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Straelener Schnittblumentag: Weniger Rosen an der Uhr


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 49/2018 vom 08.12.2018

Der Straelener Schnittblumentag 2018 stand im Zeichen der Rose. Rund 80 Interessierte kamen am 27. November in das Versuchszentrum Gartenbau, um aktuelle Informationen über Pflanzenschutz und Markt zu erhalten. VonDr. Heinrich Dreßler


Artikelbild für den Artikel "Straelener Schnittblumentag: Weniger Rosen an der Uhr" aus der Ausgabe 49/2018 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Jos van der Venne (v. l.), Andreas Große-Kock und Hans-Peter Riskes.


Fotos: H. Dreßler

Zum Themenbereich Markt waren Hans-Peter Riskes und Jos van der Venne von der Veiling Rhein-Maas in Herongen als Referenten eingeladen. Riskes präsentierte Absatzdaten der Veiling. Die Menge der über die Uhr vermarkteten Schnittblumen war von 2014 bis 2017 rückläufig, sie verringerte sich ...

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... von 542 auf 496 Millionen Stiele.

Der Trend setzte sich 2018 im Vergleich zu 2017 (jeweils bis Kalenderwoche 44) fort. Hier war der Rückgang nach Angaben von Riskes vor allem den Rosen geschuldet, deren Menge sich von rund 127 auf 120 Millionen Stiele reduzierte. Der Rückgang betraf sowohl Rosen aus lokaler Erzeugung (Deutschland, Benelux) mit minus 1,5 Millionen Stielen als auch Importrosen mit minus 5,8 Millionen Stielen. Bei Letzteren sei der Rückgang in erster Linie auf Probleme in Kenia und Äthiopien zurückzuführen, sagte Riskes. In Europa seien die Rückgänge vor allem wetterbedingt, so hätten Spätfröste zu Schäden im Freiland geführt. Durch die Hitze im Sommer habe es einen höheren Anteil kurzer Stiele gegeben, die die Produzenten zum Teil nicht vermarktet hätten.

Als problematisch bezeichnete Riskes die geringe Kaufhäufigkeit bei Schnittblumen. So würden 23 Prozent der Verbraucher nie Blumen kaufen. Möglicherweise habe das Image von Blumensträußen unter der Vermarktung durch Discounter gelitten.

Anbauflächen für Schnittrosen

Jos van der Venne informierte über die internationale Schnittrosen-Produktion. Die Anbaufläche der 352 Rosenproduzenten in Deutschland bezifferte er auf 323 Hektar, davon 224 Hektar im Freiland und 99 Hektar im Gewächshaus. Die mit Abstand größten Anbauflächen (Freiland und geschützt) befinden sich in China (15.000 Hektar) und Indien (10.000 Hektar), in diesen Ländern wird für den lokalen Markt produziert.

Rosen aus Südamerika (Ecuador: 2.750 Hektar, Kolumbien: 2.600 Hektar Anbaufläche) werden vorwiegend in die USA und nach Russland exportiert. Der Exportwert der Rosen aus Ecuador beläuft sich auf 520 Millionen Euro. Davon entfallen rund 40 Prozent auf die USA, 20 Prozent auf Russland und zehn Prozent auf die Niederlande.

Wichtige Zulieferländer für den europäischen Markt sind Kenia (2.900 Hektar Anbaufläche) und – seit rund 15 Jahren – Äthiopien (1.200 Hektar). Rosen aus Äthiopien (Exportwert: 300 Millionen Euro) werden zu 90 Prozent in die Niederlande exportiert, Rosen aus Kenia (Exportwert: 600 Millionen Euro) zu 70 Prozent. Letztere werden in den Niederlanden zu einem größeren Teil an der Uhr gehandelt, ein Teil geht aber auch direkt an Exporteure. Zudem beliefern kenianische Produzenten Handelsketten im Vereinigten Königreich – Anteil dieses Ziellandes am kenianischen Exportwert: etwa zehn Prozent. Direktexporte von Kenia nach Deutschland spielen eine geringe Rolle. Die Durchschnittsgröße der 129 Rosenbetriebe in Kenia liege bei rund 20 Hektar – in Deutschland sind es 0,9 Hektar (siehe oben).

Die Niederlande exportieren Rosen im Wert von einer Milliarde Euro. Rund 35 Prozent des Rosen-Umsatzes entfallen auf Deutschland, 15 Prozent auf Frankreich und zehn Prozent auf das Vereinigte Königreich. In den Niederlanden ging die Anbaufläche stark zurück – von über 900 Hektar im Jahr 2002 auf jetzt noch 217 Hektar (Freiland und Gewächshaus). Bei einigen großblumigen Sorten in Rot und Weiß spielen niederländische Produzenten weiterhin eine Rolle, da diese Farben transportempfindlich sind. Deutsche Gärtner sind vor allem bei Freiland-Sprayrosen stark.

Blumengeschäfte in Bahnhöfen

Den Absatz von Rosen aus Sicht eines Blumeneinzelhändlers stellte Andreas Große-Kock dar. Der Unternehmer betreibt Blumengeschäfte in den Hauptbahnhöfen von Duisburg, Essen und Düsseldorf. Wichtige großblumige Sorten seien ‘Red Naomi’, ‘Avalanche+’ und die zweifarbige ‘Jumilia’ in Weiß-Pink. Bei großblumigen Rosen biete er die erste Sortierung eines niederländischen Lieferanten an und habe sich damit bei seinen Kunden ein gutes Image aufgebaut. Daher rekrutierten sich diese nicht nur aus Bahnhofsbesuchern – es kämen auch Käufer gezielt aus der Stadt.

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Der Autor

Dr. Heinrich Dreßler , verantwortlicher Fachredakteur der Gärtnerbörse, Dr. rer. hort., Dipl.-Ing. agr. Gartenbau