Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Stress mich nicht!


Jolie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2018 vom 01.09.2018

Wenn die Haut austickt, trägt das Phänomen häufig den Namenneurosensible Haut. Aber keine Sorge: Wir wissen ihr zuhelfen !


Artikelbild für den Artikel "Stress mich nicht!" aus der Ausgabe 10/2018 von Jolie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Jolie, Ausgabe 10/2018

Sie juckt, sie spannt, sie glüht … und das nicht nur, wenn Du mal die Nachtcreme vergessen hast, die Periode im Anmarsch ist, der Stress überhand nimmt oder Du aus Versehen zu einem Produkt greifst, bei dem die Haut plötzlich rotsieht. Leidet man unter neurosensibler Haut, hat man es mit tiefergehenden und vor allem längerfristigen Problemen zu tun. Nanu, was sucht dieses stark medizinisch klingende Wort „neuro“ denn hier?
Einfache Erklärung, schwerwiegende Bedeutung: „Neuro“ ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Jolie. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2018 von jolie: Oktober 2018. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
jolie: Oktober 2018
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von in & out. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
in & out
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von 10 Dinge, die die Welt* besser machen: * ein bisschen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
10 Dinge, die die Welt* besser machen: * ein bisschen
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von Mila Kunis: Der Star, der keiner sein will. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Mila Kunis: Der Star, der keiner sein will
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von Generation Dauerpleite. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Generation Dauerpleite
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von Konto, Steuer, Versicherung: Was brauche ich denn da alles?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Konto, Steuer, Versicherung: Was brauche ich denn da alles?
Vorheriger Artikel
WELIKE! FIT MIT ABER LOGO!
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel #mostwanted: 5 Insta-Hypes
aus dieser Ausgabe

Sie juckt, sie spannt, sie glüht … und das nicht nur, wenn Du mal die Nachtcreme vergessen hast, die Periode im Anmarsch ist, der Stress überhand nimmt oder Du aus Versehen zu einem Produkt greifst, bei dem die Haut plötzlich rotsieht. Leidet man unter neurosensibler Haut, hat man es mit tiefergehenden und vor allem längerfristigen Problemen zu tun. Nanu, was sucht dieses stark medizinisch klingende Wort „neuro“ denn hier?
Einfache Erklärung, schwerwiegende Bedeutung: „Neuro“ kommt vom altgriechischen Wort „Neuron“, was auf Deutsch übersetzt „Nerv“ heißt. Genau da liegt nämlich der Knackpunkt von neurosensibler Haut, wie uns Frau Dr. Sabine Gütt, Kosmetologin und Expertin bei Reviderm, erklärt: „Die Nerven sowie die Blutgefäße liegen dichter an der Hautoberfläche, als es bei normaler Haut der Fall ist. Das hat zur Folge, dass die Nerven deutlich weniger geschützt sind. Das wiederum erklärt, warum Menschen mit neurosensibler Haut schneller auf mechanische, thermische und chemische Reize reagieren und es leichter zu Irritationen kommt.“ Die Haut kann zum Problem werden und ordentlich Stress schieben. Aber hey, bevor Du nun hektische rote Flecken im Gesicht bekommst: Starke Nerven bewahren, denn es ist nicht aussichtslos!

SEI DOCH NICHT SO EMPFINDLICH
Heutzutage ist es eigentlich schon fast ein Trend zu sagen: „Vorsicht, ich habe empfindliche Haut!“ Das bestätigt auch eine aktuelle Studie von Nivea, laut der ganze 81 Prozent der Frauen weltweit der Meinung sind, unter sensibler Haut zu leiden. Bleibt dann nur die Frage, ob sie es mit sensibler oder doch mit neurosensibler Haut zu tun haben. „Da es keine einheitliche oder verbindliche Definition gibt, werden Begriffe wie ‚sensibel‘, ‚intolerant‘ oder ‚empfindlich‘ oft auch für den Extremfall verwendet.“ Dabei ist dieser – im wahrsten Sinne des Wortes – nervlich besonders aufreibend. Die Haut nimmt alles übermäßig penibel wahr und reagiert dabei total übertrieben. Frau Dr. Gütt vergleicht sie mit einem Choleriker: „großer Wutausbruch bei kleinstem Reiz!“ Das kommt Dir verdammt bekannt vor? Nun, ob Deine Haut auch ein kleiner Choleriker ist, lässt sich schnell herausfinden. Einerseits natürlich anhand von Symptomen: Rote Flecke, Schwellungen, Juckreiz, Missempfindungen wie Stechen und Brennen oder ständige Intoleranz gegenüber Kosmetikprodukten sind ein ganz eindeutiger Hinweis. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, gibt es spezielle Tests, wie den sogenannten Spateltest, den Du easy zu Hause durchführen kannst. Dabei drückt man sich mit einem stumpfen Spatel – vergleichbar mit einem Eisstiel aus Holz – ein Kreuz auf die Haut und beobachtet, wie schnell und lang anhaltend die Striche rot werden. Charakteristisch ist eine erhöhte Hautreaktivität, weil die Blutgefäße dichter an der Hautoberfläche liegen. Wer zu professionellen Methoden greifen möchte, wie etwa der Corneometrie, bei der der Feuchtigkeitsgehalt der Hornschicht gemessen wird, sucht am besten einen Dermatologen oder eine Kosmetikerin auf.

ALLES EINE TYPFRAGE
Häufig sind helle Hauttypen mit rötlichem Haar und blauen Augen betroffen. Daher lässt sich leider die genetische Veranlagung nicht leugnen. Aber Du kannst auch selbst rasch zum Übeltäter werden. Begünstigt durch Stress, falsche oder übermäßige Pflege kann sich theoretisch jeder im Laufe seines Lebens eine neurosensible Haut heranzüchten. Mögliche Trigger auf dem Weg dorthin? Umweltschadstoffe, Hitze-Kälte-Wechsel, Medikamente, ein hormonelles Ungleichgewicht oder ganz allgemein ein ungesunder Lifestyle. Ist es erst mal so weit, steckt man in einem Teufelskreis. Die Mikroflora der Haut ist dann instabil, was die Ausbreitung von „schlechten“ Bakterien begünstigt und Entzündungen entstehen lässt. Der pH-Wert ist übrigens gegenüber gesunder Haut erhöht. Am einfachsten auszumachen ist dies bei Neurodermitis – auch eine Form von neurosensibler Haut –, da die erkrankten Partien hier sogar mit bloßem Auge zu erkennen sind. Außerdem leidet die Haut unter einem enormen Wassermangel, da der Hydrolipidmantel nicht ausreichend angesäuert wird. Die optisch unschöne Folge: raue und stark schuppende Haut.


„ neuro-sensible Haut ist wie ein Choleriker: großer Wutausbruch bei kleinstem Reiz! “


STRESSFAKTOREN ADE
Dein Sensibelchen ist extrem dünn und fragil, daher solltest Du um Massagen und die meisten Treatments besser einen großen Bogen machen, um die schützenden Fette in der Hornschicht zu lassen. Auch zu häufiges Waschen und das Verwenden von Reinigungsbürsten sind tabu, weil durch den häufigen Wasserkontakt wichtige schützende Lipide entzogen werden. Außerdem: Finger weg vom Alkohol! Ja, der ist nämlich genauso schädlich für die sensible Haut wie für den Rest des Körpers. So steht es auch um Tenside – Substanzen, die das Vermischen von eigentlich nichtkompatiblen Flüssigkeiten wie etwa Öl und Wasser bewirken. Sie sind in Reinigungsprodukten häufig enthalten und bewirken das starke Schäumen, was die Haut bloß unnötig reizt. Und auch wenn Duftstoffe einen wohlig einhüllen können, sind sie für sensible Haut wortwörtlich ein rotes Tuch. Puh, keine Sorge, wir haben die Liste der No-Gos gleich durch … Nur eins noch: hoch dosiertes Vitamin C meiden. Obwohl es sich in der Kosmetik wegen seiner antioxidativen Wirkung großer Beliebtheit erfreut, kann die kleine Cholerikerin es leider so gar nicht leiden. Jetzt nur keine Panik, es bleibt noch genug Pflege übrig, mit der Du der Haut Gutes tun kannst. Zuallererst solltest Du aber psychisch stabil bleiben. Hautprobleme können die Seele belasten, und das hat auch einen Grund: „Epidermis und Nervensystem entstammen bei der Embryonalentwicklung dem gleichen Keimblatt und bleiben lebenslang eine funktionelle Einheit“, erklärt die Kosmetologin. Ist also der Mensch nervös, ist auch die Haut nervös;
flippt der Mensch aus, flippt auch die Haut aus. Logisch, oder? „Nerven wie Drahtseile haben“ bekommt so eine ganz neue Bedeutung! Es ist wichtig, die gestörte Hautbarriere wieder aufzubauen und auch dauerhaft zu versuchen, sie in einer Balance zu halten. Extraniedrige pH-Werte sind ein guter Anfang für die gestresste Haut, weil so die Mikroflora stabilisiert wird, schlechte Keime sich verziehen und die guten es sich gemütlich machen können. Hier eignet sich auch präbiotische Pflege hervorragend, ganz nach dem Motto: Immer her mit den guten Bakterien! Bewährt haben sich bei der Therapie und Vorsorge zinkhaltige Salben, eine arachidonsäurearme Ernährung (wie beispielsweise der Verzicht auf Schweinefleisch), Omega-3-reiche Speiseöle wie Chiasamenöl und ein gesundes Gewicht. Forscher der Universität München bestätigen, dass Übergewicht Entzündungsherde im Körper begünstigt. Ideal zur Prävention ist ein Körperfettanteil von bis zu 30 Prozent.


„Die schlechten Keime müssen weg, damit die guten es sich gemütlich machen können! „


Die Forschung ist auf dem Vormarsch: Ob entzündungshemmende Boswellia-Säuren aus Weihrauch, juckreizstillendes Mikrosilber (ist absolut im Kommen!) oder Wilder Indigo, eine Heilpflanze aus Nordamerika – gestresster Haut kannst Du durchaus helfen. Und das solltest Du auch, denn die Expertin betont: „Gänzlich heilen kann man neurosensible Haut nicht, aber man kann durch eine kontinuierliche und ausgewogene Basispflege der Haut zur Ruhe verhelfen und durch gezielte Stabilisierung die Hornschicht unterstützen, sie abschirmen und widerstandsfähiger machen.“ Wenn unsere Haut also das nächste Mal einen cholerischen Anfall bekommt, wissen wir sie zu händeln und behalten die Nerven!

SOS

Einen Notruf für die Haut absenden? Beruhigende und ausgleichende Produkte leisten sofort Erste Hilfe!

1. „3 Phase Anti-Blemish Booster“ von 111Skin, 20 ml ca. 100 €, über net-a-porter.de


2. Mit grünem Tee: „Calm Redness Relief Cleanser“ von Paula’s Choice, 118 ml ca. 23 €


3. „Regeneration Tagescreme Balance“ von Dr. Hauschka, 40 ml ca. 48 €


4. Boswellia-Zink-Kombi: „Neuro Sensitive Emergency Care“ von Reviderm, 50 ml ca. 49 €


5. „Purifying Care Regulierende Gesichtspflege“ von Annemarie Börlind, 75 ml ca. 13 €


6. Mit Weihrauch: „Hyaluron Booster Anti-Rötung“ von Medipharma Cosmetics, 30 ml ca. 25 €, in der Apotheke


7. Kühlend: „Hydra Zen Jelly Mask“ von Lancôme, 100 ml ca. 23 €


Relax

Um Ausraster der Haut erst gar nicht zu riskieren, dauerhaft auf schonende Pflege setzen!

1. Mit Mikrosilber: „Intensive Calming Cleanser“ von Doctor Babor, 50 ml ca. 60 €


2. Mit stärkenden Lipiden: „Urea Repair Rich Gesichtscreme“ von Eucerin, 50 ml ca. 21 €


3. Gegen Trockenheit: „Osa Water Mist“ von Bioeffect, 60 ml ca. 45 €


4. Beruhigend: „High-Potency Night-A-Mins Cream“ von Origins, 50 ml ca. 46 €


5. Probiotische Wirkung: „Regenerierende Creme“ von Sebamed, 50 ml ca. 23 €


6. Mit barrierestärkendem Avocadoöl: „Sensitive Balance Night Care“ von Dr. Grandel, 50 ml ca. 35 €


7. „Life Plankton Sensitive Balm“ von Biotherm, 50 ml ca. 45 €


FOTOS: GETTY IMAGES, ISTOCK, IMAX TREE, PR (14)