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Starke Basis


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 11.04.2018

Sony A7 III. Mit der dritten Generation des A7-Basismodells entlässt Sony einen neuen potenziellen Platzhirsch in die Vollformatklasse um 2000 Euro. Die A7 III kombiniert Elemente der Profimodelle A7R III und A9. Mit einem neuen, rückseitig belichteten 24-Megapixel-Sensor lässt sie zudem exzellente High-ISO-Qualitäten erwarten.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 5/2018

Vollformat kompakt
In Kombination mit dem wenig lichtstarken Standardzoom FE 3,5-5,6/28-70 mm wirkt die A7 III so kompakt, dass man eher an eine Kamera mit APS-C-Sensor denkt.


Auf die dritte Generation der Sony A7 musste die Fangemeinde lange warten: Anfang 2015 kam die A7 II auf ...

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... den Markt, jetzt erst folgt die A7 III. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn das runderneuerte Basismodell punktet mit einer fabelhaften Ausstattung und verbesserter Bildqualität. Diesen Qualitätszuwachs ermöglicht ein rückseitig belichteter CMOS, die Nennauflösung bleibt bei 24 Megapixeln – eine klare Abgrenzung zum BSI-Sensor der A7R III mit 42 Megapixeln. Ebenso deutlich grenzt sich die A7 III preislich von ihren Schwestermodellen ab: Mit einem Einführungspreis von 2300 Euro ist sie deutlich erschwinglicher als die A7R III (3500 Euro) und die A9 (4800 Euro), obwohl sie zentrale Merkmale wie das Gehäusedesign oder den Autofokus von den kostspieligeren Modellen übernommen hat.

Gehäuse und Ausstattung

Das Gehäuse der A7 III besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist gegen Spritzwasser abgedichtet. Der Bildstabilisator nach dem „5-Achsen“-Prinzip ist bereits seit der zweiten A7-Generation integriert. Beim Gehäusedesign orientiert sich die Neue dagegen an den Topmodellen A9 und A7R III, bei denen ein größerer Handgriff die Bedienung verbessert. Mit einer Einschränkung: Sitzt ein lichtstarkes, dickes Objektiv wie das 2,8/24-70 mm an der Kamera, kann der Spielraum für die Finger zwischen Griff und Objektivtubus knapp werden – zumindest, wenn man über robustere Hände verfügt. Probieren Sie das zur Sicherheit selbst aus.
Erfreulicherweise hat Sony auch dem Basismodell den neuen Akku NPFZ100 spendiert, der für mehr als 600 Bilder im Sucherbetrieb gut sein soll – eine Seltenheit in der spiegellosen Welt. Leider wird nur ein USB-Ladegerät mitgeliefert; das Modell BC-QZ1 mit kürzeren Ladezeiten (Herstellerangabe) muss extra gekauft werden und kostet rund 80 Euro. Ebenfalls optional erhältlich ist der Hochformatgriff VGC3EM (ca. 350 Euro), der zwei Akkus fasst. Von den beiden SD-Karten-Slots ist einer mit den UHS-Standards I/II kompatibel, der zweite als Multi-Steckplatz für Memory Stick Duo und UHSI- kompatible SD-Karten ausgelegt.

Display-Tasten
Die Informationsdichte von Monitor- und Sucheranzeige kann separat eingestellt werden. Fast allen Tasten lassen sich Funktionen frei zuweisen.


Sichtbar aufgebohrt wurde der elektronische Sucher der A7 III im Vergleich zur Vorgängerin. Die Suchervergrößerung wächst von 0,71 auf 0,78 und liegt damit auf dem Niveau der Sony-Profimodelle. Diese punkten allerdings mit der noch höheren Sucherauflösung von 1 228 800 RGB-Pixeln, 786 432 RGB-Bildpunkte sind es bei der A7 III – damit kann man aber gut leben. Auch beim TFT-Monitor hat der Hersteller dezent den Rotstift angesetzt: Statt 480 000 RGB-Bildpunkte wie bei den höheren Modellen löst das Display der A7 III „nur“ 307 200 RGB-Bildpunkte auf. Verstellbar und berührungsempfindlich ist das Display aber schon.

Autofokus und Belichtung

Mit 693 Phasen- und 425 Kontrast-AFFeldern kombiniert die A7 III das Maximum aus den AF-Systemen der A9 und der A7R III. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit beträgt 0,33/0,35 s bei 300/30 Lux. Die A9 ist dabei mit 0,25/0,27 s noch etwas schneller und kann möglicherweise auch beim AFTracking Tempovorteile verbuchen. Sicher aber ist, dass die A9 beim Serienbildtempo mit 20 B/s auch weiterhin die Messlatte hoch legt; die A7 III schafft etwa halb soviel.
Bei der AF-Feld-Konfiguration stehen folgende Optionen zur Wahl: „Breit“ (Messfeldautomatik), „Feld“ (Messfeldgruppe), „Mitte“ (zentrales AFFeld), „Flexible Spot“ (frei wählbares AF-Feld), „Erweit. Flexible Spot“ (frei wählbares AF-Feld mit umgebenden AF-Punkten als zweite Priorität) und AF-Verriegelung (Lock-on). Im AF-CModus kann jetzt auch der Autofokus mit Augenerkennung für das AFTracking genutzt werden. Ein Wunsch bleibt offen: eine kleinere Messfeldgruppe als Alternative zur vorhandenen mit 16 Feldern.
Die A7 III bietet die Möglichkeit, sowohl den ersten als auch den zweiten Verschlussvorhang elektronisch zu bilden. Die erste Option eignet sich als Standardeinstellung, die zweite sollte man nur dann verwenden, wenn lautlose Auslösung gefragt ist. Der Verschlusszeitenbereich bleibt in allen Fällen bei 1/8000 bis 30 s.
Neben den Standardbelichtungsprogrammen (P, A, S, M) und der Vollautomatik (Auto) findet man am Programmwahlrad den Modus „S&Q“ (Slow-/ Quick-Motion). Damit kann man kurze Filme in Slow Motion oder mit Zeitraffer aufnehmen. Herkömmliche Videos zeichnet die A7 III maximal in 4K-Auflösung mit 3840 x 2160 Pixeln auf; die Zebra-Funktion hilft mit ihrem Streifenmuster, Überbelichtung zu vermeiden. Über die HDMI-Schnittstelle lässt sich das unkomprimierte Videosignal auslesen und extern aufzeichnen. Ambitionierten Filmern bietet die A7 III zudem das HLG-Bildprofil (Hy brid Log-Gamma).

Bildqualität

JPEG ISO 100


JPEG ISO 400


JPEG IOS 800


JPEG ISO 1600


JPEG ISO 3200


JPEG ISO 6400


JPEGs aus der Kamera: Im Vergleich zur ISO-100-Aufnahme zeigen sich bei kritischer Betrachtung erste Texturverluste bei ISO 1600 – etwa in den feinen Strukturen der Aststumpfoberseite. Wenn Texturerhalt nicht oberstes Gebot ist, kann man mit ISO 3200 nutzbare Ergebnisse erzielen, zumal das Rauschen auch bei höheren Empfindlichkeiten moderat bleibt. Im RAW-Modus dürften noch bessere Ergebnisse mit Blick auf die Feinzeichnung möglich sein, wenn man dafür etwas mehr Rauschen in Kauf nimmt. Bis Redaktionsschluss konnten wir die RAWs aber noch nicht öffnen.

Der kleine Unterschied
Die A7 III bietet Motivprogramme (SCN), dafür nur zwei Anwenderspeicher. Beim Schwestermodell A7R III sind es drei.


Bedienung und Performance

Die A7-Modelle der aktuellen Generation lassen sich fast unisono bedienen; vor allem die A7 III und A7R III sind im Bedienlayout nahezu identisch. Der einzige sichtbare Unterschied besteht in der SCN-Position am Programmwahlrad der A7 III. SCN steht für eine Auswahl von sieben Motivprogrammen (Scenes), die man sich bei der A7R III gespart hat. Dafür hat diese drei statt zwei Speicherplätze für individuelle Einstellungen zu bieten.
Der Joystick zum Anwählen von AFPunkten ist seit der A9 Standard bei den A7-Modellen. Leider werden AFPunkte beim Verschieben nicht farbig hervorgehoben, was das Lokalisieren der Fokuspunkte im Bildfeld erschwert. Der Joystick lässt sich dank integrierter Druckfunktion auch beim Navigieren in den Menüs alternativ zum obligatorischen Richtungsschalter verwenden. Letzterer ist, wie bei Sony üblich, als Rändelrad konstruiert, sodass die Kamera insgesamt drei Einstellräder besitzt. Ein weiteres, rastendes Einstellrad dient der Belichtungskorrektur. Die Touch-Funktionalität des TFT-Monitors beschränkt sich im Wesentlichen auf den Touch-AF (ohne Auslösung) oder das Aktivieren der MF-Lupe per „Doppelklick“ mit der Fingerspitze.
Über die Fn-Taste gelangt man in das konfigurierbare Funktionsmenü. Auf zwölf Funktionsfeldern am unteren Bildfeldrand kann man mittels Drehrad direkt Einstellungen verändern oder in ein Untermenü wechseln. Über vier frei belegbare Funktionstasten (C1-4) lässt sich die Bedienung zusätzlich individualisieren. Auch weitere Tasten, darunter die vier Richtungstasten am Multifunktionswähler, lassen sich umfunktionieren.
Das Hauptmenü ist durch sechs Karteireiter (Aufnahme 1/2, Netzwerk, Wiedergabe, Einstellung, Mein Menü) gut gegliedert und umfasst 35 Menüseiten mit maximal sechs Einträgen pro Seite. Wer sich eingearbeitet hat, nutzt „Mein Menü“ für die Zusammenstellung von Einträgen nach persönlichem Gusto.

Kraftwerk
Der optional erhältliche Hochformatgriff VG-C3EM für ca. 350 Euro fasst zwei Akkus vom Typ FP-FZ100. Damit dürften im besten Fall um die 1200 Bilder im Sucherbetrieb möglich sein.


Bildqualität

Neuer BSI-Sensor, mehr Bildqualität? Ja, denn im Vergleich zur Vorgängerin A7 II schafft das Modell III eine um rund 100 LP/BH erhöhte Auflösung auf den meisten ISO-Stufen mit einem Maximum von 1964/1941 LB/BH bei ISO 100/400. Bis ISO 6400 fällt die Auflösung lediglich um 200 LB/BH ab. Deutlichen Zuwachs verzeichnet die Kamera bei den Dead-Leaves-Werten, vor allem für die niedrigkontrastigen Strukturen: Etwa 300 bis 400 LB/BH beträgt das Plus zwischen ISO 1600 und 6400. Der Kontrast wird dabei zwar erkennbar, aber in vertretbarem Umfang angehoben. Die Nachschärfung fällt vor allem im Bereich der Undershoot-Werte ziemlich kräftig aus. Das Rauschen ist bei den JPEGs aus der Kamera sehr gering: VN 1,1 bei ISO 3200 und VN 1,5 bei ISO 6400. Das heißt, man kann, wenn es nicht um den maximalen Texturerhalt geht, mit ISO 3200 fotografieren, wenn es sein muss, sogar mit ISO 6400.

Das Schwestermodell A7R III bietet aufgrund seiner höheren Auflösung nur bis ISO 1600 mehr Bildqualität, bei ISO 3200 und 6400 aber hat das A7- Basismodell knapp die Nase vorn. Die mit einem 24-Megapixel-CMOS ausgestattete A9 liefert eine in etwa vergleichbare Bildqualität – mit leichten Nachteilen beim Rauschen ab ISO 3200. Beide Kameras bieten aber eine überzeugende High-ISO-Qualität, die sich wohl bei der A7 III im RAW-Modus noch steigern lässt. Zum Testzeitpunkt konnte der Adobe-RAW-Konverter die Rohdateien der A7 III leider noch nicht lesen.

Am Info-Monitor überblickt man alle wichtigen Kameraeinstellungen. Über die Funktionsfelder rechts kann man direkt Einstellungen vornehmen.

Der „Elektronische 1. Verschlussvorhang“ eignet sich auch als Standardeinstellung, die „Geräuschlose Aufnahme“ mit vollelektronischem Verschluss dagegen nicht.

Über das rastende Belichtungskorrekturrad oben an der Kamera sind ± 3 EV-Werte machbar, mittels zuweisbarem Einstellrad bis ± 5 EV-Werte.

Die automatische Abschaltung nach einer Minute ist ab Werk eingestellt und sinnvoll, bis zu 30 Minuten sind möglich.

Der Tonpegel kann bei Videoaufnahmen in insgesamt 31 Stufen mittels Aussteuerungsanzeige eingestellt werden.

Karl Stechl, Autor


FAZIT Wer bei der Bezeichnung Basismodell an Rotstift und arme Verwandte denkt, liegt bei der A7 III komplett daneben. Sonys neue Vollformatkamera der 2000-Euro-Klasse agiert auf Augenhöhe mit den Profimodellen A7R III und A9. Mit den kleinen Abstrichen bei der Sucher- und Monitorauflösung lässt sich’s leben. 2300 Euro soll das Gehäuse zur Markteinführung kosten, was angesichts der gebotenen Ausstattung und Bildqualität ein sehr faires Angebot ist. Gerade bei wenig Licht legt die A7 III sichtbar gegenüber der A7 II zu. Schade, dass nur ein USB-Ladegerät beiliegt und keine Ladeschale, um den Akku außerhalb der Kamera aufzuladen. Abgesehen davon hat die Kamera alles, was man als ambitionierter Fotograf benötigt: vom Highend-Hybrid-AF über den integrierten Bildstabilisator bis zum SD-Karten-Doppelschacht. Dazu kommt eine Stromquelle mit deutlich mehr Reserven, als man das von Spiegellosen anderer Hersteller kennt. Man muss kein Prophet sein, um der A7 III einen mindestens ebenso großen Erfolg im Markt vorherzusagen, wie er der Vorgängerin zuteil wurde.

Kamera und Smartphone

Kamera-Remote
Bei der Fernbedienung der Kamera über das Smartphone mit der App PlayMemories Mobile vermisst man den Touch-AF im Livebild.


Mit integriertem WiFi (WLAN) und Bluetooth 4.1 bietet die A7 III zeitgemäße Drahtlosfunktionen. Die Verbindung zu einem Android-Smartphone lässt sich mithilfe der Sony-App PlayMemories Mobile durch Scannen des QR-Codes am Kameramonitor problemlos herstellen. Anschließend ist die Fernsteuerung der Kamera mit Live-Bild in der Quer- oder Hochformatdarstellung am Smartphone möglich. Leider fehlt die Option, im Live-Bild via Smartphone einen AF-Punkt zu setzen. Stattdessen muss man den AF-Punkt an der Kamera wählen, wenn man es nicht vorzieht, gleich die automatische Messfeldwahl zu aktivieren. Andere Auf nahmeeinstellungen wie Belichtungskorrektur, Verschlusszeit und/oder Blende, ISO oder Selbstauslöser sind direkt in der Kamera-App wählbar. Dank der Bluetooth-Verbindung besteht auch die Möglichkeit, über das Smartphone Ortsdaten abzurufen und mit Aufnahmen zu verknüpfen. Bilder werden direkt nach der Aufnahme zum Smartphone übertragen oder erst dann, wenn man den Bildtransfer im Kameramenü manuell aktiviert. Die Bildauswahl kann man dann entweder an der Kamera oder am Smartphone vornehmen.


Fotos: Hersteller, Karl Stechl, Image Engineering

Fotos: Hersteller, Karl Stechl, Image Engineering

Bei Auflösung, DeadLeaves (DL) und Dynamik stehen hohe Zahlen für gute Messwerte. Das Rauschen (VN) sollte möglichst klein sein.