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STRATEGIE: Futterfragen


karpfen - epaper ⋅ Ausgabe 40/2018 vom 15.06.2018

WER KARPFEN FANGEN MÖCHTE, KOMMT AM ANFÜTTERN MEIST NICHT VORBEI. ABER ZU WELCHEM ZEITPUNKT SOLL GEFÜTTERT WERDEN UND WELCHE MENGEN SOLL MAN EINSETZEN? UNSER ENGLISCHER AUTOR ADAM PENNING HAT ÜBER DIESE FRAGEN NACHGEDACHT UND ANTWORTEN GEFUNDEN.


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Bildquelle: karpfen, Ausgabe 40/2018

Adam Penning denkt viel über Futter und Futtermengen nach.


Häufig werde ich danach gefragt, wann ich füttere und welche Futtermengen ich einsetze. So gerne ich auf diese Fragen konkrete Antworten gebe – das ist einfach nicht möglich. Dieses Thema ist sehr speziell und erfordert eine detaillierte Betrachtung. So hat man es beispielsweise mit verschiedenen Gewässern ...

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... bzw. unterschiedlichen Bestandsdichten zu tun. An einem See, in dem es nur wenige (vorsichtige) Karpfen gibt, macht das Ausbringen von viel Futter wenig Sinn. Das Risiko, die Fische zu verschrecken, ist einfach zu groß. An Gewässern mit hoher Bestandsdichte hingegen sieht die Sache ganz anders aus.

Was man allerdings an vielen Seen beobachten kann, ist, dass die Beißzeit in den Morgenstunden liegt. Häufig legen die Angler in den Morgenstunden neues Futter nach oder werfen ihre Montagen neu aus. Aber dieses Verhalten kostet meiner Meinung nach Fisch. Meistens ist es so, dass die Angler abends ans Wasser kommen, um nachts zu fischen. Nach einer Nacht ohne Biss werden sie wach und fragen, was sie falsch gemacht haben könnten. Ist das Rig verheddert? Befindet sich noch ein Köder am Haar? Solche Gedanken schwirren einem durch den Kopf. Aber gerade am Morgen kann noch eine Menge passieren. Ich beobachte häufig, wie die Angler ihre Montagen einkurbeln und sie kontrollieren. Oder sie gehen mit der Markerrute auf die Suche nach einem neuen Spot. All das produziert Unruhe im Gewässer und kann die Karpfen verschrecken. An einem kleinen See ruiniert man sich auf diese Weise nicht nur die eigenen Fangchancen, sondern macht es auch den Angelkollegen unnötig schwer. An den meisten Gewässern, die ich befische, kann man zwar immer mit einem Biss rechnen, aber die meisten Fische fängt man am Morgen. Wer also nach einer erfolglosen Nacht Zweifel hegt, sollte bis zehn Uhr warten und erst dann etwas verändern. Sonst könnte man das Beste verpassen. Am liebsten würde ich ein „Aktionsverbot“ vor zehn Uhr einführen. Das ist natürlich scherzhaft gemeint, aber ich bin sicher, dass davon alle Angler profitieren und mehr Einträge in ihren Fangbüchern vornehmen könnten.

Hände weg von den Ruten am Morgen. Wer jetzt die Montage neu auslegt oder nachfüttert, minimiert häufig seine Fangchancen.


Liegt die Montage nach dem Absinken auch dort, wo sie hin muss?


Damit am Morgen erst gar keine Zweifel aufkommen, gehe ich am vorigen Abend immer möglichst gewissenhaft zu Werke. Hat man eine Stelle mit hartem Gewässergrund im Visier, sollte man beim Absinken der ausgeworfenen Montage darauf achten, dass der Köder auch wirklich dort landet. Lieber einmal neu auswerfen, als Zeit an einem Spot mit zu weichem Boden verplempern. Um ein Verheddern des Vorfachs zu vermeiden, verwende ich ein relativ steifes Vorfachmaterial, dass Haken und Köder auf Distanz zum Blei hält. Beim Angeln mit Pop-Ups setze ich auf The Krill-Kugeln. Diese Köder sind im Wasser locker 24 Stunden lang einsatzbereit und ich weiß, dass ich mich zu einhundert Prozent auf sie verlassen kann. Die Vorbereitung am Abend mag zwar etwas Zeit beanspruchen, aber so kann man seine Ruten am Morgen ruhigen Gewissens unangetastet lassen und die heiße Phase voll ausschöpfen. Die einzige Ausnahme von meiner Regel, die Ruten am Morgen unangetastet zu lassen, mache ich bei einem Biss.

Meine Ausführungen sollen allerdings nicht zur Untätigkeit verleiten. Vielmehr sollte man das Gewässer immer im Blick haben. Vielleicht zeigen sich ja in einem Bereich des Sees oder an einer bestimmten Stelle mehrfach Karpfen an der Oberfläche. Dann sollte man diesen Spot am Mittag oder Nachmittag genauer unter die Lupe nehmen und danach ggf. dort eine Montage platzieren.

MAß HALTEN

Ich rate grundsätzlich dazu, es mit dem Futter nicht zu übertreiben. Hat man das Gefühl, dass die Karpfen hungrig sind, kann man ruhig etwas nachfüttern. Ich habe allerdings immer folgende Karpfenanglerweisheit im Kopf: „Einmal eingebrachtes Futter kann man nicht mehr aus dem Wasser holen.“ Diese Regel ist zwar alt, hat aber nichts von ihrem Wahrheitsgehalt verloren. Den meisten Karpfenanglern steht nur ein begrenztes Zeitkontingent zur Verfügung. Ein Dutzend gefüllte Spots oder 150 Boilies können einen Platz ruinieren – nicht für immer, aber für einen längeren Zeitraum. Deshalb muss man immer Maß halten und das Futter durchdacht einsetzen.

Auch bei der Art des Anfütterns gibt es mehrere Möglichkeiten: Mit Hilfe eines Wurfrohrs bekommt man Boilies so an den Futterplatz, dass die Fische nicht viel davon mitbekommen. Der Einsatz der Spomb hingegen erzeugt mehr Lärm, ist aber eine gute Methode, um kleineres Futter kompakt an einen Spot zu bekommen.

Beobachten Sie, was die meisten Angler am See machen und gehen Sie anders vor. Wenn jeder mit Boilies anfüttert und mit Pop-Ups angelt, lege ich einen kompakten Futterplatz mit kleinen Happen an. Wenn wir schon bei den Boilies sind, möchte ich noch einen weiteren Aspekt ansprechen. Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, wie manche Angler ihre Köder zum Trocknen in Netzen deponieren. Gute Boilies zeichnen sich durch einen hohen Anteil an hochwertigen, flüssigen Inhaltsstoffen aus. Wer solche Boilies trocknet, saugt ihnen das Leben bzw. ihre Fangkraft aus. Gute Boilies sind nicht billig und wenn man schon viel Geld ausgibt, sollte man sich die Boilies nicht selbst ruinieren. Sorgen Sie dafür, dass die Köder feucht und frisch bleiben. Ich bewahre meine Kugeln in Tüten oder verschließbaren Eimern auf. Auf diese Weise bleiben die Boilies schön weich. Die Attraktoren verbleiben im Köder und animieren den Karpfen zur Nahrungsaufnahme.

Ein vehedderungsfreies Rig und ein langer funktionstüchtiger Köder verhindern, dass man morgens ins Grübeln kommt.


GESOAKTE BOILIES SIND ATTRAKTIVER. DAMIT SIE NICHT AUSTROCKNEN UND AN FÄNGIGKEIT EINBÜSSEN, BEWAHRT ADAM SIE IN VERSCHLIEßBAREN EIMERN AUF.


Vertrauen in die eigene Vorgehensweise und gute Vorbereitung – dann stimmt das Resultat.


Ich mag es, meinen Ködern Öle hinzuzufügen. Diese Vorliebe hat mehrere Gründe: Zum einen locken Öle die Karpfen an. Zweitens steigen die Öle an die Wasseroberfläche, wenn die Karpfen sich am Futter zuschaffen machen. So bin ich informiert, dass da unten etwas passiert. Ich kann mich an mehrere Sessions erinnern, bei denen ich eigentlich schon zusammenpacken wollte. Plötzlich erblickte ich Ölspuren an der Wasseroberfläche. Also verlängerte ich den Ansitz noch um eine halbe Stunde – und bekam schließlich den Biss.

GEHEIMWAFFE MAIS

Ich habe immer Dosenmais im Kofferraum meines Autos. Die Körner sind ein hervorragender Köder und funktionieren an fast jedem Gewässer. Auch ein paar Pellets habe ich immer dabei, um einen PVA-Beutel herstellen und Fische gezielt anwerfen zu können. Im Sommer setze ich an einigen Gewässern auch auf Hanf und Tigernüsse. Unterströmungen sind ein Faktor, den man nicht vernachlässigen darf. Sitzt man an einem tiefen Gewässer und weht ein starker Wind, kann diese Unterströmung ziemlich heftig ausfallen. Kleine und leichte Futterbestandteile werden dann ordentlich verdriftet. In diesem Fall verzichte ich auf kleine, leichte Pellets und Kleinstpartikel und setze lieber auf eine schwere Mischung aus Boiliestücken und Mais. Das Ganze wird noch gesoaked, damit es schnell absinkt.

Ein weiterer Aspekt, auf den ich häufig angesprochen werde, ist die Genauigkeit. Dieses Thema wird heiß diskutiert und es gibt viele verschiedene Meinungen, etwa, ob man Futter und Montage punktgenau an die gleiche Stelle befördern sollte oder ob es wegen der Montage Abweichungen beim Absinkverhalten gibt. Ich halte es meist so, dass Futter und Montagen durch das Einclippen der Schnur exakt an der gleichen Stelle landen. Ein Bekannter von mir ist mathematisch ziemlich begabt und hat ausgerechnet, dass die Abweichung durch das Blei minimal und daher zu vernachlässigen ist. Lediglich in Tiefen ab 7 Metern kann es zu Abweichungen kommen. Das Schlimmste was passieren kann, ist, dass sich das Futter etwas hinter dem Köder befindet, aber niemals „auf“ der Schnur.

Adam Penning


Fotos: Adam Penning