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STORY: Auferstanden aus Ruinen… Untergrundsender DDR1


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TecTime Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 15.09.2019
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Bildquelle: TecTime Magazin, Ausgabe 12/2019

Gehen wir erst einmal von dem aus, was wir wissen und das ist eigentlich nichts. Sei Jahren geistert ein Phantom durch Orte im südöstlichen Teil von Deutschland. Beschrieben wird er als ein Mann in ziemlich alter Kleidung mit einer typischen Mütze aus DDR-Zeiten.

Nein, der mit dem schwarz/rot/goldenen Hut während einer Pegida-Parade war es nicht. Bis hierin ist an der Geschichte nichts besonderes dran. Doch dieser Mann soll aus einem älteren Wohnwagen – manche sagen, es sei eher ein rollende Obst-und Gemüsestand – TV-Sendungen unter dem Label „DDR 1”in den Äther schicken. Ganz ...

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... zeitgemäß in DVB-T oder T2. Und die Inhalte setzen sich aus Sendungen des ehemaligen DDR-Fernsehens zusammen: alte Volkskammersitzungen, das Sandmännchen oder zu Besuch bei den Honeckers. Angereichert soll das Ganze dann noch mit Filmen über den Klassenfeind sein.

Dieser Pirat soll sich „Pampfi” bzw. „Peter Pfiffmann” nennen. Der Name ist natürlich angenommen. „Pampfi” ist eine Figur aus einem Verkehrserziehungsprogramm des früheren DDR-Fernsehens.

Diskutiert wurde die Sache in zwei Foren. Es gab sogar ein Bild von „Pampfi”, das allerdings vor ein paar Monaten gelöscht wurde.

Ist die Geschichte nun wahr oder unwahr? Das ist die große Frage. Warum sollte jemand die alten DDR Fernseh-Inhalte noch einmal aufbrühen? Nostalgie, das tolle Leben damals, nicht vergessen können oder einfach als Spaß?

Nun ist der Spaß in der Tat nicht allzu teuer. Den Minisender für DVB-T gibt es für knapp 400, -Euro, die passende Antenne kommt auf ca. 70, -Euro. Dazu kommen dann noch ein Decoder und eine Festplatte als Abspielgerät.

Eigentlich müsste bei der Bundesnetzagentur die Sache bekannt sein. Also haben wir uns erst einmal an diese Behörde gewandt. Und das ist die Antwort:

„Sehr geehrter Herr Mass

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Der Sender ist uns bisher nicht bekannt geworden. Fall er existiert, wäre es für uns ohne Kenntnis der Sendefrequenz und der Zeiten schwierig, einen solchen Sender ausfindig zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Leiter Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Bundesnetzagentur”

Natürlich haben wir auch eigene Recherchen angestellt. Unter DDR1, Pampfi, illegaler TV-Sender und anderen Suchbegriffen ist nichts zu finden. Außer in zwei Foren (eines ist inzwischen geschlossen) haben wir keine Hinweise gefunden. Nur ein Leser aus Suhl behauptet felsenfest „DDR 1” empfangen zu haben.

Angeblich werden die Orte der Sendungen nur verschlüsselt angekündigt. Zum Beispiel in Form einer Quiz-Frage; „Wo wurde der Radrennfahrer Wolfgang Lötzsch geboren?” Chemnitz ist die richtige Antwort und somit der nächste Pampfi-Tatort.

Man hält in der Ex-DDR eben einfach zusammen und verrät nichts, meinte unser Leser.

Übrigens, die Vermutung in den Foren, dass „Pampfi” den Peilsender der Fahnder einfach stört ist falsch, Es gibt keine Peilsender, sondern nur Peilempfänger. So ermittelt der Digitale Funkpeiler DDF®255 oder sein mobiler Bruder von Rohde & Schwarz die Herkunft eines Signals punktgenau.

Was spricht dafür, dass DDR1 existiert?

Der Screenshot mit dem DDR1-Logo, ein paar Aussagen angeblicher Zuschauer? Das reicht nicht.

Und was spricht dagegen? Mit der Beschreibung von „Pampfi” wird ein Klischee bedient. DDR-Mütze, alte Kleidung, alter Wohnwagen aus DDR-Produktion und nostalgische DDR-TV Inhalte. Aber auch die Technik sollte die Sache fast unmöglich machen.

Einen aktiven Sender überlagern, um sich bemerkbar zu machen, ging früher in FM, jedoch nicht bei DVB-T. Und seine Zuschauer werden wohl kaum jedes Mal einen Suchlauf machen, um DDR1 auf einer freien Frequenz zu finden.

Wie auch immer, sendende Piraten sind oft Sympathieträger und ich kann mich dem auch nicht ganz entziehen. Zumal ich vorbelastet bin. Doch diese Story rund um „Pampfi” ist ein wenig zu dick aufgetragen, als dass sie wahr sein könnte.