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STUDIERENDE FORSCHEN AN SCHULEN


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Pädagogik - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 03.01.2022

Seit einiger Zeit gewinnen Konzepte des Forschenden Lernens an Bedeutung – sowohl an Schulen, durchgeführt von Schüler:innen oder Lehrpersonen, als auch an Hochschulen. Von einem einheitlichen Begriffsverständnis kann jedoch – trotz oder gerade wegen der weiten Verbreitung derartiger Konzepte – keine Rede sein. Dem hier vorgestellten Konzept der Forschungswerkstätten an der Universität Hamburg liegt folgendes begriffliche Verständnis zugrunde: »Forschendes Lernen zeichnet sich vor anderen Lernformen dadurch aus, dass die Lernenden den Prozess eines Forschungsvorhabens, das auf die Gewinnung von auch für Dritte interessanten Erkenntnissen gerichtet ist, in seinen wesentlichen Phasen – von der Entwicklung der Fragen und Hypothesen über die Wahl und Ausführung der Methoden bis zur Prüfung und Darstellung der Ergebnisse in selbstständiger Arbeit oder in aktiver Mitarbeit in einem übergreifenden ...

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Bildquelle: Pädagogik, Ausgabe 1/2022

1 Einordnung der Forschungswerkstatt in die Systematik Forschenden Lernens (in Anlehnung an Huber/Reinmann 2019, S. 177 ff.)
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... Projekt – (mit)gestalten, erfahren und reflektieren« (Huber 2009, S. 11, zit. n. Huber/Reinmann 2019, S. 3). Zentrale Merkmale Forschenden Lernens im universitären Kontext sind demnach folgende Aspekte (ebd., S. 175):

Lehrende können die Umsetzung der Forschungsaktivitäten in unterschiedlichem Ausmaß anleiten: Die Autonomie ist bei sehr starker Anleitung eher eingeschränkt. Sie kann aber auch durch ein schrittweises Zurücknehmen der Anleitung im Prozess ausgeweitet werden (ausschleichend), oder die Umsetzung wird von Beginn an begleitend gestaltet.

Konzepte Forschenden Lernens variieren zudem hinsichtlich der sozialen Eingebundenheit. Dazu zählt die Arbeitsweise, die individuell, arbeitsteilig in Gruppen oder kollaborativ erfolgen kann, das heißt, alle sind an allen Prozessen beteiligt. Feedback im Forschungsprozess ist sowohl in Form von Peer-Feedbacks als auch in Form von Feedbacks durch Lehrende (und Tutor:innen) oder unter Einbindung externer Partner denkbar. Wie der Austausch im Kontext des Forschenden Lernens erfolgen soll, stellt die letzte Dimension dieses Gestaltungsfeldes dar. Dieser kann entweder von Lehrenden organisiert oder ermöglicht werden oder ohne gezielte Vorbereitung bei Bedarf situativ entstehen.

Ein zentrales Merkmal der Forschungswerkstätten ist die Kooperation mit Schulen.

DAS KONZEPT DER FORSCHUNGSWERKSTÄTTEN AN DER UNIVERSITÄT HAMBURG

Vor dem Hintergrund der dargestellten Systematik lässt sich das Konzept der Forschungswerkstätten so einordnen und beschreiben (siehe Abb. 1): Die Forschungsprozesse im Rahmen der Forschungswerkstätten im Arbeitsbereich Schulpädagogik und Schulforschung sind disziplinär angelegt und finden unabhängig von der weiteren Forschung statt. Dabei handelt es sich um curricular verankerte zweisemestrige Lehrveranstaltungen, die ein verpflichtender Bestandteil des Master of Education für alle Lehrämter an der Universität Hamburg sind. Mit dem Seminarformat wird das Ziel verbunden, forschungsmethodische Grundlagen zu vermitteln, damit Studierende eine erziehungswissenschaftliche Forschungsarbeit planen und durchführen können. Angeboten werden sie mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten (Neue Medien, Heterogenität, Schulentwicklung). Die im Rahmen der Forschungswerkstatt erarbeiteten Ergebnisse werden teilöffentlich präsentiert.

Der Autonomiegrad und die soziale Eingebundenheit lassen sich mithilfe der folgenden Beschreibung des Konzepts der Forschungswerkstätten erkennen:

Ein zentrales Merkmal ist die Kooperation mit Schulen. Diese wählen einen Ausschnitt ihrer schulischen Praxis für die Evaluation im Rahmen einer Forschungswerkstatt aus und formulieren ein erstes Erkenntnisinteresse.

Dazu zwei Beispiele aus Kooperationen mit Hamburger Schulen: Die Stadtteilschule Altona war daran interessiert, die Gestaltung und Wahrnehmung des neu eingeführten projektorientierten Unterrichts zu erkunden. An der Stadtteilschule Bergedorf sollte die Gestaltung und Nutzung eines Konzepts individueller Förderung, umgesetzt als freie Lernzeit («Ankerzeit«), untersucht werden. Beide Schulen erhofften sich aus der Kooperation mit den Studierenden Impulse für die Unterrichtsentwicklung. Vertreter:innen der Schulen und Studierende kommen in diesem Beitrag selbst zu Wort. Dafür wurden sie schriftlich zu ihren Erfahrungen mit der Forschungswerkstatt befragt.

Das vorab formulierte Erkenntnisinteresse bietet einen Rahmen für die gemeinsame Arbeit, die in größtmöglicher Offenheit hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung und Umsetzung erfolgt. Studierende wählen eine Forschungswerkstatt, die an ihre Interessen anknüpft, und erhalten aufgrund der inhaltlichen Festlegung auf ein Thema Orientierung zu Beginn des Forschungsprozesses.

Die Durchführung folgt im Wesentlichen den Phasen eines regulären Forschungsprozesses (siehe Abb. 2).

Nach der Festlegung des Forschungsgegenstands und des Erkenntnisinteresses (1) folgt die inhaltliche Auseinandersetzung mit den relevanten Theorien und Konzepten (2). Dabei werden wissenschaftliche Texte, Fallbeispiele sowie Befunde empirischer Studien herangezogen, wobei die Auswahl eng entlang des Forschungsgegenstandes erfolgt. Inputs zum Thema, individuelle Erarbeitungsphasen, Gruppenar- beitsphasen und Phasen des Austauschs und der Diskussion werden sinnvoll aufeinander bezogen. Vor diesem Hintergrund formulieren die Studierenden erste Forschungsfragen (3) und erarbeiten sich die relevanten Grundlagen der empirischen Forschung. In Kooperation mit der Schule sowie mit Unterstützung und unter Beratung der Seminarleitung wird das Forschungsdesign (4) und die Stichprobe (5) mit den Studierenden entwickelt. Die kooperierende Schule unterstützt diese Phasen, indem Kontakte zu beteiligten schulischen Akteuren hergestellt, organisatorische Rahmenbedingungen abgeklärt sowie Fragen der Studierenden bei der Erkundung des Forschungsfeldes beantwortet werden. Bewährt hat sich eine Erkundung der Schule (digital oder in Präsenz) allgemein sowie fokussiert auf den für die Evaluation ausgewählten Praxisausschnitt zur Vorbereitung auf die Datenerhebung.

»Um sich ein Bild vom Projektunterricht an unserer Schule zu machen, haben die Studierenden im Tandem einen ganzen Tag lang eine Lerngruppe im Projektunterricht begleitet. Auf diese Weise haben sie auch die Lehrkräfte kennengelernt und konnten mit ihnen Termine für Interviews vereinbaren.

Vor den Hospitationstagen gab es ein Treffen mit den Studierenden, bei dem wir unsere Schule und unser Erkenntnisinteresse vorgestellt haben. Die Studierenden haben diese Gelegenheit dazu genutzt, eigene Beobachtungsschwerpunkte zu setzen und Fragen zur Projektarbeit an unserer Schule zu stellen.« Karol Sandring, Lehrer an der Stadtteilschule Altona

Grundsätzlich sind alle Studierenden an allen Phasen des Forschungsprozesses beteiligt, um Forschendes Lernen umfassend zu ermöglichen. Die kollaborative Arbeit ist daher ein zentrales Merkmal der Forschungswerkstätten.

Die Seminarleitung unterstützt diese Arbeit, indem sie den Austausch innerhalb und zwischen den Teams sowie gegenseitiges Feedback anregt und ermöglicht. Darüber hinaus steht sie selbst für Feedback sowie Beratungen im Prozess zur Verfügung. Je nach Vorwissen und Kompetenzen der Studierenden leitet sie die Umsetzung des Forschungsprojektes zu Beginn stärker an, um sich dann schrittweise zurückzuziehen, damit das selbstständige Arbeiten der Studierenden und ein hoher Grad an Autonomie möglich werden.

Die zentrale – und zuweilen herausfordernde – Aufgabe ist dabei, sowohl die curricularen universitären Vorgaben als auch die Bedingungen der kooperierenden Schule sowie die Kompetenzen und Bedürfnisse der Studierenden gleichermaßen zu berücksichtigen und in Einklang zu bringen.

Ein weiteres bedeutendes Merkmal der Forschungswerkstätten stellt die Präsentation der Ergebnisse in der kooperierenden Schule dar. Die Ergebnisse werden also nicht nur intern, innerhalb des Seminars, sondern teilöffentlich präsentiert. In Gruppen erarbeiten die Studierenden eine gemeinsame Präsen- tation. Der Seminarleitung kommt dabei die Aufgabe zu, Feedback zu geben und die Studierenden auf die im Zusammenhang mit der Ergebnispräsentation möglicherweise entstehenden Herausforderungen vorzubereiten. Die kooperierende Schule lädt zu dem Termin Kollegen und Kolleginnen sowie Mitglieder der Schulleitung ein. Die Präsentationen lassen sich sowohl in Form von Präsenzveranstaltungen als auch per Videokonferenzen durchführen.

» Im Rahmen der Ergebnispräsentation für die Schule wurde uns Studierenden zum wiederholten Male aufgezeigt, dass unser Forschungsprojekt einen konkreten Zweck verfolgt und dass die Erkenntnisse der Studierenden an der richtigen Stelle ankommen. Die Arbeit zweier ganzer Semester erfuhr durch die Präsentation Wertschätzung. Durch das Gespräch mit den Akteur:innen der Schule und die Beantwortung von Fragen im Anschluss an die Präsentation konnte man sich einmal mehr als selbstwirksam erleben.«

Hanne Oellrich, Lehramtsstudentin

»Aus der Präsentation der Ergebnisse an der Schule habe ich mitgenommen, dass unsere Arbeit von den Lehrkräften an der Schule wertgeschätzt wurde. Außerdem hat es mich gefreut, dass es so scheint, als wenn die Ergebnisse für die Schule eine hohe Praxisrelevanz besitzen und tatsächlich für die Weiterentwicklung des Schulprofils beziehungsweise für die Umsetzung von Veränderungsprozessen genutzt werden.« Jan Weiß, Lehramtsstudent

Die Präsentationen stellen den Höhepunkt und zugleich den Abschluss der gemeinsamen Arbeit in der Forschungswerkstatt dar. Um den Erwerb von Wissen und Kompetenzen – sowohl inhaltlich als auch forschungsmethodisch – abzusichern, verfassen die Studierenden alleine oder in Tandems einen schriftlichen Forschungsbericht.

NUTZEN UND POTENZIALE FÜR STUDIERENDE UND SCHULEN

Forschungswerkstätten wurden inzwischen in mehreren Durchgängen und in Kooperation mit vielen Hamburger Schulen durchgeführt. Für die Schulen bietet die Kooperation die Möglichkeit, einen relevanten Themenbereich auszuwählen, zu dem eine Evaluation durchgeführt wird. Die Ergebnisse können Impulse für Schulentwicklungsprozesse geben und die schulische Entwicklungsarbeit unterstützen. Auch Ermutigung und Stärkung für ihre Arbeit können Schulen auf diesem Wege erlangen.

» Wir bekommen viele Anfragen von universitären Projekten oder Forschungsarbeiten. Wenn wir uns beteiligen, geben wir in der Regel mehr als wir bekommen. Das war hier anders. Mit dieser Forschungswerkstatt haben wir eher eine Win-win-Situation und wirklich qualitativ hochwertige, absolut brauchbare Ergebnisse für unsere schulische Weiterarbeit erhalten. Die sind beziehungsweise einen konkreten Mehrwert bieten und nicht nur in der Schublade verschwinden.«

Jan Weiß, Lehramtsstudent

»Man erhält die Möglichkeit, sich über einen Zeitraum von zwei Semestern mit einer Thematik besonders intensiv auseinanderzusetzen. Diese lange Zeitspanne ermöglicht es den Studierenden, das eigene Arbeiten und den Forschungsprozess stetig zu reflektieren. (…) Durch die Zusammenarbeit mit einer Schule in Hamburg und durch das Vorliegen eines reellen Forschungsinteresses erhält der Forschungsprozess Sinnhaftigkeit.«

Hanne Oellrich, Lehramtsstudentin

Die Ergebnisse können Impulse für Schulentwicklungsprozesse geben.

Rückmeldung an unsere Schule ist in Form einer SOFT-Analyse formuliert und bietet uns konkrete Hinweise dafür, an welchen Stellen wir unseren Projektunterricht weiterentwickeln müssen. Daher können wir die Rückmeldung direkt in unsere laufende Schulentwicklungsarbeit einfließen lassen.« Andrea Lüdtke, Schulleiterin der Stadtteilschule Altona

Studierende erhalten die Möglichkeit, in einem offen angelegten Forschungsprozess thematische Schwerpunkte zu setzen und damit an eigene Interessen anzuknüpfen. Der hohe Grad an Autonomie, das selbstständige Lernen, die Eigenaktivität sowie die soziale Eingebundenheit, also das kooperative Arbeiten über alle Phasen des Forschenden Lernens hinweg, motivieren dabei für die zum Teil auch aufwendige Arbeit im Forschungsprojekt. Dass dabei Erkenntnisse gewonnen werden, die über den eigenen Wissenszuwachs hinaus für die schulische Praxis relevant sind, erleben die Studierenden als sinnstiftend.

» Das Besondere an der Forschungswerkstatt ist, dass man sich durch die Kooperation mit einer Schule hautnah mit der Unterrichtspraxis auseinandersetzt und verstärkt in dem Gefühl arbeitet, dass im Rahmen des Seminars erarbeitete Ergebnisse von Wert

Lehrende und Lernende wirken im gesamten Forschungsprozess zusammen, wobei gegenseitiges Feedback und individuell angepasste Unterstützung kennzeichnend sind. Von Vorteil ist darüber hinaus, dass Studierende nicht die eigene, sondern fremde Praxis forschend erkunden. Häufig vertiefen sie individuelle Forschungsvorhaben in Masterarbeiten und setzen die Kooperation mit der Schule fort. Lernprozesse von Studierenden und Schulen können damit fortgeführt werden.

» In allen Kooperationsprojekten ist es gelungen, die schulischen Prozesse und Vorhaben auf mögliche Forschungsgegenstände hin abzuklopfen und gemeinsam entsprechende Untersuchungsschwerpunkte herauszuarbeiten. Dabei ist es auch bei wechselnden Dozentinnen und Professorinnen immer ein Wesenskern der Herangehensweise gewesen, die Bedarfe der Schule zu hören und die Belange der ›Beforschten‹ in Einklang zu bringen mit den möglichen Erfahrungsmöglichkeiten in der Feldforschung für die Studierenden. Schon mehrere Studierende haben anschließend vertiefende Forschungsvorhaben mit ihrer Masterarbeit verbunden.« Herwig Sünnemann, didaktischer Leiter der Stadtteilschule Bergedorf

»Mit der Forschungswerkstatt der Uni Hamburg haben wir einen Blick auf uns bekommen, der vollkommen unvoreingenommen von Themen, Strukturen und Personen ist. Da die Forschungswerkstatt wissenschaftlich begleitet wird, haben wir qualitativ hochwertige Aussagen erwartet und bekommen.« Andrea Lüdtke, Schulleiterin der Stadtteilschule Altona

Das Konzept der Forschungswerkstätten ermöglicht die Unterstützung von Evaluations- und Entwicklungsvorhaben an Schulen und den Erwerb forschungsmethodischer Kompetenzen für Studierende gleichermaßen. Zugleich werden dadurch langfristige Kooperationen zwischen Universität und Schule sowie der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis gefördert.

Im Sinne einer bestmöglichen Gestaltung Forschenden Lernens kommt es insbesondere darauf an, das Spannungsfeld zwischen Autonomie und Offenheit einerseits und zeitlichen beziehungsweise organisatorisch-strukturellen Vorgaben in Schule und Universität andererseits sinnvoll in Balance zu bringen. Dabei kann der Grundsatz gelten: Nur so viel inhaltliche und strukturelle Vorgaben, Anleitung und Unterstützung wie nötig und so viel Autonomie und Offenheit wie möglich für interessegeleitetes und selbstständiges Lernen – für umfassendes Forschendes Lernen, das Studierenden und Schulen gleichermaßen nutzt.

LITERATUR

Huber, Ludwig/Reinmann, Gabi (2019): Vom forschungsnahen zu forschendem Lernen an Hochschulen. Wege der Bildung durch Wissenschaft.

Wiesbaden: Springer VS.

DR. FRANZISKA CARL ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Schulpädagogik und Schulforschung an der Universität Hamburg und Leiterin der Arbeitsstelle des Schulverbunds »Blick über den Zaun«. ↗ franziska.carl@uni-hamburg.de

DR. ANGELIKA PASEKA ist Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt Professionsforschung und Professionsentwicklung und leitet ein DFG-Projekt (ReLieF) zum Forschenden Lernen in der Lehrer:innenbildung. ↗ angelika.paseka@uni-hamburg.de