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Standlautsprecher: R wie Referenz


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Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 05.10.2018

Vor 30 Jahren präsentierte KEF den ersten Uni-Q-Treiber, der sich in der Folge zum unverkennbaren Erkennungszeichen der Marke weiterentwickelt hat. In zwölfter Generation ist er auch das Herzstück der neuen R-Serie.


Bei KEF konzentriert man sich auf das Wesentliche. Obwohl laut Hersteller sage und schreibe 1043 Änderungen in die neue RSerie eingeflossen sein sollen, finden sich in den Lautsprechern zahlreiche bewährte Merkmale wieder. Das schlichte und geradlinige Gehäuse sowie das Drei-Wege-Konzept, das aus zwei bassreflexunterstützten Flachmembran-Tieftönern und einer koaxialen ...

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Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 11/2018

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... Mittel-/Hochtontreibereinheit besteht, erinnert daher unweigerlich an das Vorgängermodell R700. Wie so oft liegen die Verbesserungen also in erster Linie im Detail.

Höchst komplex ist die koaxiale Kombination aus Mitteltöner und Hochtöner.


Äußerlich besticht die R7 mit einer einfachen und geradlinigen Erscheinung, innerlich wartet sie jedoch mit jeder Menge High-Tech auf.


KEFs wahre Stärke
Ähnlich kreativ löst KEF auch das Thema Kantenreflexionen. Anstatt das Gehäuse abzurunden, wird der koaxiale Mittelhochtöner von einer „Shadow Flare“ genannten Blende umrahmt, die als kontinuierlich fortgesetzte Schallführung für den Hochtöner dient. Sie erzeugt eine gewisse Bündelung, die den in Richtung der Gehäuseränder abgegebenen Schallanteil und die damit einhergehenden Streuungseffekte minimiert. Auch dieser Ansatz ist nicht neu, sondern wurde aus der Reference-Serie adaptiert. Genau diese Kombination aus bewährten Ansätzen, geschickt kombiniert und mit Bedacht weiterentwickelt, macht die Stärke der R7 aus.

KEFs Uni-Q übernimmt als Zwei-Wege-Treiber die komplette Wiedergabe über 400 Hz.


So konnte mithilfe von ausgereiften Simulationsmethoden auch der Antrieb der Basstreiber erheblich verbessert werden. Das System hat einen neuen T-förmigen Pol und ist deutlich komplexer, aber symmetrischer aufgebaut, wodurch im Spulenspalt ein homogeneres Magnetfeld herrscht. Das begünstigt ein lineareres Auslenkungsverhalten der Membran, das durch eine passend abgestimmte Zentrierspinne noch optimiert wird. Die beiden 16-cm-Tieftöner mit doppellagiger Hybridmembran, die aus einem Papierkonus mit aufliegender Aluminiumschale besteht, liefern dadurch mehr Hub und weniger Verzerrungen, was auf eine hervorragende Bassperformance der R7 hoffen lässt. Unterstützt werden die Tieftöner durch ein innovatives Bassreflexsystem, das nicht aus starren Rohren, sondern aus computeroptimierten Kanälen mit einer weichen, dehnbaren Wandbespannung aus luftdichtem Schaumstoff besteht. Diese Idee stammt ebenfalls aus der LS50 und reduziert die in den Reflexöffnungen entstehenden Turbulenzen und Resonanzen.

Keine KEF ohne Uni-Q
Eine neue Lautsprecher-Serie von KEF ohne Änderungen am Uni-Q ist eigentlich nicht denkbar. Der Koax-Treiber ist über die Jahre zum unverkennbaren Markenzeichen des englischen Herstellers geworden und ein maßgeblicher Grund für die hervorragende Abbildung. Das System wird praktisch ständig weiterentwickelt, in der R7 ist mittlerweile die zwölfte Uni-QGeneration im Einsatz. Bei ihr führt der Ringspalt zwischen Hochtöner und Mitteltöner auf eine extra geöffnete, zwischen den beiden Magnetsystemen liegenden Absorberkammer. So konnte KEF die Resonanzen, die an dem unstetigen Übergang zwischen der sich bewegenden Mitteltonmembran und der fix angebrachten Schallführung des Hochtöners entstehen, unter Kontrolle bringen.


Neue leistungsstarke Tieftöner mit mehr Hub liefern einen tieferen, strafferen und kontrollierteren Bass.


Mit der Strategie, bewährte Ideen bis tief ins Detail hinein immer weiter zu optimieren, scheint KEF zumindest auf klanglicher Seite gut zu fahren. Im Hörtest entpuppte sich die R7 jedenfalls als wahrer Alleskönner. Sie hatte ein gutes Gespür für Rhythmus, verlieh Stimmen einen faszinierenden Charme und überzeugte wie erwartet mit ihrer Abbildung. Ihr Fokus lag dabei nicht auf Raumweite, die bei anderen Lautsprechern manchmal schon ins Unnatürliche tendiert, sondern in einer kompakten, klar umrissenen Darstellung, in der sie selbst komplexe akustische Szenen wie große Orchesterbesetzungen räumlich fein säuberlich gliederte und mit überzeugend realistischer Perspektive präsentierte.

In der neuen R7 fügen sich zahllose Innovationen in ein stimmiges Gesamtbild. Man kann mit diesem Lautsprecher nicht viel falsch machen: Er ist ein Allroundtalent mit vielen Stärken und eignet sich daher besonders für Leute mit breitem Musikgeschmack. Unser Rat: unbedingt anhören!