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STAR-INTERVIEW: Beatrice Egli: Auszeit zwischen Tränen und Glück


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 09.05.2019

Die Sängerin warallein in Australien unterwegs. In SUPERillu erzählt sie, warum es bitter nötig war sich auszuklinken und wie der Trip sie verändert hat. Ein Gespräch über Gelassenheit, Gewissheit und Gefühle …


Artikelbild für den Artikel "STAR-INTERVIEW: Beatrice Egli: Auszeit zwischen Tränen und Glück" aus der Ausgabe 20/2019 von SUPERillu. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 20/2019

Camping statt Champagner: Beatrice Egli ist ohnehin kein Luxusgeschöpf, doch während ihrer Reise sollte alles schlichter und purer denn je sein


Neue Horizonte, neue Klänge

In Australien nahm Beatrice Egli das Album „Natürlich!“ (ab 21. Juni) auf. Am 10. Mai erscheint nach „Terra Australia“ mit „Rock mis Härz“ die zweite Single daraus

Beatrice Egli empfängt uns gut gelaunt und strahlend zum ...

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... Gespräch in Berlin. Alles scheint wie immer. Und doch umweht die Schweizerin eine Ernsthaftigkeit, die man so bis dato nicht an ihr kannte. Das könnte an ihrem Aufenthalt in „Down Under“ liegen. Zweieinhalb Monate lang hat sie ihre gewohnte Umgebung hinter sich gelassen, um neue Kraft zu schöpfen, sagte damit auch Showgeschäft und Social Media Adieu. Jetzt ist sie zurück – erwachsener und entschlossener denn je.

Beatrice, nehmen Sie uns nachträglich mit auf Ihre weite Reise. Wie fing alles an?
Ich hatte kurz vor der Auszeit noch diverse Konzerte und schleppte eine Grippe mit mir herum, war ziemlich am Ende. Bei den letzten drei Shows war nicht klar, ob ich sie spielen kann. Ich hab’s aber durchgezogen. In dem Zustand stieg ich dann in den Flieger. Erschöpft und auch traurig, denn ich wusste: Es wird das erste Weihnachtsfest ohne Familie. Überhaupt war die Trennung von all den Menschen, die mir so wichtig sind, herzzerreißend. Ich betrieb ja auch Digital Detox, war also auf keinem Kanal zu erreichen und umgekehrt. Das war erst mal ein Schock, so sehr ich es mir gewünscht hatte, mich aus allem auszuklinken.

Naturverbunden: Beatrice war in Australien ganz in ihrem Element, konnte dadurch umso mehr zu sich finden


Freude und Nachdenklichkeit waren ihre Begleiter in „Down Under“


Wie ging’s weiter?
Ich brauchte zwei Wochen, bis ich wieder auf dem Damm war, schlief wahnsinnig viel. Anfangs war ich nicht komplett alleine unterwegs, sondern mit meiner besten Freundin und deren Familie. Sonst wäre das vielleicht zu hart geworden alleine, wegen Weihnachten. Wir waren mit dem Camper unterwegs – mein erstes Mal: Beatrice im Zelt.(lacht) . Da hatte ich echt Angst. Alleine schon der Anblick von Schlangen. Ich habe dreimal täglich alles abgesucht, auch nach Spinnen. Ja, und dann begann mein eigentliches Abenteuer: Ich habe ganz ohne Begleitung die Great Ocean Road mit den Zwölf Aposteln genommen. Dabei hab ich gemacht, was ich sonst nie mache: mich einfach treiben lassen. Ich bin drauflosgefahren, hab auch mal im Auto übernachtet. Und ich lernte viele Menschen kennen, konnte auf sie zugehen – ohne das Bewusstsein, dass sie wahrscheinlich wissen, wer ich bin. Man ist so einfach unbefangener.

Was für Erkenntnisse gab’s?
Schön war es, irgendwann bei allem Glück, das ich dort empfand, zu merken: Ich vermisse mein altes Leben, auf der Bühne zu stehen, Musik zu machen – im Grunde das, wovon ich eine Auszeit genommen hatte. Das hat mich darin bestätigt, das Richtige zu tun. Ich hatte nämlich schon auch Angst davor gehabt festzustellen, dass ich vielleicht auf dem falschen Dampfer bin.

Was haben Sie noch so von Ihrer Tour mitgenommen?
Ich war lange getrieben, befürchtete, weg vom Fenster zu sein, wenn ich nicht am Ball bleibe. Zudem bin ich ein wahnsinnig disziplinierter Mensch und habe einen sehr hohen Anspruch an mich und mein Umfeld. Aber in Australien habe ich gelernt, etwas entspannter zu sein und darauf zu vertrauen, dass alles gut wird. So konnte ich ohne schlechtes Gefühl einfach mal auf der faulen Haut liegen. Aufstehen oder auch nicht, die Nacht durchfeiern, ohne sich über den nächsten Tag Gedanken zu machen. Das war wirklich eine ganz neue, wunderschöne Erfahrung!

FOTOS: Universal Music


„Nur wenn du loslässt, kannst du deine Arme öffnen“


Wo und wie wohnen Sie momentan?
Ich suche gerade ein neues Zuhause, ein Nest, denn ich habe meine Wohnung in Samstagern in der Schweiz aufgegeben. Alles befindet sich in einem Lager: Möbel, Kleider … Wo der neue Lebensmittelpunkt dann ist? Keine Ahnung. Vielleicht ja auch bei euch in Berlin!(lacht) Gerade ist alles möglich. Zurzeit lebe ich aus dem Koffer und in Hotels.

Haben Sie auch männliche Bekanntschaften in „Down Under“ gemacht?
Zumindest sah ich viele schöne Surfertypen, den einen oder anderen habe ich auch kennengelernt …(lacht) . Aber intensive, anhaltende Kontakte sind nicht entstanden. Ich war einfach nicht bereit, mich voll und ganz einzulassen, musste erst mal mit mir selbst Zeit verbringen. Ich habe aber schon auch gemerkt: Ich bin geboren, um mein Leben mit jemandem zu teilen, um zu lieben. Ich komme sehr gut alleine zurecht, finde es aber zu zweit schöner. Es muss halt passen. Ich weiß jetzt auch umso mehr, wie wichtig Zeit für eine Beziehung ist. Das Herz muss dabei sein, klar, aber auch der Raum, damit eine Liebe wachsen kann. Und ich habe akzeptiert, dass ich momentan single bin, eine Beziehung nicht erzwingen kann. Mit meiner zerbrochenen Liebe, von der ich euch vergangenen Sommer erzählt hatte, konnte ich in Australien übrigens auch endgültig abschließen.

Erzählen Sie von Ihrem neuen Album „Natürlich!“, das Sie ja vor Ort aufgenommen haben.
Es enthält neben toller rockiger und fröhlicher Musik auch Balladen, die mir viel bedeuten. Als ich etwa „Zuhaus“ einsang, musste ich weinen, weil ich meine Heimat und die Familie so sehr vermisste. Das Album ist wirklich sehr persönlich und autobiografisch; es gibt darauf auch das Lied „Lass los“, welches mich schon länger begleitet. Die Rohversion hatte ich oft und gern gehört. Es hat mir ein bisschen den Kick für die Auszeit gegeben. Darin heißt es: „Lass los, dann hast du zwei Hände frei“. Das hab ich bei mir ja auch gespürt: Nur wenn du loslässt, kannst du deine Arme öffnen.bjoern.wolfram@superillu.de


FOTOS: Universal Music