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Start frei für bunte HIMMELSSTÜRMER!


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Lust auf Natur - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 04.03.2022

Einjährige Kletterpflanzen

Von null auf zweihundert binnen weniger Wochen – eine Leistung, die im Motorsport indiskutabel wäre, Gärtner hingegen in Begeisterung versetzt. Zustande bringen dieses Kunststück einjährige Kletterpflanzen, die rasch zwei, drei Meter oder gar noch höher ranken und sich dabei mit den schönsten Blüten schmücken. Unterstützung bekommen die bunten Himmelsstürmer durch verschiedenste Kletterhilfen wie senkrecht gespannte Drähte oder Schnüre, Stäbe, Gitter oder andere Geflechte. Besonders gut für Gerüste eignen sich biegsame Weidenruten, die man kreisförmig in die Erde steckt und anschließend oben so zusammenbindet, dass ein hohes, schmales Zelt entsteht. Auch das Flechten mit Weiden geht ratzfatz: einfach einige dickere Triebe in zehn bis 20 Zentimeter Abstand senkrecht in die Erde stoßen, dünnere Ruten oder Seile waagrecht dazwischenwinden – und nicht wundern, wenn die im ...

Artikelbild für den Artikel "Start frei für bunte HIMMELSSTÜRMER!" aus der Ausgabe 4/2022 von Lust auf Natur. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lust auf Natur, Ausgabe 4/2022

Einjährige Klettermaxe wie die Prunkwinde wachsen schnell heran und blühen oft ausdauernd bis weit in den Herbst
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... Boden verankerten, frischen Weidenzweige plötzlich selbst austreiben und sich das Gerüst mit dekorativem Blattwerk ziert.

DUFTWICKE

Nur mit Müh und Not erreicht die Duft- oder Edelwicke (Lathyrus odoratus) die Zwei-Meter-Marke und zählt damit zu den eher schwachwüchsigen Klimmern. Wett macht sie dieses Manko mit ihren herrlich duftenden Blüten, die besonders zahlreich erscheinen, wenn man immer mal wieder ein Wickensträußchen für die Vase pflückt und Verblühtes stetig abzwickt. Bei guter Pflege und an einem sonnigen, jedoch nicht zu heißen Standort blüht die Duftwicke ununterbrochen von Juni bis September. Ihr „Todfeind“, der Mehltaupilz, lässt sich am besten durch eine gleichmäßige Wasserversorgung und eine schattenspendende Bodenabdeckung (beispielsweise mit Grasmulch oder Kokosmatten) in Schach halten.

FEUERBOHNE

Im Gemüsegarten kennt und schätzt man sie schon lange. Doch auch als blühender Sichtschutz oder Wandschmuck macht sich die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) bestens. Bis zu fünf Meter schlängeln sich ihre Triebe an Stangen oder anderen Kletterhilfen in die Höhe. Ihr luftiges Blätterkleid garniert die Feuerbohne ab Juni mit zahllosen orangeroten Blüten – sogar, wenn sie im Halbschatten steht und feucht-kühles Wetter herrscht. Weniger gut kommt die schlanke Schönheit mit trocken-heißer Witterung zurecht. Dann legt sie gerne eine Ruhepause ein und treibt erst im Spätsommer wieder neue Blüten. Lässt man das Verblühte an den Zweigen, entwickeln sich daraus knackige Bohnen, die – jung geerntet – ein köstliches Gemüse ergeben.

GLOCKENREBE

Regelrecht versessen aufs Klettern scheint die Glockenrebe (Cobaea scandens). Zentimeter um Zentimeter strebt sie in Windeseile nach oben, knüpft dabei einen dichten Blättervorhang und denkt gar nicht ans Blühen. Erst wenn die endgültige Wuchshöhe von gut vier Metern erreicht ist, setzt die Pflanze Knospen an, aus denen ab Juli imposante, zunächst grünweiße, später dann violette Glockenblüten werden. Am prächtigsten gedeiht die Glockenrebe in voller Sonne, entwickelt hier allerdings auch immensen Hunger und Durst. Wer die hübsche Himmelsstürmerin an eine leicht schattige Stelle setzt, kann sich indes manche Gießkannenfüllung und Flüssigdüngerration sparen.

KAPUZINERKRESSE

Ein wenig Ermutigung beim Anstieg braucht die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), zumindest in den ersten Wochen. Bindet man die jungen Ranken nicht am Gitter auf, wachsen sie lieber am Boden entlang und bilden dort bald dichte Büsche. Einmal auf den rechten Weg gebracht, hangelt sich die Pflanze mit ihren biegsamen Blattstielen in Höhen von bis zu zwei Meter empor. Die ersten roten, gelben oder orangefarbenen Blüten erscheinen im Juli, die letzten im November, wenn nicht der Frost dem bunten Treiben ein früheres Ende setzt. Obwohl oft als Halbschattengewächs bezeichnet, ist die Kapuzinerkresse eher ein Sonnenkind. Genau wie ihre Schwester, die Kanarische Kapuzinerkresse (T. peregrinum) – auch sie präsentiert ihre kleineren, gelben Blütchen am liebsten in vollem Sonnenlicht.

KLETTERNDES LÖWENMAUL

Weniger bunt als das kleine Gartenlöwenmäulchen, doch nicht minder attraktiv! Das Kletternde Löwenmaul (Asarina scandens) trägt eher dezente Blütenfarben wie Weiß, Rosa oder Violett, die aber wunderbar zu seinem sattgrünen Blattwerk passen. Wer die Pflanze kultivieren will, braucht ein bisschen Geduld. Denn ähnlich wie die Glockenrebe verlegt sich das Kletternde Löwenmaul erst einmal aufs Wachsen, ehe es ab Mitte/Ende Juli endlich an die Blütenbildung denkt. Ihre Wuchshöhe von rund drei Metern hat die Pflanze bis dahin meist schon locker erreicht. Sonnig und etwas windgeschützt wünscht sich das Kletternde Löwenmaul seinen Standort. Hier blüht es durch bis zum ersten Frost – sofern man gelegentlich einen Schluck Flüssigdünger nachreicht.

PRUNKWINDE

Sein blaues Wunder kann erleben, wer Prunkwinden (Ipomoea purpurea/tricolor) im Garten zieht: riesige Blüten in Blauviolett, Pink oder Himmelblau, uni oder hübsch gestreift in Höhen von bis zu vier Metern! Bereits in der Kinderstube zeigen die behänden Klimmer, was in ihnen steckt. Im Nu sind die Keimlinge ellenlang und wollen dann sofort an Stöckchen aufgeleitet werden. Prunkwinden lieben warmes, sonniges Wetter. Fällt der Sommer eher kühl und regnerisch aus, kümmern die Pflanzen häufig vor sich hin. Doch machen Sie nicht den Fehler, sie voreilig zu roden. Denn wird der Herbst noch einmal schön, kommen auch die Prunkwinden in ihrer ganzen Pracht zurück und blühen dann oftmals bis weit in den Oktober.

SCHWARZÄUGIGE SUSANNE

Orange mit dunkler Mitte – so kennen wir die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata). Doch auch in Weiß, Rot, Rosa und Zitronengelb ist die adrette Afrikanerin zu haben, wobei ihre Blüte umso prächtiger ausfällt, je sonniger die Pflanze steht. Für ein schönes, buschiges Wachstum sorgt ein- bis zweimaliges Entspitzen, sobald die Keimlinge etwa eine Handbreit hoch und schon etwas kräftiger sind. Da die Schwarzäugige Susanne mit anderthalb bis zwei Metern keine großen Höhenambitionen hegt, eignet sie sich ideal zum Bepflanzen von Kübeln. Aber bitte Vorsicht beim Gießen: Wie alle einjährigen Klimmer verabscheut die Pflanze Staunässe – deshalb lieber etwas sparsamer wässern und auf Topfuntersetzer besser verzichten!

STERNWINDE

Die sonnenverliebte Sternwinde (Ipomoea lobata) spielt gerne mit Farben: Erst sind ihre Blütenknospen leuchtend rot, werden dann langsam gelb und schimmern schließlich, sobald sie sich geöffnet haben, cremig weiß – ein herrlicher Anblick, zumal die Pflanze mit Blüten nicht geizt und vor allem im Spätsommer ein regelrechtes Feuerwerk zündet! Im Kübel wächst die Sternwinde gute drei Meter hoch, im Garten (an einem stabilen Klettergerüst!) erreicht sie etwa fünf Meter.

Auch den waagrechten Weg schlägt die Pflanze gerne ein und wickelt ihre langen Ranken willig um Spanndrähte oder Zäune. Für ihren imposanten Auftritt verlangt die Sternwinde nicht viel: Gelegentliches Wässern und Düngen genügt, um sie bis in den Oktober hinein bei Blühlaune zu halten.

SCHÖNRANKE

Wer Schönranken (Eccremocarpus scaber) in die Höhe zieht, kann mit Gießwasser gerne sparen. Die bezaubernde Pflanze aus Südamerika braucht nicht viel, steht lieber trockener als zu feucht und bedankt sich für die kleine „Vernachlässigung“ mit Blüten von Juli bis November. Kommt der Frost, ist es mit der Pracht schnell vorbei. Dann den Wurzelstock bitte nicht sogleich entsorgen! Unter einer dicken Schicht Laub kann in milden Gegenden die Pflanze durchaus überwintern. Ein Versuch lohnt, zumal Schönranken im zweiten Jahr oft noch kräftiger wachsen als im ersten und dann durchaus an der Vier- Meter-Marke kratzen.

ROSENKLEID

Ausputzen? Nicht nötig! Die lila Röckchen zieren das Rosenkleid (Rhodochiton atrosanguineus) über Wochen, selbst wenn das Blüteninnere längst herausgefallen ist. Je nach Saattermin beginnt die blumige Kleidershow im Juni oder Juli und dauert an bis zum ersten Frost. Apropos Aussaat: Das Rosenkleid zählt zu den Lichtkeimern. Drücken Sie die Samen deshalb nur sachte auf dem Substrat an. Dann feucht sprühen, eine Klarsichtfolie über das Töpfchen decken, warm stellen und warten. Zwei bis drei Wochen lassen sich die Samen Zeit, ehe sie schließlich keimen. Ab Mai, wenn es draußen schon wärmer ist, dürfen die Pflanzen ins Freie und der Sonne entgegenwachsen.