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Stein auf Stein, immer noch fein


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Bauen & Renovieren - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 23.10.2021

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Auch stoff in den letzten Jahrenan Beliebtheit gewonnen hat: Der Ziegel bleibt Baustoff Nummer 1. Im Jahr 2020 wurde am häufigsten (29,6 Prozent) die Baugenehmigung für ein Wohngebäude mit Ziegeln erteilt, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Danach folgten Porenbeton mit 21,0 Prozent, Holz mit 20,4 Prozent, Kalksandstein 16,7 Prozent, Stahlbeton 7,9 Prozent und alle anderen Baustoffe zusammen mit 4,5 Prozent. Zählt man nur die Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser, liegt der Ziegelanteil sogar über 30 Prozent.

Gründe für die anhaltende Popularität des roten Steins gibt es viele. Er bietet Schutz gegen Lärm, Hitze und Kälte. Dazu kommen aufgrund seiner Kapillarstruktur feuchteregulierenden Eigenschaften, die zu einem angenehmen Wohnklima beitragen. Ziegel sind diffusionsoffen, das heißt, sie können Feuchte aufnehmen und wieder abgeben.

Ein- und zweischalige Bauweisen

In den letzten ...

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... Jahren mussten sich auch die Ziegelhersteller anstrengen, um die steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen zu können. Sie verfolgten dabei zwei Strategien. Bei der vor allem in Norddeutschland verbreiteten Bauweise mit einer inneren Tragschale und einem Klinkerverblendmauerwerk als Fassade wird zwischen die beiden Schalen eine Dämmschicht gesetzt.

Doch auch mit einschaligen Wänden lassen sich die Vorgaben des aktuellen Gebäudeenergiegesetzes erfüllen. Die porosierten Steine enthalten viele Luftkammern, die einfach mit Dämmstoff gefüllt werden. Die Ziegelwerke Bellenberg haben jetzt einen neuen Dämmstein auf den Markt gebracht: den MZ60.

Je nach Wandstärke (36,5 bis 49 cm) erreicht er einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U- Wert) von bis zu 0,12 W/(m²K). Mit gängiger Fachplanung könnten Wohnbauten, so Bellenberg, problemlos alle KfW-Effizienzhaus-Klassen erfüllen. Dadurch hätten Bauherren die Möglichkeit, die Bundesförderung effiziente Gebäude der KfW-Bank auszuschöpfen.

Zusätzlich zu den MZ60-Planziegel gibt es spezielle Systemergänzungen für Außenecken, Fensterlaibungen, Pfeilermauerwerk sowie zum Höhenausgleich von Raumhöhen und Fensterlaibungen. Mauerwerk aus MZ60 Ziegel erreicht zudem eine hohe Tragfähigkeit.So ist eine moderne, großzügige Dimensionierung offener Grundrisse möglich.

Nach alter Handwerkerkunst: Ein Haus wächst heran

1 Nach dem Transport werden die Ziegelsteine in Paletten an der Baustelle abgeladen.

5 Hier sind bereits zwei sogenannte „Justierboys“ montiert. Links wartet die Abziehlatte auf ihren Einsatz.

9 Die ersten Ziegel werden an der Hausecke gesetzt und mit Wasserwaage und Gummihammer feinjustiert.

13 Nur bei sorgfältigster Arbeitsweise wird die unterste Ziegelschicht absolut eben.

17 Der Dünnbettmörtel wird gleichmäßig auf die bereits liegenden Steine aufgetragen.

2 Vor der ersten Ziegellage wird die Kellerdecke nach oben mit einer Bitumenbahn abgedichtet.

6 Nach dem Abschluss der Vorbereitungen kann endlich der Mörtel angerührt werden.

10 Auch die zweite Hausecke ist mit den ersten Ziegeln bestückt. Dann wird gemessen.

14 Diverse Sondersteine sind nützlich, um zum Beispiel Armierungsstäben Durchlass zu bieten.

18 Anschließend wird der Ziegel auf das Mörtelbett gesetzt und sorgfältig ausgerichtet.

3 Mit Hilfe eines Rotationslasers wird die Höhe an verschiedenen Punkten gemessen.

7 Für die erste Ziegellage, die „Kimmschicht“, wird der Mörtel in einer gewissen Stärke aufgetragen.

11 Mit Hilfe einer Spezialkralle lassen sich die weiteren Ziegel sauber platzieren.

15 Die Steine liegen knirsch aneinander, das heißt, die Stoßfuge wird in der Regel nicht gemörtelt.

19 Ohne Wasserwaage läuft hier gar nichts. Auch die senkrechten Linien müssen stimmen.

4 Anschließend wird eine Justiervorrichtung montiert. Die Wasserwaage ist immer dabei.

8 Danach erstellen die Handwerker mit Hilfe der Abziehlatte eine ebene Schicht.

12 Die gute alte Richtschnur leistet auf Baustellen des 21. Jahrhunderts immer noch treue Dienste.

16 Für die weiteren Ziegellagen wird Dünnbettmörtel verwendet, der hier in den Mörtelschlitten gefüllt wird.

20 In Ausnahmefällen wird auch mal die Stoßfuge gemörtelt, um die Wand dicht zu machen.

21 Nachdem bei diesem Abschnitt der Endstein gesetzt ist, braucht es einen Stein im Sonderformat.

25 Alles „im Wasser“? Die teilvermörtelte Fuge in der Bildmitte ist etwas breit geraten.

22 Den Stein mit Spezialabmessungen stellt der Handwerker mithilfe der Säge selbst her.

26 Inzwischen sind die Maurerarbeiten fortgeschritten, das Haus nimmt allmählich Gestalt an.

23 Und so sieht der zurechtgesägte Stein von der Seite aus. Zu erkennen die offenen, gefüllten Kammern.

27 Und schon schwebt der Nachschub ein: Die Palette wird mit dem Kran am Einsatzort platziert.

24 Hoffentlich passt der Stein? Doch, sieht ganz gut aus. Das gibt keinen Rüffel vom Polier.

28 Trotz Automatisierung und serieller Bauweisen bleibt das Bauen mit Ziegeln Handarbeit.

Übergang von Keller zu Mauerwerk vereinfacht

Erdberührte Bauteile müssen nach DIN 18533 dauerhaft vor Wassereinwirkung aus dem Erdreich geschützt werden. Hinzu kommt ein geeigneter Schutz vor Spritzwasser und Bodenfeuchte am Wandsockel gemäß der Richtlinie Fassadensockelputz/ Außenanlage. Eine Neuerung der Roland Wolf GmbH und des Ziegelwerks Bellenberg vereinfacht nun die Erstellung des Sockeldetails. Sie haben das Element thepro DDS entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Frischbetonverbund-Dichtungsbahn und Wärmedämmung aus extru diertem Polystyrol (XPS). Diese Elemente (auf den Fotos schwarz) überneh-men die Abdichtung und Wärmedämmung des Sockelbereichs. Und: Sie machen das Anlegen einer Schalung für die Betonierung der Kellerdecke überflüssig. Die thepro-DDS-Elemente dienen selbst als Schalung. Das sorgt für schnellen Arbeitsfortschritt, denn im Unterschied zu einer konventionellen Schalung bleiben die Elemente an Ort und Stelle und müssen nicht abgebaut werden. So können die Maurer schneller loslegen.

Dank ihrer hohen Tragfähigkeit ermöglichen die Ziegel MZ60 offene Grundrisse mit moderner, großzügiger Dimensionierung.

Wohngesundheit und Nachhaltigkeit im Fokus

Um die Wohngesundheit des Ziegelmauerwerks zu gewährleisten, ließ Bellenberg MZ-Ziegel vom eco-Institut (Köln) testen, der mit dem eco-Institut-Label zertifiziert wurde. Die Ziegelindustrie achtet auch verstärkt auf Umweltbelange und Klimaschutz. So konstatieren die aktuellen Umweltproduktdeklarationen (EPDs) des Instituts für Bauen und Umwelt (IBU) erhebliche Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien. Die Energie für den Ziegeltrockner wird zum Beispiel zum größten Teil aus der Abwärme des Tunnelofens und über Wärmetauscher gewonnen. Stolz ist die Ziegelindustrie auch auf eine Recyclingquote von 94 Prozent. So werden bei der Herstellung Schnittreste und aussortierte Materialteile wieder in den Produktionsprozess integriert. Nach Abriss der Gebäude lässt sich sortenreiner Ziegelbruch wieder in die Wertschöpfungskette zurückführen, etwa für Tennismehl oder Substrat für die Dachbegrünung. Somit stehen die Chancen für den Ziegel im Wohnungsbau alles andere als schlecht.

jh