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STROMER MIT ALLTAGSTALENTEN


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 3/2023 vom 19.01.2023
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Drei Stromer mit Nutzwert: Der Skoda lädt am schnellsten, der SsangYong bremst am besten, der Kia spurtet am flottesten

AUCH DAS ELEKTRISCHE Alltags- und Familienauto ist interpretationsfähig – Kia Niro, Skoda Enyaq und SsangYong Korando verfolgen völlig verschiedene Konzepte.

! Nur der Kia lädt an der Front und bietet vorn ein Staufach fürs Kabel – praktisch

Der Jüngste im Test, der Kia Niro EV, gibt den schwierig einzuordnenden Crossover aus SUV und Kompaktem und ist auch als Hybrid oder PHEV zu haben, alles auf gleicher Plattform. Der Skoda Enyaq, als Einziger als reines Elektroauto konzipiert, ist mehr Großkombi als SUV und das längste Auto im Vergleich (4,65 Meter). Der SsangYong Korando e-Motion ist auch als Verbrenner zu haben, trotz hier fehlender Allrad-Option eindeutig ein SUV mit noch immer erkennbaren Geländewagen-Genen, kantiger Grundform und hohen Sitzpositionen vorn wie hinten.

Der Kia repräsentiert mit seinen zwei 10,25-Zoll-Schirmen ganz die schöne neue Autowelt. Zwar übernimmt er nicht das ...

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... ladefreudige 800-Volt-Bordnetz des teureren EV6, aber anders als sein Vorgänger bringt er jetzt einen dreiphasigen Bordlader fürs Wechselstrom-Laden mit, lädt also viel flotter an der Wallbox.

Der Niro wirkt aus der Perspektive der vorn Sitzenden durchaus großzügig. Hinten wird schnell offenbar, welche Nachteile das Umstricken eines Verbrenners auf Elektro bergen kann. Die Fondpassagiere sitzen arg nah am Fahrzeugboden. Das Resultat ist eine Sitzposition mit froschig angewinkelten Beinen.

Im Slalom ist der kompakte, nicht sonderlich hoch bauende Kia erwartungsgemäß das leichtfüßigste Auto. Allerdings wirkt die Lenkung playstationartig leicht und synthetisch, sodass sie dem Fahrer wenig Gefühl dafür vermittelt, was das Auto macht. Die Feder-Dämpfer-Kombi wurde offenbar vom Verbrenner übernommen und spricht wegen des erhöhten Gewichts besser an. Unterdämpft und mit zu schwacher Zugstufe federt der Kia arg heftig nach oben heraus – grenzwertig beim Ausnutzen der immerhin 477 Kilogramm Zuladung. Auf der Autobahn ist er mit maximal 167 km/h unterwegs (Tacho: 175), legt dann aber seine zuvor gezeigte Sparsamkeit ab. Der Kia ist hier der Einzige mit bis zum Stillstand reichender Rekuperation, erlaubt Ein-Pedal-Fahren.

KIA NIRO

Schöne neue Autowelt im Kia: zwei 10,25-Zoll-Bildschirme, Klima- und Navi-Bedienung in einem Panel zusammengefasst, mit Umschalttaste – und der Gefahr, dass es beim Fahren ungewollt kalt statt leise wird. Der Niro fährt sich so playstationartig, wie er aussieht. Die Kunststoffe wirken recht hochwertig.

AUTONOMES FAHREN

Im Kia verbindet sich bei aktiver Navi-Zielführung die Verkehrszeichenerkennung mit dem Tempomaten, hält sich dann selbsttätig an Tempolimits – erspart Punkte.

Der Skoda profitiert in zweifacher Hinsicht davon, dass er von vornherein als Elektroauto ausgelegt wurde: Die Raumökonomie erreicht fast Van-Niveau. Und beim Fahren verleihen ihm der tiefe Schwerpunkt und sein Heckantrieb (!) ein besonders agiles Kurvenverhalten, auch wenn das ESP früh eingreift. Leider wirkt er auf schlechten Wegen zittrig, knarzt und knistert leicht. Und auf Kopfsteinpflaster klötern alle Simply-Clever-Nettigkeiten wie der in der Tür versteckte Regenschirm oder die Ladekabeltasche vor sich hin.

Ein Nachteil, den der Skoda mit vielen Stromern teilt, ist das geringe Höchsttempo. In der Praxis sind es nur rund 160 km/h – im Fahrwasser hektisch bewegter Kleinlaster. Im Widerspruch zum Testwagenpreis stehen die Trommelbremsen hinten. Die Bremswege sind zwar konkurrenzfähig, angesichts der breiten Reifen hätten wir noch bessere erwartet.

SKODA ENYAQ

Als einziger reiner Vollstromer fährt der Skoda bei Platzangebot und Kurvendynamik in einer höheren Klasse als die anderen Testkandidaten. Eng mit dem VW ID.4 verwandt, baut ihn aber das Werk Mladá Boleslav und nicht Zwickau. Nicht alle Schweißnähte sind schön, ähnlich wie beim SsangYong.

Dass der Skoda dennoch auch in diesem Vergleich Punkte sammelt, liegt an seiner Ausgewogenheit. Beim Fahren erfreut er mit verstellbarer, angenehm direkter Sportlenkung ohne Antriebseinflüsse. Die Federung schluckt alles gut weg. Rollbewegungen über die Längsachse kennt er kaum. Der von uns gefahrene Sportline verfügt zudem über eine doppelte Akustikverglasung. Das Abrollen auf der Straße, Waschgeräusche beim Durchfahren von Pfützen – alles viel leiser als bei den beiden andern. Der Skoda fühlt sich auch dank des Adaptivfahrwerks (das einzige in diesem Vergleich) eine ganze Klasse höherwertiger an als die Wettbewerber, was aber mit dem höchsten Preis zu entgelten ist – Testwagenpreis rund 57 000 Euro, über 6000 Euro teurer als der Kia-Testwagen.

TOUCHMONITOR

Das fünf Zoll kleine Cockpit des Skoda zeigt nur das Allerwichtigste. Der 13-Zoll-Zentralschirm birgt dagegen manch überladene Ansicht.

Der SsangYong lässt mit seiner waagerechten Motorhaube, dicken Drehreglern und großen Skalen durchschimmern, dass die Spezialität dieses Herstellers kernige Geländewagen (Rexton) und Pick-ups (Musso) sind. Auch im Fond sitzt man hoch, aber auf etwas weichem Material. Trotz Top-Ausstattung Titanium fällt auf, was er alles nicht mitbringt: keine Lendenwirbelstützen in den ansonsten körpergerechten Vordersitzen, kein Head-up-Display, keine Spracherkennung. Als der aktuelle Korando 2019 erschien, war das in dieser Klasse noch unüblich. Immerhin ist die Lehne der Fondbank neigungsverstellbar.

SSANGYONG KOR ANDO

Es liegt am rasenden Fortschrittstempo unserer Zeit, dass dieses 2019 erschienene SUV schon konservativ wirkt. Head-up-Display oder Spracherkennung sucht man hier vergebens. Kantenhaube und klare Bedienung haben aber ihre Fans.

VERKEHRS-ZEICHEN-ERKENNUNG

Der SsangYong bietet als Titanium eine Verkehrszeichenerkennung und kann die komplette Navi-Darstellung auch im Digitalcockpit zeigen.

Die Lenkung zeigt sich indirekt, aber weniger synthetisch als die des Kia und mit ausgewogenerem Handmoment. Bei Ausweichversuchen provoziert, entstehen größere Aufbaubewegungen als bei den beiden anderen Kandidaten. Zudem regelt das ESP spät, dann aber grobmotorisch. Nichts für Dynamiker, aber stets sicher.

Trotz hochflankiger 17-Zoll-Reifen federt er unerwartet herb an auf kurzen Anregungen; das Losbrechmoment der Dämpfer liegt zu hoch. Überraschend: Der Korando bremst am besten.

Die Stunde der Wahrheit schlägt beim Laden: Nach unserer 155 Kilometer langen Verbrauchsrunde war bei Kia wie SsangYong rund die Hälfte des Stromvorrats weg. Als wir beide an 11-kW-Wallboxen anschlossen, hatte der Kia nach vier Stunden 34 kWh geladen und war voll, der SsangYong erst 17,7 kWh. Der einphasige Bordlader des Korando ist nicht up to date. Übrigens bietet Letzterer dem Fahrer den Fahrmodus Eco+ an. Der begrenzt das Höchsttempo auf 89 km/h laut Tacho – und ist arg spaßbefreit.

Abseits der Ladesäule zeigt der Korando Stärken: relativ preiswert, sieben Jahre Garantie, höchste Zuglast (1500 kg), Einziger mit Wärmepumpe ohne Aufpreis. Aber am Schnelllader ist er der Langsamste. Das schränkt seine Praktikabilität ein. Und um die geht es ja in diesem Vergleich.

PLATZIERUNG Punkte maximal 800

1.

Skoda Enyaq Federung und Lenkung sehr ausgewogen, scheint eine Klasse über der Konkurrenz zu fahren. 588 Punkte

2.

Kia Niro Lädt viel flotter als der Vorgänger. Infotainment so modern wie die Optik. Fond nur mäßig bequem. 574 Punkte

3.

SsangYong Korando Wer SUV-Fahrgefühl und -Sitzposition sucht, sitzt hier richtig. Bremst gut, lädt arg langsam. 526 Punkte

FAZIT

ROLF KLEIN, MIRKO MENKE

Es gilt auch bei diesem Trio das schon oft bei Elektroautos Gesagte: Sie sind alltagstauglich bei Vorhandensein einer Lademöglichkeit und Durchschnitts-Tagesfahrleistungen. Für Langstrecken aber bietet sich keiner dieser Kandidaten wirklich an. Vor allem der kernige, relativ preiswerte Ssang-Yong braucht ein Ladetechnik-Update.