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Stars am Berg


Bergsteiger - Das Tourenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 09.07.2021

Zehn besondere Häuser | Berghütten

Artikelbild für den Artikel "Stars am Berg" aus der Ausgabe 8/2021 von Bergsteiger - Das Tourenmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Exponierte Lage: das Brunnenkogelhaus (2738 m) hoch über Sölden

1 Franz-Eduard-Matras-Haus (2941 m)

Berchtesgadener Alpen, Österreich

Hier gilt die magische Formel: Hütte = Gipfel. Diese Magie muss man sich allerdings erst verdienen. Selbst der kürzeste Weg zum Hochkönig (2941 m) alias Franz-Eduard-Matras-Haus ist lang und zehrend. Nur viermal im Jahr bringt ein Hubschrauber Lebensmittel und Trinkwasser herauf – vorausgesetzt, Wind und Wetter lassen eine Landung zu. Der Wirt selbst geht während der Saison nur selten ins Tal. Roman Kurz schert sich wenig um das, was da unten so los ist. Er interessiert sich für Sterne und Planeten, Fotografie und Bergsteigen. Auf dem Gipfel des Hochkönig ist er dafür goldrichtig!

Besonderheit: Rundumblick auf rund zweihundert Dreitausender Zustiege: Vom Arthurhaus bei Mühlbach am Hochkönig über die Mitterfeldalm (6 Std.) Kontakt: Roman Kurz, Tel. Hütte 00 43/64 67/75 66, Telefon Tal (Winter): ...

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... 0 86 50/98 47 33, www.matrashaus.at Klettersteig Königsjodler zum Hochkönig vom Einstieg bei der Erichhütte bis Matrashaus 7-9 Std.

2

Berliner Hütte (2042 m)

Zilltertaler Alpen, Österreich

Die Bezeichnung Hütte fällt einem in Anbetracht dieses mächtigen Bauwerks schon etwas schwer. Sie wurde 1879 als erste Schutzhütte in den Zillertaler Alpen eingeweiht und man kann sich gut vorstellen, dass seither sehr viele Menschen in diesen dicken Mauern Zuflucht vor Wind und Wetter gesucht und gefunden haben.

Ende des neunzehnten Jahrhunderts bekam die Berliner Hütte einen Telefonanschluss, ein Postamt und eine Schuhmacherwerkstatt. 1997 wurde sie gar unter Denkmalschutz gestellt. Die älteste der acht Hütten auf dem Berliner Höhenweg erinnert an die Pionierzeit des Alpinismus. Ein wahrhaft beeindruckendes Gebäude.

Umrahmt von zahlreichen Dreitausendern und Gletschern zieht dieser Ort Bergsteiger und Besucher auch heute noch in seinen Bann.

Besonderheit: Erste AV-Hütte, die unter Denkmalschutz gestellt wurde. Zu Recht! Zustieg: Vom Gasthof Breitlahner in Ginzling (3 Std.)

Kontakt: Maike Köck und Florian Illmer, Tel. 00 43/6 64/88 78 70 25, info@berlinerhuette.at, www.berlinerhuette.at

Zittelhaus (3106 m)

3

Goldberggruppe, Österreich

Höher geht’s nicht. Wer die Hütte erreicht hat, steht automatisch auch auf dem Gipfel. Denn das Zittelhaus hat es sich einfach direkt auf dem Gipfel des Hohen Sonnblick bequem gemacht.

Dabei ist es dem Wetter zu verdanken, dass es die Hütte gibt. Denn ursprünglich sollte hier im Jahre 1885 nur eine meteorologische Station gebaut werden. Zum Glück für die Bergsteiger kam zum Observatorium noch die Hütte mit sieben Zimmern und vier Lagern dazu. Das brachte dem Zittelhaus den Titel »Höchstgelegene Hütte des Österreichischen Alpenvereins« ein.

Die Hütte gehört seit 1984 der Sektion Rauris des ÖAV. Die gemütlichen Gaststuben, genannt »Rojacherstube« und »Glocknerstube« mit Kachelofen bieten Platz für etwa 100 Gäste.

Besonderheit: Bester Platz, um Sonnenaufund -untergänge über dem Nationalpark Hohe Tauern zu bestaunen Zustieg: Von Kolm-Saigurn (1598 m) in 5 Std.

Kontakt: Andreas Haugsberger, Hermi Schmiderer, Tel. 00 43/65 44/64 12, www.zittelhaus.at

Becherhaus (3195m)

4

Stubaier Alpen, Italien

Stille. Die Kerzen werfen sanftes Licht auf das Marienbild. Zugegeben, etwas unverhofft kommt es schon, wenn man plötzlich in der Kapelle »Maria im Schnee« steht. Doch die höchstgelegene Kapelle Europas gehört nun mal zur höchstgelegenen Schutzhütte Südtirols dazu. Dass die Sektion Hannover hier 1894 eine Hütte eröffnen konnte, ist der »Sissi« zu verdanken. Denn Kaiserin Elisabeth war es, die der Sektion die Unterstützung zusicherte. Vom Haus, das gerade neu saniert wurde, kann man bei schönem Wetter bis zur Adria blicken.

Besonderheit: Höchstgelegene Schutzhütte Südtirols Zustiege: Vom Ridnautal über Grohmann-und Teplitzerhütte (ca. 7 Std.), vom Passeiertal via Timmelsjochstraße über den Übertalfernern und Müllerhütte (5 Std.), vom Stubaital über den Freiger (ca. 6 ½ Std.), vom Ötztal über die Siegerlandhätte (8 Std.) oder über die Hildesheimerhütte mit Zuckerhüttl und Pfaff (8 Std.)

Kontakt: Familie Lantschner, Tel. 00 39/32 92/34 69 43 www.becherhaus.it

5

Schatzerhütte (2004 m)

Brixner Dolomiten, Italien

Franz Pernthaler, der Betreiber der Hütte, ist glücklich, wenn die Rinder aus dem Tal seine Wiesen kahlfressen. Denn dann weiß er, was drinsteckt in ihnen. In seinen Hochbeeten direkt an der Hütte pflanzt er zudem Salate und Kräuter, das Brot wird selbstgebacken, alles kommt so natürlich wie möglich auf den Teller. Franz Pernthalers Kochkunst hat die Schatzerhütte weit über die Landesgrenzen hinaus zu einer Empfehlung für Feinschmecker gemacht. Er will, dass seine Gäste sich wohlfühlen, sich bei ihm entwöhnen vom Stress im Tal, und sich hier verwöhnen lassen. Auch wenn für viele Gäste die rustikale Unterbringung ohne Handyempfang anfangs gewöhnungsbedürftig ist, am Ende will jeder, der einmal hier auf der Hütte zwischen Aferer Geisler und Peitlerkofel war, einfach nur wiederkommen.

Besonderheit: Ausgezeichnete Gourmet-Hütte Zustiege: Von Brixner Skihütte (1911 m) auf Wanderweg zur Hütte (35 Min.)

Kontakt: Franz Pernthaler, 00 39/04 72/52 13 43, www.schatzerhuette.com

Brandenburger Haus (3277 m)

6

Ötztaler Alpen, Österreich

Wer von der Terrasse des Brandenburger Hauses auf die Ötztaler Gletscherwelt blickt, fühlt sich zuweilen eingehüllt ins große Weiß. Da verwundert es nicht, dass schon der Zustieg zur Hütte eine Hochtour ist. Zwischen Gepatschund Kesselwandferner thront das Brandenburger Haus. Seit seinem Bau im Jahre 1909 hat die Hütte so einiges erlebt. Im ersten Weltkrieg besetzten die k.u.k.-Gebirgstruppen das Haus, um Skikurse durchzuführen. Unter ihnen Luis Trenker, der seine Erlebnisse dort in seiner Autobiografie beschreibt. Den Abfall hinterließ die Truppe in den Gletscherspalten. Erst ab 1980, als das Eis abschmolz, konnte er beseitigt werden. Duschen gibt es nicht auf der Hütte, dafür einen der besten Panoramablicke der Alpen.

Besonderheit: Höchstgelegene AV-Hütte mit bewegter Geschichte Zustiege: Von Vent (1894 m) über Rofenhöfe und Hochjochhospiz, Deloretteweg und Kesselwandferner (5-6 Std.)

Kontakt: Katerina Kalinova, 00 43/ 06 01/ 55 67 38, www.brandenburgerhaus.at oder www.dav-berlin.de

Rappenseehütte (2091 m)

7

Allgäuer Alpen, Deutschland

Wer den Allgäuer Hauptkamm mit Biberkopf oder Hohes Licht erkunden oder sich beispielsweise auf den Heilbronner Weg machen will, findet in der Rappenseehütte dafür den idealen Ausgangspunkt. Die 1885 erbaute, mit 189 Lagerplätzen und 115 Schlafplätzen größte Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins in den Alpen liegt südlich von Oberstdorf idyllisch in unmittelbarer Nähe des Kleinen und Großen Rappensees. Es verwundert nicht, dass so eine große Hütte nicht immer einfach zu führen ist und sich Sylvia Socher und Andreas Greiner dort oben nach eigener Aussage oft eher als »kleine Bürgermeister wie als Hüttenwirte« fühlen.

Besonderheit: Größte AV-Hütte der Alpen Zustiege: Von Oberstdorf: vom Fellhornbahn Parkplatz über Birgsau, Einödsbach, Enzianhütte (ca. 3 ½ Std.) oder vom Fellhornbahn Parkplatz über Birgsau, Schwarze Hütte, (ca. 4 Std.) vom Lechtal: Lechleiten über Mutzentobel (ca. 3 Std.) oder von Prenten über Hochalptal (ca. 4 Std.)

Kontakt: Sylvia Socher, Andreas Greiner, kontakt@rappenseehuette.de, www.rappenseehuette.de

Rifugio Vioz Mantova (3454 m)

8

Ortler-Alpen, Italien

Wer Superlative liebt, ist im Nationalpark Stilfser Joch, genauer gesagt im nördlichen Teil des Cevedale-Vioz-Kamms, genau richtig. Denn dort wartet mit dem Monte Vioz nicht nur der höchste Wandergipfel der Alpen, sondern auch die höchste Hütte der Ostalpen. Nur knapp 100 Meter unterhalb des Vioz-

Gipfel steht das Rifugio als wunderschöne Aussichtslodge auf einem Absatz des Südostgrats. 1997 wurde an Stelle der alten Hütte ein moderner Neubau errichtet. Vor dem Haus erinnert eine Kapelle an alte Zeiten. Für das Panorama zur Adamello- und Presanellagruppe und zum Ortler bleibt man doch sehr gerne eine Nacht im obersten Stockwerk.

Besonderheit: Höchste Hütte der Ostalpen Zustieg: Von Peio über das Rifugio Doss die Cembri (9 ½ Std.) Kontakt: Sig. Casanova Mario, Tel. 00 39/4 63/75 13 86, www.rifugiovioz.it

9

Büllelejochhütte (2528 m)

Sextener Dolomiten, Italien Die kleinste Hütte in den Sextener Dolomiten – und gleichzeitig die höchstgelegene im Naturpark Drei Zinnen – befindet sich inmitten der Bergsonnenuhr von Neuner, Zehner, Elfer, Zwölfer- und Einserkogel.

Da die Sprachgrenze direkt an der Hütte verläuft, wird italienisch und alpenländisch zugleich gekocht. Welcher Luxus, morgens so nahe an den Dolomiten-Zacken italienischen Cappuccino und Brioche genießen zu dürfen. Nur 13 Schlafplätze bietet das Rifugio, drei Tische im Gastraum, zwei Toiletten und zwei Waschbecken. Ohne Reservierung hat man hier also schlechte Karten.

Steigt man wenige hundert Meter von der Hütte bergauf, erreicht man den Gipfel der Oberbachernspitze (2677 m). Sonnenuntergangsromantiker werden auf dieser Aussichtskanzel mit Sicherheit schwach. Denn da stehen sie dann im Abendlicht, die Majestäten: die Drei Zinnen, der Zwölferkofel, am Horizont Großglockner und Großvenediger. Und die Frage, warum man in die Berge geht, beantwortet sich von selbst.

Blaueishütte (1680 m)

10

Berchtesgadener Alpen, Deutschland

Ein wenig traurig stimmt er schon, der Blick von der Terrasse der Blaueishütte auf den gleichnamigen Gletscher. Oder vielmehr auf den graubläulichen Fleck, der von den ehemals 25 Hektar noch übrig ist. Und doch ist der Blick einer, an dem man sich nicht satt sehen kann: In die schroffen Felsen des Blaueiskars, hinauf zum zackigen Gipfel des Hochkalter.

Ein riesiger Abenteuerspielplatz für Kletterer und Bergsteiger! In der Kernzone des Nationalparks Berchtesgaden gelegen, treffen sich auf der Blaueishütte Tagesausflügler, die über den einfachen Weg vom beschaulichen Bergdorf Ramsau zur Hütte aufsteigen, und Alpinisten, die sich in den Wänden austoben oder zu einer der knackigen Gipfeltouren aufbrechen wollen. In unmittelbarer Nähe locken immerhin 30 alpine Routen (III-IX) und drei Klettergärten mit 40 Einseillängen-Touren, was die Blaueishütte zum idealen Ausbildungsstützpunkt macht. Am Nachmittag gewinnt man jedoch den Eindruck, dass eigentlich alle nur aus einem Grund hier sind: wegen der legendären Kuchen, die Wirtsfamilie Hang auftischt.

Besonderheit: Kleinste Hütte in den Sextener Dolomiten Zustieg: Von Sexten durch das Fischleintal über Talschlusshütte und Zisgmondy-Comici-Hütte (3 Std.)

Kontakt: Familie Rogger, Tel. 00 39/3 37/45 15 17, www.rifugiopiandicengia.it

Besonderheit: Am nördlichsten Alpengletscher gelegen Zustieg: Vom Parkplatz Seeklause am Hintersee über Schärtenalm (2 ½ Std.)

Kontakt: Familie Hang, Tel. 0 86 57/2 71, www.blaueishuette.de