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STRATEGIE: Bissindikation oder Imitation?


karpfen - epaper ⋅ Ausgabe 40/2018 vom 15.06.2018

ZEIGEN OPTISCHE BISSANZEIGER WIRKLICH AN, WAS AM HAKENKÖDER UND AM RIG PASSIERT? ODER HÄNGEN SIE HAUPTSÄCHLICH UNTER DEN RUTEN, UM EINEN GUTEN EINDRUCK FÜR EIN FOTO AUF INSTAGRAM ZU MACHEN? MAT WOODS GEHT DIESEM THEMA AUF DEN GRUND UND FRAGT EINIGE TOP-KARPFENANGLER, WELCHE BISSANZEIGER IHRER MEINUNG NACH IDEAL SIND.


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Bildquelle: karpfen, Ausgabe 40/2018

Nur für die Optik oder bietet dieses System auch eine gute Bissanzeige?


Eines möchte ich gleich vorwegnehmen: Die beste Bissanzeige oder den besten Bissanzeiger gibt es meiner Meinung nach nicht. Viel hängt davon ab, wie und wo geangelt wird. Aber natürlich spielen auch die speziellen ...

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... Vorlieben des Anglers eine entscheidende Rolle. Es sieht so aus, als hätte jeder Karpfenangler eine andere Meinung zum Thema Bissanzeige.

Zu Beginn meiner Karpfenangler-Karriere habe ich nicht sonderlich viel über Bissindikation nachgedacht. Meine ersten Karpfen fing ich mit einer Feederrute. Bei dieser Angelmethode war die Schnur gespannt und die sensible Rutenspitze zeigte Bisse sehr zuverlässig an. Auch später, als ich schwerere Karpfenruten verwendete, spannte ich die Schnur, bis die Rutenspitze leicht gebogen war. Auch hierbei diente mir die Rutenspitze zur Bissanzeige. Dann kamen die Veränderungen und ich stellte auf Freilaufrollen, elektronische Bissanzeiger sowie Einhängebissanzeiger um. Im Laufe der Jahre wechselte ich einige Male die optischen und akustischen Bissanzeiger. Motivation dafür war vorrangig, dass ich modisch up to date sein wollte. Die Verbesserung der Bissanzeige war eher zweitrangig. Auch heute denken nicht wenige Karpfenangler in diesen Mustern: Das Set-Up muss vor allem gut aussehen, eine effektive Bissanzeige steht häufig an zweiter Stelle. Einige fischen bei starkem Seitenwind mit einem gewaltigen Schnurbogen auf Distanzen von etwa 100 Metern, andere hingegen straffen ihre Schnüre extrem, obwohl zwischen ihnen und dem Köder gerade einmal 20 Meter liegen. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es natürlich noch viele weitere Vorgehensweisen. Wie dem auch sei, eine effektive und frühzeitige Bissindikation kann deutlich dabei helfen, mehr Fische ans Ufer zu holen.

Ein Standard-Set-Up im Einsatz.


ALLES DICHT

Ich selbst stelle im Gegensatz zu vielen anderen Karpfenanglern den Freilauf oder die Bremse meiner Rollen sehr fest ein. Damit möchte ich vermeiden, dass die Fische nach einem Biss viel Schnur von der Rolle ziehen. Ob sich Krautfelder im Wasser befinden oder nicht – so fische ich am liebsten. Ich habe festgestellt, dass ich mit dieser Vorgehensweise nur äußerst wenige Fische verliere.

Auch wenn diese Vorgehensweise so manches Problem löst, schafft sie auch ein neues: Wird die Schnur nach dem Biss vom Fisch gestrafft, kommt zunächst einmal die Schnurdehnung ins Spiel. Dieser Prozess wird vom Bissanzeiger nicht angezeigt. Ich möchte aber, dass auch kleine und seitliche Bewegungen der Schnur angezeigt werden. Um das zu bewerkstelligen, klemme ich die Schnüre in die Clips der Bobbins fest und ziehe diese in Richtung der Rollen, anstatt sie unter den Ruten zu positionieren. Auf dem linken Foto kann man gut erkennen, was ich genau meine. Es mag vielleicht etwas befremdlich aussehen, aber es funktioniert und genau darum geht es.

Weil die Schnur im Clip des Bobbins fixiert ist, wird jede Bewegung, ob seitwärts oder nicht, registriert. Denn ich kann den Bobbin so positionieren, dass die Schnur nach einem Biss direkt freikommt. Das Resultat? Eine direkte und ausreichende Bissanzeige, hauptsächlich visuell, weil der Bobbin etwas heruntersackt. So kann ich mich noch gut an eine Session mit Ant Molyneux erinnern, als ich, nachdem ich das Zig-Rig ausgeworfen hatte, einen einzelnen Piepser bekam. Auf den ersten Blick war nichts geschehen, aber dann sah ich, wie sich der Bissanzeiger langsam nach oben bewegte. „Das ist ein Biss“, sagte Anthony sofort. Weiter war nichts zu sehen und ich wartete darauf, dass die Schnur freikam. Aber nichts geschah. Einige Sekunden später sah ich den Bissanzeiger vibrieren, verursacht durch einen Schwanzschlag eines Fisches. Schnell griff ich die Rute auf und baute Druck auf, denn der Fisch hatte schon Kurs auf ein Krautfeld genommen. Beim Angeln mit schlaffer Schnur hätte ich bestimmt nichts gemerkt und vielleicht den Fisch verloren, weil bei dieser Vorgehensweise die Bissanzeige verzögert erfolgt.

Straffe Schnüre, kurze Ketten und die Bobbins so weit hinten wie möglich positioniert.


Der Bobbin bewegte sich bei diesem „Zig-Karpfen“ nur minimal!


DOPPELT SENSIBEL

In dieser Fotoserie ist deutlich zu sehen, was geschieht, wenn die Schnur sich frei durch den Clip des Bissanzeigers bewegen kann (oben, Serie A) und im Fall, wenn die Schnur festgeklippt ist (unten, Serie B). Der Bissanzeiger muss sich im ersten Fall zweimal so weit bewegen, um die die gleiche Schnurbewegung anzuzeigen, wie die Schnur am festgeklippten Bobbin. Kurzum, die Bewegung wird doppelt so gut bzw. schnell registriert.

A1


A2


A3


B1


B2


B3


Eine gute Bissindikation war essentiell für den Fang des herrlichen Spieglers.


Eine ähnliche Erfahrung machte ich am Baden’s Bridge Pool, wo ich zusammen mit Rob Hughes für Unterwasseraufnahmen für die „Below The Surface-Serie“ fischte. Ich bekam einen einzigen Piepser und sah, dass der orangefarbene Bobbin sich ein wenig hin und her bewegte. Ich lief zu der Rute und hatte einen Mittzwanziger am Haken, der direkt ins nahegelegene Krautfeld schwamm. Rob vermutete, dass meine Bissindikation nicht optimal war. Er zog seine Taucherausrüstung an und fand heraus, dass sich das Blei keine 30 Zentimeter bewegt hatte, bis ich die Rute aufgenommen hatte.

Aus diesem Grund fische ich so gerne mit einer festgeklippten Schnur. Wenn ich eine Bissanzeige erhalte, weiß ich, dass mein Rig/Blei bewegt wurde. Vielleicht durch einen gehakten Fisch, vielleicht durch etwas anderes. Man kann den Bissanzeiger so sensibel einstellen, dass die minimalste Bewegung registriert wird. Ganz besonders im Winter kann das sehr wichtig sein. Für mich funktioniert es, und das zählt. Mit meinem „Yin Yang-Clip“ kann ich alle Gewässerbereiche befischen, auch wenn ich mit schlaffer Schnur und beispielsweise am eigenen Ufer mit einem Chod-Rig angle. Dann habe ich vielleicht nicht die beste Indikation, aber in solch einem Fall ist eine „stille“ Schnur besser als eine straff gespannte „singende“ Leine.

LEICHT ODER SCHWER?

Normalerweise fische ich mit leicht beschwerten Bobbins, weil mein Set-Up und die kurze Kette automatisch einen Winkel zwischen der Schnur und dem Rädchen des Bissanzeigers bilden. Um das zu erreichen, benötige ich kein zusätzliches Gewicht. Eine lange Kette würde in diesem Fall kontraproduktiv sein.

Stark gespannte Schnüre mit schweren Hangern sorgen bei minimaler Bewegung des Bleis für eine Art Katapulteffekt.


Hier wird mit extrem schlaffer Schnur geangelt


Mit diesem Set-Up habe ich schon überall gefischt: Hier in England an kleineren Gewässern, aber auch auf dem europäischen Festland mit geflochtener Hauptschnur auf große Distanz an großen Gewässern. Dabei löst sich der Bobbin sofort von der Schnur, sobald sich das Blei bewegt.

Aber wie das bekannte Sprichwort schon sagt: Viele Wege führen nach Rom. Kev Hewitt, der schon viele große Karpfen gefangen hat, schwört auf schwere Bobbins aus Metall, die er an einer stramm gespannten Schnur einsetzt. Ich fragte ihn nach dem Vorteil dieser Vorgehensweise. Seine Antwort fiel eindeutig aus: „Es ist ganz einfach, in meinen Augen ist dies die beste Bissregistration. Wenn der Bobbin sich bewegt, wurde das Blei versetzt, so einfach ist das. Wenn das Blei versetzt wurde, hatte man einen Biss oder ein Fisch wurde nach der Aufnahme des Hakenköders nicht gehakt. Dann sollte das Rig gründlich überprüft werden. Bei einer schlaffen Schnur kann ein Piepser viele Ursachen haben, beispielsweise Wind oder Schnurschwimmer“. Es ist interessant, das von jemand zu hören, der meistens an nicht ganz so einfachen, glasklaren Gewässern fischt.

Auch Roy Russel, der an klaren Kiesgruben fischt, benutzt schwere optische Bissanzeiger in Kombination mit schweren Bleien und straffen Hauptschnüren: „Wenn das Blei nur ein kleines Stück versetzt wird, setzt ein Federeffekt ein. So wird das Eindringen des Hakens ins Fischmaul unterstützt. Der schwere Bissanzeiger sorgt für eine gute Indikation und ein gutes Rig sorgt für den Rest!“

SCHNURSCHWIMMER ERKENNEN

Es gibt auch Angler, die nicht nur ausschließlich an der reinen Bissanzeige interessiert sind. Ellis Brazier ist ein Angler, der sich sehr viele Gedanken darüber macht, wie seine Schnur im Wasser und über den Boden verläuft. Er fischt hauptsächlich an (flachen) Gewässern mit weichem Boden, wo sich die Fische selten sehen lassen. „Weil ich häufig in den kälteren Monaten fische und die Karpfen dann weniger aktiv sind, ist es sehr schwierig, die Fische zu spotten. Die Bobbins ersetzen dann meine Augen, um eine eventuelle Fischaktivität wahrzunehmen“, erklärt Ellis. „Ich beschwere meine Bobbins, bis die Schnur halbschlaff durch das Wasser verläuft, wodurch jede Bewegung der Schnur, auch durch Schnurschwimmer, registriert wird. Ich fische aktiv und ziehe so häufig um, bis ich die Fische gefunden habe. Die Wahrnehmung von Schnurschwimmern ist für mich sehr wichtig, um die Anwesenheit von Fischen zu registrieren.“

Ich muss sagen, damit punktet Ellis auf voller Linie. Die letzten drei Jahre ist er nie (!) ohne Fisch nach Hause gegangen, selbst bei bitterkaltem Wetter. Das sagt mehr als genug. Man braucht nun aber nicht glauben, er fische nur an seinem Hausgewässer. In den vergangenen drei Jahren hat er mehr als 40 verschiedene Gewässer erfolgreich beangelt.

SCHLAFFE SCHNÜRE?

In der Vergangenheit habe ich viel mit Frank Warwick gefischt, der ein großer Fan vom Angeln mit schweren Springer-Bissanzeigern ist. Um Frank ein wenig zu imitieren, stellte ich mir selbst „Springer“ aus alten Quivertips her, mit denen ich jede Schnurbewegung sehen konnte. Bei Franks schwereren und steiferen Springer musste das Blei der Montage mindestens 5 Unzen schwer sein, damit es sich aufgrund der stark gespannten Hauptschnur nicht bewegte. Meistens manifestierte sich ein Biss in einem einzelnen Ton, gefolgt von einem Absacken des Springers. Bei dem Gebrauch von Monofilschnur ist es möglich, die Dehnung aus der Schnur herauszuziehen.

DIESE ENORM SCHWEREN HANGER SIND BEI MEINEN EUROPÄISCHEN FREUNDEN SEHR BELIEBT.


Das gesamte Set Up steht dann unter Hochspannung. Ein Karpfen, der den Hakenköder nimmt und dabei das Blei leicht bewegt, wird in Richtung der Rute „katapultiert“. Sicherlich ist das eine effektive Methode, aber ich ziehe dennoch weniger schwere bzw. steife Springer vor, die eine sensiblere Bissanzeige ermöglichen.

Aber wie sieht es bei ultraleichten optischen Bissanzeigern und super schlaffen Schnüren aus, die viele Angler gegenwärtig an kleinen, schwierigen Gewässern oder beim Fischen dicht am eigenen Ufer einsetzen? Das größte Problem bei diesen leichten Bissanzeigern ist natürlich der Wind. Schon ein bisschen Wind genügt, um die Bobbins in alle Richtungen „tanzen“ zu lassen. Viele Angler glauben, dass eine extrem schlaffe Leine schön flach auf dem Boden liegen würde. Jedoch haben Unterwasseraufnahmen haben gezeigt, dass die Schnur zwar teilweise dicht am Boden liegt, dann aber in einem Bogen zur Rutenspitze verläuft. Rob Hughes weiß über dieses Thema genauestens Bescheid: „Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die schlaffe Schnur den Konturen des Bodens folgt. Von diesem Gedanken kann man sich verabschieden. Es gibt viele entscheidende Faktoren, wie die verwendete Schnur, die Bodenbeschaffenheit und Hindernisse wie Krautbetten. Egal wie die Schnur verläuft, Tatsache ist, dass ein Biss (viel zu) spät angezeigt wird. Häufig erst dann, wenn sich die Schnur gestrafft hat. Die beste Indikation, die ich bei meinen Unterwassertests über die Jahre hinweg beobachten konnte, war die mit geflochtener Schnur, super straff gegen das Blei gespannt und in Kombination mit einem steifen Springer. Eine schlaffe Schnur mit einem leichten Hanger befindet sich genau am entgegengesetzten Ende des Spektrums!“

Aber ist das so? Ein anders denkender Angler, der seine Fische zu fangen weiß, ist Dave Lane. Er schreibt in einem seiner brillanten Bücher, straffe Schnüre würden für ihn nicht sensibel genug reagieren, bedingt durch die Schnurdehnung. Vor allem seitliche Bewegungen werden seiner Meinung nach dabei häufig (zu) spät registriert. Wird die Schnur nicht zu straff gespannt, semi-schlaff oder semistraff, wie man es auch nennen mag, dann spielt die Dehnung keine Rolle und die Sensibilität nimmt zu. Besonders, wenn das Gewicht des optischen Bissanzeigers auf das Gewicht der Schnur und die gefischte Entfernung abgestimmt ist. Dave hat folgende Regel aufgestellt: Je schwerer die Schnur (z.B. Fluorocarbon oder schwere Monofilschnur) und je weiter draußen man angelt, desto schwerer sollte der Einhängebissanzeiger sein.

Leichte Bissanzeiger sind beim Fischen auf große Distanz keine gute Option.


Geflochtene Schnur und schwere Bissanzeiger brachten den Erfolg.


OPTIK UND PREIS

Fosters of Birmingham ist einer der am stärksten frequentierten Angelläden Europas, den jeden Tag hunderte Karpfenangler aufsuchen. Ich fragte Tom Colloff, den Manager der Karpfenabteilung, welche optischen Bissanzeiger am meisten verkauft werden, um ein Bild davon zu bekommen, was derzeit angesagt ist. Dazu Tom: „Korda Stows sind unsere Bestseller, gefolgt von den Delkim Slimlites, worauf die Fox Sliks, Avid BoBBins und Muddy Waters Indicators folgen. Ich denke, die Kunden treffen ihre Entscheidung nach Optik und nach Preis. Meiner Ansicht nach spielen die Funktionalität oder eine spezielle Angeltechnik selten eine Rolle bei der Auswahl. Die letzten Jahre beobachte ich einen Trend zu kleinen, leichten Wakers, bei denen die Schnur festgeklippt werden kann. So erreicht man eine direkte Bisserkennung, auch bei seitlicher Bewegung des Fisches bzw. der Schnur. Ich benutze immer Springer. Sie zeigen alle Bisse sehr gut an.“ Kurzum, die Meinungen gehen auseinander, wenn es um die Bissregistration geht. Auffällig ist, dass viele bekannte Karpfenangler, mit denen ich gesprochen habe, selten die aktuell populären kleinen, leichtgewichtigen Bissanzeiger benutzen.

Kann man daraus einen Rückschluss ziehen? Den perfekten Bissanzeiger gibt es nicht, so viel ist sicher. Das große Angebot von optischen Bissanzeigern liegt darin begründet, dass damit auf unterschiedliche Bedingungen und persönliche Vorlieben reagiert werden kann. Es geht darum, den besten Kompromiss zwischen der Schnurspannung und der Bissanzeige zu finden.

Wenn wir alle nach dem sensibelsten Set-Up streben, so müsste doch jeder Angler mit Running Rigs und straffen, geflochtenen Schnüren fischen, oder? Aber es gibt noch weitere Faktoren, die bestimmen, mit welcher Art von Einhängebissanzeigern man am liebsten fischt. Ach ja, und man sollte nicht vergessen, dass die Dinger auch noch cool aussehen müssen. Denn das Auge angelt schließlich mit.

Mat Woods


Fotos: Mat Woods