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Sturm im Wasserglas


dgw deutsche getränke wirtschaft - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 09.09.2019
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Bildquelle: dgw deutsche getränke wirtschaft, Ausgabe 9/2019

Für Aufregung in der Branche sorgten im Juni dieses Jahres die durchgeführten Tests der Stiftung Warentest und von „Öko-Test“. Getestet wurden von der Stiftung Warentest 32 stille Mineralwässer mit dem veröffentlichten Ergebnis, dass sich in jedem zweiten Wasser unerwünschte Keime, mehr oder weniger erhöhte Gehalte an kritischen Stoffen sowie Verunreinigungen aus Landwirtschaft und Industrie fanden, die vor allem für Immungeschwächte ein Risiko darstellen.

Kritisiert wurde des Weiteren von der Stiftung Warentest ein Markenwasser aus Frankreich, das überraschend viel Vanadium enthielt, das aus ...

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... vulkanischen Böden in Mineralwasser übergehen kann und als möglicherweise krebserregend gilt.

Nur eins von insgesamt sechs Mineralwässern mit Bio-Logo wurde im Test mit „gut“ bewertet. Zwei Wässer mit Bio-Label beurteilten die Tester sogar mit „mangelhaft“ – in einem fanden die Prüfer außergewöhnlich viele Keime.

Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat in ihrer Ausgabe Juli 2019 ebenfalls Mineralwasser getestet. 53 Mineralwässer der SorteClassic wurden unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Jedes zweite Mineralwasser wurde als „sehr gut“ oder „gut“ eingestuft.

Und die nicht enden wollende Diskussion „Mineralwasser kontra Leitungswasser“ hat den Verband Deutscher Mineralbrunnen e. V. (VDM) zu Stellungnahmen veranlasst.Befeuert wird diese Diskussion aktuell durch die Thematisierung auf europäischer Ebene zur Änderung der EU-Trinkwasserrichtlinie. Sie sieht unter anderem vor, dass Mitgliedstaaten die kostenlose Bereitstellung des Trinkwassers in Restaurants, Kantinen sowie im Rahmen von Verpflegungsdienstleistungen fördern sollen.Beispielsweise sind in Frankreich Restaurants bereits heute verpflichtet, ihren Gästen kostenfrei Leitungswasser anzubieten.

Zu der Veröffentlichung von Stiftung Warentest zu Mineralwasser stellt der VDM klar: „Mineralwasser ist ein Naturprodukt und darf wie viele andere Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs auch Keime enthalten.“ Und mit dem in der Ausgabe 7/2019 erschienenen Test von Mineralund Leitungswasser suggeriere Stiftung Warentest dem Verbraucher, dass die Qualität von Leitungswasser aus dem Hahn mit der Qualität von in Flaschen abgefülltem Mineralwasser verglichen werde.

Erst durch eine genauere Analyse des Testverfahrens sei jedoch erkennbar, dass ein Test der Qualität von Leitungswasser aus dem Hahn unter verbrauchsüblichen Bedingungen gar nicht stattgefunden habe. Das Leitungswasser sei mikrobiologisch nicht untersucht worden, und die Untersuchung bei den stillen Mineralwässern habe sich nicht auf die Überprüfung der in der Mineral- und Trinkwasserverordnung enthaltenen gesetzlichen Bestimmungen beschränkt, sondern gehe weit darüber hinaus.

Initiiert wurde zudem ein politisches Frühstück in Bad Peterstal-Griesbach. Unter dem Motto „Ja zum Naturprodukt Mineralwasser!“ folgten der Einladung des VDM Politiker von CDU und Bündnis 90/Die Grünen sowie Bürgermeister aus der Region. Vorgestellt wurde ein gemeinsames Positionspapier mit dem Titel „Ja zum Naturprodukt Mineralwasser!“.

Der VDM-Vorsitzende Dr. Karl Tack betonte, die im Rahmen der Kampagne „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ geäußerte Empfehlung der Bundesumweltministerin Svenja Schulze, vermehrt Leitungswasser anstelle von in Flaschen abgefülltem Mineralwasser zu konsumieren, gehe völlig am Ziel vorbei.Deutschland verfüge, so Tack weiter, über ein weltweit vorbildliches Rücknahme- und Recyclingsystem für Getränkeverpackungen, wodurch die heimischen Mineralbrunnen bereits seit Langem einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisteten.

Gerhard Kaufmann von den Griesbacher Mineral- und Heilquellen wies auf die wirtschaftliche Bedeutung der Mineralbrunnen insbesondere auch im Renchtal hin. „Frau Schulze nimmt mit ihrer einseitigen Bevormundungspolitik billigend in Kauf, dass die Mineralbrunnenbetriebe ohne Not wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen und so Arbeitsplätze gefährdet sind“, lautete die Kritik von Kaufmann. Ein weiteres Argument pro Mineralwasser: „Was viele Verbraucher nicht wissen, ist, dass die Qualitätsverantwortung ab dem Hausanschluss bis zur Entnahme am Wasserhahn an den Hauseigentümer übergeht.

Die weitverbreitete Aussage, dass Leitungswasser das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland sei, kann nicht der Wahrheit entsprechen, da eine Kontrolle in diesem Abschnitt überhaupt nicht stattfindet.“ Zufrieden zeigte sich Karl Tack mit dem politischen Frühschoppen. „Unser Ziel war es, die politischen Vertreter über die Vorzüge des einzigartigen Naturprodukts Mineralwasser zu informieren und zur Unterstützung der Getränkewirtschaft und des Gastgewerbes aufzufordern. Wir sind uns sicher, dass wir überzeugende Argumente liefern, warum es insbesondere vonseiten der Politik unerlässlich ist, sich für die mittelständischen Unternehmen unserer Branche einzusetzen“, erklärte er.

Hart getroffen hat es die Neumarkter Lammsbräu, den Bio-Pionier der ersten Stunde und Gründer der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e. V., mit der Inhaber Johannes Ehrnsperger 2011 gerichtlich erstritten hatte, dass Mineralwasser auch bio kann. Droht nun ein Imageschaden?

Die Stiftung Warentest hat das MineralwasserBioKristall still mit „mangelhaft“ bewertet. InBioKristall still fand die Stiftung Warentest eine erhöhte Konzentration von Radium.Der Wert des radioaktiven Stoffs lag weit über dem erlaubten Grenzwert.

Für Johannes Ehrnsperger ist dieses Urteil weder gerechtfertigt noch nachvollziehbar, zumal die von der Stiftung Warentest bewertete Charge nochmals vom Unternehmen durch das Institut Romeis überprüft wurde. Zudem hat das Unternehmen der Stiftung Warentest sämtliche Untersuchungsergebnisse zur Verfügung gestellt und sie aufgefordert, ihr Urteil umgehend zu korrigieren. Daraufhin veröffentlichte die Stiftung Warentest auf ihrer Homepage am 11. Juli dieses Jahres folgende Informationen:

„Pressemeldungen des Anbieters Neumarkter Lammsbräu, dessen natürliches Mineralwasser BioKristall (still) in unserem aktuellen T est stiller Mineralwässer mit ‚Mangelhaft‘ abgeschnitten hat, irritieren nicht nur unsere Leser. Daher stellen wir hier noch einmal die zehn wichtigsten Fakten im Überblick zusammen:

Die Stiftung Warentest hatte für ihre Untersuchung 32 stille natürliche Mineralwässer ausgewählt, darunter auch 6 Produkte, die ein Bio-Logo tragen. Dazu gehörte auch das Mineralwasser BioKristall still.

Geprüft wurden alle Wässer in unabhängigen, fachlich kompetenten Prüfinstituten nach dem Prüfprogramm der Stiftung Warentest.

Dieses Prüfprogramm war zuvor mit externen Experten, darunter unabhängige Experten sowie Anbieter- und Verbrauchervertreter, in einem Fachbeirat diskutiert worden.

Jeder Anbieter, der mit seinem Produkt im Test vertreten war, erhielt eine Mitteilung über die Einbeziehung in die Untersuchung, einen Fragebogen und nach Abschluss der Prüfungen eine Anbietervorinformation mit den objektiv ermittelten Messergebnissen mit der Möglichkeit, zu den mitgeteilten Messergebnissen Stellung zu nehmen.

Unsere Anbietervorinformation ist eine Standardmaßnahme unserer Qualitätssicherung, um Fehler in der Veröffentlichung zu vermeiden. Dies wird den Anbietern auch mit dem dazugehörigen Anschreiben mitgeteilt.

Davon machte auch der Anbieter Neumarkter Lammsbräu Gebrauch. Er teilte uns eigene Messergebnisse für sein stilles BioKristall mit, die sich von denen der Stiftung Warentest teilweise unterschieden. Wir bestätigten dem Anbieter den Eingang seines Schreibens; in eine inhaltliche Diskussion traten wir nicht mit ihm. Selbst wenn Neumarkter Lammsbräu uns um einen Austausch gebeten hätte, wären wir dem nicht nachgekommen.Denn in der Phase einer Testauswertung kommunizieren wir nicht mit Testanbietern, um jegliche Möglichkeit der Einflussnahme auf unsere unabhängige Testarbeit zu vermeiden.

Selbstverständlich prüften wir alle eingegangenen Anbieterreaktionen, darunter auch die zum stillen Mineralwasser BioKristall. Die Überprüfung ergab keine Zweifel an unseren Messwerten.

Nach der Testveröffentlichung erreichte uns dann vom Anbieter Lammsbräu eine Stellungnahme mit einer Fülle von eigenen Untersuchungsbefunden. Auf ein weiteres Schreiben mit neuerlichen Prüfergebnissen antworteten wir am 10. Juli umfänglich und inhaltlich im Detail. Leider hat Lammsbräu unser Schreiben bei seiner heutigen Pressemeldung und dem Schreiben an die Händler vollständig ignoriert. Die Behauptung darin, man hätte uns aufgefordert, unser Urteil umgehend zu korrigieren, entspricht nicht der Wahrheit. Wir haben das Unternehmen Lammsbräu am heutigen Tag schriftlich aufgefordert, seine Öffentlichkeits- Maßnahmen zu korrigieren.

Auch nach nochmaliger Prüfung des Sachverhaltes bleiben wir bei der Aussage, dass das natürliche Mineralwasser BioKristall die in der Richtlinie der Qualitätsgemeinschaft ‚Bio-Mineralwasser‘ festgelegten Aktivitätskonzentrationen von Radium-226 und die Summe aus Radium-226 und Radium-228 überschreitet. Wir halten deshalb nach wie vor die Bezeichnung als Bio-Mineralwasser für fraglich und bleiben bei unserer Bewertung mit dem test-Qualitätsurteil ‚Mangelhaft‘. Auch die Bewertung der mikrobiologischen Qualität mit der Note ‚Befriedigend‘ halten wir aufrecht.

Nun ist Lammsbräu gefordert, für eine konstante Qualität seines Bio-Mineralwassers zu sorgen und seiner Verantwortung als Inverkehrbringer gerecht zu werden.“