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STEP BY STEP: TRANCE


Beat - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 02.10.2019

VON UPLIFTING BIS HARDSTYLE KLINGEN WIE BUUREN, DYK & CO.


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Bildquelle: Beat, Ausgabe 11/2019

Trance ist zweifelsohne eine der langlebigsten und erfolgreichsten elektronischen Musikrichtungen. Längst schon ist Trance ein Überbegriff für verschiedene Stile, die sich stark voneinander unterscheiden. Freuen Sie sich auf zahlreiche Tricks und Inspirationen zur Produktion typischer Sounds und Arrangements für Subgenres von Progressive-, Uplifting- und Vocal- bis hin zu Tech-, Hard- und Psy-Trance. Dabei schauen wir uns auch die Kompositions- und Produktionstricks von Trance-Größen wie Armin van Buuren, Paul van Dyk, Andrew Rayel, Markus ...

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... Schulz und Mark Sixma genau an.

Wie viele moderne elektronische Stile ist Trance in Europa entstanden. Anfang der 1990er Jahre entwickelte sich aus Techno ein eigenständiges Genre, bei dem tanzbare Beats auf eindrucksvolle Weise mit hypnotisch-repetitiven Melodien verbunden wurden. Als stilprägend gelten unter anderem die „Pure Trance”-Versionen von „Last Train To Trancentral” (The KLF) sowie Produktionen von Dance 2 Trance, Jam & Spoon und Paul van Dyk. Seitdem hat die Musikrichtung zahlreiche Subgenres wie Uplifting-, Progressive-, Psychedelic- (Goa), Tech- oder Vocal-Trance hervorgebracht. Alle Varianten haben dabei eines gemeinsam: Einen hypnotischen Charakter, der durch die Kombination tanzbarer 4/4-Beats zwischen 125 bis und 145 BPM mit mitreißenden Basslines, ekstatischen Synthesizer-Sequenzen, rhythmisch zerhackten Pads, flirrenden Arpeggios und breiten Unisono-Lead-Sounds entsteht. Zu den erfolgreichsten Produzenten des Genres zählen Paul van Dyk, Armin van Buuren, Ferry Corsten, Tiësto, Ferry Corsten, ATB, BT, Markus Schulz sowie Blank & Jones. Doch was macht den enormen Reiz der Stilrichtung aus? Auch wenn vermutlich jeder Trance- Fan eine andere Antwort auf diese Frage geben würde, sind es mit Sicherheit die ausgeprägten Kontraste zwischen Atmosphäre und Tanzbarkeit, zwischen pulsierenden Grooves und hypnotischen Melodien, zwischen Entspannung und Adrenalin- Kick, die Trance so besonders machen.

Aufbau

Typischerweise bestehen Trance-Stücke aus folgenden Teilen: Intro, Buildup, Break, Klimax und Outro, wobei oftmals eine Steigerung bis hin zum epischen Finale vorzufinden ist. Obwohl auch in diesem Genre eher der Spannungsaufbau durch das Hinzufügen oder Weglassen musikalischer Elemente, wiederkehrende Motive, Breaks und Filterfahrten im Vordergrund steht, verfügen viele Stücke über eine Songstruktur. Dies gilt insbesondere für das Subgenre Vocal-Trance, in dem meist melodischer Gesang im Vordergrund steht. Der Wechsel zwischen atmosphärischen und rhythmischen, tanzbaren Parts ist ein einfaches, aber effektives Rezept für mitreißende Tracks. In vielen Fällen beginnen und enden Trance-Produktionen mit einem puren Beat, was DJs das Mixen verschiedener Stücke erleichtert.

Pumpende Beats

Seit den Anfangstagen des Trance wurde sein repetitiver Puls von Drum-Maschinen mit integriertem Step-Sequenzer bestimmt. Prägend waren auch in diesem Genre die Klassiker TR-909 und TR-808 aus dem Hause Roland, auf deren markanten Klang man dank zahlreicher Emulationen und Sample- Sammlungen auch im modernen Computer-basierten Studio nicht verzichten muss. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Bassdrum. Für einen besonders druckvollen Sound werden in zeitgemäßen Produktionen oft zwei oder mehr Klänge übereinandergeschichtet: So sorgt beispielsweise ein Sample für tieffrequenten Schub und ein anderes für einen knackigen Anschlag. Hier spielen Plug-ins wie d16 Punchbox [1], Vengeance Sound Metrum, Plugin Boutique BigKick, oder Sonic Academy Kick 2 Ihre Stärken aus.

Synthesizer

Synthesizerklänge sind das zentrale Element der meisten Trance-Hymnen. Moderne analoge oder virtuell-analoge Klangerzeuger stellen bereits eine hervorragende Grundausstattung für stiltypische Sounds dar. Dabei sind insbesondere Synthesizer mit Unisono-Modus zu empfehlen: Die charakteristischen Supersaw-Klänge, die durch das Schichten gegeneinander verstimmter Sägezahnwellenformen erzeugt werden, sind so ein Kinderspiel. Leistungsfähige Arpeggiatoren/ Step-Sequenzer und hochwertige Hall-, Delayund Modulationseffekte sind ebenfalls ein Plus. Zu den beliebtesten Software-Synths der Trance- Größen gehören NI Massive, Lennar Digital Sylenth1, reFX Nexus, Reveal Sound Spire und Xfer Records Serum. Aber auch Synapse Audio DUNE 3 und u-he HIVE 2 sind für die typischen pulsierenden Basslines, schillernden Sequenzen und epischen Lead-Sounds bestens gewappnet. Für Basslines werden dabei nicht selten mehrere Sounds gelayert: So hat es sich bewährt, einen tieffrequenten, monokompatiblen Klang mit einem oder mehreren weiteren Sounds zu kombinieren, welche die Mitten und hohen Frequenzen abdecken. Durch Verzerrung des oberen Layers erhält die Bassline mehr Biss, ohne dass die tiefen Frequenzen an Definition verlieren. Mit akustischen Instrumenten wie Piano, Gitarre und Streichern können Sie in Ihren Trance-Produktionen stimmungsvolle organische Akzente setzen.

Gesang und Effekte

Auch wenn viele Trance-Hits ganz ohne Vocals auskommen, kann atmosphärischer Gesang den hypnotischen Charakter einer Produktion noch unterstreichen. Vor allem in kommerziellen Produktionen ist eingängiger, meist weiblicher Gesang nach wie vor äußerst gefragt. Die richtige Bearbeitung mit Delay und Hall hilft, die Vocals in den Mix einzubetten und ihm die gewünschte Tiefe zu verleihen. À propos Effekte: Der prominente Einsatz großer Hallräume und rhythmischer Delays auf Synth- und Instrumentenklängen ist charakteristisch für Trance. Modulationseffekte wie Chorus und Phaser verhelfen repetitiven Sequenzen zudem zu mehr Lebendigkeit. Für die genretypischen Sidechain- Grooves und Gate-Effekte empfehlen sich Sidechain-fähige Kompressoren oder spezialisierte Plug-ins wie Nicky Romero Kickstart, Cableguys VolumeShaper oder das Xfer Records LFO Tool.

Art Of Trance

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen zunächst einen kleinen Überblick über die Historie der Stilrichtung geben. Des Weiteren zeigen wir Ihnen, wie Sie stiltypische Beats, Basslines, Sounds und Hooklines für Tech-, Vocal-, Uplifting-, Bigroom-, Psychedelic- und Hard-Trance erstellen. Außerdem analysieren wir die Struktur und den Spannungsaufbau aktueller Trance-Hits. Im Interview lüften schließlich die Trance-Stars Markus Schulz, Estiva und Ruben De Ronde das Geheimnis ihrer Arbeitsweisen und Signature-Sounds. Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit unserem großen Spezial und hoffen, dass Sie daraus Inspirationen für den nächsten Trance- Hit gewinnen können!


„Es muss ans Herz gehen!von Beat-Autor Marco Scherer


„Wenn ich in meiner Laufbahn eine Sache gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass mitreißende Melodien und Atmosphäre immer Vorrang vor Technik haben. Klar, ein bombig produzierter Track kann auch mit mittelmäßigem Hook für Stimmung auf dem Floor sorgen. Dagegen wird ein weniger fettes Werk mit dafür fesselnder Melodie, die so richtig unter die Haut geht, dem Publikum viel mehr ans Herz gehen und im Gedächtnis bleiben. Was mir als Keyboard-Laie auf der Suche nach solchen Melodien immer zuverlässig hilft, sind die kostenlosen „Scales & Chords” von Feelyoursound [2]. In diesen simplen MIDI-Dateien steckt unglaublich viel kreativer Zündstoff, mit dem sich binnen Sekunden mitreißende Akkordprogressionen erstellen lassen. Unbedingt ausprobieren!”