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Steiler Aufstieg


connect - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 08.03.2019

Honor katapultiert sich mit seinem Topgerät in neue Regionen. Das View 20 bietet Oberklasse-Technologie mit wenigen Abstrichen zum attraktiven Preis.


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Bildquelle: connect, Ausgabe 4/2019

Auf der Rückseite des View 20 erfasst eine 3-D-Kamera die Umgebung. Ein Algorithmus erkennt dabei die Extremitäten und kann deren Position in Echtzeit verfolgen. Das garantiert Spielen mit vollem Körpereinsatz.


Ein USB-C-auf-HDMI-Kabel leitet Bildschirminhalte an einen externen Monitor weiter.


Über die Einstellungen schützt man Apps mit einer PIN oder richtet einen verschlüsselten Dateisafe ein.


Mit dem Fingerprintsensor nimmt man auch Anrufe an, knipst Fotos ...

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Honor wird erwachsen, das zeigt die junge Zweitmarke von Huawei nun ganz deutlich. Gerade bei der jüngeren Zielgruppe kommen die preiswerten und gut ausgestatteten Phones ausgezeichnet an: Entgegen des aktuellen Trends wuchs Honors Überseeabsatz 2018 um 150 Prozent. In Deutschland rangiert der Hersteller laut GfK aktuell auf Platz vier und hat noch viel vor. Dazu gehört auch eine stärkere Differenzierung von der Mutter Huawei, wie uns CEO George Zhao im Interview auf Seite 19 verraten hat.

Selbstbewusstes Design

Das View 20 passt nicht mehr so ganz in die bis dato sehr günstige Schiene der Chinesen: 570 Euro ruft Honor für sein Oberklasse-Gerät auf. Dafür bekommt man freilich feinste Technik, die anderswo ein paar Hunderter mehr kostet. Schon äußerlich ist das Phone ein Hingucker. Auf der Rückseite ist per Laser ein Muster in V-Form eingraviert, das je nach Lichteinfall die Farbe ändert und sich über die Glasoberfläche zu bewegen scheint. Hat man das View 20 in Händen, freuen sich diese über die abgerundete Rückseite und den wertigen Alurahmen. Einen zertifizierten Schutz vor Wasser und Staub gibt’s leider immer noch nicht, was man gerade bei der höherpreisigen Top-Version erwarten dürfte. Im Lieferumfang findet sich immerhin eine Schutzhülle und auf dem Display ist ab Werk eine Folie aufgetragen.

Apropos Display: Der 6,4 Zoll große Screen ist eine Augenweide. Dafür sorgen die dünnen Ränder zu allen Seiten und die Abstinenz einer Notch. Honor verbaut die Selfie-Kamera direkt im Bildschirm. Dank des kleinen Durchmessers von 4,5 Millimetern und der Position links in der Ecke fällt der Kamerafleck nach kurzer Zeit fast nicht mehr auf. Filme schauen und Spielen im Vollbildmodus machen so nochmal mehr Spaß.

Bei den Ergebnissen der Displaymessungen gibt es keine großen Ausreißer. So rangiert die Leuchtkraft mit 475 cd/m2 für ein LCD im oberen Mittelfeld und der Kontrast bei Tageslicht ist mit 1:20 zwar okay, aber auch nicht besonders gut. Sobald der Betrachtungswinkel spitzer wird, fallen die Kontraste rasch noch weiter ab. Insgesamt platziert sich der Screen qualitativ im guten Mittelfeld und reiht sich messtechnisch hinter Huaweis P20 und vor dem Mate 20 ein.

Die Kamera ist spitze

Honor verbaut als erster Hersteller einen Kamerasensor von Sony, der bis zu 48 Megapixel Auflösung bietet und dank einer Blende von f/1.8 recht viel Licht sieht. Durch Zusammenrechnen von 4 Pixeln zu einem, auch Pixel Binning genannt, schießt das View 20 im Standardmodus 12-Megapixel-Fotos. Die hohe Auflösung im Hintergrund bietet jedoch Spielraum und ermöglicht einen Zweifachzoom, der trotz seiner digitalen Natur gute Ergebnisse erzielt. Auf Wunsch optimiert eine auf künstlicher Intelligenz basierende Szenenerkennung die Einstellungen. Das bringt mehr Kontraste und Sättigung ins Bild, ohne zu unnatürlich zu wirken.

Neben dem Hauptsensor verbaut Honor eine ToF-Kamera (Time of Flight), die zur Distanzmessung dient und ein 3-D-Abbild der Umgebung erzeugt. Das kommt dem Porträtmodus zugute, der mit einem schönen Bokeh-Effekt sowie sauber getrenntem Hintergrund aufwartet.

Keine Kompromisse

Gerade die üppige Kameraausstattung verlangt eine leistungsstarke Hardware. Das View 20 profitiert von Huaweis Top-Chipsatz Kirin 980, der mit zwei neuronalen Recheneinheiten und bis zu 8 GB Arbeitsspeicher für eine schnelle Bildverarbeitung sorgt. Selbst anspruchsvolle Nutzer werden es bei der Kombination schwer haben, das System auszureizen. Gamer dürfen sich zudem über einen Grafikturbo freuen, der beim Spielen für noch mehr Power sorgt. Außerdem hat Honor eine dritte WLAN-Antenne verbaut, die geringe Latenzzeiten garantieren soll, selbst wenn man beim Halten des Phones eine der anderen Antennen verdeckt. Zu guter Letzt sorgt ein Flüssigkühlsystem für optimale Wärmeableitung.

Bei der Connectivity ist alles vertreten, was man in der Oberklasse erwartet: NFC, schnelles USB 3.1, eine Kopfhörerbuchse und ein Slot für zwei SIM-Karten. Den Speicher kann man allerdings nicht erweitern, hier muss man je nach Version mit 128 oder 256 GB auskommen.

Softwareseitig erhält man das aktuelle Android 9, über das Honors neue Benutzeroberfläche Magic UI 2 gestülpt ist – eine optisch leicht angepasste Version von Huaweis EMUI. Die zeigt sich einstellungsfreudig, vor allem beim Management von Benachrichtigungen, und bietet viele praktische Extras.

Guter Abschluss im Labor

Die Energieversorgung des Systems übernimmt ein Akku mit stattlichen 4000 mAh, der mittels beiliegendem 22,5-Watt-Netzteil schnell wieder befüllt ist. Im Laufzeittest erreichte das View 20 überragende zehn Stunden. Damit sollten zwei Tage Nutzungsdauer locker drin sein. Zufrieden sind wir auch mit der Funkdisziplin, in der das Phone in allen drei Standards die Note „gut“ einfährt. Bei der Akustik sticht besonders die sehr gute Geräuschunterdrückung und Sprachqualität hervor. Kleine Schwächen gibt’s aber bei der Lautstärke in Sende- und Empfangsrichtung. Bei Letzterem fordert wohl die kleine Hörmuschel ihren Tribut.

Scharf bis in die Spitzen

Die Hauptkamera schießt mit ihren 48 Megapixeln sehr detailreiche Fotos. Wem selbst das nicht genügt, kann im KI-unterstützten Ultra-Clarity-Modus noch mehr rausholen.

Fazit

Lennart Holtkemper, Redakteur


In dieser Preisklasse schnüren nicht viele Smartphones ein solch prall gefülltes Ausstattungspaket, wie es das View 20 bietet. Punkten kann das Gerät vor allem mit seiner spannenden Optik und ausgezeichneten Kamera. Obendrauf gibt’s Leistung auf Topniveau, die auch anspruchsvolle Nutzer längere Zeit zufriedenstellen dürfte. Das großflächige Display kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn es sich etwas kontraststärker präsentieren könnte. Wem 128 GB Speicher reichen, der kann bedenkenlos zur günstigeren Version für 570 Euro greifen. Die bietet eine preiswerte Alternative zur teuren Elite

Honor stellt das View 20 auch in Phantom Black und Blue ins Regal. Wir hoffen, dass es die rote Version ebenfalls nach Deutschland schafft.


„Wir sind komplett unabhängig, was unsere Produkte und das Marketing angeht.“


George Zhao, CEO von Honor


Honor will sich stärker von der Mutter Huawei emanzipieren. Wie dürfen wir uns das vorstellen?
Honor gehört zur Huawei-Gruppe und wir werden die duale Markenstrategie auch in Zukunft beibehalten. Wir teilen viele der technischen Komponenten und Zulieferer mit Huawei, was natürlich von Vorteil ist. Ansonsten sind wir aber komplett unabhängig, was unsere Produkte und das Marketing angeht. Honor visiert eine junge Zielgruppe an, was sich gerade im Design widerspiegelt. Auch mit unserem eigenen Betriebssystem Magic UI möchten wir uns künftig stärker von Huaweis EMUI unterscheiden. Künstliche Intelligenz wird eine wichtige Rolle spielen, um junge Menschen im Alltag zu unterstützen. Honor setzt dabei auf YoYo, einen digitalen KI-Assistenten mit eigener Personalität. Mit ihm wollen wir die Fähigkeiten des Smartphones erweitern.

Sie haben kürzlich auch Ihr Logo geändert. Mit welchem Zweck?
Honor hat als reine Onlinemarke begonnen. Mit dem Eintritt in den globalen Markt kam auch der stationäre Handel dazu. Heute verkaufen wir mehr als 50 Prozent der Geräte offline, selbst in unserem Heimatmarkt China. Es war also an der Zeit, unsere Marke zu überarbeiten. Im stationären Handel muss man sich noch sichtbarer präsentieren, weshalb wir unser Logo in Versalschrift geändert haben. Das wirkt seriöser und solider und unterstreicht auch unseren Aufschwung. Mit dem Farbverlauf im Logo behalten wir uns aber trotzdem die Jugend.

Warum hat Honor bislang noch keine Kooperationen mit Mobilfunkanbietern in Deutschland?
Wenn wir in ein neues Land expandieren, beobachten wir zuerst, wie sich der Markt für uns entwickelt und verteilen dann entsprechend Ressourcen. In Deutschland haben wir mit unserem eigenen Onlinevertrieb und Amazon angefangen. 2018 kam mit Media Markt eine Kooperation im stationären Handel dazu. Für dieses Jahr haben wir 1&1 als Partner gewonnen – zuerst wird das View 20 dort verfügbar sein, andere Modelle folgen. Wenn wir hier erfolgreich sind, können wir die Zusammenarbeit auf andere Anbieter ausweiten. Aber zuerst müssen wir sichergehen, dass diese Strategie so für Honor funktioniert.

Das View 20 ist mit 570 Euro für Honor ungewohnt teuer. Nehmen Sie nun auch den Premiummarkt ins Visier?
Bislang haben wir uns für ein neues Smartphone eine Preisspanne gesetzt und auf dieser Grundlage die Eckdaten des Gerätes definiert. Wenn man so vorgeht, begegnet man natürlich einigen Schwierigkeiten. Will man die Performance steigern, geht das mit höheren Kosten einher, was dann auch zu einem höheren Verkaufspreis führt … Beim View 20 haben wir zuerst definiert, was jungen Menschen an einem Gerät wichtig ist, um das beste Produkt und Design zum Kunden zu bringen. Erst danach kamen die Überlegungen, mit welchem Preis wir das schaffen. Das Ziel war also, ein sehr gut ausgestattetes Flaggschiff zu bauen – und nicht, einen bestimmten Preis zu erreichen. Grundsätzlich hat sich unsere Strategie aber nicht geändert: Wir bauen Produkte mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.