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Statt großer OP Myome sanft besiegen


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 19/2019 vom 03.05.2019

Die meist gutartigen Geschwulste der Gebärmutter können heftige Beschwerden verursachen. Eine Expertin erklärt, wie gut schonende Therapien wirken


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 19/2019

Neben Schmerzen ist oft ein unerfüllter Kinderwunsch die Folge der Medizinprodukte Wucherungen


Dr. Anja Petzel
Oberärztin an der Klinik für Gynäkologie an der Charité in Berlin


Vielen Frauen macht die Diagnose „Myom“ Angst, denn sie sehen sich schon auf dem OP-Tisch. Oder fürchten sich davor, dass Krebs hinter ihren Beschwerden steckt. Entwarnung: Myome sind fast immer gutartige Muskelwucherungen in der Gebärmutterwand, -höhle, an ihrer Außenseite oder den ...

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... Bändern, die sie im Bauch verankern. „30 Prozent aller deutschen Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr sind betroffen“, erklärt Dr. Anja Petzel, Oberärztin an der Klinik für Gynäkologie der Charité Berlin. „Vor allem Östrogen verstärkt das Wachstum des Myoms über Rezeptoren. Was Gebärmutter-Muskelzellen allerdings plötzlich wie wild wachsen lässt, wissen wir noch nicht im Detail.“ Fest steht: In den Wechseljahren ist der Spuk mit abnehmender Östrogenproduktion in den Eierstöcken meist wieder ganz vorbei. „Hellhörig werden sollten Sie z. B. bei längeren, verstärkten, unregelmäßigen Blutungen mit Zwischenblutungen, einem unangenehmen Druck auf Blase oder Darm, Schmerzen im Unterbauch. Es kann auch vermehrt zu Fehlgeburten kommen – oder der Kinderwunsch erfüllt sich nicht“, so die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. „Mit diesen Beschwerden sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen.“ Glücklicherweise muss die Gebärmutter nur noch selten entfernt werden. Denn die moderne Medizin bietet immer mehr wirksame, sanftere Alternativen. Hier die wichtigsten:

HOLA-Laser-Therapie

Ambulant, in leichter Narkose verdampft ein neuartiger Diodenlaser Myom-Gewebe ohne Bauchschnitte. Dauer: 15 bis 30 Minuten. Kosten: Bis zu 4000 Euro, Kassen zahlen nicht.
Das sagt die Ärztin: „Eine operative Methode. Sie soll aber gewebeschonender sein und weniger Blutungen zur Folge haben. Wir nutzen sie an der Charité aber nicht, da auch Methoden, die das Myom durch die Vagina abtragen, sehr gute Ergebnisse erzielen können.“

Fokussierter Ultraschall

Bei der „MR-HIFU-Methode“ wird das Myom mit Ultraschall-Hitze von 60 bis 80 Grad geschrumpft. Die Patientin liegt dabei in einem Magnetresonanztomografen (MRT), der den Eingriff überwacht. Dauer: bis zu drei Stunden. Bisher tragen nur wenige Kassen die Kosten von ca. 3600 Euro.
Das sagt die Ärztin: „Der Eingriff macht Sinn, wenn herkömmliche Methoden ausgeschöpft sind. Er ist nicht für mehrere Myome gleichzeitig geeignet oder wenn sie größer als 10 cm sind. Auch nicht für tiefer liegende Myome. Die Einheilzeit dauert rund sechs Monate, erst dann können Patientinnen ihren Kinderwunsch wieder verfolgen.“

Myom-Tablette

Der Wirkstoff Ulipristalacetat hemmt in den Myom-Zellen die Aktivität des Hormons Progesteron, das unter anderem für das Wachstum der Geschwulste verantwortlich ist. Sie verkleinern sich, die Blutungen werden innerhalb kurzer Zeit verringert, sogar gestoppt.
Das sagt die Ärztin: „Als Nebenwirkungen sind Veränderungen der Leberwerte verzeichnet worden. Deshalb sollte das Präparat auch nicht bei Frauen mit Leberstörungen eingesetzt werden. Trotzdem ist es bis zu einer geplanten Operation eine gute, in der Regel nicht länger als drei bis sechs Monate angewandte Interval-herapie, die Myomwachstum und Blutungen in Schach hält.“

Mikro-Embolisation

Der Arzt schiebt in örtlicher Betäubung über die Leiste einen Katheter hoch zum Hauptblutgefäß des Myoms. Und verschließt es durch mikrokleine Kunststoffkügelchen. Es verhungert regelrecht. Den rund eineinhalbstündigen Eingriff zahlen die Kassen.
Das sagt die Ärztin: „Das ist für Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch geeignet. Ähnlich wie fokussierter Ultraschall verkleinert die Methode das Myom effektiv. Blutungsbeschwerden gehen zurück. Selten können die Kunststoffkügelchen ins Gefäßsystem der Eierstöcke wandern, zu vorzeitigen Wechseljahren führen. Da es nach dem Eingriff zu starken Schmerzen kommen kann, ist eine ausreichende Schmerzbehandlung nötig.“

Herausschälen des Myoms

Vor allem größere Myome werden minimal-invasiv herausoperiert. Sitzt die Wucherung in der Gebärmutterhöhle, führt der Chirurg in Vollnarkose vaginal über ein Spezialinstrument winzige Elektroschlingen ein, mit denen er das Myom abträgt. Befindet es sich an der Uterus-Außenwand, operiert er per Schlüssellochchirurgie durch die Bauchdecke.
Das sagt die Ärztin: „Die Komplikationsrate ist niedrig. Besonders geeignet für Frauen mit Kinderwunsch. Dieser sollte wegen der Einheilzeit aber erst wieder nach sechs Monaten verfolgt werden.“

Hormonspirale

Frauen können auch auf die Hormonspirale (ca. 350 Euro, muss Patientin selbst bezahlen) setzen. Ihre kontinuierliche Abgabe von Gestagen reguliert fünf Jahre lang Blutungen oder stoppt sie sogar ganz, bremst das Myom-Wachstum vorübergehend.
Das sagt die Ärztin: „Sie ist für Patientinnen geeignet, die sich gegen einen Eingriff entschieden haben. Denn sie erzielt eine gute Blutungskontrolle, ist deshalb einen Versuch wert. Sie kann z. B. die Zeit bis zu einem Eingriff oder bis zu den Wechseljahren überbrücken.“

Die Muskelwucherungen können in der Gebärmutterwand (siehe Schaubild rechts), an den Außenseiten, den Bändern und auch der Gebärmutterhöhle wachsen


Fotos: 123RF, ddp/Picture Press/wissenmedia, privat