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Starke Töne für Körper und Seele: Das hört sich gut an!


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 24/2018 vom 08.06.2018

Gänsehaut-Gefühl oder Glücks-Kick – wir alle habendie Kraft der Musik schon gespürt. Und wie gut sie uns tatsächlich tut, beweisen immer mehr Studien


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 24/2018

Mit der richtigen Musik im Ohr ist alles leichter: entspannen, einschlafen, Sport


Mozart stoppt Stress

An einem Krankenhaus in Boston (USA) gehört Musik schon zum normalen Therapie-Programm und spart tatsächlich Medikamente.
Setzen die Krankenschwestern Patienten vor einer Operation Kopfhörer auf und spielen eine sanfte Klaviersonate(K457 in Moll) von Mozart , beruhigen sich Atmung und Herzschlag. Das heißt, die typischen Stress-Symptome vor dem Eingriff ...

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An einem Krankenhaus in Boston (USA) gehört Musik schon zum normalen Therapie-Programm und spart tatsächlich Medikamente.
Setzen die Krankenschwestern Patienten vor einer Operation Kopfhörer auf und spielen eine sanfte Klaviersonate(K457 in Moll) von Mozart , beruhigen sich Atmung und Herzschlag. Das heißt, die typischen Stress-Symptome vor dem Eingriff werden nur durch die Klänge gemildert. Herzspezialist Dr. Raymond Bahr verordnete seinen Patienten auf einer Intensivstation in Baltimore 30 Minuten Klassik-Musik und stellte fest: Die sanfte Beschallung wirkte so beruhigend wie zehn Milligramm Valium.

Warum das funktioniert? Musik wirkt auf mehrere Regionen im Gehirn, fördert zum Beispiel im Belohnungszentrum die Ausschüttung von Glückshormonen. In der Hirnanhangdrüse wird das Wachstumshormon HGH aktiviert und das wiederum bremst die Produktion von Stresshormonen in den Nebennieren. Auch ganz wichtig: Der Atemrhythmus beruhigt sich, weil er sich automatisch an den Musikrhythmus anpasst.

Optimal sind – wie bei der Klaviersonate – 60 bis 70 Taktschläge pro Minute.

Bässe bringen mehr Erfolg

Sportfan und Psychologie-Professor Dennis Hsu hat US-Athleten vor großen Wettkämpfen beobachtet. Was ihm auffiel: Viele hatten Stöpsel in den Ohren und hörten Musik. Einige ganz still mit geschlossenen Augen, andere bewegten ihren Kopf sanft im Rhythmus oder sangen mit.

Als Nächstes wollte der Experte für erfolgreiches Management wissen: Was steckt hinter dieser besonderen Art der mentalen Vorbereitung auf ein wichtiges Ereignis? Was macht die Sportler stark? In mehreren Studien untersuchte er mit seinem Team die Wirkung unterschiedlicher Songs. Dabei stellten sie als Erstes fest, dass der Text der Lieder keine Rolle spielt. „Die Kraft steckt nicht in den Worten“, sagt Professor Hsu. „Den Unterschied machen tatsächlich vor allem die Bässe.“

Verstärkte man die künstlich, verstärkte sich auch das Gefühl der Stärke bei den Versuchspersonen. Eindeutige Sieger im Vergleich von 31 Songs waren„We Will Rock You“ von Queen und„Get Ready for This“ von 2 Unlimited. Verlierer waren „Because We Can“ von Fatboy Slim und „Who Let The Dogs Out“ von Baha Men.

Vivaldi macht kreativ

Wenn nicht gerade der Geistesblitz ein Problem löst, sind Kreativität und Ausdauer gefragt, um den besten Ausweg zu finden. Wie man beide erhöht, prüften Psychologen aus Australien und Holland. Sie fragten zum Beispiel: „Was kann man alles mit Backsteinen anfangen?“ Spielten

sie während des Experiments„Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi kamen die Versuchspersonen auf deutlich mehr Lösungen als nur „ein Haus bauen“. Von „draufsitzen“, „anmalen“ bis „Kokosnuss öffnen“ waren wirklich viele kreative Ideen dabei. Fazit der Studie: Fröhliche Klänge regen die Gedanken an, machen geduldiger und flexibler. Bei trauriger oder melancholischer Musik zeigt sich dieser Effekt nicht. Auch absolute Stille steigerte die Fähigkeit, in unterschiedliche Richtungen zu denken nicht. Und es machte auch keinen Unterschied, ob die jeweilige Versuchsperson, die Musik mochte oder nicht. Vivaldis heiteres Stück wirkte unterbewusst bei allen.

Vogelgezwitschegibt Energie

Was ist die schwierigste Zeit des Tages? Nach dem Mittagessen, wenn die Leistungskurve einen natürlichen Tiefpunkt erreicht, fühlen sich viele besonders schlapp und verletzbar – körperlich und seelisch.

Wie einfach man diese Krise überwinden kann, entdeckten Forscher in Liverpool. Wenn Testpersonen nach der Mittagspause in der Kantine Vogelgezwitscher vorgespielt wurde, regte das die Hirn-Tätigkeit sofort an. Sie waren wieder aufmerksamer und auch das Kurzzeit-Gedächtnis funktionierte besser. Das Geheimnis dernatürlichen Musik : Sie ist nicht vorhersehbar, hat keine Wiederholungen und so lange sie gleichmäßig erklingt, fühlen wir uns sicher – alles gut, keine Gefahr in Sicht! Das sorgt nicht nur für neue Energie, sondern auch für gute Laune.

Beethoven bringt Leistung

Musik lenkt ab und ist deshalb schlecht für Lernen und Leistung? „Im Gegenteil“, sagt die Londoner Psychologin Dr. Emma Gray, „es kommt nur auf die richtigen Klänge an.“ Klassik oder Pop – was wann am besten hilft, fand sie in Tests mit Studenten heraus.

Danach ist„Für Elise“ von Ludwig van Beethoven prima, wenn es um Mathe-Aufgaben geht. Das Klavierstück fördert die Konzentration, erhöht die Ausdauer beim Lernen und steigert die Gedächtnisleistung – genug um das Ergebnis bei einer Mathearbeit um zwölf Prozent (eine ganze Note!) zu verbessern. Geht es dagegen um kreative Fächer wie Kunst oder Schauspiel wirken emotionale Songs anregend. Zum Beispiel„Firework“ von Katy Perry unterstützte die Darstellung der eigenen Gefühle und brachte so auch mehr Erfolg in den jeweiligen Kursen.

Schnelle Musik-Therapie

Auf den Geschmack gekommen? Vier Tipps, wie Sie die positive Wirkung ganz einfach nutzen können:

1 Lassen Sie sich vom Vogel-Chor wecken

Wer mit Gezwitscher in den Tag startet, fühlt sich energiegeladen und über viele Stunden fitter. Keinen Wald vor der Haustür? CDs mit Vogelgezwitscher gibt es ab ca. 7 Euro.

2 Hören Sie jeden Tag Lieblings-Songs

Lieblingsmusik, täglich 25 Minuten am Stück, reduzierte bei Patienten mit Rückenproblemen die Schmerzen und verbesserte den Schlaf. Der Erfolg zeigte sich schon nach knapp zwei Wochen.

3 Wählen Sie das richtige Tempo

Musik mit 50 bis 80 Taktschlägen („Beats“) pro Minute wirkt eher beruhigend, steigert die Gehirnleistung und die Fähigkeit ein Problem zu lösen. Gute Wahl fürs Denken: „Chasing Pavements“ von Adele oder „Mirrors“ von Justin Timberlake. Schnellere Musik mit bis zu 150 Taktschlägen erhöht die körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Gute Wahl fürs Fitness-Training: „Happy“ von Pharrell Williams oder „I Get Around“ von den Beach Boys.

4 Gehen Sie mit Musik ins Bett

Die beste Einschlafhilfe ist entspannende Musik. 45 Minuten ruhige Melodien (ohne Text) brachten bei Menschen mit Schlafproblemen deutlich mehr als zum Beispiel ein Hörbuch. Besonders wirksam war klassische Musik. Probieren Sie einfach aus, ob Sie zum Beispiel eher Mozart- oder Beethoven-Fan sind.