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STATIVE: ACHT FOTOSTATIVE IM VERGLEICH: Stabilität auf drei Beinen


DigitalPHOTO - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 01.03.2019

STATIVTEST | Kaum ein Fotozubehör ist so allgegenwärtig wie das Kamerastativ. Bei langen Brennweiten, Dunkelheit und Reihenaufnahmen ist ein Dreibeinstativ Pflicht. Darüber hinaus ist es in vielen weiteren Situationen hilfreich. Wir haben acht aktuelle Modelle in unsere Redaktion bestellt und für Sie im Vergleich getestet.


Artikelbild für den Artikel "STATIVE: ACHT FOTOSTATIVE IM VERGLEICH: Stabilität auf drei Beinen" aus der Ausgabe 4/2019 von DigitalPHOTO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DigitalPHOTO, Ausgabe 4/2019

CHECKLISTE: DARAUF SOLLTEN SIE ACHTEN

>> Verhältnis Kamera-Stativ Wie schwer ist Ihre Kamera? Jedes Stativ ist auf eine bestimmte Traglast ausgelegt. Gehen Sie sicher, dass das Stativ Ihrer Wahl das Gewicht von Kamera und Objektiv ohne Mühe stemmen kann.

>> Arbeitshöhe Wie hoch sollte ...

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>> Arbeitshöhe Wie hoch sollte das Stativ für Ihre Ansprüche sein? Ist Ihnen eine bodennahe Kameraposition wichtig, dann achten Sie auf Ausstattung, wie eine Makrosäule oder teilbare Mittelsäule.

>> Stativbeindurchmesser Je dicker die Stativbeine, umso besser die Stabilität. Dicke Stativbeine haben aber auch einen Nachteil: Das Packmaß fällt recht klobig aus. Stativbeine aus vielen Segmenten ermöglichen ein kompaktes Packmaß, erfordern gleichzeitig allerdings auch vergleichbar dünne Stativbeine.

TIM HERPERS


Test & Technik

Beim Stativkauf spielen drei Faktoren eine entscheidende Rolle: Gewicht, Stabilität und Preis. Wie groß und schwer ein stabiles Stativ sein muss, hängt allein von Ihnen und Ihrer Kameraausrüstung ab. Klar, Wildlifefotografen, die schwere Teleobjektive an einer klobigen DSLR verwenden, benötigen ein anderes Stativ als Reisefotografen, die mit einer spiegellosen Systemkamera unterwegs sind.

Für diesen Vergleichstest haben wir Stative im Bereich von etwa zwei Kilogramm ausgesucht. Ein Gewicht, das auch zu Fuß gut zu tragen ist und dennoch ausreichend hohe Stabilität bietet. Wie stabil ein Stativ ist, hängt aber nicht nur vom Stativgewicht, sondern auch von der Verarbeitung und den verwendeten Materialien ab. Gängig sind hier vor allem Aluminium und Carbon. Beide Materialien haben Vorteile: Alustative sind bereits für wenig Geld erhältlich und bieten dennoch eine gute Stabilität. Leichter und stabiler sind Dreibeiner aus Carbon. Der mit Kohlenstofffasern verstärkte Verbundwerkstoff ist schwingungsunanfälliger als Aluminium, allerdings auch deutlich teurer. In diesem Vergleich finden Sie daher vier Stative aus Aluminium und vier Stative aus Carbon. Preislich bewegen wir uns zwischen 215 Euro (Vanguard, Alustativ) und 400 Euro (Cullmann, Carbonstativ) für ein Fotostativ inklusive Stativkopf.

So haben wir getestet

Der Test beginnt mit dem Auspacken und Aufbauen des Stativs. Ist hier etwas schwergängig oder nur kompliziert erreichbar, gibt es Punktabzüge in der Handhabung. Als Nächstes schauen wir uns die Verarbeitung des Stativs an. Egal, ob Aluminium oder Carbon verbaut wurde, eine hochwertige Produktion ist für eine langanhaltende Freude am Stativ unerlässlich. Danach geht es der Stabilität an den Kragen. Wie sicher steht das Stativ ausgefahren auf dem Boden? Wie schwingungsanfällig sind die Stativbeine? Diese und weitere Fragen prüfen wir im Stabilitätstest. Abschließend werfen wir einen Blick auf den Funktionsumfang. Während eine schwenkbare Mittelsäule nur wenige Stative bieten, sind Spikes für unbefestigtes Gelände weitverbreitet. Daraus ergibt sich das Gesamtergebnis wie üblich in Sternsymbolen dargestellt.

Stative aus Aluminium

BENRO TMA28AHD2

Das Benro aus der Mach3-Serie ist ein durchweg empfehlenswertes Dreibeinstativ. Die Stativbeine aus Aluminium bestehen aus vier Segmenten, die über hochwertige Drehverschlüsse verstellt werden können. Eines der Stativbeine ist mit einer Schaumstoffummantelung ausgestattet und abnehmbar, so dass sich das Dreibeinstativ auf Wunsch zu einem Einbeinstativ umbauen lässt. Spikes liegen ebenso dem Lieferumfang bei wie auch eine Makrosäule für bodennahe Aufnahmen.

TOLLER ALLROUNDER

Ebenso wie die hochwertige Verarbeitung und lobenswerte Ausstattung kann auch die Stabilität im Test überzeugen: Das rund 2,3 Kilogramm schwere Stativ (inkl. mitgeliefertem Kugelkopf) trägt problemlos eine große Profi-DSLR samt klobigem Objektiv. Da sich die Stativbeine nicht einklappen lassen, fällt das Packmaß mit 62 cm groß aus. Das ist der einzige Nachteil eines ansonsten sehr guten Aluminiumstativs für 240 Euro.

BILORA TWISTER PRO II NATURE GREEN

Das Twister Pro II Nature Green ist mit einer maximalen Auszugshöhe von bis zu 173 cm eines der größten Stative dieses Vergleichstests. Dennoch fällt das Packmaß mit nur 43 cm erfreulich gering aus. Damit sammelt das Bilora Punkte in der Handhabung und im Funktionsumfang. Das Packmaß erreicht das Stativ durch fünf-segmentige Stativbeine, die sich um 180 Grad einklappen lassen. Ausgefahren ist die Stabilität etwas schlechter als beim Modell von Kaiser Fototechnik (siehe rechts).

GUMMIERT IN SCHLICHTEM GRÜN

Ebenso hat das Stativ in Bezug auf die Verarbeitung ein Nachsehen gegenüber den meisten Konkurrenzmodellen in diesem Test. Beispielsweise sind die Drehverschlüsse beim Modell von Benro hochwertiger. Dennoch ist das Stativ dank seines geringen Packmaßes eine echte Alternative. Der Preis stimmt ebenfalls. Toll, dass alle drei Stativbeine mit einer grünen Gummierung versehen sind. Das verbessert die Handhabung bei Kälte.

Fotos: Hersteller, Rafael Ben-Ari/Adobe Stock; Preise recherchiert auf idealo.de, Stand: 08.02.2019; *umkehrbar; **schwenkbar

KAISER TILTALL TE-254 + BH-40

Das Tiltall TE-254 von Kaiser Fototechnik ist das einzige Dreibein im Testfeld, das ohne einen Stativkopf geliefert wird. Dieser muss optional dazu erworben werden. Funktionale Nachteile hat dies aber nicht: In Kombination mit dem Panorama-Kugelkopf BH-40 überzeugt das Stativ in unserem Test. Alle Einstellelemente lassen sich ohne Mühe bedienen. Die Stativbeine sind allesamt gummiert. Eines bietet eine Einbeinstativfunktion. Zudem ist die Verarbeitung auf einem sehr guten Niveau.

LEICHTES ALUMINIUMSTATIV

Mit einem Gewicht von nur zwei Kilogramm (inkl. Kugelkopf BH-40) ist das Tiltall TE-254 eines der leichtesten Stative in diesem Testfeld. Zudem fällt das Packmaß mit nur 43 cm gering aus. Ein Haken an der umkehrbaren Mittelsäule zum Beschweren des leichten Dreibeiners ist vorhanden. Stabil ist es, auch wenn es einen etwas schwächeren Eindruck als das Benro hinterlässt. Mit dem Panoramakugelkopf ist es vergleichbar teuer.

VANGUARD ALTA PRO 2+ 263AGH

Vanguard betritt das Ringen um den Testsieg mit dem neuen Alta Pro 2+ 263AGH. Der mitgelieferte Pistolengriff ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und wer einmal die Vorteile dieses Stativkopfs für sich entdeckt hat, gibt ihn nicht mehr her. Allerdings ist nicht nur der Pistolengriff, sondern auch das Stativ recht klobig: Das Packmaß beträgt satte 73 cm. Für den Transport liegt Vanguard (wie auch alle anderen Hersteller) eine entsprechende Tragetasche bei.

MIT SCHWENKBARER MITTELSÄULE

Wer über das hohe Gewicht hinwegsieht, wird mit einer sehr hohen Auszugshöhe von bis zu 173 cm sowie einer schwenkbaren Mittelsäule belohnt. Letzteres bietet in diesem Testfeld lediglich das Modell von Manfrotto. Die Verarbeitung ist toll. Das Stativ strahlt Langlebigkeit aus. Schade, dass es nicht ganz so stabil ist wie das Tiltall und Spikes nur optional erhältlich sind. Für nur rund 215 Euro ist es preislich fair bemessen.

CULLMANN CARVAO 828MC

Brandneu und schon bei uns im Vergleichstest: Cullmann spricht mit dem hochwertig verarbeiteten Dreibeiner Carvao 828MC Fotografen an, die trotz hohem Funktionsumfang ein möglichst leichtes Stativ transportieren möchten. Mit einem Gesamtgewicht von gerade einmal 1,8 Kilogramm ist dies in jedem Fall geglückt. Der Funktionsumfang des Stativs fällt mit Spikes, Makrosäule und umkehrbarer Mittelsäule samt Beschwerungshaken ebenfalls durchweg positiv aus.

EMPFEHLENSWERTES STATIV

In Summe muss sich das stabile Cullmann nur dem noch stabileren Rollei geschlagen geben. Dank hochwertiger Verarbeitung, einem gummierten Stativbein inkl. Einbeinstativfunktion und problemlosen Handling überzeugt das mit rund 400 Euro teuerste Stativ in diesem Test. Interessant: Der mitgelieferte Kugelkopf ist mit dem etwas größeren Rollei baugleich, ebenso das Zubehörpaket aus Spikes und Inbusschlüsseln.

HAMA OMEGA CARBON II

Das Testmuster von Hama ist mit einem Preis von gerade einmal 227 Euro das mit Abstand günstigste Carbonstativ in diesem Test. Was auf dem Datenblatt überzeugend wirkt, trübt im Test: Aus Carbon sind nämlich nur die Stativbeinauszüge gefertigt. Mittelsäule sowie die obersten Stativbeinsegmente bestehen aus Aluminium. Dies versteckt der Hersteller clever mit langen Schaumstoffummantelungen. Doch so wird auch klar, wie das vergleichbar hohe Gewicht von 2,5 Kilogramm entsteht.

MIT WASSERWAAGE UND KOMPASS

Da die Stativbeine nicht um 180 Grad einklappbar sind, entsteht ein großes Packmaß von 71 cm. Schade, dass Hama auf eine Einbeinstativfunktion und eine Makrosäule verzichtet. Am Stativkreuz ist neben einer Wasserwaage ein kleiner Kompass zu finden. Die Stabilität ist gut, allerdings kann die Verarbeitung nur mäßig überzeugen. Stativbeinverschlüsse und Gummifüße sind bei den Konkurrenzmodellen hochwertiger produziert.

MANFROTTO MK190GOC4-BHX

Das Dreibeinstativ-Kit von Manfrotto der 190go!-Reihe mit Kugelkopf ist neben dem Modell von Vanguard das einzige mit schwenkbarer Mittelsäule. Trotz fehlender Makrosäule ist so eine minimale Arbeitshöhe von nur 14 cm möglich. Ein Beschwerungshaken für das rund 1,9 Kilogramm leichte Stativ befindet sich am Stativkreuz. Schade, dass sich die Stativbeine nicht um 180 Grad einklappen lassen und das Manfrotto ohne Einbeinstativfunktion sowie Stahlspikes auskommt.

PREMIUMQUALITÄT AUS ITALIEN

In Verarbeitung und Handhabung lässt das Stativ kaum Punkte liegen. Die drei Drehverschlüsse lassen sich ebenso problemlos bedienen wie der hochwertige Kugelkopf. An der Stabilität gibt es nichts auszusetzen. Testsieger Rollei kann hier aber noch eine Schippe drauflegen. Für einen Preis von 375 Euro ist das Manfrotto empfehlenswert. Für eine Nachfolgergeneration wäre eine gepolsterte Tragetasche wünschenswert.

ROLLEI ROCK SOLID BETA II CARBON

Im Vergleich zu den anderen Stativen dieses Tests fällt das Rollei durch sehr dicke, nicht umklappbare Stativbeine auf. Das resultierend große und klobige Packmaß hat allerdings auch Vorteile: Kein anderes Stativ dieses Tests ist so stabil wie das Rock Solid Beta Mark II Carbon. Dennoch ist das Gewicht inklusive mitgeliefertem Kugelkopf (größere, aber baugleiche Version mit dem Modell von Cullmann) überschaubar. Schön, dass ebenfalls Spikes sowie eine Makrosäule beiliegen.

DER KNAPPE TESTSIEGER

Das Rollei ist von Kopf bis Fuß hochwertig verarbeitet. Die drei Drehverschlüsse der Stativbeine, von denen eines mit einer Einbeinstativfunktion ausgestattet ist, sind angenehm griffig. Entsprechend hoch fallen die Punktzahlen für Handhabung und Verarbeitung aus. Im Gesamtergebnis schneidet kein Stativ besser, als das Modell von Rollei für einen gerechtfertigten Preis von rund 377 Euro inklusive Transporttasche, ab.

REINE KOPFSACHE: DER STATIVKOPF

Welcher Stativkopf darf es sein? Ähnlich wie für die Wahl des Stativs sind auch hier Ihre persönlichen Vorlieben gefragt. Alle Stative dieses Vergleichstests (bis auf das Modell von Kaiser Fototechnik) werden mit einem Stativkopf ausgeliefert und sind meist auch in weiteren Kits erhältlich. Kugelköpfe sind kompakter und flexibler als 3-Wege-Neiger, welche präzisere Einstellungen erlauben. Kugelköpfe mit Pistolengriff, wie beim Modell von Vanguard, oder Kugelköpfe mit Panoramaeinstellung, wie beim Modell von Kaiser Fototechnik, sind Besonderheiten. Wichtig: Möchten Sie die maximale Traglast erfragen, so gilt immer die des Stativkopfs. Die Traglast des Dreibeinstativs ohne Kopf ist in der Regel größer.

>> Außergewöhnlich: Der Pistolengriff von Vanguard bietet ein besonderes Handling, an das man sich zunächst gewöhnen muss.


Fotos: Hersteller, Nils Greinert; Preise recherchiert auf idealo.de, Stand: 08.02.2019; *umkehrbar; **schwenkbar

Zwei Stativklassen, zwei Testsieger: unter den Carbonstativen kann sich das Rollei Rock Solid Beta Mark II Carbon den Testsieg sichern. Mit hervorragendem Handling, hoher Wertigkeit und vor allem viel Stabilität landet der Dreibeiner hauchdünn vor dem Cullmann Carvao 828MC. Das zweitplatzierte Carbonstativ ist die erste Wahl für Fotografen, denen das Rollei zu sperrig und schwer ist. Der Funktionsumfang des Cullmanns lässt fast keine Wünsche offen. Wer indes ein Stativ mit schwenkbarer Mittelsäule sucht, greift am besten zum sehr guten 190go! von Manfrotto. Das Carbonstativ besticht nicht nur durch eine sehr gute Verarbeitung, sondern auch durch ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Unter den Aluminiumstativen stellt Benro das beste Stativ, nur 0,5 Punkte vor dem im Kit deutlich teureren Modell von Kaiser Fototechnik. Platz drei unter den Alumodellen belegt das Vanguard mit schwenkbarer Mittelsäule.