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Strom ohne Ende


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PC Games Hardware Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 05.10.2022

Netzteil-Vergleichstest: 1.000 Watt

Artikelbild für den Artikel "Strom ohne Ende" aus der Ausgabe 11/2022 von PC Games Hardware Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Games Hardware Magazin, Ausgabe 11/2022

Glauben Sie uns, den fortwährenden Trend des steigenden Strombedarfs neuer PC-Hardware im Lichte explodierender Energiepreise finden wir mindestens genauso fragwürdig wie Sie. Nichtsdestotrotz klopfen bereits die neuen Prozessoren- und vor allem Grafikkarten-Generationen an die Tür und verlangen stolz nach einem üppigen Stromtribut, weshalb wir nun fokussiert die 1.000er-Wattklasse in diesem Netzteil-Vergleichstest angehen. Das Problem zwischen wegfallendem Crypto-Mining des Ethereum-Coins, riesiger Lagerbestände älterer Grafikkarten und neuen Hardware-Generationen am Horizont ist der teils chaotisch undurchsichtige Markt zwischen älteren und neuen Modellen, weshalb wir versuchen, zumindest wichtige Netzteil-Informationen erklärend durchzugehen.

Aktuelles zu Netzteilen

Im Segment der Netzteile herrscht eine Umbruchstimmung. Nicht nur, weil wir für Sie unsere ...), ...

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Im Segment der Netzteile herrscht eine Umbruchstimmung. Nicht nur, weil wir für Sie unsere Online-Netzteilkaufberatung komplett überarbeitet und mit allen möglichen Informationen samt Tests neu ausgestattet haben (zu finden unter), sondern weil mit Intels neuer ATX-3.0-Spezifikation und den ersten PCI-E-5.0-GPUs eine andere Ära eingeläutet wird. Die Kurzfassung: Hochwertige ATX-2er-Netzteile dürften Ihnen auch weiterhin gute Dienste leisten, durch Adapter sollten auch PCI-E-5.0-GPUs mit dem neuen 12VHPWR/16-Pol-Stecker zum Laufen zu bekommen sein. Der Anschluss ist übrigens nicht ATX-3er-Geräten vorbehalten, sondern liegt einigen hochwertigen, neueren ATX-2er-Netzteilen in Form von Adaptern oder nativen 12VHPWR-Kabeln entweder bei oder kann nachbestellt werden. Wer ein völlig neues System mit voraussichtlich teurerem ATX-3.0-Netzteil anpeilt, muss sich je nach Hersteller noch teils bis zum ersten Quartal 2023 gedulden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch keine ATX-3.0-Netzteile im freien Handel erhältlich. Das bedeutet, hochwertige beziehungsweise hohe Wattklassen rücken dank TDP-Angaben von bis zu 600 Watt pro Grafikkarte als einzige Möglichkeit ins Testvisier. Mit bereits vorhandenen, hochklassigen Stromspendern dürfte man noch für einige Jahre auskommen. Ob beispielsweise AMD genauso wie Nvidia den 12VHPWR-Stecker anpeilt, ist noch ausstehend.

Wie sich kommende PCI-E-5.0-Grafikkarten mit einigen ATX-2er-Netzteilen in welcher Wattklasse in der Praxis wie genau schlagen, konnten wir zum Redaktionsschluss noch nicht praktisch testen.

Das Drama um den Adapter

Im Zuge mancher Detailänderungen und Neuproduktionen kommt es je nach Entwicklungsphase auch zu Fehlmeldungen und/oder fehlerhaften Produkten, die im Idealfall lange vor Markterscheinung erkannt und vor dem Verkauf bereits behoben werden. Beim neuen 12VHPWR-Anschluss (beziehungsweise auch High-Power-Connector genannt) kam es im Rahmen missverstandener Warnungen der PCI-SIG indes zu einer kleineren Panikwelle – benannt wurden nämlich manche 12VHPWR-Kabel, die eine erhöhte Betriebstemperatur aufweisen und in manchen Fällen auch angeschmolzen sind. Als Ursachenquelle zur weiteren Untersuchung nannte die PCI-SIG allerdings keineswegs 8-polige Adapter, wie man sie bereits von der RTX 3090 Ti kennt, sondern bestimmte Kabelarten mit suboptimaler Kabelführung, bei welcher der interne Anschluss sowie das Kabel stark gebogen und für unterschiedliche/ schiefe Kontaktflächen sorgte. Einfach ausgedrückt: Bei manchen Kabelvarianten des 12VHPWR kam es beim Testen – sofern man den Anschluss nicht richtig montiert hat – zu Problemen, die aktuell noch angegangen werden. Unterschiedliche Lasten bei den 8-poligen Adaptern haben auch nichts direkt mit den PCI-E-5.0-GPUs oder ATX 3.0 zu tun, sondern sind je nach Szenario und System schon lange ein Faktor. Bei sachgemäßem Vorgehen müssen Sie aller Wahrscheinlichkeit nach keine Probleme mit den neuen Adaptern erwarten. In manchen Fällen bieten Hersteller aber auch Lösungen mit nativem 12VHPWR-Kabel für ältere Netzteile an – manche kostenlos, manche kostenpflichtig. Im Rahmen des 1.000-Watt-Vergleichstests mit ATX-2.4/2.52-Netzteilen haben wir explizit alle teilnehmen Hersteller zumindest um eine kurze Stellungnahme gebeten, ob so ein nativer Anschluss auch bei ihrem Modell geplant ist. Während sich viele Marken aktuell noch mit der Möglichkeit einer nativen 12VHPWR-Verbindung befassen, haben andere bereits eine Entscheidung dafür oder dagegen getroffen. Welches hier getestete Netzteil wie ausgestattet wird, finden Sie entweder in den Textkästen oder vollständig in den Testtabellen am Ende des Artikels.

Folgende Produkte finden Sie im Test

• Asus ROG Strix 1000G

• Asus ROG Thor II 1000P2

• Be Quiet Dark Power 12 1000W

• Be Quiet Pure Power 11 FM 1000W

• Chieftec Powerplay 1050W

• Corsair HX1000i 2022

• Corsair RM1000x 2021

• Deepcool PQ1000M

• EVGA Supernova GT 1000

• MSI MPG A1000G

• Phanteks AMP P1000G White

• Seasonic Prime TX-1000

Zur Auffrischung

Grundlegende Basisinformationen zu Netzteilen allgemein oder den spezifischen Details rund um den ATX-3.0- sowie 12VHPWR-Anschluss finden Sie in unserer ausführlichen Online-Netzteil-Kaufberatung. Wir umreißen die wichtigsten Punkte daher nur in Kürze.

Spezifikationen eines High-Power-Kabels:Ein 12VHPWR-Kabel kann je nach Sense-Signalleitung entweder für 150, 300, 450 oder 600 Watt spezifiziert sein.Die Spezifikation/offiziell zulässige Wattklasse ist bei den nativen, je nach Netzteil-Modell passenden Kabeln (die, die direkt am Netzteil angeschlossen werden können), auf dem Anschlussgehäuse des Kabels klar ersichtlich aufgedruckt. PCI-E-5.0-Karten dürften dann theoretisch nur diese signalisierten Wattzahlen vom Netzteil ziehen. Adapter mit beispielsweise 3× 8-Pol zu 1× 12VHPWR sollten im Bereich bis mindestens 450 Watt problemlos funktionieren.

Restwelligkeit:Zu viel des Guten lässt die Hardware altern.Rechner nutzen keinen Wechselstrom, der aus der Steckdose kommt, sondern Gleichstrom. Um diesen zu erzeugen, muss der Netzstrom gleich gerichtet werden. Der Strom aus der Steckdose wechselt seine Polung (Richtung) in regelmäßiger Wiederholung, der Spannungsverlauf entspricht dabei einer Sinuskurve. Beim Stromwandeln bleibt dabei ein Rest an Wechselstrom im Gleichstrom über, der als Restwelligkeit oder auch kurz Ripple bezeichnet wird. Diese Spannung kann, sofern zu viel von ihr vorliegt, Komponenten über die Jahre schneller altern lassen. Deswegen werden vor allem viele Kondensatoren eingebaut (abgesehen von den größeren Primärkondensatoren), die die Restwelligkeit „abflachen“. Man kann sich die Arbeit der Kondensatoren in etwa wie eine Buckelpiste vorstellen, die durch eine Planierraupe geebnet wird. Bei zu hoher Restwelligkeit leidet nicht nur das Netzteil, sondern auch die angeschlossene Hardware – der Teileverschleiß wäre hier deutlich höher. Die Restwelligkeit kann nicht sinnvoll im Gerät genutzt werden und ist deshalb verschwendete Energie, es gilt also allein wegen steigender Wirkungsgrade den Ripple möglichst gering zu halten. Der Wert der Restwelligkeit ist einer von vielen Indikatoren für die Belastung der Komponenten und je niedriger der Wert, umso gleichmäßiger und effektiver ist der Nutzen dieser. Bei der 12-Volt-Schiene muss der Wert zertifiziert unter 120 mV liegen. Bis auf wenige Ausnahmen liegt dieser Wert in der Praxis aber deutlich tiefer, meist im 50er- bis 20er-mV-Bereich.

Asus ROG Thor 2: Annähernde Perfektion

Mit hervorragenden Messergebnissen und üppiger Ausstattung schwingt sich Asus‘ Premium-Netzteil zum Testsieger auf.

Mit einem stolzen Preis von ca. 290 Euro zielt die zweite Thor-Iteration von Asus auf neuere High-End-Systeme ab, etwa Rechnern mit einer RTX 3090 Ti oder für die kommenden RTX 4000er-GPUs mit dem 16-Pol-Anschluss statt dem klassischen PCI-E-6-/8-Pol-Steckern.

Durch das bereits beigelegte 12-, andernfalls für Neukäufer kostenlos nachbestellbare 16-Pol-Kabel, ist seitens der Ausstattung der Grundstein für neuere Grafikkarten mit ordentlichem Stromhunger von 450 Watt oder mehr vorverlegt. Mit Extra-Gimmicks wie den ummantelten Kabeln samt Cablemod-Sleeve-Klammernset, der steuerbaren 5-V-RGB-Beleuchtung und der OLED-Wattanzeige an der verspiegelten Seite und anderem Zubehör schafft es das Thor 2 als Platinum-Netzteil die beste Ausstattungsnote im Vergleichstest zu ergattern. Aus technischer Sicht glänzt das Thor 2 in mehrfacher Hinsicht. Bei der Spannungsregulation schneidet Asus dank Seasonic-Plattformbasis mit angepasstem Inneren (etwa größeren Kühlkörpern) äußerst positiv ab, selbst in Crossload-Szenarien bleibt die Spannung vorbildlich strikt und verzeichnet stets unter einem Prozent Abweichung/Abfall – nur das Chieftec Powerplay kam im Test an ähnliche Ergebnisse. Mit den dekorativen Elementen, die die Effizienz negativ beeinflussen, bleibt der effektive Wirkungsgrad zwar insgesamt beachtlich, jedoch könnte die Effektivität, ebenfalls wie beim Chieftec Platinum-Netzteil, im niedrigen Lastbereich wie etwa 25 Watt etwas besser sein. In puncto Lautstärke blieb das Thor 2 in unserem anspruchsvollen Test gar bis zu ca. 60 Prozent passiv gekühlt und der Lüfter bis rund 95 Prozent Last mit 0,5 Sone beachtlich still.

Seasonic Prime TX-1000: Ein vorbildlicher Titan ohne große Makel

Seasonic als ist Netzteil-Gigant nicht nur OEM-Partner vieler anderer Marken, sondern liefert auch selbst Qualitätsprodukte.

Die Prime-Reihe ist als High-End-Sparte Seasonics anzusehen. Erst vor Kurzem wurden die auch physisch größeren TX-Modelle mit 1.300 und 1.600 Watt vorgestellt (ca. 415/475 Euro mit einer Länge von 21 cm), die direkt mit 12VHPWR-Kabel ausgeliefert werden. Bei dem von uns getesteten TX-1000 (ca. 285 Euro) mit 12 Jahren Garantie wird zwar kein High-Power-Connector direkt geliefert, allerdings versicherte uns Seasonic auf Nachfrage, dass beim 1.000er-Modell das native Kabel für RTX 3090 Ti/4000er-Reihe kostenlos angefordert werden kann. Bei den GXund PX-Serien ist das nicht der Fall. Im Leistungstest schlägt die Effizienz des TX-1000 wenig überraschend alle anderen Testteilnehmer, abgesehen vom zum Teil noch effizienteren Be Quiet Dark Power 12 Titanium. Zumindest im niedrigen Wattbereich macht sich das TX-1000 zur einsamen Spitze. Der beste Wirkungsgrad wurde im Test bei 30-prozentiger Auslastung mit 95,2 erreicht, sodass der Last-Sweetspot ungefähr im Prozentbereich von 15 (Effizienz: 94,2 Prozent) bis 60 (gleicher Wert) liegt. Ebenfalls erstklassig schnitt das Titanium-Netzteil bei der Restwelligkeit ab, die erfreulich niedrig unter 10 mV liegt – bei der 12-V-Schiene wird nach Intel-Spezifikation ein Grenzwert von 120 mV angegeben, das TX-1000 kommt auf 8,1; nur das Corsair RM1000x 2021 bewegt sich in diesem Vergleichstest im gleichen Bonus-Punkte-Feld für niedrige Ripple-Werte bei jeweils der 12-, 3,3- und 5-Volt-Leitung. Lautstärkemäßig teilt sich das TX- 1000 mit dem EVGA Supernova GT 1000 den für Volllast ansehnlichen Wert von hörbaren 1,5 Sone, der angesichts der anliegenden 1.000 Watt beachtlich ist.

Spannungsregulation:Je genauer und strikter, desto idealer.Um die Güte der Spannungsstabilität bestimmen zu können, wird einerseits der Abfall der Spannung über den gesamten Lastverlauf gemessen und anderseits die Spannungsabweichung von der Idealspannung untersucht. Je kleiner die Werte dieser beiden Kenngrößen sind, umso besser. Die 12-Volt-Leitung, als Versorgungskanal für Grafikkarte und CPU, ist im Vergleich zu den anderen als weitaus bedeutsamer einzuordnen. Je besser/stabiler die 12-Volt-Spannungsregulation, umso eher lässt sich über kleinere Ungenauigkeiten bei 3,3- und 5-Volt-Verbindungen hinwegsehen – folglich bewerten wir Abweichung und Abfall der Spannung gewichtet. Crossload-Szenarien, bei denen die verschiedenen Spannungsleitungen stark ungleich belastet werden (also etwa enorme Last auf 3,3- und 5-Volt-Leitung, dafür aber keine auf der 12-Volt-Lane), stellen das Netzteil noch einmal deutlich härter auf die Probe.

Stützzeit und Power-Good-Signal:Ohne kann es böse enden.Bei der Stützzeit (auch Hold-Up-Time oder Überbrückungszeit, als Teil des Housekeepings) handelt es sich um die Zeitspanne, in der ein Netzteil noch in der Lage ist, nach einem plötzlichen Ausfall eine konstante Spannung zu halten – also die Hardware noch für Sekundenbruchteile am Leben zu erhalten. In dieser Zeit, von vorgesehenen 16/17 ms oder mehr, sollen Rechner Instabilitäten bei ruckartigen Stromproblemen verhindern können. Das ist wichtig, um Fluktuationen im Stromnetz abzufangen oder die Umschaltzeit bei unterbrechungsfreien Netzteilen abzufedern. Das Power-Good-Signal wird erzeugt, wenn das Netzteil eine konstante und korrekte Spannung an das Mainboard liefern kann. 1 ms vor Unterschreiten der Spannung muss das PG-Signal durch Abschalten signalisieren, dass die Spannungen fehlerhaft sind. Die Hold-Up-Time wird maßgeblich von der Kapazität der großen Primärkondensatoren bestimmt und bildet einen groben Indikator, ob diese auch korrekt dimensionieren und einteilen. Die Größe der Kondensatoren und die Stützzeit hängen direkt miteinander zusammen. Billige Netzteile sparen gerne an teuren Kondensatoren, worunter oft das gesamte Netzteil qualitativ leidet.

Ein Wort zur Testmethodik

Alle gelisteten Netzteile werden mithilfe von Chroma-Geräten zeitlich aufwendig getestet. Im Gegensatz zum groben 80-Plus-Label mit den Effizienzstufen wie Gold, Platinum und Titanium, testen wir die Spannungen und Werte größtenteils, sofern möglich, mit den mitgelieferten Kabeln im Lieferumfang des Netzteils. Sprich: Was hier gemessen wird, würde bei Ihnen Zuhause am Rechner theoretisch genauso auftreten – einige Crossload-Szenarien und spezifische Tests in der Regel natürlich ausgenommen. Da das Testen mit Chroma-Geräten durch notwendige Kühlung dieser auch mit Lautstärken mit bis zu 40–50 db(A) einhergeht, messen wir die Drehzahl des Lüfters unter der jeweils länger anliegenden Laststufe genau nach und stellen das Szenario des Lüfters in einer Messkabine isoliert nach. Die Lüfterkurve wird innerhalb der Laststufen mit den verschiedenen Kühlmodi festgehalten. Das Ergebnis fließt direkt in die Wertung ein. Je nach Temperatur kann Ihr Einzelstück im Rechner von der klassischen Last-Lüfterkurve abweichen – so wird bei einigen Modellen ein ungewolltes Überhitzen verhindert. Abhängig davon, wie warm es in Ihrem Gehäuse ist, kann sich die Lüfterkurve und auch minimal die Effizienz ändern.

Corsair HX1000i 2022: Konfigurierbarer Platinum-Star

Auch Corsair ist eine Netzteil-Größe für Qualität. Dank USB-Verbindung ist das neue HX1000i im Vergleich was Besonderes.

Denn über das interne USB-Mainboard-Kabel lässt sich das 2022er-Netzteil digital über die iCue-Software ansprechen, sodass etwa die Lüfterkurve nach eigenem Bedürfnis eingestellt und Verbrauchsdaten am Rechner unter Windows ausgelesen werden können – ein hilfreiches Feature, auf das alle anderen Testmodelle in diesem Test verzichten. Dagegen gab es bei der älteren Titanium-Spitze von Corsair, dem AX1600i mit 1.600 Watt (Wertung: 1,05), bereits Software-Unterstützung. Die von uns gemessene Standard-Kurve lässt innerhalb der Laststufen positiv stimmen, denn bei 50-prozentiger Auslastung kommen wir auf 0,1 Sone – im PC-Alltag praktisch unhörbar. Auch unter 80 Prozent Last bleibt das HX1000i (ca. 230 Euro) unter 1,0 Sone und ist damit ohne Probleme für leisere Rechner zu verwenden. Bei Corsair wird es voraussichtlich eine kostenpflichtige Möglichkeit geben, ein nativ zum Netzteil passendes 12VHPWR-Kabel für Next-Gen-GPUs von Nvidia nachzurüsten, wobei je nach Generation und Wattklasse die Art des Kabels bestimmt wird. So werden das HX1000i sowie das RM1000x (beide im Vergleichstest) nach aktuellem Stand zumindest bis 450-Watt-Zertifizierung des High-Power-Connectors unterstützt. Die offiziell maximal erlaubten 600-Watt-Kabel (mit anderen Sense-Leitungen) werden unter anderem beim HX1500i/HX1200 angeboten. Obwohl bei dem HX1000i und dem RM1000X andere Primärkondensatoren verbaut werden (siehe Tabelle am Artikelende), ist die Hold-Up-Zeit praktisch exakt dieselbe, mit insgesamt sehr guten 23,44 ms – vorgeschrieben sind um die 16 ms.

Phanteks AMP P1000G White: Schneeweißer Stromspender

Das Phanteks AMP P1000G basiert ebenso wie das Deepcool PQ1000M auf der Seasonic Focus GX-Serie.

Sowohl Deepcool als auch Phanteks verpassen dem mittlerweile wohl klassischen Focus GX (1.000 Watt ab ca. 135 Euro) einen eigenen Touch für den gleichen Preis von ca. 160 Euro, mit teils unterschiedlichen Ergebnissen. So ist beim Phanteks AMP die gewichtete Spannungsregulation insgesamt etwas niedriger (0,75 gegenüber 1,09 Prozent – je niedriger, umso besser). Die Spannungsabweichung der 12-Volt-Leitung lag im Test beim AMP P1000G sogar unter dem Asus Thor 2 mit 0,16 Prozent, ähnlich sieht es beim 12-V-Spannungsabfall mit hervorragenden 0,27 Prozent aus. Mit einer Länge von gerade mal 14 cm sind die Unterarten der Seasonic Focus-Reihe allesamt schmaler als die Konkurrenz, weshalb diese auch wie Zwerge gegenüber den größeren Netzteilen wie dem Thor 2 1.000 Watt mit 19 cm wirken können. Der Vorteil eines kleineren Netzteils im ATX-Formfaktor ist der leichtere Einbau in kleineren Gehäusen, sowie das geringere Gewicht. Nachteilig kann dagegen die verringerte Lüftergröße sein. Mit 120 mm ist das Phanteks allerdings völlig ausreichend bestückt, denn unter 50-prozentiger Last schlummert das Netzteil noch um stille 0,2 Sone herum, steigt dann aber bei 80 Prozent auf 1,1 Sone und ist unter Volllast mit gemessenen 3,7 Sone deutlich auszumachen. Im Zubehör der hellen Variante des AMP P1000G werden alle Flachkabel ebenfalls in weißer Farbe ausgeliefert. Auf die Frage nach einem nativen 12VHPWR-Kabel kann Phanteks noch keine gesicherten Angaben machen, ist aber am Prüfen, ob und welche Wattvariation für PCI-E-5.0-GPUs angeboten werden könnte.

Asus ROG Strix 1000G: Gute Effizienz in der Praxis

Das ROG Strix ist für den schwankenden Preis von 175 bis 200 Euro eher auf der teuren Seite der Gold-Netzteile.

Dafür kann das Strix aber stellenweise das teurere Thor 2 ausstechen, wenn auch eher in Einzeldisziplinen wie der Effizienz bei geringer Last. Das Thor 2 Platinum brauchte für die feste von 25 Watt (Watteingang) faktisch 37,6 Watt, während das Strix mit 35,23 Watt auskam. Die OLED-Anzeige samt RGB verlangt nach einem Tribut im Vergleich zum Strix, denn auch bei 15 Prozent Last liegt die gemessene Effizienz mit 91,7 höher als beim Thor 2 mit 90,43 Prozent. Erst im hohen Bereich ab 600 Watt muss sich das Strix dem Thor 2 in dem Punkt eindeutig geschlagen geben. Die Restwelligkeit hält sich im guten Bereich mit 26,4 mV auf der 12-V-Schiene. Bei der -12-Leitung hätte der Wert von 58,4 von maximal erlaubten 120 mV allerdings deutlich niedriger sein dürfen. Bei der gewichteten Spannungsregulation hält sich das Strix (abgesehen von der erneut leicht auffälligen -12-Leitung in puncto Spannungsabweichung mit knapp 6 Prozent) mit 0,69 Prozent insgesamt im sehr guten und sehr strikten Leistungsfeld. Lautstärkemäßig bewegt sich das Strix dagegen im guten Mittelfeld. Bei halber Last liegt der Lüfter bei rund 0,6 Sone, gefolgt von 0,8 Sone bei 80 Prozent und lauteren 3,2 Sone unter Volllast. Wie auch beim Thor 2 sorgen die primär dekorativ entworfenen Streben vor dem Lüfter für höhere Sone-Werte durch Verwirblungen als eigentlich notwendig. Im exemplarischen Test ohne die Abdeckung – die Sie nie entfernen sollten, es besteht Lebensgefahr – sind die Sone-Werte nochmal deutlich gesunken: von 0,6 auf 0,3 Sone (halbe Last) und von 3,2 auf 2,0 Sone. Ein Nachrüsten mit nativem 12VHPWR-Kabel ist nicht geplant.

Deepcool PQ1000M: Ruhiges Gold-Netzteil

Das Deepcool ist in dieser Testreihe der wohl insgesamt ruhigste Gold-Vertreter mit optionalem semi-passivem Lüfter-Modus.

Mit ruhigen 0,2 Sone bei halber Last, stolzen 0,7 Sone bei stolzen 80 Prozent und 2,1 Sone unter 100-prozentiger Auslastung schneidet Deepcools Variante (ca. 160 Euro) der Seasonic FX-Basis vor allem leise ab, abgesehen von On-/Off-Lüfterschwankungen, wie sie typisch für die FX-Serie sein können. Sollte das Aufdrehen im niedrigen Bereich negativ auffallen, wäre der Modus ohne Abschalten des Lüfters eine absolut valide Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Die Hold-Up-Zeit wurde mit 16,4 ms zwar eingehalten, dennoch zeigt sich die Auswirkung eines einzelnen Primärkondensators hier zum Teil. In den Messungen der Restwelligkeit bewegt sich Deepcools PQ1000M wenig überraschend in der Nähe des Phanteks AMP White 1000 mit 39,2 mV auf der 12-Volt-Schiene. Ein natives 12VHPWR-Kabel ist seitens Deepcool nicht für das PQ1000M geplant. Angesichts der Herstellerdynamik um diesen Anschluss der Gold-Netzteile von Seasonic, Asus und Deepcool lässt sich ein natives High-Power-Connector-Kabel bei Phanteks AMP P1000G als eher unwahrscheinlich einschätzen – am ehesten ist dort von einer weißen Adapter-Lösung auszugehen. Deepcool selbst setzt auf mitgelieferte Adapter bei entsprechend neuen Grafikkarten. Ob und inwieweit Adapter sich mit dem Strombedarf von PCI-E-5.0-GPUs in der Praxis schlagen, wird sich frühestens in den ersten Realtests zeigen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Adapter im Falle einer geraden, nicht schiefen Polverbindung samt Zügelung des Stromhungers durch GPU-Effizienztuning als valide Lösung zu sehen.

Der Vergleichstest im Schnelldurchlauf

Im Zuge eines umfänglichen Round-Up-Tests mit mehreren Kandidaten können wir nur bedingt alle gemessenen Informationen an Sie weitergeben. Die wichtigsten Daten finden Sie entweder in den ausführlichen Tabellen und/oder in den Textkästen. Auf kleinere Vergleichspunkte gehen wir folgend ein.

Besondere Ausstattungskönige

In puncto üppiger Ausstattung stellen sich wie erwartet primär die teureren Netzteile wie das Asus ROG Thor 2, Be Quiet Dark Power 12, Seasonic TX-1000, als auch Corsair HX1000i in den Vordergrund. Das Thor 2 bietet einzeln ummantelte Kabel samt Klammern, eine OLED-Wattanzeige an der Seite (nur in einer Orientierung, mit dem Lüfter nach oben), RGB und ein natives 12VHPWR-Kabel (entweder mitgeliefert oder beim Hersteller nachlieferbar). Das Be Quiet Dark Power 12 liefert dagegen ein weites Paket mit nützlichem Allerlei wie Thumbscrews, vielen Kabelbinderarten und auch die Möglichkeit, zwischen Multi- und Single-Rail-Modus umzuschalten – entweder über einen Jumper oder per Knopfdruck. Der Single-Rail-Modus summiert die 12-Volt-Leitung. Beim TX-1000 liegt zum Testen der Netzteilfunktionalität sowie zum Befüllen von Wasserreservoirs ein Netzteiltester bei, der beim Mainboard-ATX-Kabel angeschlossen wird. Das Corsair HX1000i fällt durch digitale Einstellbarkeit über ein internes USB-Kabel auf, mit dem sich Werte auslesen und teils genau einstellen lassen (unter anderem Lüfterkurve).

Die Sache mit dem 12VHPWR-Kabel

Das Asus ROG Thor 2, Seasonic TX-1000, Corsair RM1000x 2001/ HX1000i 2022 unterstützten native 12VHPWR-Kabel. Während Corsair da nachträglich zur Kasse bittet, ist bei Asus und Seasonic bei den Premium-Modellen das Kabel anforderbar oder direkt mitgeliefert. Die noch teureren und höheren Klassen mit 1.200/1.300 und 1.600 Watt werden auch die RTX 4090 mit so viel Strom wie nötig versorgen können. Teils werden auch deutlich ältere, aber ausgezeichnete Netzteile wie das Corsair AX1600i noch mit 12VHPWR-Kabeln versorgt – in dem Fall ebenso kostenpflichtig.

Interessant wird vor allem der Leistungsverlust bei der niedrigeren 450-Wattstufe der PCI-E-5.0-Grafikkarten. Denn je nachdem, ob und wie viel Performance verloren geht, kann man sich die nochmal deutlich teureren 1.200 Watt und aufwärts sparen. Gute ATX-3.0-Netzteile werden je nach Wattklasse realistischerweise alle mit einem 12VHPWR-Kabel ausgestattet sein, auch wenn theoretisch das Anbieten des Anschlusses für das Erfüllen der ATX-3.0-Spezifikation optional sein mag. Bis zum Erscheinen mehrerer ATX-3er-Stromwandler wird man auf ATX-2er-Modelle faktisch ausweichen müssen.

MSI MPG A1000G: Gold-Vertreter mit Metallaufklebern

Der MPG-Drache sammelt Punkte bei der durchweg guten Restwelligkeit, bei der Hold-Up-Time wird es aber knapper.

Der einzelne Nippon Chemi-Con-Kondensator mit 400 V 820 μF (M) hievt das MPG 1000G noch in den akzeptablen Bereich von 16,2 ms – mehr wäre hier schöner gewesen. Bei der Restwelligkeit hält sich dagegen das MSI vorbildlich strikt im 22-23-mV-Bereich bei 12 Volt und auch bei den Nebenschienen, bei denen im Durchschnitt 14–15 mV messbar sind, können zum Teil Bonus-Punkte einfahren. Bei der Lautstärke hält sich MSIs MPG trotz den sehr breiten, bedeckenden Lüfterstreben zurück. Ab ungefähr 40 Prozent Auslastung springt der Lüfter mit ca. 400 U/min an und behält eine äußerst stabile Lüfterkurve ohne nennenswerte Schwankungen bei. Bei halber Last ist das Netzteil mit 0,1 Sone im PC-Alltag kaum bis gar nicht wahrnehmbar. 1,4 Sone sind zwar durchaus zu hören, jedoch dürfte das bei 80-prozentiger Last bei einem 1.000-Watt-Netzteil nicht überraschen. Mit 3,1 Sone schaltet der Lüfter unter Volllast in den noch deutlich lauteren Betrieb. Den höchsten Real-Wirkungsgrad haben wir von 25 Prozent Last (93,0 Prozent Effizienz) bis 50 Prozent Last (92,9 Prozent Effizienz) beobachten können. Für die zum Redaktionsschluss veranschlagten 160 Euro ist das MPG ein solides Netzteil, das ruhig noch etwas günstiger hätte sein dürfen. An den Seiten des Netzteilgehäuses befinden sich sauber geklebte Design-Metallelemente mit dem Logo und dem Firmenschriftzug. Auf Nachfrage wird es auch beim aktuellen MPG 1000G kein zusätzliches natives 12VHPWR-Kabel geben. MSI setzte viel mehr auf einen „reibungslosen und sicheren Betrieb des Gerätes“.

EVGA Supernova GT 1000: Gute und günstige 1.000 Watt

Für 140 Euro konnte uns das Netzteil mit Lüfterstreben im Sonnenmuster als Spartipp überzeugen.

Wie auch schon im Vergleichstest der 850er-Wattklasse hat das EVGA Supernova mit geringen Lasten zu kämpfen. Bei fester Last von 25 Watt (Watteingang) verbraucht das Sonnennetzteil ganze 42,1 Watt – folglich einer Effizienz von gerade einmal 59,1 Prozent. Das bessert sich jedoch spätestens ab 8-prozentiger Last. Die Restwelligkeit bleibt im guten 20er-Bereich bei der 12-Volt-Leitung mit im Durchschnitt 24,9 mV. Bei den Nebenschienen 5 (9,7 mV), -12 (10,7 mV) und 5sb (10,8 mV) sind die Werte zudem beinahe traumhaft niedrig, wie bei kaum einem anderen Spannungswandler im Vergleichstest. Ebenfalls positiv überrascht der Lüfter, der bis etwa 35 Prozent Last ausbleibt und danach zumindest im anspruchsvolleren Bereich mit 1,0 Sone und bei 80 Prozent eindrucksvollen 1,5 Sone bei 100 Prozent Last mit dem Seasonic TX-1000 mithalten kann. Zum Vergleich: Das Supernova GT Gold schlägt mit 140 Euro zu Buche, während das TX-1000 Titanium auf ca. 285 Euro kommt. Vergleicht man allerdings die restlichen Daten, wird auch der Qualitätsunterschied deutlicher. So konnten im Vergleichstest nur das Seasonic TX-1000 sowie Be Quiets Dark Power 12 bei 90 Watt fester Last einen Realverbrauch unter 100 Watt vorweisen (TX-1000: 99,35 W, Dark Power: 98,6 W), während das EVGA mit 105,7 Watt noch deutlich darüber liegt. Durch den jüngsten Zwist und den Wegfall jeglicher Kooperation zwischen Nvidia und EVGA ist noch nicht abzusehen, ob und inwiefern ein nativer 12WHPWR-Stecker beim Supernova nachgeliefert werden wird.

Marken wie Deepcool und MSI setzten auf mitgelieferte Adapter bei den Grafikkarten und bieten keine direkt native Lösung an. Firmen wie EVGA und Be Quiet schwanken intern noch und diskutieren (vermutlich), was am meisten Sinn ergibt und ob die Lasten für die jeweiligen Modelle dauerhaft tragbar wären oder nicht. Im Falle von Asus und Seasonic gibt es einen klaren Schnitt zwischen Netzteilen mit nativem 12VHPWR-Support (Thor 2/ TX-Serie) und denen ohne (Strix/ Focus GX, PX).

Corsair RM1000x 2021: Grandiose Restwelligkeit

Corsairs Gold-Netzteile in Form der RM/RMx-Reihe konnten sich in der 850er-Wattklasse bereits hervortun.

Und in der 1.000er-Spanne sieht es nicht anders aus. So ist beispielsweise die Restwelligkeit des RM1000x 2021 in unserem Test auf aller höchstem Niveau auf allen Schienen, mit 8,7 mV auf der 12-V-, 9,0 mV auf der 5-V-, und 11,4 auf der 3,3-V-Leitung. Ebenso ist im festen Last-Szenario mit 25 Watt der Wirkungsgrad mit 80,1 Prozent vorbildlich hoch, nur das Seasonic TX-1000 schlägt hier das RM1000X mit 81,2 Prozent. Die Effizienz im niedrigen Lastbereich ist also löblich, der optimale Lastbereich bewegt sich des Weiteren zwischen 20- (92,2 Prozent) und 55-prozentiger Last (92,6 Prozent Wirkungsgrad). Die Stützzeit von 23,45 ms sowie die Spannungsregulation der wichtigen 12-Volt-Leitung zeigen sich in unseren Messungen sogar besser als beim Platinum-Bruder HX1000i, nur bei der Spannungsabweichung und dem -fall muss sich das RM1000x gegenüber dem HX1000i eindeutig geschlagen geben, die sind dort nämlich weitaus stabiler und striker unter einem Prozent (5-Volt-Leitung als Beispiel: RM1000x mit 1,05 Prozent und das HX1000i mit 0,68 Prozent). Wie auch beim Platinum-Netzteil wird es nach aktuellem Stand bei dem RM1000x ein direkt zu verbindendes 12VHPWR-Kabel bis zu 450 Watt gesondert zu kaufen geben. Inwieweit eine höher spezifizierte 600-Watt-12VHPWR-Verbindung für Stabilitätsprobleme mit PCI-E-5.0-GPUs wie der RTX 4080 sorgen wird, kann unsererseits erst später genauer untersucht werden. Beim Griff zu einem 1.000-Watt-Netzteil von Corsair ist aktuell in der Hinsicht „nur“ von offiziell 450 Watt auszugehen.

Be Quiet Dark Power 12: Höchste Gesamteffizienz im Vergleichstest

Die Titanium-Klasse von Be Quiet trumpft mit dem höchsten Durchschnitt des Praxis-Wirkungsgrads auf.

In unserem praktischen Test werden die Realverbrauchsdaten mit den mitgelieferten Kabeln gemessen (im Gegensatz zur offiziellen 80-Plus-Zertifizierung), um den letztendlichen Daten mit möglichen Verlusten durch natürliche Widerstände im eigenen Rechner so nah wie möglich zu kommen. Die wichtigsten Eckdaten der Effizienz finden sich für den deutschen Leser im 230-Volt-Netz-Test, bei dem in Fünfer-Schritten von 0 bis 100 Prozent Auslastung aufwendig Messdaten festgehalten werden. Beim Dark Power 12 ist der insgesamte Durchschnitt mit 93,9 Prozent ein sehr ansehnlicher Real-Wirkungsgrad für das eigene System. Während der Test unter fester Last mit 25 Watt uns eher unbeindruckt zurücklässt, kann das Dark Power 12 bei 90 Watt Eingang mit 98,6 Watt auch das Seasonic TX-1000 minimal schlagen. Bei den primär wichtigeren 12-Volt-Leitungen des Multi-Rail-Netzteils kann das Titanium-Netzteil von Be Quiet mit 0,57 Prozent Spannungsabweichung und 0,69 Prozent Spannungsabfall für die Kernkomponenten vorbildlich strikt liefern, bei den weniger wichtigen Nebenschienen sieht die Sache dagegen etwas schlechter aus. Bei den 3,3-/5-Volt-Leitungen ist der immer wieder zu beobachtende Wert von 2,0 Prozent eher unschön. Die gleichen Werte sind auch im Crossload-Szenario wiederzufinden. Im Gegensatz zu allen anderen Herstellern verzichtet Be Quiet mit Überzeugung auf einen semi-passiven Kühlungsmodus, der auch nicht optional einschaltbar ist. Nach offizieller Auskunft wird die Entscheidung über einen nativen 12VHPWR-Stecker noch abgewägt.

Je nachdem welches System Sie planen aufzubauen, kann sich der Griff zu noch höheren Wattstufen lohnen – sofern Sie sowieso äußerst gut betucht auf die RTX 4090 mit anderen High-End-Komponenten wie übertaktetem Intel Raptor-Lake-Spitzen- respektive AMD Ryzen-7950X-Prozessor set- zen wollen. Für alle anderen, die eher Richtung RTX 3090 Ti, oder womöglich RX 7000 schielen, reichen 1.000 Watt aller Voraussicht dicke aus.

(re)

Fazit

PCI-E-5.0-Support kostet mehr und benötigt eine solide ATX- 2er-Basis.Nvidias Ampere-Generation und AMDs RX 6000er-Serie sind alle vorbehaltlos mit den getesteten Netzteilen zum Laufen zu bekommen. Mit Ada Lovelace wird dagegen deutlich enger gefiltert. Die Praxis wird zeigen, wie sehr.

Be Quiet Pure Power 11 FM: 1.000-Watt im Sparangebot

Das Pure Power 11 FM fällt im Vergleich weniger durch überzeugende Strommessungen auf, dafür aber mit fairem Preis.

Um es vorwegzunehmen: Im Vergleichstest ist das Dual-Rail-Netzteil Pure Power 11 deutliches Schlusslicht in puncto Gesamtspannungsregulation und kommt gerade mal auf 2,22 Prozent insgesamt mit allen Szenarien inklusive unterschiedlicher Gewichtung. Besonders die Nebenschienen fallen vergleichsweise schlechter aus. Dennoch bewegen sich alle Parameter noch absolut innerhalb Intels ATX-2er-Spezifikation. Auch beim Durchschnitt der Gesamteffizienz ist das Pure Power 11 auf dem letzten Platz mit 91,16 Prozent. Unter Volllast ist das ca. 135 Euro günstige Netzteil ohne semi-passiven Lüftermodus das einzige, das unter die 90er-Grenze mit 89,9 fällt. Der höchste Wirkungsgrad wird im Bereich von 25- (92,7 Prozent) bis 45-prozentiger Last (93,0 Prozent) erreicht. Im Test der Restwelligkeit sieht es auch nicht direkt rosig aus, so befindet sich bei 5sb der Wert von 39,7 mV unangenehm nahe am Grenzwert von 50 mV. Zum Vergleich: Beim EVGA Supernova und RM1000x liegt dieser Wert bei 11 mV. Dies deutet auf ein eher gutes, aber nicht erstklassiges Netzteil hin, wie es für den Preis auch zu erwarten ist. Angesichts der Messergebnisse und im Gegensatz zum Dark Power 12 scheint die Wahrscheinlichkeit einer Dreingabe eines nativen 12VHPWR-Kabel seitens Be Quiet eher gering, auch wenn offiziell noch abgewogen wird. PCI-E-5.0-Tests zu einem späteren Zeitpunkt dürften insbesondere mit Netzteilen wie dem Pure Power 11 aber spannend werden. Einen gesunden Optimismus können wir uns mit einem geradlinig eingesteckten Adapter und vernünftigem Undervolting ehrlicherweise nicht verkneifen.

Chieftec Powerplay 1050W: Auffälliges Platinum-„Netz“-Teil

Das Powerplay 1050W mit knallroten Netzakzenten fällt allerdings nicht nur durch Optik auf.

Zunächst zum Positiven: Mit 170 Euro wäre das 80-Plus-Platinum zertifizierte Netzteil eigentlich ein attraktiver Schnapper. Dass im Chieftronic (Gaming-Marke von Chieftec) Powerplay auch Qualität steckt, ist nicht zuletzt auch an der sehr guten und sehr strikten Spannungsregulation mit insgesamt 0,60 Prozent zu erkennen.

Nur das Thor 2 von Asus ist minimal besser. Die Spannungsabweichung und der Spannungsabfall sind auf der 12-Volt-Leitung beispielsweise mit 0,2 Prozent hervorragend niedrig und auch bei den Nebenspannungen respektive im Crossload-Szenario kann Chieftec überzeugen. Im Effizienztest abseits der 80-Plus-Methoden kann der Wirkungsgrad dagegen nicht direkt als Paradebeispiel herhalten, so ist etwa das Deepcool PQ1000M bis zur 60-prozentigen Lastgrenze durchweg effizienter unterwegs als das Platinum-Netzteil – ob das an im Innern verbauten Topologien oder den externen Anschlüssen/Kabeln liegen mag, können wir nicht gesichert nachweisen. Die von uns als auch Kollegen im deutschen und internationalen Raum beobachtete Lüfterkurve erinnert an einen sprechenden Elefanten im Porzellanladen: Die Situation irritiert und bedarf zunächst einer trockenen Klärung samt Analyse. Denn unabhängig vom Modus springt der Lüfter zu einer hohen, beinahe statischen Umdrehungszahl und verharrt dort auch durch fast alle Laststufen hindurch. Wir stehen mit Chieftec in Verbindung, um dieses Problem zu ergründen. Wir vermuten entweder eine punktuell hohe Temperatur einer Topologie oder schlicht eine nicht korrekt implementierte Lüfterkurve. Angesichts der Kuriosität vergeben wir nur eine vorläufige Wertung von 1,73.