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Stopp and Go


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tennisMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 80/2022 vom 18.07.2022

BESSER SPIELEN TECHNIK

Artikelbild für den Artikel "Stopp and Go" aus der Ausgabe 80/2022 von tennisMAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
VARIATION IST TRUMPF: Mit dem Stoppball verleihen Sie Ihrem Offensivspiel eine neue Dimension.

EXPERTE

ANTONIO VALDÉS AKADEMIE

Die Antonio Valdés Akademie gibt an sieben Standorten in Norddeutschland ihr Fachwissen an Tennisspieler jeder Spielstärke weiter und vermittelt Interessierte an Colleges in die USA. Cheftrainer Milo Quiroz hat selbst am College gespielt und als Coach unter anderem mit Ex-Profi James Blake gearbeitet.Kontakt: experte@tennismagazin.de

1| Minitennis

Einspielen mal anders. In den meisten Trainingseinheiten wird der Ball selbst im kleinen Feld schon mit Topspin und teilweise extremen Griffen über das Netz gespielt. Die Folge: Auch von der Grundlinie fühlen sich die meisten Spielerinnen und Spieler nur mit ihrem Vorhand-, bzw. Rückhandgriff und viel Vorwärtsdrall wohl. Der Hammergriff, der neben dem Aufschlag, Slice und Volley auch für den Stopp verwendet wird, kommt häufig zu kurz. Das „Minitennis“ soll dem entgegenwirken. Durch das Einspielen im ...

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... kleinen Feld mit Hammergriff und ohne Topspin gewöhnen Sie sich an den ungewohnten Griff und bereiten sich auf den Stopp vor. Spielen Sie hier noch keine kurzen Bälle, sondern von T-Linie zu T-Linie (gerade oder mit leichtem Unterschnitt). Auch das Ballgefühl, was für den Stoppball enorm wichtig ist, wird durch diese Übung geschult. Den korrekten Hammergriff bekommen Sie, indem Sie den Schläger senkrecht vor sich halten und den Griff umfassen, als würden Sie jemandem die Hand schütteln.

Und schon kann es losgehen mit dem Minitennis!

2| Drei-Finger-Stopp

Ein gefühlvoller Stopp erfordert eine sanfte Hand.

Fassen Sie für diese Übung den Schläger nur mit Daumen, Mittel- und Ringfinger an. Den Zeige- und den kleinen Finger spreizen Sie vom Griff ab, als wenn Sie ein „Heavy-Metal-Zeichen“ zeigen wollen würden.

Dies soll dazu dienen, eine lockere Hand zu bekommen und im Schlag nicht zu versteifen, bzw. zu fest zuzufassen. Wenn Sie in der Hand zu sehr verkrampfen, verlieren Sie das Gefühl für den Stopp. Da Sie den Ball beim Stopp aber möglichst nah hinter das Netz spielen möchten, brauchen Sie alles an Ballgefühl, was Sie in sich tragen. Versuchen Sie den Drei-Finger-Stopp zunächst auf angespielte Bälle von der T-Linie. Wenn Sie sich wohl fühlen, können Sie diese Methode auch aus dem Halbfeld probieren. Ziel des Stopps ist es, den Ball mit Rückwärtsdrall so kurz wie möglich zu spielen. „Wenn der Ball fünfmal im T-Feld aufkommt, ist der Stopp perfekt“, so Experte Niklas Albrecht. Außerdem ist beim Stopp der Name Programm: Schwingen Sie anders als beim Slice nicht durch den Ball durch, sondern stoppen Sie ihre Schlagbewegung kurz nach dem Treffpunkt ab.

3| Volleystopp im T-Feld

Ballgefühl und Lockerheit sind beim Stoppball der Schlüssel zum Erfolg! Daher bietet es sich an, auch beim Einspielen schon Volleystopps ins Programm einzustreuen. Beim Volleystopp kommt es auf ein lockeres Handgelenk an, um Tempo aus dem ankommenden Schlag zu nehmen und ihn hinter das Netz abtropfen zu lassen. Sie stehen am Netz, Ihr Partner bezieht an der Aufschlaglinie Stellung. Spielen Sie miteinander im kleinen Feld abwechselnd einen Volley an die T-Linie und einen Volley als Stopp, versehen Sie auch ihn mit Rückwärtsdrall. Durch den Rückwärtsdrall beim Stopp bleibt der Ball auf der Stelle stehen und springt nicht weiter auf den Gegner zu. Ihr Partner lässt den Ball aufspringen und spielt ihn wieder zu Ihnen zurück.

Danach orientiert er sich mit dem Gesicht zu Ihnen wieder rückwärts nach hinten an die T-Linie und spielt dort den nächsten Ball. Weiterer Vorteil der Übung: Ihr Partner auf der anderen Seite gewöhnt sich gleichzeitig daran, ans Netz zu starten und auf Stoppbälle zu reagieren. Wechseln Sie die Positionen durch!

4| Gegenstopp

Jetzt wird es anstrengend! Diese Übung ist besonders für leistungsstarke Spieler geeignet. Was gerade noch Partnerarbeit war, wird nun zur Herausforderung: einen Stopp erlaufen. Der Trainer wirft abwechselnd auf die Vorhand- und Rückhandseite einen kurzen Ball an. Die Aufgabe des Spielers ist es, die Bälle zu erlaufen und selbst einen möglichst kurzen Schlag anzusetzen. So wird eine klassische Spielsituation simuliert:

Wenn Sie einen Stoppball erst unterhalb der Netzkantenhöhe erreichen, ist der Gegenstopp meistens die einzig logische Antwort. Wichtig beim Erlaufen eines Stopps auf Asche: auch beim Rutschen die Balance zu halten. Verlagern Sie dafür ihr Gewicht weit nach unten und setzen als Rechtshänder sowohl auf der Vorhand- als auf der Rückhandseite den rechten Fuß nach vorne. So maximieren Sie Ihre Reichweite und kommen selbst an die unmöglichsten Bälle heran.

5| Versteckspiel

Ab an die Grundlinie: Jetzt gilt es, das Ballgefühl von der T-Linie ins große Feld zu übertragen. Bleiben Sie also immer noch locker in der Hand! Der Stopp ist ein grundsätzlich offensiver Schlag. Sie brauchen für ihn die Balance, die Sie in der Defensive meist nicht bekommen, weil Sie der Gegner unter Druck setzt. „Wenn ich im Feld bin und der Gegner außerhalb des Feldes, spiele ich einen Stoppball“, gibt uns Experte Milo Quiroz als Faustregel mit auf den Weg. Also: rein ins Feld. Der Trainer spielt die Bälle ins Halbfeld an, abwechselnd auf die Vorhand- und die Rückhandseite.

Die Rückhand wird hier allerdings zunächst umlaufen und als Vorhand gespielt.

Zwischen den Schlägen geht es zurück hinter die Grundlinie und um die schwarze Markierung herum. Ziel der Übung ist es, möglichst präzise in die Zone zwischen den Hütchen und dem Netz zu spielen.

Die Hütchen stehen – je nach Leistungslevel des Spielers – etwa zwei Meter vom Netz entfernt. Üben Sie hier außerdem den Überraschungseffekt! „Jede Millisekunde ist wichtig. Es geht darum, dem Gegner so viel Zeit zu rauben wie möglich“, sagt Trainer Andrés Quiroz. Je eher der Gegner den Stoppball erkennt, desto mehr Zeit hat er, an den Ball heranzukommen. Versuchen Sie deshalb also, den Stoppball so lange es geht zu verstecken. Holen Sie zunächst so aus, als würden Sie eine normale Topspin-Vorhand spielen. Diese Übung ist die perfekte Möglichkeit, um diesen Überraschungsmoment zu trainieren. Matchnah, aber ohne den Druck zu verspüren, bei einem schlechten Stopp den Punkt zu verlieren, können Sie so das Umgreifen immer weiter hinauszögern. Erst im letzten Moment wechseln Sie zum Hammergriff und legen den Ball kurz hinter das Netz. Nicht verzagen, wenn es beim ersten Versuch nicht reibungslos klappt. Übung macht bekanntlich den Meister. Als Variante kann diese Übung auch als Rückhandstopp gespielt werden, statt sie zu umlaufen. Achten Sie auch hier auf das Versteckspiel!

6| Aus dem Spiel heraus

Um den Stoppball aus dem Spiel heraus zu trainieren, kommt ein Klassiker zum Einsatz: Spielen Sie Hosenträger* gegeneinander und versuchen Sie, den Stoppball vorzubereiten. Ihr Ziel ist es also, Ihren Gegner möglichst weit aus dem Feld hinauszudrängen. Wenn Sie die Möglichkeit für einen Stopp sehen, schlagen Sie zu! Gehen Sie ins Feld rein und spielen den Stopp so, dass der Gegner einen möglichst weiten Weg zum Ball hat. Achten Sie darauf, dass sich der höchste Punkt der Flugkurve auf der eigenen Seite befindet. Vielleicht merken Sie selbst: Der Stopp ist oft einfacher zu spielen, wenn der Ball mit einer gewissen Geschwindigkeit auf Sie zukommt, als wenn der ankommende Ball „tot“ ist. In den meisten Fällen ist der Stoppball selbst kein Winner, sondern nur Vorbereitung für den Punktgewinn, wenn der Gegner nur noch haarscharf an den Ball kommt und außer Balance ist. Quasi Stopp und Go!

*Eine Seite schlägt immer cross, die andere immer longline. Beide Spieler rochieren dabei nach jedem Schlag an der Grundlinie zwischen Vorhand- und Rückhandseite.