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STEINTEPPICHE: Hart im Nehmen


selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 07.08.2020

Steinteppiche für den Boden sind hart im Nehmen, trotzdem wohnlich und damit eine ungewöhnliche Alternative zu Fliesenbelägen. Wir stellen sie vor.


Für die Fußbodenheizung geeignet

Artikelbild für den Artikel "STEINTEPPICHE: Hart im Nehmen" aus der Ausgabe 9/2020 von selbermachen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 9/2020

Der alte Fliesenbelag soll weg, etwas Neues soll her, aber bitte ohne zeit-, staub- und kostenaufwendiges Herausschlagen des Altbelags. Fliesen sind als Untergrund schwierig: Entweder wird die Aufbauhöhe durch aufgelegtes Laminat oder Parkett zu hoch oder die Fugen zeichnen sich bei weichen Belägen wie Vinyl ab. Neue Fliesen lassen sich zwar problemlos auf alte kleben, tragen aber ebenfalls auf und bieten letztlich die ...

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... gleiche Optik wie vorher. Gerade auf alten Fliesenböden, aber auch auf jedem anderen festen Belag ist der Auftrag eines Steinteppichs eine gute Alternative. Kleine und kleinste Steine aus Marmor oder Quarzkiesel, vermischt mit einem flüssigen Bindemittel (Epoxid- oder PURHarz) sind die Basis für den Bodenbelag, der eine feste Verbindung mit dem Unterboden eingeht. Einmal ausgehärtet, bildet das Gemisch eine rissüberbrückende, leicht strukturierte, harte und optisch ansprechende Oberfläche.


Beim Mischen der Komponenten ist höchste Genauigkeit angesagt
Uli Wolf, Zimmerer, Baufachjournalist und bei selber machen- Berater für Innenausbau


Marmor Basalt


Marmor Bodensee


Marmor Espresso


Marmor Latte Macchiatto


Vorbereitungen

Wenn der Belag auf Fliesen verlegt werden soll, ist eine sorgfältige Grundierung wichtig. Da die Fliesen eine nichtsaugende Oberfläche haben, wird so erst eine Haftung zum Untergrund möglich.

Die Grundierung gehört bei den Steinteppichen immer zum System, Sie sollten also auf gar keinen Fall auf andere Produkte zurückgreifen. Sie besteht aus einem Zwei-Komponenten-Epoxidharz und wird in mengenmäßig aufeinander abgestimmten Gebinden gleich mitgeliefert, die Sie nur noch miteinander mischen müssen. Achtung: Mischen Sie nur so viel Grundierung an, wie Sie innerhalb von etwa 20 Minuten verarbeiten können (maximal 5 kg). Je nach Saugfähigkeit des Untergrundes beträgt der Verbrauch erfahrungsgemäß zwischen etwa 150 und 400 g/m2. Als Bindemittel werden Harz und Härter angemischt.

1 Grundierung in Streifen auf den Untergrund gießen. Mischen Sie maximal 5 kg an; die sind in 20 Minuten verarbeitbar.


2 Mit einer langflorigen Farbwalze die Grundierung verteilen. Die Rolle danach erst trocknen lassen, dann entsorgen.


3 In die noch feuchte Grundierung wird jetzt Quarzsand (Größe 0,7–1,2 mm) gleichmäßig eingestreut.


4 Wichtig: Die Grundierung muss vor dem Verlegen der Steine vollständig getrocknet sein. Das dauert etwa acht Stunden.


5 Die durch den Quarzsand aufgeraute nichtsaugende Oberfläche bietet der Steinmasse eine optimalen Haftung.


Marmor new classic


Trendfarbe silber


Sand


Trendfarbe Zink


Anmischen der Masse

Die drei Komponenten Steinchen, Harz und Härter bekommen Sie in einem genau aufeinander abgestimmten Mengenverhältnis geliefert.

Richten Sie sich einen Arbeitsplatz im Freien ein. Die Harzmischung riecht streng.


Die übliche Gebindeg röße liegt bei 25 kg Steinen, die in eine 65lMörtelbütt passen.


Zum Anmischen des Harz-Härter- Gemischs und der Steinmasse benötigen Sie passendes Werkzeug. Verwenden Sie beim fl üssigen Bindemittel eine Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber und Scheibenrührer. Letzterer sorgt dafür, dass nicht zu viel Luft in der Flüssigkeit eingeschlossen wird. Für das Anrühren der Steinmasse nehmen Sie entweder eine leistungsstarke Bohrmaschine (1.000 W) oder ein Rührwerk (können Sie im Baumarkt mieten) und einen Wendelrührer. Der transportiert die unten liegenden Steine permanent an die Oberfl äche und sorgt für deren gleichmäßige Benetzung. Das bereits gemischte Harz müssen Sie sofort über das in einem sauberen Behälter vorbereitete Steingranulat gießen und so lange mischen, bis eine homogene Masse entsteht. Wichtig: Beim Anrühren von Bindemittel und Steinchenmasse sollten Sie unbedingt eine Schutzbrille und Gummihandschuhe tragen.

Mischen Sie nur so viel Material an, wie Sie innerhalb von 40 Minuten verarbeiten können. Wir raten Erstverwendern dazu, maximal 25 kg Granulat und 1,8 kg Harz anzumischen. Damit schaffen Sie etwa 2 m2 Fläche.

1 Zum Mischen von Harz und Härter brauchen Sie ein sauberes Gefäß. Erst Harz einfüllen, dann den Härter dazugeben.


2 Mit Bohrmaschine und Scheibenrührer rühren Sie die Komponenten mit niedriger Drehzahl (300 min1) durch.


3 Füllen Sie zunächst die Steine in eine große, saubere Mörtelwanne und geben Sie dann erst die Harzmischung dazu.


4 Zum Durchmischen reicht eine Bohrmaschine mit Rührquirl. Es entsteht eine satt feuchte, klebrige Masse.


So wird gespachtelt

Die Uhr tickt: Sie haben nach dem Anmischen etwa 40 Minuten Zeit, die Mischung zu einer sauberen Fläche zu verarbeiten. Mit unseren Tricks ist das aber kein Problem.

Hauptherausforderung ist das Abziehen der frischen Masse auf die Belagstärke. Dazu brauchen Sie eine Rakel aus de m Fachhandel. Eine solche Rakel ist eine Art breite und oft höhenverstellbare Zahnkelle, die Sie vom Fliesenlegen her kennen. Die Rakel sollte 2-4 mm höher eingestellt sein als die endgültige Belagstärke des Steinchenteppichs, in den meisten Fällen ist die Rakel auf circa 11-12 mm einzustellen, um einen Belagstärke von 8 mm zu erhalten. Teilen Sie den Boden vor dem Verlegen in gleich große Felder von jeweils etwa 2 m2 ein und markieren Sie diese mit einem Stift. So können Sie die richtige Auftragsmenge des Materials gewährleisten. Achten Sie ebenfalls auf eine angenehme Arbeitstiefe von 50-70 cm (siehe Bild 6), damit Sie die Fläche bequem glätten können. Beim anschließenden Glätten arbeiten Sie zuerst mit wenig Druck und steigern ihn mit der Zeit. Achtung: Zu viel Druck erzeugt Wellen!

1 Damit der Glätter nicht am klebrigen Harz hängen bleibt, muss man ihn regelmäßig mit einer Seifenlauge einpinseln.


Fotos Renofloor GmbH; Text Ulrich Wolf

2 Zum Verarbeiten der Steinmasse brauchen Sie Rakel, Kelle, Glätter und Estrichschwert. Eine Bauleuchte hilft ebenfalls.


3 Die Masse streifenweise ausbringen. Während Sie sie verarbeiten, rührt ein Helfer die nächste Mischung an.


4 Mit einem Rakel (bekomen Sie im Baufachhandel) ziehen Sie die Masse auf Ihre gewünschte Schichtstärke ab.


5 Per Estrichschwert verteilen und glätten Sie die Masse ohne Druck. Herauslugende Steinchen werden dabei eingedrückt.


6 Glätten Sie den ersten Streifen vollständig, bevor Sie den nächsten ausbringen. Spätere Korrekturen sind nicht möglich.


TIPP

Kontrolle ist besser

Um Unebenheiten (Kellenschläge) in der frischen Masse besser sehen zu können, sollten Sie sich eine kleine Baustellenlampe besorgen. Damit können Sie ein perfektes Streiflicht auf dem Boden erzeugen, in dem jeder kleine Grat sofort gut sichtbar wird.