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STEFAN THIENEL: Brückenschlag


Modellwerft - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 13.11.2019

Grundlagen am Schlepper: Deckshaus und Brücke


Artikelbild für den Artikel "STEFAN THIENEL: Brückenschlag" aus der Ausgabe 12/2019 von Modellwerft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Modellwerft, Ausgabe 12/2019

Frontansicht der Brücke am Original


Inzwischen ist der Bau so weit fortgeschritten, dass es nicht jeden Tag sehr viel zu sehen gibt. Vielmehr gibt es jetzt immer nur kleine Veränderungen in ebenso kleinen Details. Außerdem geht es mit dem Bau langsam zu Ende. Erstmal sollte es mit der Beleuchtung weitergehen. Dazu habe ich mich wieder der selbsgegossenen Deckslampen angenommen. Die Lampen haben eine Mikro-LED fertig verdrahtet als Leuchtmittel.

Diese LEDs habe ich in die selbstgefertigten Formen aus Silikon gelegt und diese dann mit transparentem Resin ...

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... ausgegossen. Irgendetwas hat aber mit dem Mischungsverhältnis von Harz und Härter nicht geklappt. Aus einer angegebenen Aushärtezeit von rund einer Stunde wurde eine Woche. Nach der Entformung habe ich die Giesränder beschnitten und den oben Teil schwarz lackiert, damit dort kein Licht hindurch scheint. Eigentlich wollte ich den schwarzen Bereich nur silbern überlackieren. Ich habe aber dann noch ein kleines Stück sehr dünnes Alublech im Schrank gefunden. Daraus habe ich einen dünnen Streifen geschnitten und sie um die Lampen gebogen. Es sieht jetzt tatsächlich wie eine Metallfassung aus.

Kabelführungen

Da die LEDs mit Kupferlackkabeln verdrahtet sind, musste ich für die Durchführung durch das Deckshaus besondere Vorkehrungen treffen. Das Deckshaus besteht bekanntermaßen aus Platinenmaterial und ist im Bereich der Bohrungen sehr scharfkantig. Wenn man nun das Kabel durch diese Bohrung zieht, kann die Lackisolierung beschädigt werden und es besteht die Gefahr eines Kurzschlusses. Daher habe ich von einem dünnen Kabel kurze Stücke der Isolierung entfernt. Die Stücke habe ich in die Bohrungen im Deckshaus geklebt und das dünne Kupferlackkabel durchgezogen. Dadurch ist die Gefahr eines Kurzschlusses gebannt. Die vier Lampen am Deckshaus habe ich unter dem Brückendeck zusammengefasst. Zwei weitere Deckslampen sind an der Brücke. Allein an der Brücke gibt es sechs große Decksscheinwerfer. Die Scheinwerfergehäuse sind Druckteile und ebenfalls mit den SMD-LEDs bestückt. Auch diese Scheinwerfer habe ich vor der weißen Endlackierung schwarz lackiert. Es ist besonders wichtig, dass die Gehäuse weitgehend blickdicht sind.
In der Zwischenzeit habe ich den schon angesprochenen Küchenblock fertiggestellt. DieBlackadder hat zwar einfache Unterkünfte, sie ist aber trotzdem ein Dayboat, also nur während des Einsatzes besetzt. Die Pantry-Ecke ist in der Brücke untergebracht. Neben einem Spülbecken gibt es auch einen Kühlschrank, eine Mikrowelle mit Wasserkocher und natürlich die obligatorische Kaffeemaschine. Gegenüber dieser Pantry ist eine Sitzecke für bis zu sechs Personen, da der Schlepper auch für den Lotsenversetzdienst genutzt wird. Der Fußboden in der Brücke ist bei mir mit einem dünnen Stück Moosgummi beklebt, um die schwarzen Fußbodenbelag zu imitieren. Im hinteren Bereich ist der Boden trotzdem noch herausnehmbar, denn die Verkabelung von Mast und der Scheinwerfer liegen unter dem Brückendach. Ich habe dort auf dem Fußboden ein Rohr aufgeklebt, das bis unter das Brückendach geht. Durch dieses Rohr sind alle Kabel bis unter den Fußboden der Brücke geführt. Von dort gehen die Kabel durch eine weitere Bohrung in das Deckshaus. Auch habe ich weitere Fenster in die Brücke eingeklebt. Die Rahmen für diese Fenster waren wieder eine besondere Herausforderung. Diese äußerst dünnen Rahmen mussten erst eine silberne Lackierung erhalten. Danach habe ich mit einem Rahmen einen Klebeversuch gestartet. Einen Rahmen habe ich mit dünnflüssigem Klarlack und einen Rahmen mit dünnflüssigem Revell-Kleber angeklebt. Der Revell-Kleber hat das Rennen gemacht. Es geht schneller und lässt sich sehr gut dosieren. Die Rahmen überdecken jetzt die Ritze zwischen Brückenwand und Fenster. Die letzten beiden großen Fenster neben den Steuerkonsolen werden erst eingesetzt, wenn alle Details in die Brücke eingesetzt sind. Ich komme so besser mit meinen dicken Fingern dort hinein.

Die Form sowie fertig gegossene und entformte Deckslampen


Der äußerst dünne Türrahmen mit der klappbaren Reling im Vordergrund


Erste Instrumente auf den Steuerkonsolen


Decksstrahler im Rohbau


Die Frontfenster sind eingebaut und die Vorbereitung für die Decksstrahler im Gange


Deckstrahler sind montiert. Die dünnen Kupferlackkabel müssen noch verlegt werden


Schaltregler

Auch für die Verkabelung musste ich mir noch einige Gedanken machen. Die Lampen wurden nun doch nicht mit Vorwiderstand an 12 V angeschlossen. Warum sollte ich die wertvolle Akkuleistung in Wärme verwandeln. Ich habe im Netz einen sehr kleinen Schaltregler gefunden. Der Regler wird nun auf die benötigten 3 V eingestellt und liefert dann rund 650 mA. Bei einem Verbrauch der LEDs von nur ca. 20 mA reicht das für meine Lampengruppen vollkommen aus. Die Lampen wurden – wie vorher schon einmal beschrieben – in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Die komplette Fahrtbeleuchtung, die Deckslampen und die Scheinwerfer, bilden eine Gruppe, die über einen Schalter auf meiner Zentralplatine im Schiff geschaltet wird. Die Manöverbeleuchtung und das Schlepplicht kann über einen Schalter auf der Fernsteuerung geschaltet werden. Wie schon früher beschrieben, halte ich die Schaltung der „normalen“ Fahrtbeleuchtung per Fernsteuerung für nicht notwendig. Als letztes Teil der Beleuchtung war der Suchscheinwerfer zusammenzubauen. Es handelt sich bei dem Teil um einen Bausatz von einem bekannten Händ ler. Die Qualität ist ok, aber der Preis ist wirklich gesalzen. Da aber der Bau dieses Modells durch die Artikelserie ein wenig schneller gehen muss, habe ich mich für den Kauf entschieden. Der Suchscheinwerfer wird allerdings nicht beleuchtet sein. Ich habe diese Scheinwerfer bisher nicht gebraucht und mit der bisher realisierten Beleuchtung lässt sich schon eine Weihnachtsbeleuchtung a la Griswolds darstellen.

Die Küchenzeile vor dem Einbau


Die Küchenzeile in der Brücke, in der hinteren backbordseitigen Ecke


Noch mehr Lüfter – jetzt direkt an Backbordseite am Deckshaus


Für die finale Ausgestaltung des Peildecks fehlten noch diverse Kabel, Antennen, die Radarantenne und natürlich die zum Rest des Schiffes passende Alterung. Der Mastfuß ist in der Streaking-Methode verdreckt worden. Auf das Deck habe ich mit Washing eine leichte Dreckschicht aufgetragen. Zusätzlich habe ich in die Ecken noch wenig sehr flüssige schwarze Farbe für einige Highlights getupft. Abschließend erhielten die Ecken der Akkukiste, die Reling und einige andere Details eine Behandlung mit Hilfe der Trockenmalmethode. Jetzt kommen die Details erheblich besser zur Geltung, da nicht mehr alles strahlend weiß und damit sehr grell ist. Die Aufnahmen auf dem Peildeck des Originals zeigen auch sehr viel Dreck.
Je weiter sich so ein Bau bei mir dem Ende zuneigt, desto häufiger nehme ich die Detailfotos zur Hand, bzw. werfe das Fotoprogramm auf dem Rechner an. Ich liebe es, die kleinen Details nachzustellen, die mit auf den Fotos zu sehen ist. Da sind z. B. Wasserschläuche, Kabel, Eimer und vieles mehr. Ich habe dann beim Studium der Bilder immer einen Block dabei. Dort notiere ich alle entdeckten Details und versuche, sie auf meinem Modell nachzustellen. Ich mag es dabei, kleine Geschichten zu erzählen – davon lebt ein solches Modell. Für mich beginnt ein Modell erst zu leben, wenn es im harten Einsatz ist. Ein nagelneues Schiff wie frisch aus der Werft ist nicht meins. Aber hier gilt auch wieder – jeder so wie er mag. Kurz vor Abgabe dieses Artikelteils sind nun doch noch meine neuen Steuerstühle eingetroffen. Die erste Ausgabe war etwas klein geworden. Der Stuhl ist – wie alles auf dem Schiff – eher preiswert ausgeführt. Es gibt zwar Schienen auf dem Boden, aber der Stuhl hat Rollen. Den Boden habe ich mit dünnem Alublech belegt und den Steuerstuhl zwischen die Konsolen geklebt. Ein Kapitän im Maßstab 1:32 ist in Arbeit. Die Konsolen sind – wie schon früher beschrieben – mit diversen Aufklebern beklebt. Ich habe auch hier die Fotos von den Konsolen beschnitten und die einzelnen Instrumente in der passenden Größe ausgedruckt und aufgeklebt. Eine Beleuchtung wie auf meinerFrancia habe ich mir wegen der fehlenden Sichtbarkeit erspart. Dann noch zwei Steuerhebel für die Schottel, drei Mikrofone auf einem Schwanenhals, und die Steuerkonsolen waren fertig.

Ausblick

Im nächsten und wahrscheinlich letzten Teil dieser Artikelserie werde ich noch die Ankerwinde, die Schleppwinde und viele weitere kleine Details fertigstellen und teilweise dokumentieren. Dann fehlen noch der finale Einbau der Fernsteuer-Zentrale im Rumpf und eine abschließende Probefahrt mit Fotoshooting.

Der Kapitän macht die Sitzprobe noch ohne Funkgeräte


Der Suchscheinwerfer ist montiert


Die Beleuchtung ist verkabelt und funktioniert


Seitenansicht auf die Brücke