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Stark.Strom.


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Chrom & Flammen - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 22.06.2022

2022er Ford Mustang Mach-E GT

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Bildquelle: Chrom & Flammen, Ausgabe 7/2022

An seinem ?Dark Matter?-grauen Grill mit 3D-Wabeneffekt ist der GT leicht erkennbar.

Wo viel gerade ausreicht, ist ein gutes Stück mehr immer willkommen, und so hat Ford dem regulären Modell den nochmals deutlich muskulöseren Mustang Mach-E GT zur Seite gestellt. Und der hält, was sein klangvoller Name verspricht

Zunächst aber verspricht der Stadtverkehr in Düsseldorf, wohin Ford zum Test des neuen Elektro-Vollblüters geladen hat, Ungemach: Erst ewiges Geschleiche mit zig roten Ampeln – nervtötend, in einem ohne manuelle Gangwechsel auskommenden E-Wagen aber flüssig und weitgehend geräuschlos zu bewältigen. Dann aber erfordert ein mit der Verkehrsordnung oder einem mobilen Endgerät überforderter Vordermann eine Reaktion des Mustang-Piloten: Bloß weg hier! Geflissentlich mit Vernunftsvollgas raus aus der Gefahrenzone!

Und jetzt das: Der Mustang Mach-E GT lässt die 245er Pirellis auf den exklusiven 20-Zöllern unschicklich quietschen. Contenance bitte! ...

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... Derlei kommt bei einem Allradler doch unerwartet, immerhin zog kein brüllender Auspuff die Aufmerksamkeit Dritter auf uns. Obendrein war bei der Flucht nach vorn ein ächzendes Geräusch vernehmbar, hat sich da gerade ein Mangel bemerkbar gemacht? Entwarnung, das war lediglich der mit dem gesamten Drehmoment unversehens in den Sportsitz gepresste [Anm. d. Red. – und ob des vehementen Vortriebs verblüffte – FM] Beifahrer.

Sowas aber auch! Da macht der ausgewählte Fahrmodus “zahm” seinem Namen aber gar keine Ehre. Tatsächlich nimmt das Ford SUV nicht einfach Pferdestärken zurück, sondern verschiebt nur einige Parameter. Die Antriebskraft geht zu 40 Prozent nach vorn und zu deren 60 hinten. Dann wollen wir mal den nächst sportlichen Modus “Aktiv” kennenlernen, der nach kurzer Orientierung auf dem 15,5-Zoll-Zentraldisplay und zwei Fingertipps eingestellt ist. Erwartungsgemäß strafft der Mach-E die Kennlinien von Lenkung, Fahrpedal und adaptiver Dämpfung. Noch einen Zacken schärfer geht es in “Temperamentvoll” voran, das Drehmoment verteilt sich nun 30:70. Die kurvigen Landstraßen im bergigen Umland der Rheinmetropole ringen dem 2.273-kg-Trumm bestenfalls ein müdes Wiehern ab, er ist nicht aus der Spur zu bringen und zirkelt mit der exakten Lenkung souverän über die schmalen Straßen, bequem kontrolliert aus dem – an Seitenhalt reichen und dabei nicht im Schulterbereich zwickenden – Sportsitz. Beim beherzten Einlenken macht sich der niedrige Schwerpunkt, dank des weit unten im Wagen angeordneten Akkupaktes, deutlich bemerkbar. Bremsend wirkt sich allein das besorgniserregend niedrige Tempolimit auf den Straßen des Bergischen Lands aus, was uns ganz besonders der Versuchung widerstehen lässt, den von Ford nicht für die Straße freigegebenen “Temperamentvoll Plus”-Modus zu aktivieren. Der würde die ESP-Eingriffe zurückfahren und dann rein theoretisch, naja, Ihr könnt Euch das sicher vorstellen …Trotz seiner rund 163 Zentimeter Höhe wirkt der Mustang Mach-E GT alles andere als behäbig, klebt dank des tiefen Schwerpunkts und des genialen MagneRide-Fahrwerks förmlich auf dem Asphalt und neigt höchstens marginal zum Schwanken. Das unbeirrbare Handling machte bereits vor gut einem Jahr Laune, doch gegenüber dem damals getesteten Mach-E AWD geht der GT noch eine Nummer knackiger zu Werke. So knackig, dass er auf einwandfreier Fahrbahn unerhört agil, auf kunterbuntem Asphaltflickwerk aber rasch unangenehm hart wirkt. Die Extended-Range-Batterien mit 88 kWh Nettokapazität nutzen beide, der GT bietet mit 500 aber 40 km weniger Reichweite. Ja, er ist 91 kg schwerer und verbraucht statt 18,7 runde 20,0 kWh/100 km. Aber er hat 136 PS und 280 Nm mehr. Und diese stattlichen 487 Pferde sowie 860 Nm im Overboost machen sich bemerkbar, vor allem bei Sprints: Mit 3,7 nimmt er dem regulären AWD gleich 2,1 Sekunden für den Standardspurt ab und pfeilt mit unveränderter Vehemenz auf die 150 km/h zu, darüber lässt der gefühlte Tempozuwachs spürbar nach. Fürs Protokoll: Der Mach-E GT läuft mit 200 glatte 20 Sachen schneller.

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2022er Ford Mustang Mach-E GT

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Motor: je ein E-Motor vorn u. hinten; 351 PS/258 kW; 580 Nm

Kraftübertragung: Automatik; Allradantrieb

Vorderachse: McPherson-Federbeine; MagneRide-Dämpfer; Hohlstab-Stabilisator

Hinterachse: Mehrlenker-Einzelradaufhängung; MagneRide-Dämpfer; Hohlstab-Stabilisator; Bremsen: Scheibenbremsen rundum

Räder: Kreuzspeichen-Leichtmetallräder in 8 × 20"

Reifen: Pirelli “P Zero” in 245/45 R20

Länge x Breite x Höhe (in mm): 4.713 × 1.881 × 1.625

Leergewicht (in kg): 2.273

Radstand (in mm): 2.984

Batteriekapazität (in kWh): 98,7 brutto; 91 netto

Verbrauch (kWh/100 km): 20,0 (Werksangabe)

Beschleunigung (0-100 km/h in s): 3,7 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit (in km/h): 200 (abgeregelt)

Testwagenpreis (UVP): 78.400 Euro

Festgestellte Mängel während des Tests: Keine

Importeur bzw. Bezugsquelle: Ford Deutschland

Die schiere Kraft beim Beschleunigen ist der blanke Wahnsinn, doch mindestens genauso eindrucksvoll ist die Verzögerung: Vorn packen die Vierkolben-Festsättel von Brembo 385 statt 362 mm große Scheiben, ihre 316er-Pendants hinten werden anstelle von Ein- von Vierkolben-Schwimmsätteln bearbeitet. Dazu kommt noch die Rekuperation, die speziell auf längeren Bergabfahrten einen guten Teil der Verzögerungsleistung übernimmt, die nicht eben leichte Fuhre erreicht flott und höchst vertrauenserweckend den Stillstand. Ist das Plus an Performance, Optik und Handling rund zehn Riesen mehr gegenüber dem Mach-E AWD ER wert? Unserer Meinung nach schon, der Unterschied ist frappierend.

Allerdings hätten wir uns sehr über das Panorama-Dach in unserem cyberorangenen Mach-E GT gefreut – ganz egal, ob es den Schwerpunkt minimal nach oben verlegt!