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Streifzug entlang der: East Coast U.S.A.


Feuerwehr Fachjournal - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 26.09.2019

FIRE DEPARTMENTS BOSTON • WASHINGTON • NEW YORK

Christian Meyer aus Soest war in den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Rahmen eines privaten Städtetrips bot sich die Gelegenheit, drei Großstadtfeuerwehren an der Ostküste der USA zu besuchen. Hierbei konnten interessante Einblicke in die Feuerwehrsysteme der Städte Washington DC, New York sowie Boston gewonnen werden.


Artikelbild für den Artikel "Streifzug entlang der: East Coast U.S.A." aus der Ausgabe 4/2019 von Feuerwehr Fachjournal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Feuerwehr Fachjournal, Ausgabe 4/2019

Blick über Manhattan vom neuem „One World Trade Center


Engine 16, erst wenige Tage im Dienst


Firefighter bei einem Brandeinsatz in Bereitstellung


Das erste Etappenziel der Reise war Washington DC, die Bundeshauptstadt und somit das politische ...

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Das erste Etappenziel der Reise war Washington DC, die Bundeshauptstadt und somit das politische Zentrum der Vereinigten Staaten von Amerika. In der Stadt leben über 600.000 Menschen auf einer Fläche von 177 Quadratkilometern.
Mit dem Weißen Haus als Amts-und Wohnsitz des Präsidenten und dem Kapitol, das den Kongress beherbergt, sowie dem obersten Gerichtshof befinden sich alle drei Spitzen der verfassungsmäßigen Gewalten in der Stadt. Washington ist aber auch eine Stadt mit vielen Grünflächen und Parks sowie vielen Sehenswürdigkeiten rund um die 50 Museen.

200.000 Einsätze jährlich für Feuerwehr Washington

Die Feuerwehr von Washington wurde im Jahr 1804 gegründet und bewältigt mittlerweile über 200.000 Einsätze im Jahr. Dabei wird neben den Bereichen des Brandschutzes, der technischen Hilfeleistung sowie der CBRN-Gefahrenabwehr auch der Rettungsdienst vollumfänglich durch das „District of Columbia Fire and Emergency Medical Services Department“ abgedeckt. Dabei wird die Feuerwehr aufgrund der sich durch den Sitz der Regierungsorgane ergebenden Besonderheiten dieser Großstadt, nochmals vor besondere Herausforderungen gestellt.
Zur Sicherstellung dieser Aufgabe befinden sich im Stadtgebiet 33 Feuer-und Rettungswachen, wodurch extrem kurze Eingreifzeiten erzielt werden. Die Stadt weist damit in den USA eine der höchsten Dichten an Feuerwachen auf.
Insgesamt verteilen sich auf die einzelnen Standorte 33 Engine‘s (Löschfahrzeuge) sowie 15 Tiller-Ladder (Drehleitern) sowie ein Tower (Teleskopmast). Zusätzlich werden weitere Spezialeinheiten im Stadtgebiet vorgehalten. So verfügt die Berufsfeuerwehr Washington DC über drei Rescue Company‘s (Rüstwagen-Einheiten), zwei Haz-Mat-Unit‘s (Gerätewagen Gefahrgut) sowie übergeordnete Führungsdienstgrade mit entsprechenden Kommandowagen. Personell wird diese Aufgabe durch über 2.000 hauptamtliche Kräfte gewährleistet. Ein ehrenamtlichesSystem, welches auch in deutschen Großstädten neben den Berufsfeuerwehren vorhanden ist, kommt in der Hauptstadt der USA nicht zur Anwendung. Der Schichtrhythmus ist im Einsatzdienst 24 Stunden Dienst und im Anschluss drei Tage Freizeit.
Während des Aufenthaltes in der Stadt nutzten wir die Zeit zur Besichtigung mehrerer Feuerwachen, wobei auch ein Besuch des Battalion Fire Chief für Spezial-Operationen auf dem Programm stand. Der „Spezial Operation Bataillon Chief“ stellt dabei den technischen Einsatzleiter dar, welcher insbesondere bei größeren technischen Hilfeleistungen oder CBNR-Einsätzen im gesamten Stadtgebiet zum Einsatz kommt. Zusätzlich sind auf seiner Wache eine Engine sowie ein Atemschutzgerätewagen (Mobile Air Unit 1) stationiert.
Dass eine Feuerwehr der US Bundeshauptstadt immer wieder besondere Aufgaben hat, zeigte sich auch bei einer Fahrt des Präsidenten vom Weißen Haus zum Kapitol. Neben einer Vielzahl von Spezialfahrzeugen der Polizei sowie des Secret Service war auch eine Ambulance (Rettungstransportwagen) Bestandteil des Fahrzeugkorsos zum Schutz des Präsidenten.

Feuerwehrmuseum in Feuerstation No. 3

Aber auch an Feuerwehrgeschichte Interessierte kommen in Washington DC auf ihre Kosten, so befindet sich in der Feuerwache 3 das eigene Feuerwehrmuseum. Neben einer Vielzahl von Exponaten wird hier sehr anschaulich die geschichtliche Entwicklung des Fire Department Besuchern näher gebracht.

Fahrzeug in 20 Sekunden nach Alarmierung unterwegs

Während unseres Besuches auf der Fire Station 3 lief ein Alarm für die dort stationierte Engine aufgrund eines Brandeinsatzes ein. Beeindruckend war dabei, dass das Fahrzeug etwa 20 Sekunden nach der Alarmierung bereits die Fahrzeughalle verließ. Durch die oftmals nicht sehr großen Wachgebäudeergeben sich kurze Laufwege innerhalb der Wachen, was die Ausrückezeiten erheblich optimiert.

Kommandowagen des Spezial Operation Battalion Chief


Informations-sowie Kommunikationstechnik im Führungsfahrzeug des Battalion Chief.


District of Columbia Fire and Emergency Medical Service Department

USA-typische Bausubstanz fördert Brandausbreitung

Aufgrund der in den USA anzutreffenden Bausubstanz und der damit oftmals viel größeren Gefahr der Brandausbreitung, sind dort schnelle Eingreifzeiten ein existenzieller Faktor im abwehrenden Brandschutz. Dies spiegelt sich zum einem im Ausrückeverhalten aber auch in der oftmals sehr offensiven Vorgehensweise der amerikanischen Feuerwehren bei Brandbekämpfungseinsätzen wieder. Die amerikanischen Kollegen waren auf der gesamten Reise uns gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen, so waren spontane Besichtigungen der Wachen in der Regel kein Problem. Dabei wurden wir oftmals herzlich empfangen und auch die Amerikaner zeigten sich sehr interessiert an den Unterschieden zum deutschen Feuerwehrsystem.

„Truck 10“ in Form einer Tiller-Ladder