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STROMSPAREN IM TEAM


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 09.09.2021

Der Wasserkocher brodelt, dann springt „zack!“ der Toaster hoch und das Radio spielt dazu. Ein Morgen ohne elektrische Geräte ist für uns kaum vorstellbar. Auch sonst gilt: So ziemlich egal, was wir tun, wir verbrauchen dabei Energie – woran uns steigende Strompreise regelmäßig erinnern. Doch natürlich ist Stromsparen vor allem deshalb angesagt, weil Groß und Klein längst verstanden haben, dass wir mit den Ressourcen unserer Erde pfleglicher umgehen müssen. Doch wo lauern im modernen Haushalt eigentlich die Verbrauchsfallen Wie lässt sich durch kleine Verhaltensänderungen viel einsparen? Hier ein paar praktische Tipps, wie auch Kinder als kleine „Stromspardetektive“ einbezogen werden können.

Die größten Stromfresser

Der Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) untersucht regelmäßig, wo im Haushalt der meiste Strom verbraucht wird. Jahrzehntelang lagen Kühl-und Gefriergeräte vorn, doch ...

Artikelbild für den Artikel "STROMSPAREN IM TEAM" aus der Ausgabe 9/2021 von familie & co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: familie & co, Ausgabe 9/2021

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... die werden immer sparsamer. Inzwischen seien Kommunikations-und Unterhaltungselektronik wichtigere Posten, erklärt Martin Brandis, Referent für Energieberatung beim Bundesverband der Verbraucherzentralen: „In vielen Haushalten sind Smartphone, PC & Co. Tag und Nacht an. Dabei verbrauchen sie nicht nur selbst unnötig Energie, sondern auch der Internetrouter, der durch sie permanent aktiviert wird.“ Und der sei oft ein extremer Verbraucher, für den es nicht einmal ein Energieeffizienzlabel gebe.

INTERVIEW

„Eltern und Kinder sollten sich als Partner und Team verstehen“

In ihrem Buch „Einfach nachhaltig“ (Verbraucherzentrale, 16,90 Euro), gibt Dr. Johanna Prinz Tipps für einen umweltbewussteren Alltag. Als „Naturvermittlerin“ entwickelt die Biologin didaktische Konzepte für Kinder (www.naturvermittlung.de)

familie&co: Wie können wir unsere Kinder fürs Stromsparen begeistern?

Dr. Johanna Prinz: Ich glaube, dass Kinder sehr sensibel für das Thema Umweltschutz sind, und das nicht erst seit „Fridays for Future“. Man kann sie also bei ihren eigenen Interessen abholen. Entscheidend ist, kindgerecht an das Thema heranzugehen. Das bedeutet, man sollte keinen Zwang oder Druck ausüben und vor allem keine Angst machen. Es ist belastend für Kinder, wenn sie denken: Wenn ich nichts unternehme, geht die Welt unter. Besser ist ihnen zu sagen: Niemand rettet die Welt allein. Aber alle gemeinsam können viel erreichen, sogar durch Kleinigkeiten.

Wie packt man das Projekt am besten an?

Wichtig für den Erfolg ist, dass man als Familien-Team loslegt. Dazu sollten alle zusammenkommen, gemeinsam Fakten nach- checken und dann realistisch überlegen: Welche Veränderungen im Alltag passen zu uns? Was ist für unsere Familie umsetzbar? Entscheidend dabei ist, dass Eltern und Kinder sich als Partner verstehen, die dasselbe Ziel verfolgen und dass jeder seine eigenen Stärken einbringen kann.

Kinder sind also eine handfeste Hilfe?

Kinder haben noch einen unverstellten Blick auf die Welt. Wenn sie hören, wie einfach man z.B. Strom sparen kann, fragen sie: Ja, warum machen wir das dann nicht einfach? Das kann für Erwachsene auch unbequem sein. Sie haben oft viele Routinen entwickelt und finden es gar nicht so leicht, sie abzulegen. Dieses „Umgewöhnen“ fällt bei Kindern weg. Und: Eltern sollten sich nicht scheuen zuzugeben, wenn sie über manches selbst nicht genau Bescheid wissen, sondern gemeinsam mit ihren Kindern dazulernen!

Sorglos Fernsehen?

Seitdem Röhrenfernseher ausgestorben sind, sind TV-Geräte stromsparender geworden. Aber auch die ersten Flachbildschirme, vor allem Plasmafernseher, verbrauchen oft viel Energie. Beim Neukauf bietet ein spezielles Energie-Label Orientierung – wenn man es zu lesen weiß: So erreichen etwa sehr große Fernseher oft eine ebenso gute Klasse wie ganz kleine, doch das täuscht. „Es gibt je nach Größe verschiedene Geräteklassen, nur innerhalb derer werden die Fernseher miteinander verglichen“, erklärt der Energieexperte. Eine weitere Falle: Die Angaben beziehen sich nur auf die Werkseinstellungen. Verändert man z. B. Helligkeit und Verbrauch fix mal verdoppeln. Außerdem basieren die Zahlen auf der nicht immer realistischen Annahme, dass der Fernseher täglich „nur“ vier Stunden läuft.

Familienspartipp: „Herrenlos“ vor sich hinlaufende Fernseher abschalten. Und: Wer fernsieht, legt Smartphone & Co. ausgeschaltet beiseite – auch die Großen!

Glühbirnen austauschen!

„Inzwischen nimmt der Anteil der Beleuchtung am Gesamtverbrauch immer weiter ab. Sind aber noch Halogenlampen oder alte Glühbirnen im Betrieb, schlagen die ganz ordentlich zu Buche“, so Martin Brandis. Da sich Energiesparbirnen wegen Bildschärfe, kann sich der verschiedener Nachteile nicht durchsetzen konnten, sind nun verbrauchsarme LEDs das Leuchtmittel der Stunde.

Individuelle Einstellungen am T V- Gerät können den Stromverbauch verdoppeln

Familienspartipp: Die kleinen Detektive kontrollieren, wo noch alte Birnen im Einsatz sind. Am besten sofort austauschen!

Sparsam waschen

Die meiste Energie verbrauchen Waschmaschinen beim Erwärmen des Wassers. Es lohnt sich also, mal vom gewohnten Standard abzuweichen und auszuprobieren, ob eine niedrigere Gradzahl ausreicht. Maschine ab und zu bei höheren Temperaturen laufen lassen, um Keime abzutöten! Martin Brandis warnt allerdings: „Viele Eco-60-Grad-Programme erhitzen das Wasser gar nicht auf 60 Grad. Sie sollen durch lange Laufzeiten so sauber waschen, als hätten sie diese Temperatur – eine Täuschung des Verbrauchers.“ Viel einsparen kann man durch das Lufttrocknen der Wäsche. Vor allem die älteren Ablufttrockner sind Großverbraucher. Wer auf so ein Gerät nicht verzichten kann, sollte einen Wärmepumpentrockner anschaffen.

NEUES LABEL – für mehr Durchblick

Seit März 2021 gibt es für Spülmaschinen, Waschmaschinen, Trockner, Kühl-und Gefriergeräte sowie für Fernseher und Monitore ein neues Energieeffizienz-Label. Verwirrende Bezeichnungen wie „A++“ gehören damit der Vergangenheit an. Nun gibt es nur noch die Effizienzklassen A bis G – wobei kein aktuelles Gerät ein „A“ erreicht. Es ist also wieder Luft nach oben! Außerdem wurden Messverfahren angewandt, die das tatsächliche Nutzungsverhalten der Verbraucher deutlich realistischer berücksichtigen.

Familienspartipp: Auch Geräte wie Wasch-oder Spülmaschine verbrauchen im Standby-Modus oft unbemerkt Strom. Kleine Spardetektive kontrollieren, ob die Geräte Wärme abgeben, also „heimlich“ aktiv sind. Eine Steckerleiste mit Schalter schafft Abhilfe.

Energieeffiziente Küche

Induktionsherde sind besonders sparsam im Stromverbrauch, aber teuer in der Anschaffung. Auch bei Elektroherden gibt es viel Sparpotenzial: Wer einen Deckel auf den Topf setzt, senkt den Verbrauch um bis zu 65 Prozent. Platte rechtzeitig ausschalten, um Restwärme zu nutzen! Wer statt des E- Herds einen Wasserkocher benutzt, spart ca. ein Drittel der Energie. Der Backofen benötigt mit Umluft weniger Strom als mit Ober- und Unterhitze. Kühlschrank nicht ständig auflassen und keinesfalls heiße Speisen hineinstellen!

Wer mit Deckel kocht, kann den Energieverbrauch um bis zu 65 % senken

Familienspartipp: Kleine Stromspardetektive messen die Temperatur in Kühlschrank und Gefriertruhe: Sieben bzw. -18 Grad sind ausreichend!

Sauber radeln

Einfach zu benutzen, aber unnötig sind batteriebetriebene Klemmlampen fürs Fahrrad. „Bei modernen Nabendynamos spürt man praktisch keinen Rollwiderstand – eine einmalige Investition, mit der man dauerhaft spart“, so Martin Brandis.

Unser letzter Familienspartipp heißt deshalb: Die ganze Familie rüstet gemeinsam ältere Fahrräder nach! Jede Menge weitere Spartipps finden Familien unter www.verbraucherzentraleenergieberatung.de