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STIPPFISCHEN: MEISTERKURS BOLOANGELN


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 80/2018 vom 13.07.2018

Günter Horler weiß genau, wie man mit der Bologneserute erfolgreich ist. Der ehemalige Europameister im Stippangeln zeigt hier seine Taktik.


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Wenn er mit der Bologneserute weiter als 15 Meter draußen angelt, füttert der Profi mit einer Shleuder.


FOTOS: D. SCHRÖDER

Olivetten bilden die Hauptbebleiung, die nur noch durch wenige Bleischrote ergänzt wird. So kommt die Montage schnell auf Tiefe.


Wann greift der Stippexperte zur Bolorute, anstatt mit Kopf- und Matchrute zu angeln? Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Köder in langsam bis mittelschnell fließenden Gewässern in Entfernungen von mehr als 15 ...

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... Metern vom Ufer entfernt angeboten werden muss. In der Regel ist das in Flüssen und Kanälen der Fall. Aber auch in stehenden Gewässern, in denen eine stärkere Unterströmung herrscht, kann die Bolorute eingesetzt werden.

Wirft man einen Blick in Günters Rutenfutteral, findet man Ruten in Längen zwischen sechs und sieben Metern, die ein Wurfgewicht von 15 Gramm aufweisen. Mit diesen Ruten angelt er auf Rotaugen, Alande, Rotfedern, Brassen und Güster sowie kleinere Arten. Ist mit Barben oder gar Karpfen zu rechnen, kann das Wurfgewicht auch 25 Gramm betragen.

Als Rolle kommt ein 3500er oder 4500er Modell in den Rollenhalter. Bespult wird diese mit einer 0,18er monofilen Hauptschnur. Auf dieser wird die Pose angebracht. Überwiegend sind es feststehende Posen, die zum Einsatz kommen. Übersteigt die Wassertiefe die Rutenlänge, werden Laufposen montiert.

KURZE VORFÄCHER

Mit einer Länge zwischen 25 und 30 Zentimetern wirken Günters Vorfächer recht kurz. Doch auch hierfür gibt es einen Grund. Längere Vorfächer verheddern sich beim Wurf deutlich leichter mit den Bleischroten, mit denen die Pose ausgebleit ist. Das Entwirren kostet letztendlich wertvolle Angelzeit. Und viele Jahre internationale Erfahrung belegen, dass diese Vorfachlängen fängig sind. Je nach Gewässer und zu erwartenden Fischarten verwendet Günter Vorfachstärken zwischen 0,12 und 0,16 Millimetern Durchmesser.

Posen in Karottenform sind perfekt zum Angeln mit der Bolorute geeignet.


Bei den Haken bevorzugt Günter einen Greifer mit einem mittellangen Schaft und mittelstarkem Stahl. Rotaugen erfordern natürlich etwas leichtere Modelle, während beim Brassenangeln größere Kaliber angebracht sind. Als Köder verwendet er Mückenlarven, Pinkies, Maden, kleine Würmer oder Mais.

Große Rotaugen lassen sich von der Bolo mit etwas aktiv geführter Pose leicht zum Biss animieren.


„FÜR DIE ROTAUGENANGELEI IST DER SERIE 2-HAKEN VON TUBERTINI GÜNTERSNUMMER EINS.“


ZWEI POSENTAKTIKEN

Meist angelt Günter mit Posen in Karottenform. Bei stärkerer Strömung und besonders beim verzögerten Angeln wird ein Schwimmer mit ovalem Körper eingesetzt. Die Tragkraft der Posen liegt, je nach Gewässertiefe und Strömung, zwischen vier und 20 Gramm.

Auch richtig große Fische, wie dieser Brassen von neun Pfund, lassen sich mit der Bolo bezwingen. Der Drill erfordert allerdings ein wenig Fingerspitzengefühl.


In stärkerer Strömung kommen bauchige Posenmodelle (hier grün) zum Einsatz.


Die Angeltechnik besteht aus zwei Varianten. Da ist zunächst das verzögerte Angeln zu nennen. Hierbei wird der Lauf der Pose leicht abgebremst, sodass der Köder vor der Pose treibt. Vor allem Rotaugen lassen sich so überlisten. Ausgelotet wird so, dass der Köder sich knapp über Grund befindet. Bei der zweiten Methode schleift der Köder hinter der Pose über dem Grund. Das Vorfach sollte hierbei rund zehn Zentimeter am Grund aufliegen. Bei dieser Methode ist es wichtig, dass die Pose eine gut tragende Antenne besitzt (zum Beispiel aus Hohlglas), damit sie nicht immer wieder unter Wasser gezogen wird. Nur bei einem Biss sollte sie abtauchen. Zielarten dieser Angelei sind Brassen, Güster und Barben. Auch wenn der Wind entgegengesetzt zur Strömung weht, ist diese Präsentation angebracht.

IN DER SPUR BLEIBEN

Da beim Boloangeln der Köder treibend angeboten wird, bringt eine Futterspur die besten Erfolge. Diese sollte eine Länge zwischen drei und fünf Metern aufweisen. Das reicht völlig aus. Als Futter setzt der Ex-Champion auf den von ihm entwickelten Euro Master Mix. Bei eher schwacher Strömung besteht seine Mischung aus „River“, „Roach“ oder „Brassen“. Ist die Strömung stärker, so kommt die Marke „Heavy“ zum Einsatz. Zusätzlich gibt er einige bunte Partikel und Lebendköder in die Futtermischung, um den Appetit der Fische anzuregen. Da weit vom Ufer entfernt geangelt wird, bringt Günter das Futter per Schleuder auf die entsprechende Distanz. Die Futterballen werden, damit man die Spur gut abfischen kann, ein Stück stromauf von dem Punkt eingeworfen, wo die Pose aufs Wasser trifft. Nehmen Sie zur Veranschaulichung eine Uhr als Anhaltspunkt: Sie werfen Ihre Montage vor sich auf zwölf Uhr aus, der kompakte Futterballen hingegen wird auf der Ein-Uhr-Stellung ins Wasser gebracht.

Es ist wichtig, dass die Futterspur bei jeder Drift getroffen wird. Um dies zu gewährleisten, wird die entsprechende Wurfdistanz mittels eines Markers oder eines Fettstifts auf der Schnur markiert. Auf diese Weise angelt man immer in der Spur.

Die Olivette wird fürs Finetuning durch mehrere Bleischrote ergänzt.


Das Fließwasserfutter sollte gut zusammenkleben, damit es sich erst am Gewässergrund auflöst und durch die Strömung eine Futterspur bildet.


CLEVERES ZWISCHENVORFACH

Das eigene Vorfach für die Bebleiung wird auf einem Wickelbrett ans Wasser transportiert.


Bei der Bebleiung geht Günter seinen eigenen Weg. Er bringt sie nicht auf der Hauptschnur an, sondern auf einem speziellen Zwischenvorfach, das je nach Wassertiefe zwischen einem und zwei Metern lang ist. Dieses Vorfach ist mit einer Stärke zwischen 0,22 und 0,25 Millimetern deutlich stärker als die Hauptschnur. Der Grund dafür: Verhedderungen von Blei und Vorfach lassen sich so wesentlich einfacher entwirren als bei einer dünnen Schnur. Befestigt wird das Zwischenvorfach an der Hauptschnur durch eine Schlaufe-in-Schlaufe-Verbindung. Es kommt eine Olivette zum Einsatz, die mittels zwei Silikonschläuchen als Festblei montiert wird, sowie einige Schrotbleie. Beim Schrotblei werden sechs bis acht Bleie in den Größen zwischen No. 8 und No. 2 auf der Schnur befestigt, wobei das kleinste Blei unten angeklemmt wird. Die Bleie bilden unterhalb der Olivette beim Angeln eine Kette. Zum Transport schiebt Günter die Bleie zusammen und wickelt das Vorfach auf einen Aufwickler. Ans Ende des Zwischenvorfachs kommt ein Microwirbel, in den das eigentliche Vorfach eingeschlauft wird. Der Wirbel verhindert ein Verdrallen des Endvorfachs.