Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Straelener Schnittblumentag: Viele Präparate in der Warteschleife durch Antragsstau bei der Zulassung


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 12.01.2019

Der Straelener Schnittblumentag am 27. November 2018 war als Fortbildungsmaßnahme für den Pflanzenschutz-Sachkundenachweis zertifiziert. Daher gehörten Pflanzenschutzvorträge zu rechtlichen Fragen und zur Applika - tionstechnik zum Programm.


Artikelbild für den Artikel "Straelener Schnittblumentag: Viele Präparate in der Warteschleife durch Antragsstau bei der Zulassung" aus der Ausgabe 2/2019 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Rainer Wilke informierte über Rechtsfragen im Pflanzenschutz.


Fotos: Dr. Heinrich Dreßler

Rainer Wilke, Pflanzenschutzdienst der LWK NRW, referierte über rechtliche Rahmenbedingungen. Wer Pflanzenschutz betreibe, müsse zahlreiche Gesetze und Verordnungen beachten, die von der EU, dem Bund und den Bundesländern erlassen wurden.

Paragraf 3 des Pflanzenschutzgesetzes ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von TASPO. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Leichteres Zuwandern von Qualifizierten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leichteres Zuwandern von Qualifizierten
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Plantion: Umsatz 2018 ging leicht zurück. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Plantion: Umsatz 2018 ging leicht zurück
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von 26 Gärtner-Logen bei Landgard auf der IPM. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
26 Gärtner-Logen bei Landgard auf der IPM
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Bio-Kunststoffe keine Lösung beim CO2. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bio-Kunststoffe keine Lösung beim CO2
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Übernahme von sechs Hektar Gewächshausfläche: Großanlage geht an Wimex. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Übernahme von sechs Hektar Gewächshausfläche: Großanlage geht an Wimex
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von UNTERNEHMEN IM GRÜNEN MARKT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
UNTERNEHMEN IM GRÜNEN MARKT
Vorheriger Artikel
Ende einer Ära in der Zierpflanzenzüchtung: Investor ka…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Fruit Logistica 2019 in Berlin: Fruit Logistica zeigt auch neue F…
aus dieser Ausgabe

... fordert vom Anwender, die gute fachliche Praxis einzuhalten. Diese werde seit 2010 von Behörden und Gerichten als Standardverfahren betrachtet, erklärte Wilke. Der chemische Pflanzenschutz sollte dabei möglichst reduziert werden, zum Beispiel durch den Einsatz von Nützlingen. Vorbeugende Maßnahmen sind zu bevorzugen, Wilke erwähnte die Hygiene als wichtigen Faktor. Geräte seien ordnungsgemäß zu reinigen, Reste von Pflanzenschutzmitteln seien generell als Sondermüll zu behandeln. Wilke empfahl den Gärtnern, bei Fragen zum Pflanzenschutz die Angebote der Beratung zu nutzen.

In Paragraf 9 des Pflanzenschutzgesetzes geht es um die Sachkundepflicht. Regelmäßige Fortbildungen sind vor - geschrieben, damit Personen, die mit Pflanzenschutzmitteln umgehen, fachlich nachweislich auf dem neuesten Stand sind.

Wer eine Fortbildung im Drei-Jahres-Zeitraum versäumt hat, sollte diese so schnell wie möglich nachholen, wenn er fortbildungspflichtige Tätigkeiten aufnimmt. Das Fehlen der Fortbildung ist den zuständigen Stellen anzuzeigen. Wer bei einer Kontrolle keine Fortbildung nachweisen kann, wird aufgefordert, diese nachzuholen. In besonderen Fällen ist auch ein Entzug der Sachkunde möglich. Die Drei-Jahres-Blöcke, in denen eine Fortbildung zu absolvieren ist, ändern sich durch eine Unterbrechung nicht.

Wer Pflanzenschutzmaßnahmen für Dritte durchführt, ist verpflichtet, dies den zuständigen Stellen anzuzeigen. Dies gilt nach Wilkes Aussage auch für Friedhofsgärtner.

Zulassung auf zwei Ebenen

Zum Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel erklärte Wilke, dass die Wirkstoffe auf europäischer Ebene von der EU-Kommission zugelassen werden, die formulierten Präparate dagegen auf nationaler Ebene.

Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) bewertet alte und neue Wirkstoffe, dabei gelten verschiedene Gefahren für Gesundheit und Umwelt als Ausschlusskriterien. Derzeit sei bei der EFSA ein Bearbeitungsstau zu verzeichnen, berichtete Wilke. Bei fehlender Bewertung eines Wirkstoffs ist eine kurzfristige Verlängerung um ein Jahr möglich. Liege keine Bewertung vor, sei die Zukunft der entsprechenden Präparate unklar.

So falle mit Fenomenal ein wichtiges Fungizid weg, weil der Wirkstoff keine Zulassung habe. Das Aufbrauchen dieses Präparats sei bis zum 14. November 2019 möglich, hier wurde die Frist nach Abverkaufsende von einem Jahr auf drei Monate verkürzt. Exemptor verschwinde mit regulärer Ablauffrist vom Markt (Aufbrauchfrist endet am 30. Juni 2020), auch Mogeton gegen Lebermoos stehe nach dem 30. Juni 2020 nicht mehr für eine Anwendung zur Verfügung.

An der nationalen Zulassung sind vier Behörden beteiligt. Wilke erwähnte einen Antragsstau beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel - sicherheit (BVL), von dem derzeit mehr als 100 Präparate mit Relevanz für den Zierpflanzenbau betroffen seien. Auf Druck der Hersteller wolle das BVL den Stau aber bis Mitte 2019 abbauen.

Angesichts der schwierigen Situation im chemischen Pflanzenschutz sollten sich die Produzenten „mehr auf die Grundlagen besinnen“, schlug Wilke vor. Allerdings gebe es nicht immer Alternativen. So sei die Bekämpfung von Thripsen und Weißen Fliegen „nicht einfach“ und werde eher noch schwieriger.

Bei Tankmischungen können neue Vorgaben zum Bienenschutz dazu führen, dass sich die Bienengefährlichkeit (B-Klasse) der Mischung gegenüber den Einzelpräparaten ändert. Bestimmte Insektizid-Mischungen sollten daher nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden.

In der Diskussion sei die Höhenstaffelung (unter 50 cm / 50 bis 125 cm / über 125 cm) bei der Anwendung bestimmter Pflanzenschutzmittel. In den Niederlanden werde die Gesamtaufwandmenge (kg/ha oder l/ha) angegeben – dies wäre laut Wilke auch für Deutschland besser, um nationale Zulassungen einfacher übertragen zu können.

Beschränkung durch Auflagen

Zum Abschluss wies Wilke auf verschiedene Auflagen hin. So beschränke die Auflage NZ113 Anwendungen der betreffenden Präparate auf vollständig versiegelte Flächen im Gewächshaus. Dies diene dem Schutz von Bodenorganismen und Grundwasser.

Im Freiland sei bei Pflanzenschutzmaßnahmen auf den geforderten Abstand zu Anwohnern und Spaziergängern zu achten – in Flächenkulturen sind dies zwei Meter, in Raumkulturen fünf Meter (je nach Auflage auch mehr). Zu Flächen wie Gärten sei dieser Abstand immer einzuhalten, zu Wegen dann, wenn sich Personen dort aufhalten. An Gewässern ist beim Abstand die Böschung mit zu berücksichtigen, sie zählt zum Gewässer dazu.

Weitere Berichte in TASPO 49 und 51/18.