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Stars am Steinobst-Himmel Pfirsiche & Nektarinen


Mein schöner Garten - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 20.06.2019

Die saftigen Früchte gehören zu den edelsten Obstarten überhaupt. Mit der richtigen Sortenwahl und einem regelmäßigen Schnitt gelingt der Anbau im Garten garantiert!


Artikelbild für den Artikel "Stars am Steinobst-Himmel Pfirsiche & Nektarinen" aus der Ausgabe 7/2019 von Mein schöner Garten. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein schöner Garten, Ausgabe 7/2019

Am Baum ausgereifte Früchte entfalten ihren unvergleichlichen Duft und das volle Aroma. Wenn die Sommersonne rote Bäckchen auf die Schale zaubert, ist jeder Widerstand zwecklos. Auch der feine Flaum kann Genießer nicht abhalten. Er schützt vor Verdunstung und sorgt dafür, dass die Haut auch bei Hitze schön prall bleibt


Früher waren Pfirsiche in vielen Obstgärten verbreitet, man zog die Bäume meist selbst aus den Samen. Namen wie ‘Kernechter ...

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... vom Vorgebirge’ beweisen, dass das saftige Steinobst längst nicht so verfroren ist, wie allgemein angenommen wird. Das Holz gut eingewurzelter Bäume ist beinahe so frosthart wie das von Kirschen und Pflaumen – gefährdet sind jedoch die gerade in milden Regionen oft allzu früh erscheinenden Blüten.

Nektarinen stellen höhere Ansprüche an das Klima, dennoch sollte man den Anbau wagen. Frisch gepflückt schmecken sie um ein Vielfaches besser als das transportfähige „Steinobst“ aus dem Supermarkt. Im Trend liegen sogenannte Platt- oder Tellerpfirsiche, etwa ‘Saturn’ oder ‘Piattafortwo’. Auch dabei handelt es sich lediglich um eine Unterart des Pfirsichs. Der Vorteil: Die aromatischen Früchte lassen sich leicht teilen und ohne Saftverlust verspeisen.

Bei einer Neupflanzung empfiehlt sich eine kritische Standortbetrachtung. Ideal ist eine wasserdurchlässige, nährstoffreiche Erde auf der Südwestseite des Hauses. Auf schweren, lehmigen Böden leiden die Bäume schon früh unter Gummifluss. Die Topfkultur in hochwertiger Einheitserde birgt dagegen kaum Risiken, erfordert aber ein wenig Frost-Management: Überwintern Sie die Pflanzen auf der Nordseite des Hauses. Erst wenn die Blütenknospen aufbrechen, dürfen sie auf die sonnige Terrasse umziehen. Weil der Wurzelraum begrenzt ist, während der Fruchtentwicklung regelmäßig wässern und das Gießwasser alle zwei Wochen mit organischem Flüssigdünger anreichern.

1Pfirsichbäumchen brauchen in der Regel keinen Befruchtungspartner. Achtung, gut hinschauen: Im Jugendstadium fallen die Früchte zwischen dem Laub kaum auf (s. kleines Foto oben)


2Nektarinen sind keine eigene Art, sondern eine Pfirsich-Varietät mit glatter statt samtig-flaumiger Fruchthaut. Sorten wie ‘Fantasia’ reifen ab August


3‘Kernechter vom Vorgebirge’ oder ‘Roter Ellerstädter’ ist der Name einer alten Sorte, die um 1870 von dem Winzer Georg Fitz aus Ellerstadt als Zufallssämling entdeckt wurde. Selbst voll ausgefärbte Früchte sind oft noch steinhart, werden dann aber innerhalb weniger Tage weich


Mini-Pfirsich ‘Bonanza’ gehört zu den echten Fruchtzwergen. Die Bäumchen werden auch nach vielen Jahren gerade einmal 1,5 m hoch. Die fast normal großen, gelbroten, saftig-süßen Früchte mit gelbgrünem Fruchtfleisch sind ein saftiger Hochgenuss


Pfirsiche fruchten an den einjährigen Zweigen. Regelmäßiger Rückschnitt bewirkt, dass die Bäume laufend junge Triebe entwickeln. Gerade traditionelle Sorten, aber auch ertragreiche Neuzüchtungen setzen nach einem warmen Frühjahr unzählige Blüten, aber zu wenig Blätter an und können die entstehenden Früchte nicht ausreichend ernähren. Auf den natürlichen Junifruchtfall ist nicht immer Verlass. Dünnen Sie die Jungfrüchte direkt danach – noch besser wenn sie gerade walnussgroß sind – von Hand auf einen Abstand von 8–10 cm aus. Stehen sie zu dicht, bleiben die Früchte klein, entwickeln weniger Aroma und infizieren sich oft gegenseitig mit Grauschimmel.

Die Ernte zieht sich je nach Sorte über mehrere Wochen hin. Weinbergpfirsiche reifen allerdings oft schlagartig und müssen dann schnell verwertet wer-den. Pfirsiche mit eher weichem, weißem Fruchtfleisch genießt man am besten frisch, entweder direkt aus der Hand oder zum Dessert. Gelbfleischige Sorten sind etwas fester und eignen sich gut für Kompott und Konfitüre. Bei glattschaligen Nektarinen kann man sich das Überbrühen und Enthäuten sparen und die in Spalten geschnittenen Früchte direkt auf den Kuchen legen.

Pfirsichschorf wird durch einen Pilz (Venturia carpophila) verursacht. Infiziert werden hauptsächlich Früchte, manchmal auch unverholzte Triebe. Vorbeugend die Krone beim Schnitt gut auslichten, damit die Früchte nach Regenfällen rasch trocknen, und sparsam düngen.Die Kräuselkrankheit wird durch einen weitverbreiteten Pilz (Taphrina deformans) verursacht. Biogärtner beugen dem Befall mit Pflanzenstärkungsmitteln auf der Basis natürlicher Fettsäuren und Pflanzenextrakten (z. B. Neudo Vital-Obst-Pilzschutz) vor. Die Behandlung im Abstand von 7 bis 10 Tagen 2–3 Mal wiederholen!


Das sagt Der experte

Obstbaumeister Erich Kiefer ist Betriebsleiter der Obstwelt Kiefer in Ortenberg (Baden)


Die wichtigsten Tipps für den Pfirsich-Anbau

Welche Sorten eignen sich auch für den Anbau in weniger günstigen Regionen?
Für kühlere Lagen eignen sich an unser Klima angepasste Züchtungen, etwa die traditionelle Auslese ‘Roter Ellerstädter’ oder die aus Frankreich stammende, weißfleischige Sorte ‘Benedicte’. Auch die neue Züchtung ‘Fruteria’ gilt als hoch widerstandsfähig gegen die Kräuselkrankheit.

Wie beugt man einem Pilzbefall durch diesen Erreger am besten vor?
Weißfleischige Sorten gelten allgemein als weniger anfällig. In feuchtwarmen Regionen wie in der Rheinebene ist der Pilzdruck allerdings sehr hoch. Wichtig ist eine frühzeitige Behandlung beim Knospenschwellen – das kann je nach Gebiet und Witterungsverlauf bereits Anfang Januar sein.

Lohnt es sich, Weinbergpfirsiche selbst aus Kernen zu ziehen?
Bei Sämlingen ist es unbestimmt, ob und was für Früchte der kernechte Baum liefert. Und oft dauert es sehr lange, bis ein Sämling Früchte trägt, zudem verliert man viel Zeit, falls die Früchte dann ganz anders ausfallen, als man erwartet hat.

Was ist beim Schnitt zu beachten?
Der günstigste Zeitpunkt ist kurz vor oder während der Blüte, denn dann sind die sogenannten wahren von den falschen Fruchttrieben, die nur Blattknospen, aber keine Blüten tragen, auch für Laien leicht zu unterscheiden. Oft wird viel zu zaghaft geschnitten. Als Faustregel gilt: jährlich etwa drei Viertel der Triebe entfernen, die im Vorjahr Früchte getragen haben.

An einem Spalier reifen Pfirsiche etwa drei Wochen früher als im Obstgarten. Man erzieht die Bäume am besten fächerförmig, also ohne dominierenden Mitteltrieb. Wichtig: eine stabile Rankhilfe, die eine gute Hinterlüftung ermöglicht


Die duftenden Blüten erscheinen im zeitigen Frühjahr. Weil sich Bienen erst ab 10 °C aus dem Stock wagen, muss man sich in einem kühlen Frühjahr auf die Bestäubung durch Hummeln verlassen. Die Brummer gehen schon ab 2–6 °C auf Nektarsuche. Am Spalier an einer sonnigen Südwand lässt sich ein vorzeitiger Austrieb durch rechtzeitiges Schattieren mit Vlies verzögern.


Pfirsiche in Variationen: Weißfleischige Sorten sind weicher und haben oft eine erfrischende Säure. Früchte mit gelbem Fleisch sind fester und süßer. Spät reifende Pfirsiche lösen sich leicht vom Stein, bei Frühsorten oder unreifen Früchten haftet er meist sehr fest


Fotos: Flora Press/Biosphoto, GAP Photos Ltd., gartenfoto.eu/Martin Staffler, Friedrich Strauss (2)

Fotos: Ursel Borstell, Flora Press (2)/Biosphoto/Virginie Klecka/Thomas Lohrer, GAP Photos Ltd., Kiefer Obstwelt, Friedrich Strauss (2)