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STEPHEN CURRY: Ultimate WARRIOR


Basket - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 04.03.2021

Eigentlich sollten die Golden State Warriors ohne Klay Thompson am Ende der Western Conference stehen. Doch nicht mit Stephen Curry! Der beste Distanzschütze aller Zeiten hält sein Team fast alleine im Playoffrennen – und erinnert dabei an eine vergangene Version von sich selbst.


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Bildquelle: Basket, Ausgabe 4/2021

Beim True Shooting legt Steph einen Wert von 65,6% auf – dieser wird in der Ligageschichte nur von ihm selbst (2015/16) übertroffen.


In der Zone finisht Curry 2020/21 54,5 % seiner Würfe – und damit besser als Kawhi L eonard, Joel Embiid oder Zion Williamson!


Dass Toni Kroos zu den Besten seines Fachs gehört, ist nicht nur ...

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... hierzulande bekannt – schließlich hat der deutsche Fußball-Nationalspieler in Diensten von Real Madrid in seiner Karriere schon so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Er darf sich Weltmeister und vierfacher Champions-League-Sieger nennen, schmückt sich mit sämtlichen Vereinspokalen, die in Deutschland und Spanien vergeben werden. Wer den Greifswalder in den vergangenen Jahren beobachtet hat, weiß jedoch auch, dass die Ereignisse in der besten Basketballliga der Welt nicht an ihm vorbeigehen.

Und so ließ es sich Kroos als Fußball-Legende am 12. Februar 2021 nicht nehmen, eine Basketball-Legende nach einer (erneut) unmenschlichen Leistung zu würdigen. Gerade hatten die Golden State Warriors dank 40 Punkten von Stephen Curry samt Gamewinner die Orlando Magic geschlagen, was Kroos zu folgender Aussage verleitete: „Stephen Curry ist der beste Spieler in der NBA.“ Dass er diesen Tweet mit einem fast schon gleichgültigen „That’s it“ beendet, unterstreicht diese Meinung nur zusätzlich.

Und auch wenn die Herren James, Durant oder Antetokounmpo das Statement des Ex-Bayern-Profis anzweifeln dürften: Sie müssen zugeben, dass Curry als so ziemlich einzige konstante Offensivoption der Warriors in dieser Spielzeit Leistungen zeigt, wie wir sie selbst von ihm bislang nicht gesehen haben – nicht einmal in seiner einstimmigen MVP-Saison, 2015/16. Das sieht auch jemand so, der es wissen muss. „In meinen Augen hat Steph nie besser gespielt als aktuell“, erklärt sein Coach Steve Kerr, der Curry immerhin schon seit 2014 trainiert.

„Ich habe das oft in ‚2K‘ geschafft“

„Wir reden hier über einen zweifachen MVP, dreifachen NBAChampion. Ich habe ihn jedoch noch nie so gut gesehen wie aktuell. Steph wirkt körperlich so stark wie nie. Offensichtlich war er schon immer ein unfassbarer Shooter. Doch wie er in dieser Spielzeit an Gegenspielern vorbeizieht, sich gegen Kontakt behauptet und am Ring abschließt, ist einfach unglaublich“, analysierte er nach Currys Performance am 6. März gegen Luka Doncic und die Dallas Mavericks. An diesem Abend schenkt der „Chef“ den Mavs 57 Punkte ein – an ihm liegt es nicht, dass die Warriors die Partie mit zwei Punkten Unterschied verlieren.

Dass keiner der beiden Scoring-Ausbrüche, der Currys prominente Fürsprecher hervorruft, sein Season-High bei den Punkten darstellt, unterstreicht die Beobachtung, dass die Nummer 30 der „Dubs“ aktuell schlicht auf einem anderen Level agiert. In einem direkten Aufeinandertreffen mit Damian Lillard und den Portland Trail Blazers festigt Curry seinen Status als bester Point Guard der Association, legt ein Career-High von 62 Punkten auf. „Er kam auf das Feld und hatte nur eine Mission“, bewunderte auch Teamkollege Draymond Green nach der Partie. Rookie James Wiseman hatte sogar das Gefühl, sich in einem Videospiel zu befinden. „Es hat mich an ‚2K‘ erinnert. Ich habe oft mit Steph gespielt und mit ihm 60 Punkte erzielt – das jetzt im wahren Leben zu sehen, war einfach nur phänomenal.“ Auch Neuzugang Kelly Oubre konnte kaum glauben, mit wem er da jetzt in Golden State zusammenspielt. „Ich bin einfach nur froh, dass ich heute an seiner Seite aufgelaufen bin und nicht für das andere Team.“

Und was sagt der Hochgelobte selbst? „Ich fühle mich aktuell körperlich sehr gut, habe das Gefühl, dass ich in einem guten Rhythmus bin. Logischerweise fühlt es sich einfach gut an, zurück zu sein, nachdem im vergangenen Jahr vieles schwierig war.“ Tatsächlich hatte er mit Verletzungen 60 von 65 Saisonspielen der Warriors verpasst. „Ich genieße es einfach, zurück zu sein, gesund zu sein. Ich fühle mich definitiv in Kontrolle.“

„Eine unnachahmliche Qualität“

Und das ist noch sehr zurückhaltend formuliert. In der gesamten NBA, da muss man Toni Kroos zustimmen, gibt es keinen Spieler, der die Massen mit einem Scoring-Run so begeistern kann wie Curry. Läuft der Warriors-Guard heiß, heißt es: Fernseher (oder Streaming-Device) einschalten. „Er ist einer der Spieler, für die ich viel Geld bezahlen würde, um sie mir anzusehen“, erklärt Mavericks-Coach Rick Carlisle, immer noch beeindruckt von den 57 Punkten, die Steph seinen Mavericks einschenkte. „Ich weiß nicht, ob es aktuell einen Spieler gibt, der schwerer zu verteidigen ist als Curry, weil er das Spiel einfach auf so viele verschiedene Weisen beeinflusst. Er hat diese unnachahmliche Qualität, von überall auf dem Court treffen zu können.“

Und während diese Tatsache für Fans, die Curry über die Jahre beobachtet haben, nicht wirklich etwas Neues ist, müssen die teils astronomischen Leistungen des besten Shooters aller Zeiten in Kontext gesetzt noch einmal höher bewerten werden. Schließlich legt er in der aktuellen Spielzeit Zahlen auf, wie zuletzt in seiner MVP-Saison 2015/16 (siehe Kasten), als er sämtliche MVP-Votes von Journalisten und Spielern erhielt und zum ersten einstimmigen „Most Valuable Player“ der Ligageschichte wurde.

Denn: Damals wusste Curry seinen in dieser Spielzeit leider verletzten „Splash Brother“ Klay Thompson an seiner Seite, der das Leben für die Nummer 30 der Warriors mit seinem Shooting immer auch ein Stück leichter machte. Zudem spielten die 2015/16er-Dubs unnachahmlichen Teambasketball mit einem überragenden Draymond Green als „Quarterback“, der Curry viele gute Würfe verschaffte – von einem solchen Spielfluss ist das aktuelle Roster allein aufgrund des Qualitätsunterschiedes noch meilenweit entfernt.

Zudem waren, so fast schon gotteslästernd das aus heutiger Sicht klingen mag, vor Saisonbeginn durchaus Zweifel an Curry selbst angebracht. Schließlich kam der mittlerweile auch schon 33-Jährige aus einer verletzungsgeplagten Saison, hatte aufgrund des miesen Abschneidens der Warriors 2019/20 eine extrem lange Spielpause und seit den Finals 2019 keinen Basketball auf Playoff-Niveau mehr erlebt. Dazu die erneute Verletzung von Klay Thompson, ein um einige Jahre älterer Draymond Green und Akteure wie Kelly Oubre oder Andrew Wiggins, die ihre Rolle erst noch finden mussten. Zweifel, die auch Steph vernommen hat – und die ihm als Motivation für die aktuellen Leistungen dienen.

„Er hat jedes Team hier getragen“

„Mir gefällt es, wenn über mich geredet wird und ich kritisiert werde, weil das bedeutet, dass die Erwartungen an mich hoch sind“, erklärt der dreifache NBA-Champion. „Ich halte es da wie Michael Jordan – und nehme es persönlich“, spielt er auf eine Szene aus „The Last Dance“ an, die es mittlerweile zum weltweiten Internet-Meme geschafft hat. „Ich lasse mich nicht leicht aus der Ruhe bringen und habe großes Vertrauen in meine Fähigkeiten als Basketballspieler. Es gibt nichts, was Leute über mich sagen können, das das beeinflusst. So bin ich schließlich an diesen Punkt gekommen“, sagt der Davidson-Absolvent, den viele Scouts und Experten vor dem Draft als zu leicht und schmächtig einstuften.

Tatsächlich, und das würde man beim sympathischen Auftreten Stephs nicht wirklich meinen, bekommt er eine ganze Menge Kritik ab – insbesondere von den Fans. Eine Studie von „Top Rated Casinos“ hat jüngst 3.000 Tweets ausgewertet, die aus dem Zeitraum Oktober 2020 bis Januar 2021 an NBA-Spieler gesendet worden sind – und dass rund 28 % der Kurznachrichten, die Steph erhält, einen negativen Unterton besitzen. Damit führt er die Liga vor Russell Westbrook (25 %) und Joel Embiid, LeBron James sowie Kevin Durant (alle 22 %) an.

Etwas, das nicht nur für Draymond Green unverständlich ist. „Jeder wird immer einen Weg finden, etwas an Steph zu kritisieren“, springt ihm sein langjähriger Teammate und Lautsprecher Draymond Green zur Seite. „Dann heißt es, er habe noch keinen Finals-MVP-Award gewonnen oder noch nie ein Team alleine getragen. Wenn ich nicht ganz falsch liege, hat er das Team 2015 definitiv getragen.“ Genauso wie das Team von 2016, die Warriors-Teams mit oder trotz Durant – und natürlich auch die etwas minder talentierte Ansammlung von 2020/21. „Um ehrlich zu sein, hat er jedes Team getragen, weil er der Anführer dieser Franchise ist, seit ich hier bin.“

Dass er mit diesem Gesamtpaket auch in diesem Jahr wieder im MVP-Rennen auftaucht, dürfte niemanden überraschen – der Gewinn der wichtigsten individuellen Trophäe im Basketball steht auf Currys Agenda jedoch nicht ganz oben. „Wenn ich so weiterspiele wie bisher und meinem Team zu Siegen verhelfe, werde ich am Ende des Jahres im Rennen sein. Deshalb mache ich mir darüber aktuell keine Gedanken“, erklärt Steph selbst. Doch auch er weiß: Hievt er die Warriors irgendwie zu einem Top-sechs-Finish oder besser, dürfte die Jury kaum um ein Vote für den in dieser Saison einsamen „Splash Brother“ herumkommen.

„Ein extrem gutes Gefühl“

Ob es sich mit dem Teamerfolg allerdings einstellt, muss nicht nur aufgrund der starken Western Conference bezweifelt werden. Ohne Curry versauert dieses Warriors-Team in der Lottery – trotz im Laufe des Spielzeit ansprechenderen Leistungen. So scheint Kelly Oubre mittlerweile seine Nische als zweite Scoring-Option der diesjährigen Warriors-Ausgabe gefunden zu haben. James Wiseman scheint besser beraten, aktuell noch von der Bank kommend zu lernen. Draymond Green wirkt bisweilen wieder wie der Alte, doch kann er diese Form bis zum Ende der Spielzeit aufrechterhalten? Auf Dauer ist nicht erkenntlich, wie Curry im Warriors-System von 2020/21 entlastet werden soll, geschweige denn wie ein Dubs-Plan aussieht, wenn er einmal auf der Bank Platz nimmt.

Aus Fan-Sicht ist das Ganze allerdings weniger dramatisch, kommen wir so doch in den Genuss einer Curry-Variante, wie wir sie seit 2015/16 nicht mehr gesehen haben. „Ich mache das jetzt seit zwölf Jahren, und es gibt immer noch Fragen darüber, wie lang meine Prime andauert“, erklärte Steph Anfang Februar. „Ich bin einfach nur locked in, es ist gerade ein extrem gutes Gefühl.“ Dieses gute Gefühl ist dem Warriors-Guard aktuell in jeder Partie anzusehen. Und da würde mit Sicherheit auch Toni Kroos zustimmen.

2020/21 trifft Curry bislang 41,5 % seiner Pullup-Dreier – bei 6,7 Versuchen pro Partie (NBA-Rang vier) ein absolut elitärer Wert.


Fotocredit: Getty Images