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Stifte, Pinsel und Papier


Handlettering and more - epaper ⋅ Ausgabe 15/2020 vom 03.04.2020

All die verschiedenen Schriften, Stile und Effekte machen Handlettering zu einem äußerst vielseitigen künstlerischen Hobby. Für Vielfalt und Abwechslung sorgen auch die diversen Lettering-Werkzeuge.

Für Einsteiger das Wichtigste im Überblick

Artikelbild für den Artikel "Stifte, Pinsel und Papier" aus der Ausgabe 15/2020 von Handlettering and more. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Handlettering and more, Ausgabe 15/2020

Der Fineliner für präzise Linien in Letterings und Zeichnungen, zum Füllen von Konturen und zum Übertragen von Vorlagen. Erhältlich in verschiedenen Farben und Strichstärken von 0,05 mm aufwärts.


Der Brushpen mit pinselartiger Spitze für Pinselschriften und Illustrationen. Brushpens mit Doppelspitze, hier der Calli.Brush von Online, haben am anderen Ende eine feste ...

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... keilförmige Kalligrafiespitze nach Art einer Breitfeder. Brushpens gibt es in verschiedenen Stärken, in Schwarz, diversen Grautönen und in einer reichen Farbpalette. Die Brushpens der meisten Marken, etwa Calli.Brush und Sign Pen Brush von Pentel, enthalten eine Wasserfarbe, die sich verdünnen und mit anderen Farben vermalen lässt. Brushpens auf Alkoholbasis (z. B. der Pitt Artist Pen von Faber-Castell) trocknen schnell, das Ethanol verdunstet sofort. Die Striche können mit anderen „alkoholischen“ Farben verblendet werden.

Der Bleistift in der mittleren Härte HB für Skizzen, Hilfslinien und Vorzeichnungen, aber auch für eigenständige Letterings. Als Druckbleistift wird er nicht angespitzt und hinterlässt gleichmäßige Linien.


Letterings, Illustration, Fotos: Hanne Türk

Der Farbstift zum Schraffieren, Schattieren und Kolorieren von Schriften und Motiven, auch zum Nacharbeiten von Aquarellen. Wasserlösliche Farbstifte (Aquarellstifte) sind weicher, die Farbe lässt sich danach mit Pinsel und Wasser vermalen. Dabei wird sie dunkler und intensiver, Schraffurlinien verschwimmen.

Der Gelstift deckt hervorragend und ist ideal für weiße oder farbige Letterings auf dunklem Untergrund sowie für Glanzlichter auf Buchstaben und Illustrationen. Ähnliche Effekte bringt der Pitt Artists Pen Weiß, den Faber-Castell mit feinen bis breiten Malspitzen ausstattet.


Der Aquarellpinsel in den Größen Nr. 2, 4, 8, 10 für Initialen mit aquarellistischen Effekten und natürlich für malerische Illustrationen.


Der Maskierstift (hier von Pebeo) ist eine gute Alternative zu der mit dem Pinsel aufgetragen Maskierflüssigkeit und ideal für Schriftzüge, die beim großzügen Übermalen vor der darüber aufgetragenen Aquarellfarbe geschützt werden sollen. Danach wird die zum zähen Film aufgetrocknete Maskierung abgerubbelt. Die Schrift leuchtet in reinem Weiß heraus und kann weiter koloriert und schattiert werden.

Welches Papier?

• Schreibpapier für Übungen, Skizzen und Vorlagen.

• Zeichenpapier (z. B. Bristolkarton, Mix Media Imagine oder Fotokarton) fürs Lettern und Illustrieren. Bestens geeignet für Grußkarten, Anhänger und dergleichen. Die glatte Oberfläche ergibt ein ebenso glattes Schriftbild. Auf rauem Papier geht die Spitze des Brushpens schneller kaputt.

• Tonpapier oder -karton liefert einen farbigen oder schwarzen Untergrund beispielsweise fürs Chalk Lettering.

• Aquarellpapier zum Illustrieren. Am besten glatt (satiniert) und im Block, auf dem du es zum Malen belässt.

• Markerpapier ist glatt und leicht transparent. Du kannst es einfach auf die Vorlage legen, die Linien scheinen durch und lassen sich direkt nachziehen.

• Transparentpapier oder Transferpapier zum Übertragen der Vorlagen auf das Zeichenpapier. Weißes Transferpapier ist ideal zum Kopieren von Motiven auf schwarzen Untergrund.

Ein ideales Papier für Letterings und Illustrationen


„Brush“ ist nichts anderes als der Pinsel, und Brush Letterings sind Schriftzüge mit der flexiblen Spitze des Brushpens. Das verführt zu einer schwungvollen Schreibschrift, die mit wechselndem Druck ihren speziellen Charakter erhält: mal breiter, mal schmäler (siehe unten).

„Bounce“ Lettering, Hüpfschrift: Der Name sagt schon, worum es geht. Lasse die Buchstaben tanzen und hopsen. Sieht toll aus, braucht aber etwas Übung.
Schließlich sind wir es seit Schulzeiten gewohnt, beim Schreiben immer hübsch in der Zeile zu bleiben. Und nun das Gegenteil: Die Buchstaben laufen nach oben und unten, wackeln hin und her und auch die Ober- und Unterlängen tanzen innerhalb eines Wortes aus der Reihe. Grundlage ist eine verbundene Schreibschrift. Beim Lettern ziehst du auch die Verbindungen nach oben und unten. Am besten geht das mit Fineliner und Brushpen.

Die Breite des Strichs hängt davon ab, wie stark du andrückst. Bei geringem Druck ziehst du den feinen Strich mit der Pinselspitze. Mit mehr Druck verbreitert sich die Auflage. Beim Nachlassen des Drucks kehrt die Malspitze in ihre Form zurück.

Dünner Aufstrich mit wenig, dicker Abstrich mit mehr Druck. So entstehen viele Pinselschriften.


Letterings, Illustration, Fotos: Hanne Türk

Chalk Lettering

Du willst, dass alle aufmerksam hingucken? Dann schreibe es kreideweiß (Chalk: Kreide) auf die schwarze Tafel. Genauer gesagt mit weißen Stiften auf schwarzes Papier. Das erinnert an Schulzeiten oder an die vom Küchenchef persönlich geletterten Tagesgerichte. In diesem Fall soll die Beschriftung jedoch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Dafür lässt sich jede beliebige Schrift verwenden. Für eine Schreibschrift mit verbundenen Buchstaben eignen sich falsche Kalligrafie und Bounce Lettering besonders gut. Bei Letterings mit getrennten Buchstaben kannst du mit allen Alphabeten spielen, solange sie deutlich genug sind. Schön auch, wenn du verschiedene Schriften kombinierst.
Gelettert wird mit allem, was weiß schreibt. Kreidestift, Pastellkreide, Farbstift decken das Schwarz allerdings nicht völlig ab. Für weiße Highlights oder Glanzlichter sorgt der deckende Gelstift.

Falsche Kalligrafie

Im Wechsel von breiten zu schmalen Strichen innerhalb eines Buchstabens entsteht ein besonders dekoratives Schriftbild - es erinnert an Schriftstücke vergangener Zeiten. Entstanden ist dieser Stil beim schönen (kalligrafischen) Schreiben mit dem Gänsekiel, dessen eingeschnittene Spitze sich beim Andrücken spreizt. So wird der kräftige Abstrich breiter, wonach es beim nächsten Aufstrich dünn weitergeht.
Der metallische Nachfolger des Federkiels ist die Spitzfeder, die sich ganz ähnlich verhält - so wie auch die Malspitze des Brushpens beim Handlettering und in der modernen Kalligrafie: Druck verbreitert den Strich.

Am deutlichsten letterst du die „Schlüsselwörter“, also jene, die als Eyecatcher gleich einmal neugierig machen sollen. Ordne die Wörter und Zeilen so an, dass alles übersichtlich bleibt und beim Lesen keine Mühe macht. Das ist ebenso wichtig wie ein ausgewogenes Arrangement.

Am besten skizzierst du das Schriftbild mit Bleistift auf Schreibpapier. Dann arbeitest du die Konturen genau aus. Die Vorlage überträgst du auf das schwarze Papier, am einfachsten mit weißem Transferpapier. Lege es zwischen das schwarze Papier und die Vorlage und ziehe darauf die Konturen der Schrift nach. Dabei werden sie weiß durchgepaust, und du kannst die Schrift weiter ausarbeiten.

Mit weißen Gelstiften kannst du deinen Text im Stil von Chalk Lettering gestalten und mit einer Illustration ergänzen (siehe S. 54).


Anders funktionieren die Breitfeder und die Lettering-Stifte mit einer festen, breiten Spitze, etwa der Brushpen mit Keilspitze oder der Grafikmarker. Hier wechselt die Strichbreite von selbst mit der Schreibrichtung. Das Prinzip erkennst du am besten, wenn du zwei Bleistifte zusammenbindest und mit beiden Minen schreibst: Die Linien laufen in den Schwüngen zueinander und wieder auseinander. Neben dem „echten“ kalligrafischen Stil (im Wechsel von Druck oder Schreibrichtung) gibt es eine einfache Technik, die diesen Effekt simuliert und deshalb falsche Kalligrafie genannt wird, auf Englisch „fake“ oder „faux“ Calligraphy. Hier zeichnest du die Buchstaben so, dass sie wie in einem Zug gelettert aussehen. Das geht in drei Schritten.

Falsche Kalligrafie funktioniert mit allen Stiften, mit denen sich klare Konturen zeichnen und diese gleichmäßig füllen lassen - also auch mit Farbstiften und, besonders elegant und praktisch, mit dem Bleistift. Hier kannst du die Schrift auch nachzeichnen, schattieren und mit dem Radierer effektvolle Lichter setzen.

Lettering: Hanne Türk

Lettering: Hanne Türk

Lettering: Hanne Türk

Lettering: Hanne Türk

Schattenwerfer

Erklärung zum Projekt auf S. 31

In diesem einfachen Beispiel schreibst du das G mit der breiten, keilförmigen Spitze des grauen Brushpens.


Hier kommt das Licht von links oben. Also dunkelst du den rechten Rand mit dem schwarzen Fineliner ab.


Die linke Lichtseite schraffierst du mit dem weißen Farbstift.


Mit dem weichen Bleistift B überzeichnest du die harte Grenze zwischen der grauen Grundfarbe und dem schwarzen Schatten (siehe Pfeil). Das gibt einen weichen Übergang, das G wird rundlicher. So entsteht die Wölbung.


Zuletzt zeichnest du mit dem weißen Gelstift ein Glanzlicht.


Modellieren mit Schatten und Licht

Anders als der Schlagschatten liegt der Eigenschatten nicht seitlich hinter dem Buchstaben, sondern auf ihm. Damit bekommt der Buchstabe Volumen, sozusagen einen Körper - der Eigenschatten heißt daher auch Körperschatten. Noch plastischer wird der Eindruck, wenn du die Helligkeiten auf der Lichtseite verstärkst. Ein optischer Effekt, mit dem du einen „flachen“ Buchstaben in ein plastisches Objekt verwandelst.

Der Glanz des Glücks - fertig!


Lettering: Hanne Türk