selten gehört. Sicher trug der exzellente T+A PA 3100 HV einen gehörigen Teil dazu bei, aber die RF-7 III machte einen hervorragenden Job und tat nie zu viel des Guten.

DIE KRAFT DER ZWEI PORTS : Die Tractrix-Bassreflexports an der Rückseite der RF-7 III deuten auf die getrennten Kammern hin.


NICHT NUR SCHICK : Die „Spun Copper Cerametallic Woofer“ sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch sehr leicht und steif und bieten einen sehr guten Wirkungsgrad.


Das brachte uns auf eine andere Idee: Charly Antolini. Der Meister des Schlagzeugs sollte mit „Sticks To Me“ ordentlich die Stöcke schwingen. Es war fast so, als hätte die Box sich das Stück selbst ausgesucht. Unfassbar lebendig, dynamisch und mit schönen Farbakzenten setzte die Klipsch Charlys Schlagzeugspiel ins akustische Bild. Nie wurde das Getrommel langweilig oder anstrengend. Es war eher so, als würde man, obwohl man das Stück schon oft gehört hatte, die Genialität dieses Musikers zum ersten Mal wirklich verstehen. Das sind große Worte, und wir stellten uns so langsam die Frage, ob es Dinge gibt, die diese Box nicht kann. Und die gibt es.

Freunde einer seidigen Transparenz werden hier nicht voll auf ihre Kosten kommen. Auch Hörer, die Basskicks in ihrer Magengrube spüren wollen, wären vielleicht ebenfalls falsch beraten oder besorgen sich aus dem reichhaltigen Sortiment den passenden Subwoofer. Alle, die eine dynamische und hervorragend sortierte Wiedergabe bevorzugen, sich dabei über staubtrockene und abrundtiefe Bässe freuen, werden das Dauerginsen nicht mehr aus ihrem Gesicht bekommen. Die neue Klipsch RF-7 III macht einfach unheimlich Spaß.

FAZIT

Andreas Eichelsdörfer
Audio -Chefredakteur


Für mich steht die RF-7 III für eine neue Generation an Klipsch-Lautsprechern, ohne dass sie ihre Wurzeln verleugnen würde. Das markante Tractrix-Horn und die Kupfer-Woks bestimmen auch hier das Bild. Eine Box, die optisch und klanglich einiges hermacht, mit grundehrlichem Charakter und einer gehörigen Portion Hörspaß. Neben der Forte III eine der besten von Klipsch.

MESSLABOR

Die Klipsch setzt eingesetzte Leistung effizient in Schalldruck um (88 dB mit 2V), was ihr die günstigeAUDIO -Kennzahl 48 einbringt. Anhand der kaum zu den Höhen hin abfallenden 30-Grad-Messung (blau) fällt das breit strahlende Horn auf, das bis auf die Kerbe bei 1,3 kHz verfärbungsarm zu Werke geht. Fans der tiefen und lauten Bässe dürften mit 105 dB Maximalpegel und 34 Hz (-6 dB) ebenso zufrieden sein.