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STANDING OVATIONS


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 05.08.2021

Komplettanlagen › KOMPLETTSYSTEM OHNE BOXEN

Artikelbild für den Artikel "STANDING OVATIONS" aus der Ausgabe 9/2021 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio, Ausgabe 9/2021

Der Sprung von CS 2.2 auf CS 2.3 fällt mathematisch gesehen klein aus. Aber in Wirklichkeit wurde der All-in-One von Grund auf neu konstruiert, kein Stein blieb auf dem anderen. War der CS 2.2 schon hervorragend, so ist der CS 2.3 noch besser – und das in wahrlich allen Belangen.

CS steht für „Compact Streamer“. Kompakt trifft es gut, denn mit seinen Traummaßen 34 x 10 x 32 (BxHxT in cm) findet er fast überall Platz. Obwohl der Kleine über Class-D-Endstufen und ein leichtes Schaltnetzteil verfügt, ist er mit gut 7 Kilo kein Leichtgewicht. Die vielen Pfunde rühren von der massiven Verarbeitung her. Udo Besser und sein Team, das aus Spaltmaßfanatikern zu bestehen scheint, haben ganze Arbeit geleistet. Folglich finden wir am CS 2.3 nur massives Aluminium, perfekt verarbeitet. Das dicke Gehäuse dient auch zur Wärmeabfuhr, sodass ein Lüfter überflüssig ist. ...

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Aber keine Sorge, der All-in-One wird nicht heiß, nicht mal wirklich warm, eine echt „coole Kiste“.

HOCHWERTIGER PHONO-AMP

Die hohe Fertigungsqualität setzt sich im Inneren fort. Der blitzsaubere Aufbau der verschiedenen Sektionen (siehe Bild S. 42) macht einen außerordentlich guten Eindruck. An der Rückseite sitzen etliche Anschlüsse. Analoge wie digitale Ein-und Ausgänge sind vorhanden und es gibt sogar einen HDMI mit ARC (Audio Return Channel), um den Fernsehton abzugreifen. Die Entwickler aus Malsch haben dem CS 2.3 eine hochwertige

Phonovorstufe spendiert, die sowohl mit MM- und MC-Systemen arbeitet. Die integrierte Phonostage ist technisch und qualitativ gleichwertig zur AVM30 PH 30.3, die laut Liste 800 Euro kostet. Angesichts dessen relativiert sich der Preis des CS 2.3 schnell, der in den Varianten Silber und Schwarz 5000 Euro kostet.

Für 500 Euro extra gibt es die Version „Cellini“, bei der die Frontplatte im makellosem Chrom glänzt, der Lautstärkeregler selbstverständlich auch. Es entscheidet, wie immer, der persönliche Geschmack, aber die Chromfront sieht schon schick aus und hebt das Gerät optisch auf ein anderes Niveau. Nicht, dass die anderen beiden Varianten schnöde aussehen würden, aber wer die 500 Euro drauflegen kann, sollte das tun.

Der Der Namensgeber Benvenuto Cellini war ein florentinischer Goldschmied und Bildhauer. Ursprünglich war das nur ein interner Arbeitstitel, der sich dann aber offiziell durchsetzte.

DER APP-CHECK

Die App AVM RC X ist Drehund Angelpunkt beim Inspiration CS 2.3 und ersetzt die Fernbedienung. Über die App lassen sich alle Funktionen des CS 2.3 und die bis dato integrierten Streaming-Dienste steuern. Alle Funktionen, auch die Klangregelung, lassen sich bequem vom Hörplatz bedienen, selbst die Flankensteilheit der Filter ist einstellbar. Sehr starke App!

APP-BEWERTUNG

EINE HERVORRAGENDE APP

Das neue Bedienkonzept des AVM Inspiration CS 2.3 verdient unsere Aufmerksamtkeit. An der Front befindet sich ein OLED-Display, das per Touch bedient wird, obwohl es keine Touch-Display ist. Ein Sensor erkennt die sich nähernde Hand und lässt weiße Punkte aufleuchten, die auf Berührung regieren. Je nach Menüpunkt nehmen die „Tasten“ unterschiedliche Funktionen an, die im Display darüber angezeigt werden. Das ist vielleicht in den ersten Minuten ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber der Mensch lernt ja bekanntermaßen ziemlich schnell. Eine Fernbedienung sucht man im Karton vergeblich: Wer eine möchte, muss diese käuflich bei AVM erwerben. Dreh- und Angelpunkt in Sachen Bedienung ist die App AVM RC X, erhältlich für iOS und Android.

Die App funktionierte hervorragend: Im Hörraum der AUDIO war der CS 2.3 ruckzuck ins WLAN eingebunden, unser AUDIO-NAS war auch schnell gefunden. Die App gibt dem Anwender vollen Zugriff auf die X-Stream Engine, das Herzstück des AVM-Receivers. Enthalten sind hier Spotify Connect, Apple AirPlay 2, Tidal, Qobuz, Webradio, Podcasts, eine smarte Klangregelung und eine Multiroom-Funktionalität.

MESSLABOR

Oben: Durchgängig saubere Frequenzgänge. Mitte: Konstant steigende erste Klirrharmonische (rot). Erfreulich: Die Sinus-Leistungen stimmen exakt mit den Herstellerangaben überein, die Musikleistungen liegen mit 190/ 240/ 310/ 360/ 270 W (8/6/4/3/2 Ohm) sogar erheblich über den Sinus-Werten. AUDIO-Kennzahl 71.

Die Digitalsektion im CS 2.3 wurde gegenüber dem Vorgänger von Grund auf erneuert. Im Prinzip ist dieses wichtige Kernsystem des CS 2.3 dem großen Bruder Ovation CS 8.3 entliehen. So ist hier als D/A-Wandler ein audiophiler ESS Sabre der neuen Generation am Werk – der 9038 ist das Flaggschiff der ESS- DACs. Klanglich sicher ein Gewinn für alle digitalen Quellen.

TOLLES CD-LAUFWERK

Die neue AVM X-Stream Engine kann sozusagen alle hochauflösenden Formate bis 384 KBit/s bei 32 Bit streamen, inklusive DSD128. Diese Streaming-Engine ist eine reine Eigenentwicklung von AVM und ist vollständig softwarebasiert. Sie lässt sich zukunftssicher über das Internet updaten. Nach Auskunft von AVM werden den bis dato integrierten Streamingdiensten noch weitere folgen. Im Hörtest zeigte sich die Streaming-Engine als Kracher: Die Wiedergabe bei 16 und 24 Bit war jederzeit feinsinnig, authentisch und schön audiophil.

Viele Musikfans werden sich darüber freuen, dass der CS 2.3 nicht nur als Streamer fungieren kann, sondern auch über ein CD-Laufwerk verfügt. Schließlich haben die meisten Menschen noch Tonnen dieser Silberlinge im Regal stehen, oftmals echte Schätze. Der hochwertige Slot-in-Drive arbeitet angenehm leise. Das liegt erstens an dem robusten und bewährten Pure-Laufwerk aus dem Hause Teac, zweitens an der massiven Bauweise, die Schall weder aus dem Gehäuse hinaus- noch hineinlässt.

Der Inspiration CS 2.3 ist ein zukunftsorientierter Vertreter seiner Zunft. Die softwarebasierte Streaming-Engine, die vielen digitalen Ein- und Ausgänge, einer sogar regelbar, der HDMI-Anschluss mit ARC, die App-Bedienung, die die Fernbedienung überflüssig macht – all das spricht eine deutliche digitale Sprache.

Aber AVM baut nicht nur tolle Streamer und schwergewichtige Amps, sondern liegt mit seinem Angebot an Plattenspielern ebenfalls im Trend. So ist es nur eine logische Konsequenz, dass AVM seinem Sprössling einen Phono- Vorverstärker gönnt – einen exquisiten noch dazu. Für den Test nahmen wir den Transrotor Max. An seinem Tonarm TR 800-S war ein Ortofon Concorde Century montiert. Das passte genial zum Phono-Amp des CS 2.3. Wir ließen eine alte Aufnahme von 1979 des Musicals „Hair“ laufen. Der erste Track „Aquarius“ überzeugte auf Anhieb: Die straffen Bässe und die gute räumliche Sortierung des musikalischen Geschehens gefielen uns. Nach bestem Wissen und Gewissen würde wir behaupten, dass wir noch nie einen All-in-One mit einem besseren Phono-Amp im Test hatten.

Ab einer gewissen Preisklasse werden meist keine Phono-Preamps mehr eingebaut, da sich der Kunde ein anderes Modell aussucht oder einen anderen Hersteller bevorzugt. Der CS 2.3 ist da anders, er will eine Art No-Brainer sein – alles drin, alles dran. Weniger Geräte bedeutet auch weniger Kabel. Und damit der Kunde sich nicht den Kopf zerbrechen muss, ist einfach alles vom Feinsten. Eben auch der Phono-Amp.

ALS GÄBE ES KEIN MORGEN

Bei dem ganzen Funktionsumfang des AVM Inspriration CS 2.3 haben wir fast eines vergessen: Er ist auch ein Amp. Und was für einer! Die Messungen aus dem Labor bestätigen die 140 Watt Sinus an 4 Ohm. Für so ein Schmuckkästchen ist das eine enorme Leistung, die gemessene Musikleistung liegt noch viel höher. Beim Anblick der zierlichen Lautsprecherklemmen des AVMs hätten wir mit einer derart brachialen Kraft nicht gerechnet. Auch wenn die Lautsprecherklemmen recht klein ausfallen – sie nehmen sie die Bananenstecker unserer dicken Strippen gut auf und halten sie sicher am Platz. Wer lieber ohne Bananas arbeitet, kann, auch das ist neu, die Kabel klemmen. Wir vermeiden das tunlichst und bevorzugen stabile Stecker.

Am anderen Ende der Strippen hingen unsere Referenzlautsprecher 802 D3 von Bowers & Wilkins. Das sah schon wenig skurril aus, das kleine Kästchen mit den riesigen Boxen. Aber man soll sich von der Optik nicht täuschen lassen. Der CS 2.3 hatte leichtes Spiel mir den großen Bowers-Boxen. Noch ein Tipp: Vom letzten Test stand noch die Gauder Arcona 40 MK II im Hörraum. Die Arconas brauchen eine kräftige Hand, die der Inspiration CS 2.3 hat. Die Kombination funktionierte grandios gut. Und wenn es keine Bowers und keine Gauder sein soll? Macht auch nichts, der Amp ist saustark und treibt jede Box an.

FAZIT

Man merkt deutlich, dass Udo Besser und sein Team viel Gehirnschmalz in den AVM Inspir ation CS 2.3 gesteckt haben. Top-Klang, Top-Verarbeitung, Top-Ausstattung, eine updatefähige und damit zukunfts sichere X-Stream Engine, ein hochwertiger Phono-Pre, Endstufen, die gewaltig zupacken können – das Gesamtpaket könnte nicht runder sein. Der Preis ist hier folglich mehr als angemessen.