Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 6 Min.

Stefan Mross „Das ungesunde Leben habe ich hinter mir ge lassen!“


die zwei Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 08.08.2019

PARTYS, KETTE RAUCHEN UND FAST FOOD IN GROSSEN MENGEN – DAS WAR EINMAL …


Artikelbild für den Artikel "Stefan Mross „Das ungesunde Leben habe ich hinter mir ge lassen!“" aus der Ausgabe 2/2019 von die zwei Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: die zwei Sonderheft, Ausgabe 2/2019

Sein ansteckendes Lachen, seine humorvolle Art und die Lust aufs Leben machten ihn schnell zum Publikumsliebling. Dass Stefan aber auch eine ernste Seite hat, zeigt er in unserem Interview …


S eit 30 Jahren auf der Bühne, zwei geschiedene Ehen, drei Kinder – Stefan Mross blickt mit 43 bereits auf ein pralles Leben mit vielen Höhen und einigen Tiefen zurück. Nun veröffentlicht der gelernte Trompeter, der sich seit langem als Moderator der Unterhaltungsshow „Immer wieder sonntags“ etabliert hat, ein neues, mal gefühlvolles ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,29€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von die zwei Sonderheft. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2019 von VORWORT: Stefan Mross. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VORWORT: Stefan Mross
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von DER GROSSE SPASS UNTERWEGS: Immer wieder sonntags ON THE ROAD. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DER GROSSE SPASS UNTERWEGS: Immer wieder sonntags ON THE ROAD
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von MINDMAP Gut zu wissen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MINDMAP Gut zu wissen
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von DER SCHMELZTIEGEL DES SCHLAGERS: Immer wieder sonntags IM WANDEL DER ZEIT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DER SCHMELZTIEGEL DES SCHLAGERS: Immer wieder sonntags IM WANDEL DER ZEIT
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von JUNG UND ERFOLGREICH: Der Knirps mit der Trompete. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
JUNG UND ERFOLGREICH: Der Knirps mit der Trompete
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von WUSSTEN SIE DAS SCHON …? Stefan von A bis Z. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WUSSTEN SIE DAS SCHON …? Stefan von A bis Z
Vorheriger Artikel
DER SCHMELZTIEGEL DES SCHLAGERS: Immer wieder sonntags IM WANDEL …
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel JUNG UND ERFOLGREICH: Der Knirps mit der Trompete
aus dieser Ausgabe

S eit 30 Jahren auf der Bühne, zwei geschiedene Ehen, drei Kinder – Stefan Mross blickt mit 43 bereits auf ein pralles Leben mit vielen Höhen und einigen Tiefen zurück. Nun veröffentlicht der gelernte Trompeter, der sich seit langem als Moderator der Unterhaltungsshow „Immer wieder sonntags“ etabliert hat, ein neues, mal gefühlvolles („Unzertrennlich“), mal volkstümlich-schmissiges („Party miteinand“) Album mit dem passenden Titel „30 Jahre – Das geht nur mit Musik“.

Stefan, wie intensiv spürst du deine 43 Lebensjahre?

Morgens zwickt es schon mal ein bisschen, aber ich fühle mich sehr wohl. Alles ist sehr entspannt, ich mache mir viele positive Gedanken, und der Job macht mir immer noch jede Menge Laune. Alles läuft gut, ich bin glücklich. Und ich denke ja sowieso, ein Mann ist erst mit 40 Jahren wirklich erwachsen.

Woran stellst du das fest?

Vor allem daran, dass ich seit etwa drei Jahren viel besser auf mich achte als in all der Zeit zuvor.

Du hast kürzlich gesagt: „Ich hatte einen Lebensstil, der nicht zuträglich für meine Gesundheit war.“ Was hast du verändert?

Es gab zu viele Abende mit falschen Freunden an der Bar, und es gab Zeiten, in denen ich richtig viel geraucht habe und extrem viel Stress hatte. Auch die Ernährung war nicht immer so, wie sie sein sollte, um richtig leistungsfähig zu sein. Das ungesunde Leben habe ich hinter mir gelassen, und ich fühle mich sauwohl damit. Während meiner Sendungen merke ich, dass ich fitter bin und bedeutend mehr Ausdauer habe. Abgenommen habe ich auch.

Also kein Fast Food mehr?

Früher war ich tatsächlich Stammgast bei den McDonalds und Burger Kings dieser Welt. Und wenn mich unterwegs der Heißhunger überkommt, dann gehe ich da auch heute noch hin.

Wann und wie ist es dir gelungen, mit dem Rauchen aufzuhören?

Vor ungefähr drei Jahren. Einen Schlüsselmoment gab es nicht. Ich habe das Rauchen einfach von heute auf morgen vergessen.

Wie das?

Weil ich meine Anna kennengelernt hatte. Auf einmal bin ich in ein komplett neues, gesünderes, harmonischeres und besser ausbalanciertes Leben hineingewandert.

Du hast dich so heftig verliebt, dass du das Rauchen vergessen hast?

(lacht): So kann man es formulieren.

Und wie gehst du heute mit Stress um?

Lockerer. Einfach mal chillen, in der Ecke sitzen und genießen. Früher habe ich jede Sekunde mit Arbeit ausgefüllt. Ich bin immer noch ein Workaholic, aber nicht mehr so extrem. Ich versuche, die Zeit zwischen den Terminen positiver zu gestalten, zum Beispiel mal einen Stadtbummel zu machen oder mich aufs Fahrrad zu schwingen.

Machst du überhaupt noch „Party miteinand“ wie in deinem gleichnamigen Song?

Das Lied ist schon ein bisschen älter. Ein Partytier bin ich nicht. Ich feiere bei Konzerten und in meiner Sendung mit den Leuten, ich bin aber nicht derjenige, der jetzt in die Disco muss oder auf dem Oktoberfest Vollgas gibt. Gott sei Dank ist Anna auch nicht so drauf. Wir machen abends lieber unseren Grill an.

Stimmt es, dass ihr in einem Wohnmobil lebt?

Ja, das stimmt. Wir haben schon auch unseren Rückzugsort, an dem die Waschmaschine und der Weihnachtsbaum stehen, aber wir sind eigentlich das ganze Jahr über mit dem Caravan unterwegs.

Warum?

Anna kommt aus einer reisenden Familie von Puppenspielern, die kennt das eigentlich gar nicht anders. Ich selbst bin seit 30 Jahren in Hotels und kann das nicht mehr so gut haben. Das Wohnmobil bedeutet für uns beide ein großes Stück Freiheit. Auf Tournee fahren wir auch in dem Camper, aktuell steht er in der Nähe des Europa-Parks in Rust, wo die Live-Sendung von „Immer wieder sonntags“ stattfindet.

Ein anderes deiner Stücke heißt „Die Liebe“. Du singst: „Wer sie erklären will, versagt“. Du hast Anna-Carina Woitschack sozusagen bei der Arbeit kennengelernt. Hat die Liebe euch übermannt?

Wir haben uns über die Arbeit kennengelernt, doch es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Aber, und das singe ich ja auch, es gibt keine Erklärung für die Liebe. Man muss sich für die Liebe auch nicht rechtfertigen. Die Liebe passiert einfach. Sie zu hinterfragen, würde nur die Magie stören.

Was liebst du an Anna besonders?

Wir sind ein einzigartiges Team. Wir wechseln uns mit dem Fahren ab, ich helfe ihr bei ihrer neuen CD, wir unterstützen uns total. Wir kommen beide aus dem Showgeschäft und verstehen, was der andere tut. Und wir reden wirklich viel miteinander.

Teilt ihr euch auch die langweiligen Tätigkeiten des Alltags?

Ja, natürlich. Ich liebe Hausarbeit. Ich weiß durchaus, wie die Waschmaschine funktioniert und wie man ein Auto aussaugt. Da habe ich keine Scheu. Im Gegenteil: Das bringt mich runter und entspannt mich. Ich kann auch drei Stunden im Garten Unkraut jäten.

Du hast in einem Interview gesagt, dass Anna dich gerettet hat. Was meinst du damit?

Sie war für mich da, sie hat mich aufgefangen. Man darf nicht immer davon ausgehen, dass wir Männer das stärkere Geschlecht und quasi unverwundbar sind. Selbst wenn sie es nicht wollen, sind auch Männer manchmal schwach. Und in so einer Situation trat Anna in mein Leben.

Willst du, was die Ehe angeht, noch einen dritten Versuch starten? Vielleicht auch nochmal Nachwuchs bekommen?

Das sind Themen, über die wir sprechen. Aber das ist so privat, dass ich darüber nichts preisgeben möchte.

Wer im deutschsprachigen Raum in deinem Alter oder jünger ist, der kennt das Fernsehen und die Volksmusik gar nicht ohne den ursprünglich als Trompeter angetretenen Stefan Mross. Kann man dich schon als Kultstar bezeichnen?

In unserer Branche bin ich das wohl, ja. Wer sich eine Marke gemacht hat und über lange Zeit immer präsent war, der ist für mich Kult. Wobei ich natürlich noch sehr weit von dem Status entfernt bin, den etwa ein Heino oder ein Jürgen Drews sich erarbeitet haben.

Mit Anna-Carina hat der Entertainer das große Los gezogen


Willst du mit 80 denn noch aktiv sein?

Wenn die Musik in eine Richtung geht, zu der ich in dem Alter stehen kann, dann bleibe ich sehr gerne bis dahin auf der Bühne. Ein Jürgen Drews geht ja zum Beispiel auch mit der Zeit und macht heute richtig modernen Schlager.

Jürgen Drews ist der König von Mallorca. Wären Auftritte am Ballermann was für dich?

Nein. Partyschlager ist ein komplett anderes Genre, das ist nicht meine Szene. Bei „Immer wieder sonntags“ geht es sehr viel gediegener zur Sache, das liegt mir mehr.

Du stehst in der Öffentlichkeit, seit du 13 warst. Hast du nicht das Gefühl, in der Jugend etwas verpasst zu haben?

Nein. Ich hatte eine andere Jugend, und die war sehr schön. Ich habe halt ein ganz anderes Leben geführt als ein Teenager, der von freitags bis sonntags beim Flatrate-Saufen in der Disco war. Und ich hätte es mir ja auch aussuchen können, niemand hat mich zu meinen Auftritten zwingen müssen. Es war eher andersrum: Viele Gleichaltrige waren neidisch auf mich, wenn ich den David Hasselhoff getroffen oder mit Phil Collins auf der Bühne gestanden habe. Oder mit der Kelly Family im Bus zusammen in die Westfalenhalle gefahren bin.

Hattest du überhaupt noch viel mit Gleichaltrigen zu tun?

Tatsächlich hatte ich schon früh mehr Kontakt zu Erwachsenen als zu Jugendlichen in meinem Alter. Alles in allem würde ich sagen: Ich habe wahnsinnig viel erlebt. Wahrscheinlich mehr als die meisten anderen in fünf Leben.

Mondlandung bei „Immer wieder sonntags“! Stefan Mross (l.) und Sänger Michael Morgan


Du hast, nachdem du als Junge vom damaligen „Musikantenstadl“-Moderator Karl Moik entdeckt wurdest, noch den Realschulabschluss gemacht und ein Musikstudium in Salzburg begonnen, parallel dazu bereits ständig auf der Bühne gestanden. Hast du dich je nach einem normalen Leben gesehnt?

Na ja, nee. Seit ich 13 bin, habe ich kein normales Leben mehr. Und ich habe das nie vermisst. In Salzburg hat mein Professor nach zwei Semestern gesagt: Stefan, geh du mal wieder auf die Bühne zurück, das ist besser für dich als ein Studium. Er hatte recht. Ich bin dann nie wieder zurückgegangen zur Uni.

Hast du echte Freunde in der Showbranche?

Mein bester Freund ist meine Anna, und dann kommt meine Mama. Natürlich gibt es ein paar Freundschaften zu Kollegen. Aber nur wenige. Ein ganz lieber Freund seit vielen Jahren ist Andy Borg. Wir telefonieren viel, trotzdem ist es nicht so, dass man jetzt über private Probleme redet oder so.

Du hast also auch nicht bei Florian Silbereisen angerufen und ihm nach der Trennung Trost gespendet?

(lacht): Nein, das geht nur ihn privat etwas an.

Deine 17-jährige Tochter Johanna aus der Ehe mit Stefanie Hertel strebt jetzt auch auf die Bühne. Freust du dich, wenn sie in deine Fußstapfen tritt?

Ja, auf alle Fälle! Johanna hat Talent, und was gibt es denn Schöneres auf der Welt, als andere Menschen zu unterhalten? Also, mir fiele jedenfalls nichts ein.


Fotos: ddp images, dpa, SWR/Wolfgang Breiteneicher