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Stuttgart: Wachablösung auf der Zacke


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Strassenbahn Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 18.11.2022

Aktuell

Treffen der alten und neuen Wagengeneration an der Ausweiche Wielandshöhe während der Probefahrten. Das Design der „Neuen“ entspricht weitgehend dem der Stadtbahnwagen, die Stadler seit 2012 liefert. Die Lackierung wurde passend zur Zahnradbahn adaptiert? Am zweiten Oktoberwochenende wurde von den Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) auf der Zahnradbahn „Zacke“ der erste Vertreter einer neuen Generation Triebwagen offiziell in Dienst gestellt. Drei Fahrzeuge aus dem Hause Stadler lösen die 40 Jahre alten ZT4-Triebwagen von MAN ab, welche seit 1982 zwischen dem Marienplatz und dem Kesselrand in Degerloch pendelten. Für den Fahrgast präsentieren sie sich, wie schon ihre Vorgänger, wie einteilige Varianten der jeweils aktuellen Generation Stuttgarter Stadtbahnwagen. Auch die in Stuttgart üblichen, dick gepolsterten „1.-Klasse-Sitze“ wurden übernommen. Neu ist die niederflurige ...Weitere DT8 ...

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... Einstiegsmöglichkeit in die Zacken-Wagen. Ebenfalls neu beschafft wurden die zugehörigen Vorstellwagen, auf denen bergwärts Fahrräder transportiert werden können.Für einen kurzen Übergangszeitraum konnten die Vertreter beider Generationen parallel im Einsatz beobachtet werden. Ab spätestens No- vember 2022 sollen dann die „Neuen“ den Gesamtverkehr übernehmen. Von den Oldies hielt mit Tw 1003 ein Exemplar bereits im Straßenbahnmuseum Bad Cannstatt Einzug. Für die anderen beiden suchen die SSB noch Interessenten, ansonsten werden die Tw 1001 und 1002 verschrottet. Das Betriebsprogramm bleibt auch für die neue Wagengeneration sportlich, bis zu 20 Prozent Steigung überwindet diese einzige Zahnradbahn, die in Deutschland zum ganz gewöhnlichen Verbundtarif viertelstünd- lich auf die Reise geht und dabei 210 Meter Höhenunterschied überwindet. Unterdessen haben die SSB bei Stadler weitere 40 Stadtbahnen für die Erneuerung ihrer Flotte bestellt. Der Auftrag umfasst zudem Optionen auf bis zu 30 weitere Stadtbahnen. Die hochflurigen Zweirichtungszüge S-DT8.16 bieten auf einer durchgehend stufenlos begehbaren Länge von rund 40 Metern Platz für mehr als 250 Personen. Die 2,65 Meter breiten Wagen weisen einen großzügigen Fahrgastbereich auf.PETER GARKE ANDREAS FISCHER (2) FREDERIK BUCHLEITNER Über vier doppelte Außenschwenkschiebetüren pro Seite wird ein optimaler Fahrgastfluss erreicht. Die Stadtbahnen der Reihe S-DT8.16 zeichnen sich durch ihre hohe Energieeffizienz und umweltfreundliche Betriebsmittel aus. „Die europaweite Ausschreibung hat mit Stadler einen namhaften und kompetenten Schienenfahrzeughersteller erbracht. Stadler kennt bereits die Ansprüche und Bedürfnisse der SSB und ihrer Fahrgäste“, so Thomas Moser, Vorstandssprecher und Technischer Vorstand der SSB. „Wir freuen uns sehr, die 2009 begonnene, stets gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Straßenbahnen mit dem neuen Liefervertrag über moderne und optimierte Fahrzeuge JENS PERBANDT fortsetzen zu können.“, sagt Jure Mikol?i?, CEO Stadler Deutschland.Bei den 40 Fahrzeugen handelt es sich laut SSB um eine Ersatzbeschaffung für die mittlerweile über 35 Jahre alten S-DT 8.4. Die nun vergebene Fahrzeugtypenbezeichnung S-DT 8.16 steht für eine technische und gestalterische Neuentwicklung, die auf dem Grundkonzept der aktuell bei der SSB eingesetzten Stadtbahnen basiert. Stadler Rail hat bisher insgesamt 50 Stadtbahn-Doppeltriebwagen der Serien S-DT 12, S-DT 8.14 und S-DT 8.15 gefertigt und der SSB übergeben. Bis Mitte 2023 sollen weitere zehn Fahrzeuge der Serie S-DT 8.15 an die SSB ausgeliefert werden. Der Erstling der jetzt bestellten Serie DT8.16 wird 2025 in Stuttgart erwartet. Daneben sind von den älteren, kantigen Vorgängern der zu DT8.S modernisierten Vorgängerserien noch gut 70 Garnituren, von den DT8.10 insgesamt 23 und vom Typ DT8.11 weitere 27 Doppeltriebwagen im Bestand. HF/MSP/PM ? Die Nahverkehrsgesellschaft Schwerin richtete Ende September 2022 einen Paketausfahrdienst per Stadtbahn ein. Gemeinsam mit dem Paketdienstleister DHL hat sich die Stadt mit ihrem Verkehrsbetrieb für den Zukunftswettbewerb „Nachhaltige Mobilität“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) beworben. Als einer von zehn Preisträgern hat das BMUV die Schweriner Idee ausgewählt. Hintergrund ist, dass nicht nur die zahlreichen Lieferdienste die Innenstadtstraßen verstopfen, Verkehrsgefährdungen provozieren und den ÖPNV behindern, auch fallen auf den letzten Kilometern der Paket-Lieferketten die anteilig größten Schadstoffmengen an. In Vorbereitung für das als „SNAcKS (Der Schweriner Lieferverkehr der Zukunft – nachhaltig, automatisiert, kunden- und serviceorientiert)“ bezeichnete Projekt entstanden bereits Anfang 2022 an den Straßenbahn-Haltestellen Kieler Straße, Platz der Freiheit und Hegelstraße Paketstationen. Befüllt werden diese jetzt während spezieller Ausfuhrtouren, bei denen ein normaler Stadtbahnwagen zum Einsatz kommt. Das Fahrzeug wird auf dem Betriebshof Haselholz mit entsprechend gefüllten Rollcontainern beladen, nimmt auf der Transportfahrt jedoch keine Fahrgäste mit. Der Versuch läuft zunächst über einen Zeitraum von drei Monaten, dann soll sich entscheiden, ob für diese schadstoffarme Lösung eine Förderung aus Berlin gewährt wird.JEP ? Am 14. Oktober 2022 startete mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz im Programm für „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ das Forschungsprojekt „SmarTram“. Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG), FusionSystems GmbH und IABG mbH wollen darin zusammen technische Lösungen für die autonome Straßenbahn erarbeiten, darunter autonome Fahrstrategien, hybride Umgebungserfassung und leitstellenbasierte Teleoperation. Die Innovation bestehe in der Kombination von Fahrzeugautomatisierung und Infrastrukturüberwachung. MSP ? Am 14. Oktober 2022 startete der 2. Bauabschnitt am Gleisdreieck Töpferstraße. Die Linien 1 und 10 fahren seitdem wieder bis zum Südharzklinikum durch. Damit sind im Nordhäuser Netz auch wieder Einsätze der Einrichtungs-Combinos 101 bis 104 möglich, die am Klinikum wenden können. Der 2. Bauabschnitt sollte voraussichtlich bis Ende November dauern, die Linie 2 pendelte weiterhin nur zwischen Parkallee und Theaterplatz. Ab Haltestelle Theaterplatz fuhr Schienenersatzverkehr bis Nordhausen Ost. MSP ? Mit Tw 1402 erreichte der erste Achtachser der neuen Škoda RNT in der Nacht 17./18. Oktober 2022 den Betriebshof Rheingönheim. Nach der technischen Inbetriebsetzung sollen voraussichtlich bis Jahresende Versuchsfahrten die Eignung des Neufahrzeugs im RNV-Netz belegen. Das im September 2022 auf der InnoTrans ausgestellte Schwesterfahrzeug 1401 gelangte nach der Messe indes zur Komplettierung und Inbetriebsetzung zurück zum Hersteller nach Pilsen. Wann die neue Fahrzeugserie zugelassen in den Betriebseinsatz geht, ist derzeit noch offen. MSP ? Um einen Planungsvorrat von förderfähigen Projekten zu haben, fördert das Umwelt- und Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen die Beschleunigung von Eisenbahn- und Stadtbahn-Planungen in einem Gesamtumfang von rund 60 Millionen Euro. Mit der Förderung können nun 45 Planungsleistungen für Infrastrukturmaßnahmen in ganz Nordrhein-Westfalen aufs Gleis gesetzt werden. Zu den geförderten Maßnahmen gehört zum Beispiel die Verlängerung der Stadtbahn Bonn über Niederkassel nach Köln. Mit der Verlängerung der Stadtbahn (Fördersumme rund fünf Millionen Euro) erhält die Stadt Niederkassel erstmalig einen Schienenanschluss an die Oberzentren Bonn und Köln. In Düsseldorf werden die Planungen des dritten Bauabschnitts der U81 (Förderung rund 6,7 Millionen Euro) vorangetrieben. Mit diesem Bauabschnitt soll die Station Düsseldorf-Terminal mit dem Bahnhof Flughafen verbunden werden, sodass ein direkter Umstieg von der Stadtbahn in die Nahverkehrszüge möglich wird.Auch Machbarkeitsstudien werden gefördert. Die Durchführung einer Machbarkeitsstudie dient als Grundlage für die nachfolgenden Planungsphasen. So werden bei der Rheinbahn AG mögliche Kapazitätssteigerungen durch längere Züge (Förderung 216.000 Euro) und im Rheinisch-Bergischen Kreis eine Verlängerung der bestehenden Stadtbahnlinien 3 und 18 aus dem Kölner Stadtgebiet (Förderung 135.000 Euro) untersucht. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr hat den Zweckverbänden Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und den Bezirksregierungen Düsseldorf und Arnsberg entsprechende Fördererlasse in der Gesamthöhe von rund 60 Millionen Euro für das Förderprogramm 2022 zukommen lassen. Damit wurden jetzt schon in Summe rund 84,5 Millionen Euro durch das Land zur Beschleunigung von Planungsleis- tungen zur Verfügung gestellt. Damit wird auch der Abruf von Bundesmitteln für Infrastrukturförderungen unterstützt. Denn Voraussetzung für den Abruf von Bundesmitteln für Infrastrukturförderungen sind abgeschlossene Planungen. MBE ? Düsseldorfs Nachbarstadt Ratingen bekommt womöglich eine zweite Stadtbahn-Anbindung in die Landeshauptstadt. Die in Planung beziehungsweise teilweise bereits in Bau befindliche U81 soll später nach Ratingen führen. Eine vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) geförderte Machbarkeitsstudie soll nun die beste Trasse zwischen dem Flughafen-Bahnhof und der Sandstraße ermitteln. Der Förderbescheid erging Anfang Oktober 2022 an die Stadt Düsseldorf und den Kreis Mettmann. Auf die Durchführung der Studie hatten sich zuvor die Städte mit dem Kreis Mettmann verständigt. ? ANDREW THOMPSON MICHAEL BEITELSMANN (2) Die U81 ist das zurzeit wohl größte und wichtigste ÖPNV-Neubauprojekt der Region. Im Endausbau soll es eine durchgehende Stadtbahnlinie von Neuss über die Messe Düsseldorf und den Flughafen bis nach Ratingen geben. Der erste Abschnitt der U81 ist bereits in Bau. Dieser verknüpft das aktuelle Stadtbahnnetz in Düsseldorf mit dem Flughafen. Ab dem Freiligrathplatz (Anschluss an die Linien U78 und U79) wird derzeit eine neue Trasse über eine lang geschwungene Brücke über den Verkehrsknoten Nordstern und dann in Tunnellage zum Flughafen-Terminal gebaut. Der zweite, noch in Planung befindliche Bauabschnitt ist der aufwendigste: Über eine neue Rheinbrücke und eine neue Trasse nach Lörick und Heerdt soll eine Stadtbahnnetzverknüpfung zwischen Messe/Arena und dem Handweiser in Heerdt geschaffen werden. Der dritte Abschnitt verbindet das Flughafen-Terminal mit dem Fernbahnhof. Und der vierte soll nun weiter nach Ratingen führen. Die neue Trasse soll vor allem den stark verdichteten Stadtteil Ratingen-West anbinden. Definierter Endpunkt ist der künftige S-Bahnhof Ratingen West, etwa im Bereich der heutigen Fußgängerbrücke über die Westbahn an der Sandstraße. Die Machbarkeitsstudie soll nun vor allem die beste Trasse zwischen dem Flughafen-Bahnhof und der Sandstraße finden. „Bei der Entscheidung, welche die beste Trasse ist, müssen technische, betriebliche, wirtschaftliche, städtebauliche Kriterien sowie Umweltkriterien berücksichtigt werden“, so die Ratinger Planungsdezernentin Petra Cremer. „Die Studie wird auch ein Verkehrsmodell und eine Nutzen-Kosten-Untersuchung beinhalten. Bevor die Entscheidung für eine Vorzugstrasse fällt, werden wir mit Blick auf die Machbarkeitsstudie auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen, bei der mindestens vier Vergleichstrassen mit ihrer jeweiligen Bewertung vorgestellt werden sollen.“ MBE? Seit bald drei Jahrzehnten stand der DÜWAG-Gelenkzug 414 der „Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises“ (SSB) in einem verborgenen Tunnelschacht nahe des U-Bahnhofs Hauptbahnhof. Nun holten ihn die Stadtwerke Bonn wieder ans Tageslicht. Der Triebwagen 414 gehört zu einer Serie von 14 achtachsigen, normalspurigen Zweirichtungs-Gelenkwagen, die die SSB ab 1960 für die Linien von Bonn nach Siegburg (Linie S) und Bad Honnef (H) beschafften. Der letztgebaute Wagen 414 stammt aus dem Jahr 1969. Zuletzt fuhr dieser Typ nur noch nach Bad Honnef auf der Linie 64, wie die Linie H seit 1987 hieß. Nach Einsatzende der Achtachser 1993 verkaufte die SSB die meisten Fahrzeuge nach Sofia, nur Tw 414 blieb in Bonn und wurde im besagten Tunnelstutzen abgestellt. Dort stand er jetzt für Arbeiten bei einer Stellwerksumstellung im Wege, sodass er an die Oberfläche geholt wurde. Die Bahn konnte ohne Probleme mit eigener Kraft in den Betriebshof Dransdorf fahren! Seitdem steht der Wagen für die Öffentlichkeit unzugänglich auf dem Gelände des Betriebshofs, immerhin wurde Tw 414 für einen Pressetermin äußerlich gereinigt. Was die Stadtwerke mit dem historischen Fahrzeug planen, ist un-Während der Fahrt kann dem Fahrgast auch die Haltestellenansage abgespielt werden. Auch die Anmeldung eines Haltewunsches kann über die App erfolgen. Diese Funktion ist natürbekannt – die Verantwortlichen hüllen sich bislang in Schweigen. MBE? MICHAEL SPERL ? Mit einer neuen App baut die Freiburger Verkehrs AG (VAG) weitere Barrieren für Menschen mit Einschränkungen bei der Nutzung von Straßenbahnen und Bussen ab. Insbesondere für Sehbehinderte und Blinde bietet die neue Technik mit Nutzung von Bluetooth zur Kommunikation zwischen Fahrzeug und Nutzer eine deutliche Entlastung. Die kostenlose Anwendung kann dem Nutzer unter Zuhilfenahme eines sogenannten „Screen Reader“ auf dem Smartphone das Ziel des nächsten Fahrzeuges ansagen, die Reichweite beträgt in etwa 50 Meter. Dies gilt beispielsweise auch für eine „Fahrschule“ oder eine „Sonderfahrt“, sodass der Fahrgast direkt weiß, ob das nächste Fahrzeug für ihn zur Mitfahrt infrage kommt. lich auch nützlich für Personen, die im Rollstuhl sitzen oder schlechter gehen und stehen können. Ein „Kinderwagen-/Rollstuhl-Knopf“ in der App, wie er auch in den Fahrzeugen selbst fest installiert ist, kann bei Betätigung die Öffnungszeit der Türen über die sonst üblichen etwa drei Sekunden hinaus verlängern. Mit dem „Tür-Finde-Signal“ wurde eine weitere Funktion in den Fahrzeugen selbst installiert: Bei Nutzung der App wird der Fahrgast dann über ein akustisches Signal über der Tür zum sicheren Ausstieg geleitet. Bei der Straßenbahn wird über die App immer die mittlere Tür eines Fahrzeugs geöffnet. Das bisherige Feedback, insbesondere auch von Vertretern der entsprechenden Interessenverbände, ist durchweg positiv und dabei wird auch der Abbau von Barrieren für ein sehr breites Spektrum an Fahrgästen ausdrücklich gelobt. NISNICOLAI SCHMIDT VISUALISIERUNG STADLER RAIL ? Die Appenzeller Bahnen (AB) und Stadler haben einen Vertrag über die Herstellung und Lieferung eines Zahnradfahrzeuges für die Bahnverbindung Rheineck – Walzenhausen unterzeichnet. Der Vertrag beinhaltet die Ausrüstung des Fahrzeugs mit der CBTC-Lösung (Communications-based Train Control) von Stadler. Das neue Fahrzeug ist damit die erste voll automatisierte Überland-Adhäsions- und Zahnradbahn der Welt. Das heute von der Appenzeller Bahn (AB) auf der Linie Rheineck – Walzenhausen eingesetzte Fahrzeug ist seit über 64 Jahren im Einsatz und muss altershalber ersetzt werden. Die AB bestellen bei Stadler ein neues Zahnradfahrzeug inklusive der Ausrüstung zum vollautomatischen Bahnbetrieb. Stadler rüstet damit erstmals eine Bergbahn mit der eigens entwickelten CBTC-Lösung aus. Diese Lösung bietet die Voraussetzung für einen automatisierten Betrieb. Für die AB setzt Stadler die höchste Automatisierungsstufe 4 (GoA4) um. Damit kann der Zugbetrieb vollautomatisch und fahrerlos erfolgen. Es befindet sich kein Personal mehr im Zug und alle Operationen sind automatisiert. Die AB-Mitarbeiter in der Betriebszentrale können per Fernsteuerung in den Zugbetrieb eingreifen. Bereits heute existieren voll automatisierte Bahnen in Tunnels oder auf abgeschlossenen Gleissystemen, bei denen Hindernisse im Fahrweg sicher ausgeschlossen werden können. So werden in der Schweiz etwa die Metro Lausanne oder auf der ganzen Welt bereits Dutzende Bahnsysteme im sogenannten geschlossenen System betrieben, bei denen die Strecke in Bezug auf Hindernisse überwacht werden muss. Die neue Bahn auf der Linie Rheineck – Walzenhausen wird jedoch eine vollautomatische Bahn sein, die in einem offenen System im freien Feld fährt. Die CBTC-Lösung muss daher auch die Überwachung des Fahrwegs und die Hinderniserkennung übernehmen. Das neue Fahrzeug wird damit die erste voll automatisierte Überland-Adhäsionund Zahnradbahn der Welt sein. Die Inbetriebnahme ist für 2026 vorgesehen. „Die Umsetzung des automatisierten und fahrerlosen Betriebs auf der Linie Rheineck–Walzenhausen ist ein Meilenstein in der Digitalisierung des Bahnbetriebs. Das Projekt wird wertvolle Pionierarbeit in Sachen automatisierter Bahnverkehr auf Überlandstrecken leisten. Davon werden eisenbahnbezogene Digitalisierungsprojekte auf der ganzen Welt profitieren. Wir sind stolz, zusammen mit der Appenzeller Bahn als Vorreiter voranzugehen und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Marc Trippel, Leiter der Division Signalling von Stadler. PM ? Der japanische Hersteller Hitachi Rail baut in den USA eine neue Fertigungsstätte für Schienenfahrzeuge. Für rund 70 Millionen US-Dollar entstehen auf einem 16,5 Hektar großem Gelände eine neue Werkstatthalle sowie ein 750 Meter langes Test- und Erprobungsgleis. Das neue Werk in Hagerstown (Maryland) ist Bestandteil eines Auftrags zur Lieferung von 256 Metro-Fahrzeugen der Serie 8000 für die U-Bahn der Hauptstadt Washington DC. Der Vertrag aus dem Jahr 2021 enthält die Option zur Fertigung von 800 weiteren Fahrzeugen. Ab dem ersten Quartal 2024 soll mit zunächst 460 neu geschaffenen Arbeitsplätzen in der neuen Fertigungsstätte die Schienenfahrzeugproduktion beginnen. Nach der Anlaufphase ist beabsichtigt, dort 20 Wagen pro Monat fertigzustellen. Später sollen dort auch andere Schienenfahrzeuge wie Hochgeschwindigkeitszüge montiert werden. In Miami besitzt Hitachi bereits ein Montagewerk, wo derzeit 78 Züge für die Metro Baltimore gefertigt werden. JEPROBERT SCHREMPF WOLFGANG O. HUGO ? Von 2015 bis 2017 lieferte Vossloh Kiepe aus der Produktionsstätte im spanischen Albuixech elf Niederflur-Triebwagen des Typs Tramlink an Stern&Hafferl. Acht Triebwagen (ET 121–123, 127–131) kommen seither auf der Traunseetram Gmunden – Vorchdorf zum Einsatz, drei Wagen (ET 124–126) pendeln auf der Atterseebahn zwischen Vöcklamarkt und Attersee. Nach wenigen Einsatzjahren ist die Lackierung der Tramlink verwittert und der Lack löst sich zunehmend von den Alu-Paneelen. Alle Triebwagen erhalten nun auf Gewährleistung des Herstellers – das Werk in Albuixech wurde Anfang 2016 von Stadler Rail übernommen – eine Neulackierung. Mitarbeiter von Stadler Rail Valencia S.A.U. führen die Lackarbeiten in der Werkstätte Vorchdorf von Stern&Hafferl aus. Die Tramlink der Atterseebahn werden für die Neulackierung auf dem Schienenweg nach Vorchdorf überführt. ROS ? „Straßenbahnausbau vorläufig abgeschlossen“, hieß es noch im Sommer 2022 aus Bordeaux. Vier Linien mit über 40 Kilometer Länge, gewachsen seit 2003, erschließen die Weinmetropole an der Garonne und das Umland. Alarmiert von Untersuchungen, die einen Fahrgastzuwachs von 42 Prozent bis 2030 vorhersagen, hat Bordeaux Métropole angekündigt, eine neue Mobilitäts-Studie zu beauftragen und darin die Machbarkeit einer U-Bahn untersuchen zu lassen. Dies ist ein erster Erfolg für die Initiative „Métro de Bordeaux“, die seit 2018 für eine U-Bahn kämpft. Im Herbst 2021 legte die Initiative Pläne für eine 19,3 Kilometer lange Strecke mit 18 Haltestellen in fünf Gemeinden des Ballungsraums vor: Von Cenon nach Talence soll die Métro fahren, in der Innenstadt die Straßenbahn entlasten und auch den Hauptbahnhof von Bordeaux anschließen. Das Thema „U-Bahn für Bordeaux“ überrascht: Bürgermeister Jacques Chaban-Delmas, der von 1947 bis 1995 die Amtsgeschäfte in Bordeaux führte und die alte Straßenbahn 1958 abschaffte, hatte 1986 den Beschluss für den Bau einer vollautomatischen Kleinprofil-U-Bahn vom Typ VAL durchgesetzt. Sein Nachfolger Alain Juppé hat 1995, auch weil die Bodenverhältnisse beiderseits der Garonne problematisch sind, den Schwenk hin zur Straßenbahn vollzogen, deren erste Teilstrecken 2003 in Betrieb gingen.Heute plädieren die Métro-Befürworter unter anderem mit dem Bezug auf die Métro-Linie M3, die in Toulouse gebaut wird, für eine U-Bahn in der Weinmetropole. In dem 28 Seiten-Papier verweisen sie auf die Störanfälligkeit der Tram und die um 75 Prozent gestiegenen Kosten für den laufenden Betrieb. Im Anbetracht der hohen Zuverlässigkeit vollautomatischer U-Bahn-Systeme halten sie einen kostendeckenden Bau und Betrieb einer Métro in Bordeaux für möglich. WH? Die Verantwortlichen der französischen Stadt Montpellier erteilten die Genehmigung zum Bau einer 1,3 Kilometer langen Verlängerung der Stadtbahnlinie 1. Die neue Strecke schließt an der bisherigen östlichen Endhaltestelle Odysseum an und soll zum TGV-Bahnhof Montpellier Süd führen. Dort besteht Anschluss zur TGV-Strecke Paris – Lyon. Die Arbeiten an dem auf 50 Millionen Euro geschätzten Projekt sollten schon im November 2022 beginnen und bis Anfang 2025 abgeschlossen sein. Das im Jahr 2000 eröffnete Stadtbahnnetz der Stadt am Mittelmeer hat derzeit eine Länge von 60,5 Kilometern mit derzeit vier Linien. JEPJENS PERBANDT BERNHARD MARTIN ? Seit 1972 bemüht sich der Verein Association pour le sauvegarde du Vicinal (ASVi) um die Bewahrung der Erinnerung an die belgischen Kleinbahnen, die einst große Teile des Landes dampf-, diesel- oder stromgetrieben erschlossen. Heute sind davon nur noch die Küstenstraßenbahn und in die Prémétro Charleroi aufgegangene Reststücke in Betrieb. Dem Verein gelang es, je 17 elektrische Trieb- und Beiwagen sowie 15 Güterwagen vor der Verschrottung zu bewahren und größtenteils mustergültig zu restaurieren. Sechs Jahre nach ihrer Gründung konnte die ASVi erstmals Oldtimerfahrten anbieten und dafür die elektrifizierte Strecke Thuin – Lobbes übernehmen. Auf einer umgespurten früheren Staatsbahnstrecke konnte zudem 2010 ein meterspuriger Dampf- und Dieselbetrieb aufgenommen werden. Bereits in den 1990ern entstand in Thuin ein weitläufiger Werkstatt- und Ausstellungskomplex. Vom 30. September bis 2. Oktober 2022 feierte der Verein nun sein 50jähriges Bestehen. Auf den beiden Museumsstrecken pendelten die Oldtimer im 30-Minuten-Takt, nach Lobbes sogar meist mit zwei Wagen pro Kurs. Die ASVi konnte drei Gastfahrzeuge präsentieren: Neben einer kleinen Dampflok der nordfranzösischen Museumseisenbahn Chemin de fer de la Baie de Somme und einem Zweiachser von der Küstenstraßenbahn für den kombinierten Personen- und Güterverkehr war der Star der Luxemburger Triebwagen 34 aus dem dortigen Straßenbahn- und Busmuseum. Stehen dem vollbetriebsfähigen Zweiachser daheim nur wenige Meter Auslaufstrecke zur Verfügung, konnte er im Hennegau ausgiebig Überlandluft schnuppern. Dabei bewältigte der rüstige Gast auch die Steigungsstrecke in Lobbes ohne Probleme. BHM? Die Göteborger Verkehrsbetriebe Göteborgs Spårvägar arbeiten ihre ältesten Straßenbahnen des Typs M29 auf, sodass diese Fahrzeuge dem Betrieb noch bis 2026 zur Verfügung stehen. Dann erfolgt ihre Ablösung durch den Typ M34, von dem der zuständige Verkehrsverbund Västtrafik 40 Exemplare bestellt hat und der ab 2023 ausgeliefert wird. FREDERIK BUCHLEITNER LÄNSIMETRO OY Die Aufarbeitung der zwischen 1969 und 1972 von Hägglund & Söner in Örnsköldsvik gebauten M29 erfolgt sowohl in den Werkstätten von Göteborgs Spårvägar als auch extern in einem Reparaturzentrum in Västerås. In Göteborg werden die Elektrik und das Druckluftsystem überholt, in Västerås Korrosionsschäden Fahrwerk und Aufbauten beseitigt. Inzwischen sind die ersten von zunächst 20 Bahnen in Västerås eingetroffen, wo dem Rost zu Leibe gegangen wird. Diese Arbeiten sollen innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen sein. Anschließend besteht die Möglichkeit, weitere 20 Bahnen nach Västerås zu schicken, sollte ihr Zustand dies erfordern.Die Verkehrsbetriebe haben noch 55 der 60 gebauten M29 im Bestand. Drei M29 sind abgestellt, zwei weitere werden folgen. Diese Bahnen sind früher schon nach Unfällen wieder aufgebaut worden. Weil bei ihnen die Aufarbeitung zu aufwendig wäre, dienen sie als Ersatzteilspender. RIH ? Die neuen Stockholmer U-Bahnen der Baureihe C30 werden nachgebessert. Im Betrieb hat sich gezeigt, dass die Fahrzeuge gelegentlich beim Anfahren den Dienst versagen. Untersuchungen durch den Verkehrsverbund SL und die Betreibergesellschaft MTR haben ergeben, dass dieses Problem dann auftritt, wenn die Züge stark ausgelastet sind. Ein Sensor verhindert ab einem bestimmten Fahrzeuggewicht das Anfahren. Jetzt werden diese Sensoren bei allen 34 bereits ausgelieferten Zügen gegen solche mit einem höheren Grenzwert ausgetauscht. Dies soll bis Ende 2022 erledigt sein. Bei den restlichen 62 Garnituren werden gleich die neuen Sensoren verbaut. Das Problem war bei den Testfahrten mit Fahrgästen 2020 nicht aufgetreten, weil die Züge infolge der Corona-Pandemie zu keinem Zeitpunkt entsprechend stark ausgelastet waren. RIH TOBIAS JÄDRUP MAREK MALCZEWSKI ? Über den am 24. November 2021 vom Stadtrat beschlossenen Bau der Straßenbahn im schwedischen Uppsala soll es jetzt zu einer Volksabstimmung kommen. Nach der Kommunalwahl im September sind Sozialdemokraten, Grüne und Linkspartei, die im Stadtrat zusammen über 39 der 81 Sitze verfügen, auf die Duldung durch die Partei „Utvecklingspartiet demokraterna – Ud“ (Demokratische Entwicklungspartei) angewiesen. Letztere verlangt die Volksabstimmung. Die Partei lehnt in ihrem Programm den Bau der Straßenbahn ab und fordert stattdessen Investitionen in ein modernes, elektrifiziertes Bussystem und den Ausbau der Museumsbahn Lennakatten und ihre Nutzung für den ÖPNV. Außerdem lehnt sie das Uppsala-Paket ab. Die Stadt Uppsala verpflichtet sich darin, bis 2050 in den südlichen Stadtteilen Wohnungen für bis zu 33.000 Menschen zu bauen. Im Gegenzug beteiligt sich der Staat mit 900 Millionen Schwedischen Kronen, umgerechnet 82,42 Millionen Euro an den auf sechs Milliarden schwedischen Kronen bezifferten Kosten der Straßenbahn sowie an den Kosten für einen vierspurigen Ausbau der Eisenbahn nach Stockholm im Abschnitt Uppsala – Knivsta. Außerdem beteiligt sich das Trafikverket mit zwei Milliarden Schwedischen Kronen an den Kosten. Der Baubeginn ist für 2025 geplant, die Inbetriebnahme für 2029. Damit diese Termine eingehalten werden können, muss schon vor einer möglichen Volksabstimmung mit einigen Arbeiten begonnen werden. Die damit verbundenen Ausgaben wären dann bei einer Ablehnung der Straßenbahn verschwendet. RIH? Am 3. Dezember soll der sieben Kilometer lange Abschnitt von Matinkylä bis nach Kivenlahti der U-Bahn eröffnet werden, die Finnlands zweitgrößte Stadt Espoo mit der Hauptstadt Helsinki verbindet. Der erste Teil der sogenannten Westmetro zwischen Ruoholahti und Matinkyla ist bereits 2017 mit acht Stationen in Betrieb gegangen. Nun folgen die weiteren U-Bahnhöfe Finoo, Kaitaa, Soukka, Espoonlahti und Kivenlahti. Mit der jüngsten Erweiterung umfasst das Netz nunmehr 43 Streckenkilometer und 30 Stationen. RIH ? Die erst 2021 eröffnete Straßenbahn im finnischen Tampere wird von Einwohnern und Besuchern gut angenommen. Im September hat erstmals die Anzahl der Nutzer pro Monat die Millionen-Grenze überschritten. Insgesamt haben 1.134.479 Fahrgäste die Bahn benutzt. Rekordtag war der 22. September mit 45.363 Reisenden. Auch an den Wochenenden steigt die Zahl der Nutzer. Derzeit sind es samstags etwa 30.000 und sonntags 20.000 Personen. Anfang 2022 haben diese Zahlen noch bei 20.000 beziehungsweise 12.000 gelegen. Um die Kundenzufriedenheit ist es ebenfalls gut bestellt. Auf einer Skala von 1 (unzufrieden) bis 5 (vollkommen zufrieden) liegt diese derzeit bei 4,64. RIH? In Jahr 2022 wurden mehrere neue Abschnitte der Linie M2 der Warschauer U-Bahn eröffnet. Bereits am 30. Juni wurde die Verlängerung der Linie nach Westen, mit zwei neuen Haltestelle eröffnet: vom Bahnhof Ksi?cia Janusza über Ulrychów nach Bemowo (Haltestelle neben dem Rathaus „Bemowo“). Dieser Abschnitt ist etwa 2.000 Meter lang. Geplant ist eine weitere Verlängerung über die Bahnhöfe Lazurowa und Chrzanów bis zur Endstation Karolin. Dahinter wird auf einer Fläche von 26 Hektar ein neuer Betriebshof mit der Bezeichnung „Karolin“ entstehen, der der Wartung der auf Linie M2 eingesetzten Züge dienen soll. Dieser Streckenabschnitt inklusive des Anschlusses an den neuen Betriebshof wird rund 4.000 Meter lang sein. Nur ein Vierteljahr nach der westlichen Streckenverlängerung eröffnete am 28. September 2022 die Verlängerung der Linie M2 am Ostufer der Weichsel. Drei neue Bahnhöfe gingen dabei in Betrieb: Zacisze, Kondratowicza und Bródno. Diese Stationen unterscheiden sich im Design deutlich von den bisherigen. Die neuen Metrostationen erhielten in der Gestaltung unterschiedliche grafische Schwerpunkte, so sind in Zacisze die Kreise das dominierende Element, in Kondratowicza sind es senkrechte Streifen und in Bródno dominieren Quadrate. Diese östliche Streckenverlängerung misst etwa 3.900 Meter. MAM ? Am 10. Oktober 2022 konnte die Metro Athen ihre 3,6 Kilometer messende Verlängerung der Linie 3 in Betrieb nehmen. Der neue Streckenabschnitt schließt an den bisherigen südlichen Endpunkt in Nikaia an und führt dann zur Haltestelle Dimotiko Theatro im Hafen von Piraeus. An der neuen Zwischenhaltestelle Piraeus besteht Übergang zu Athens ältester Metrolinie 1. Die Verantwortlichen des 470 Millionen Euro teuren Projektes, welches maßgeblich aus dem Haushalt der Europäischen Union kofinanziert wurde, rechnen mit 132.000 Fahrgästen pro Tag. Wie es auch schon in der Vergangenheit bei Athener Metro-Projekten vorkam, wurde die Arbeiten zum Bau der Strecke auch diesmal durch archäologische Funde erschwert. JEPJENS PERBANDT JENS PERBANDT ? Die baskische Regionalbehörde hat grünes Licht für den Bau einer neuen U-Bahnlinie in Bilbao gegeben. Mit ihr sollen die dicht bevölkerten Viertel östlich des Stadtzentrums besser an den ÖPNV angeschlossen werden. Nach den letzten Planungen soll die 6,3 Kilometer lange Linie mit fünf Bahnhöfen eine zweigleisige Straßenbahn ersetzen. Der lokale Infrastrukturverwalter Euskal Trenbide Sarea wird jetzt eine Abschätzung der Umweltkonsequenzen vorberei- ten und eine wirtschaftliche Einschätzung vornehmen. RIH ? Die südkalifornische Stadt Los Angeles nahm am 7. Oktober 2022 den ersten Abschnitt der neuen K-Line, die auch als Pink-Line bezeichnet wird, in Betrieb. Anlässlich der Eröffnung des ersten Abschnitts mit sechs Haltestellen durften die Fahrgäste der Los Angeles County Metropolitan Transport Authority (LACMTA) am Wochenende kostenlos die Metro-Busse und -Bahnen benutzen. Die in Nord-Süd Richtung verlaufende K-Line wurde mit einer Oberleitung versehen und verbindet nach der kompletten Fertigstellung an der Haltestelle Expo Crenshwa die E-Line (Expo-Line) mit dem Los Angeles Airport (LAX), wo sie auf die C-Line (Green-Line) trifft. Der jetzt eröffnete erste Abschnitt der teilweise oberirdisch geführten Strecke kommt von Norden bis zur Haltestelle Westchester/Veterans. Die Fertigstellung der Strecke zum Anschluss an die Green-Line ist für 2024 avisiert. Am Airport LAX wird ein bequemer Übergang zum ebenfalls derzeit in Bau befindlichen People-Mover System des Flughafens geschaffen. JEP? Die Insel Mauritius nahm am 10. Oktober die dritte Verlängerung ihrer 2020 eröffneten Stadtbahnlinie in Betrieb. Damit ist die 25,7 Kilometer lange normalspurige Strecke von Curepipe Central nach Port Louis, deren Baumaßnahmen 2017 begannen, komplett fertiggestellt. Der jetzt eröffnete Abschnitt führt von Phoenix nach Curepipe Central, dabei handelt es sich um die viertgrößte Stadt der Insel Mauritius. Der neue Streckenabschnitt umfasst sieben Haltestellen. Befahren wird die Strecke, welche partiell auf einer ehemaligen Bahntrasse errichtet wurde, mit 18 siebenteiligen Stadtbahntriebwagen des spanischen Herstellers CAF vom Typ Urbos. JEP? Die aus mehreren Inseln bestehende ehemalige portugiesische Kolonie Macau begann bereits Ende Juli 2022 mit dem Bau des Henggin Metro-Tunnel zum chinesischen Festland. Die 2,2 Kilometer lange Verbindung soll den Shizimen Kanal unterqueren und die Chinesische Sonderverwaltungszone mit dem Zhuhai Henggin Port verbinden. Während am Zhuhai Henggin Port Übergang zur Guangzhou – Zhuhai Intercity Linie möglich ist, besteht am Endpunkt der neuen Strecke an der Haltestelle Lotus Checkpoint Übergang zu den People Mover System von Macau. Nach der Eröffnung 2024 sollen dort Vier-Wagenzüge mit einer Kapazität von 476 Fahrgästen eingesetzt werden, welche im 6,5-Minuten-Takt verkehren. In den nächsten Jahren soll das spurgeführte Nahverkehrsnetz der rund 650.000 Einwohner zählenden Sonderverwaltungszone, welches bisher aus einer im Dezember 2019 eröffneten 9,3 km langen People-Mover Strecke besteht, deutlich ausgebaut werden. JEP

? Am zweiten Oktoberwochenende wurde von den Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) auf der Zahnradbahn „Zacke“ der erste Vertreter einer neuen Generation Triebwagen offiziell in Dienst gestellt. Drei Fahrzeuge aus dem Hause Stadler lösen die 40 Jahre alten ZT4-Triebwagen von MAN ab, welche seit 1982 zwischen dem Marienplatz und dem Kesselrand in Degerloch pendelten. Für den Fahrgast präsentieren sie sich, wie schon ihre Vorgänger, wie einteilige Varianten der jeweils aktuellen Generation Stuttgarter Stadtbahnwagen. Auch die in Stuttgart üblichen, dick gepolsterten „1.-Klasse-Sitze“ wurden übernommen. Neu ist die niederflurige Einstiegsmöglichkeit in die Zacken-Wagen. Ebenfalls neu beschafft wurden die zugehörigen Vorstellwagen, auf denen bergwärts Fahrräder transportiert werden können.

Für einen kurzen Übergangszeitraum konnten die Vertreter beider Generationen parallel im Einsatz beobachtet werden. Ab spätestens No- vember 2022 sollen dann die „Neuen“ den Gesamtverkehr übernehmen. Von den Oldies hielt mit Tw 1003 ein Exemplar bereits im Straßenbahnmuseum Bad Cannstatt Einzug. Für die anderen beiden suchen die SSB noch Interessenten, ansonsten werden die Tw 1001 und 1002 verschrottet.

Das Betriebsprogramm bleibt auch für die neue Wagengeneration sportlich, bis zu 20 Prozent Steigung überwindet diese einzige Zahnradbahn, die in Deutschland zum ganz gewöhnlichen Verbundtarif viertelstünd- lich auf die Reise geht und dabei 210 Meter Höhenunterschied überwindet.

Weitere DT8 von Stadler

Unterdessen haben die SSB bei Stadler weitere 40 Stadtbahnen für die Erneuerung ihrer Flotte bestellt. Der Auftrag umfasst zudem Optionen auf bis zu 30 weitere Stadtbahnen. Die hochflurigen Zweirichtungszüge S-DT8.16 bieten auf einer durchgehend stufenlos begehbaren Länge von rund 40 Metern Platz für mehr als 250 Personen. Die 2,65 Meter breiten Wagen weisen einen großzügigen Fahrgastbereich auf.

Über vier doppelte Außenschwenkschiebetüren pro Seite wird ein optimaler Fahrgastfluss erreicht. Die Stadtbahnen der Reihe S-DT8.16 zeichnen sich durch ihre hohe Energieeffizienz und umweltfreundliche Betriebsmittel aus. „Die europaweite Ausschreibung hat mit Stadler einen namhaften und kompetenten Schienenfahrzeughersteller erbracht. Stadler kennt bereits die Ansprüche und Bedürfnisse der SSB und ihrer Fahrgäste“, so Thomas Moser, Vorstandssprecher und Technischer Vorstand der SSB. „Wir freuen uns sehr, die 2009 begonnene, stets gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Straßenbahnen mit dem neuen Liefervertrag über moderne und optimierte Fahrzeuge JENS PERBANDT fortsetzen zu können.“, sagt Jure Mikol?i?, CEO Stadler Deutschland.

Bei den 40 Fahrzeugen handelt es sich laut SSB um eine Ersatzbeschaffung für die mittlerweile über 35 Jahre alten S-DT 8.4. Die nun vergebene Fahrzeugtypenbezeichnung S-DT 8.16 steht für eine technische und gestalterische Neuentwicklung, die auf dem Grundkonzept der aktuell bei der SSB eingesetzten Stadtbahnen basiert. Stadler Rail hat bisher insgesamt 50 Stadtbahn-Doppeltriebwagen der Serien S-DT 12, S-DT 8.14 und S-DT 8.15 gefertigt und der SSB übergeben. Bis Mitte 2023 sollen weitere zehn Fahrzeuge der Serie S-DT 8.15 an die SSB ausgeliefert werden. Der Erstling der jetzt bestellten Serie DT8.16 wird 2025 in Stuttgart erwartet.

Daneben sind von den älteren, kantigen Vorgängern der zu DT8.S modernisierten Vorgängerserien noch gut 70 Garnituren, von den DT8.10 insgesamt 23 und vom Typ DT8.11 weitere 27 Doppeltriebwagen im Bestand.

HF/MSP/PM

Schwerin

NVS fährt Pakete per Straßenbahn

? Die Nahverkehrsgesellschaft Schwerin richtete Ende September 2022 einen Paketausfahrdienst per Stadtbahn ein. Gemeinsam mit dem Paketdienstleister DHL hat sich die Stadt mit ihrem Verkehrsbetrieb für den Zukunftswettbewerb „Nachhaltige Mobilität“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) beworben. Als einer von zehn Preisträgern hat das BMUV die Schweriner Idee ausgewählt. Hintergrund ist, dass nicht nur die zahlreichen Lieferdienste die Innenstadtstraßen verstopfen, Verkehrsgefährdungen provozieren und den ÖPNV behindern, auch fallen auf den letzten Kilometern der Paket-Lieferketten die anteilig größten Schadstoffmengen an. In Vorbereitung für das als „SNAcKS (Der Schweriner Lieferverkehr der Zukunft – nachhaltig, automatisiert, kunden- und serviceorientiert)“ bezeichnete Projekt entstanden bereits Anfang 2022 an den Straßenbahn-Haltestellen Kieler Straße, Platz der Freiheit und Hegelstraße Paketstationen. Befüllt werden diese jetzt während spezieller Ausfuhrtouren, bei denen ein normaler Stadtbahnwagen zum Einsatz kommt. Das Fahrzeug wird auf dem Betriebshof Haselholz mit entsprechend gefüllten Rollcontainern beladen, nimmt auf der Transportfahrt jedoch keine Fahrgäste mit. Der Versuch läuft zunächst über einen Zeitraum von drei Monaten, dann soll sich entscheiden, ob für diese schadstoffarme Lösung eine Förderung aus Berlin gewährt wird.

JEP

Chemnitz

? Am 14. Oktober 2022 startete mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz im Programm für „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ das Forschungsprojekt „SmarTram“. Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG), FusionSystems GmbH und IABG mbH wollen darin zusammen technische Lösungen für die autonome Straßenbahn erarbeiten, darunter autonome Fahrstrategien, hybride Umgebungserfassung und leitstellenbasierte Teleoperation. Die Innovation bestehe in der Kombination von Fahrzeugautomatisierung und Infrastrukturüberwachung.

MSP

Nordhausen

? Am 14. Oktober 2022 startete der 2. Bauabschnitt am Gleisdreieck Töpferstraße. Die Linien 1 und 10 fahren seitdem wieder bis zum Südharzklinikum durch. Damit sind im Nordhäuser Netz auch wieder Einsätze der Einrichtungs-Combinos 101 bis 104 möglich, die am Klinikum wenden können. Der 2. Bauabschnitt sollte voraussichtlich bis Ende November dauern, die Linie 2 pendelte weiterhin nur zwischen Parkallee und Theaterplatz. Ab Haltestelle Theaterplatz fuhr Schienenersatzverkehr bis Nordhausen Ost.

MSP

Ludwigshafen

? Mit Tw 1402 erreichte der erste Achtachser der neuen Škoda RNT in der Nacht 17./18. Oktober 2022 den Betriebshof Rheingönheim. Nach der technischen Inbetriebsetzung sollen voraussichtlich bis Jahresende Versuchsfahrten die Eignung des Neufahrzeugs im RNV-Netz belegen. Das im September 2022 auf der InnoTrans ausgestellte Schwesterfahrzeug 1401 gelangte nach der Messe indes zur Komplettierung und Inbetriebsetzung zurück zum Hersteller nach Pilsen. Wann die neue Fahrzeugserie zugelassen in den Betriebseinsatz geht, ist derzeit noch offen.

MSP

Nordrhein-Westfalen

60 Millionen Euro für Schienen-Planungen

? Um einen Planungsvorrat von förderfähigen Projekten zu haben, fördert das Umwelt- und Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen die Beschleunigung von Eisenbahn- und Stadtbahn-Planungen in einem Gesamtumfang von rund 60 Millionen Euro. Mit der Förderung können nun 45 Planungsleistungen für Infrastrukturmaßnahmen in ganz Nordrhein-Westfalen aufs Gleis gesetzt werden.

Zu den geförderten Maßnahmen gehört zum Beispiel die Verlängerung der Stadtbahn Bonn über Niederkassel nach Köln. Mit der Verlängerung der Stadtbahn (Fördersumme rund fünf Millionen Euro) erhält die Stadt Niederkassel erstmalig einen Schienenanschluss an die Oberzentren Bonn und Köln. In Düsseldorf werden die Planungen des dritten Bauabschnitts der U81 (Förderung rund 6,7 Millionen Euro) vorangetrieben. Mit diesem Bauabschnitt soll die Station Düsseldorf-Terminal mit dem Bahnhof Flughafen verbunden werden, sodass ein direkter Umstieg von der Stadtbahn in die Nahverkehrszüge möglich wird.

Auch Machbarkeitsstudien werden gefördert. Die Durchführung einer Machbarkeitsstudie dient als Grundlage für die nachfolgenden Planungsphasen. So werden bei der Rheinbahn AG mögliche Kapazitätssteigerungen durch längere Züge (Förderung 216.000 Euro) und im Rheinisch-Bergischen Kreis eine Verlängerung der bestehenden Stadtbahnlinien 3 und 18 aus dem Kölner Stadtgebiet (Förderung 135.000 Euro) untersucht.

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr hat den Zweckverbänden Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und den Bezirksregierungen Düsseldorf und Arnsberg entsprechende Fördererlasse in der Gesamthöhe von rund 60 Millionen Euro für das Förderprogramm 2022 zukommen lassen. Damit wurden jetzt schon in Summe rund 84,5 Millionen Euro durch das Land zur Beschleunigung von Planungsleis- tungen zur Verfügung gestellt. Damit wird auch der Abruf von Bundesmitteln für Infrastrukturförderungen unterstützt. Denn Voraussetzung für den Abruf von Bundesmitteln für Infrastrukturförderungen sind abgeschlossene Planungen.

MBE

Düsseldorf

Studie für Stadtbahn nach Ratingen

? Düsseldorfs Nachbarstadt Ratingen bekommt womöglich eine zweite Stadtbahn-Anbindung in die Landeshauptstadt. Die in Planung beziehungsweise teilweise bereits in Bau befindliche U81 soll später nach Ratingen führen. Eine vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) geförderte Machbarkeitsstudie soll nun die beste Trasse zwischen dem Flughafen-Bahnhof und der Sandstraße ermitteln. Der Förderbescheid erging Anfang Oktober 2022 an die Stadt Düsseldorf und den Kreis Mettmann.

Auf die Durchführung der Studie hatten sich zuvor die Städte mit dem Kreis Mettmann verständigt.

Die U81 ist das zurzeit wohl größte und wichtigste ÖPNV-Neubauprojekt der Region. Im Endausbau soll es eine durchgehende Stadtbahnlinie von Neuss über die Messe Düsseldorf und den Flughafen bis nach Ratingen geben. Der erste Abschnitt der U81 ist bereits in Bau. Dieser verknüpft das aktuelle Stadtbahnnetz in Düsseldorf mit dem Flughafen. Ab dem Freiligrathplatz (Anschluss an die Linien U78 und U79) wird derzeit eine neue Trasse über eine lang geschwungene Brücke über den Verkehrsknoten Nordstern und dann in Tunnellage zum Flughafen-Terminal gebaut. Der zweite, noch in Planung befindliche Bauabschnitt ist der aufwendigste: Über eine neue Rheinbrücke und eine neue Trasse nach Lörick und Heerdt soll eine Stadtbahnnetzverknüpfung zwischen Messe/Arena und dem Handweiser in Heerdt geschaffen werden. Der dritte Abschnitt verbindet das Flughafen-Terminal mit dem Fernbahnhof. Und der vierte soll nun weiter nach Ratingen führen.

Die neue Trasse soll vor allem den stark verdichteten Stadtteil Ratingen-West anbinden. Definierter Endpunkt ist der künftige S-Bahnhof Ratingen West, etwa im Bereich der heutigen Fußgängerbrücke über die Westbahn an der Sandstraße. Die Machbarkeitsstudie soll nun vor allem die beste Trasse zwischen dem Flughafen-Bahnhof und der Sandstraße finden. „Bei der Entscheidung, welche die beste Trasse ist, müssen technische, betriebliche, wirtschaftliche, städtebauliche Kriterien sowie Umweltkriterien berücksichtigt werden“, so die Ratinger Planungsdezernentin Petra Cremer. „Die Studie wird auch ein Verkehrsmodell und eine Nutzen-Kosten-Untersuchung beinhalten. Bevor die Entscheidung für eine Vorzugstrasse fällt, werden wir mit Blick auf die Machbarkeitsstudie auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen, bei der mindestens vier Vergleichstrassen mit ihrer jeweiligen Bewertung vorgestellt werden sollen.“

MBE

Bonn

SSB-Achtachser 414 aus Tunnelquartier geholt

? Seit bald drei Jahrzehnten stand der DÜWAG-Gelenkzug 414 der „Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises“ (SSB) in einem verborgenen Tunnelschacht nahe des U-Bahnhofs Hauptbahnhof. Nun holten ihn die Stadtwerke Bonn wieder ans Tageslicht.

Der Triebwagen 414 gehört zu einer Serie von 14 achtachsigen, normalspurigen Zweirichtungs-Gelenkwagen, die die SSB ab 1960 für die Linien von Bonn nach Siegburg (Linie S) und Bad Honnef (H) beschafften. Der letztgebaute Wagen 414 stammt aus dem Jahr 1969. Zuletzt fuhr dieser Typ nur noch nach Bad Honnef auf der Linie 64, wie die Linie H seit 1987 hieß. Nach Einsatzende der Achtachser 1993 verkaufte die SSB die meisten Fahrzeuge nach Sofia, nur Tw 414 blieb in Bonn und wurde im besagten Tunnelstutzen abgestellt. Dort stand er jetzt für Arbeiten bei einer Stellwerksumstellung im Wege, sodass er an die Oberfläche geholt wurde. Die Bahn konnte ohne Probleme mit eigener Kraft in den Betriebshof Dransdorf fahren! Seitdem steht der Wagen für die Öffentlichkeit unzugänglich auf dem Gelände des Betriebshofs, immerhin wurde Tw 414 für einen Pressetermin äußerlich gereinigt. Was die Stadtwerke mit dem historischen Fahrzeug planen, ist un-Während der Fahrt kann dem Fahrgast auch die Haltestellenansage abgespielt werden. Auch die Anmeldung eines Haltewunsches kann über die App erfolgen. Diese Funktion ist natürbekannt – die Verantwortlichen hüllen sich bislang in Schweigen.

MBE

Freiburg

„VAG Radar“ im Testbetrieb

? Mit einer neuen App baut die Freiburger Verkehrs AG (VAG) weitere Barrieren für Menschen mit Einschränkungen bei der Nutzung von Straßenbahnen und Bussen ab. Insbesondere für Sehbehinderte und Blinde bietet die neue Technik mit Nutzung von Bluetooth zur Kommunikation zwischen Fahrzeug und Nutzer eine deutliche Entlastung. Die kostenlose Anwendung kann dem Nutzer unter Zuhilfenahme eines sogenannten „Screen Reader“ auf dem Smartphone das Ziel des nächsten Fahrzeuges ansagen, die Reichweite beträgt in etwa 50 Meter. Dies gilt beispielsweise auch für eine „Fahrschule“ oder eine „Sonderfahrt“, sodass der Fahrgast direkt weiß, ob das nächste Fahrzeug für ihn zur Mitfahrt infrage kommt. lich auch nützlich für Personen, die im Rollstuhl sitzen oder schlechter gehen und stehen können. Ein „Kinderwagen-/Rollstuhl-Knopf“ in der App, wie er auch in den Fahrzeugen selbst fest installiert ist, kann bei Betätigung die Öffnungszeit der Türen über die sonst üblichen etwa drei Sekunden hinaus verlängern. Mit dem „Tür-Finde-Signal“ wurde eine weitere Funktion in den Fahrzeugen selbst installiert: Bei Nutzung der App wird der Fahrgast dann über ein akustisches Signal über der Tür zum sicheren Ausstieg geleitet. Bei der Straßenbahn wird über die App immer die mittlere Tür eines Fahrzeugs geöffnet. Das bisherige Feedback, insbesondere auch von Vertretern der entsprechenden Interessenverbände, ist durchweg positiv und dabei wird auch der Abbau von Barrieren für ein sehr breites Spektrum an Fahrgästen ausdrücklich gelobt.

NIS

Industrie

Stadler

Voll automatisierte Zahnradbahn

? Die Appenzeller Bahnen (AB) und Stadler haben einen Vertrag über die Herstellung und Lieferung eines Zahnradfahrzeuges für die Bahnverbindung Rheineck – Walzenhausen unterzeichnet. Der Vertrag beinhaltet die Ausrüstung des Fahrzeugs mit der CBTC-Lösung (Communications-based Train Control) von Stadler. Das neue Fahrzeug ist damit die erste voll automatisierte Überland-Adhäsions- und Zahnradbahn der Welt. Das heute von der Appenzeller Bahn (AB) auf der Linie Rheineck – Walzenhausen eingesetzte Fahrzeug ist seit über 64 Jahren im Einsatz und muss altershalber ersetzt werden. Die AB bestellen bei Stadler ein neues Zahnradfahrzeug inklusive der Ausrüstung zum vollautomatischen Bahnbetrieb.

Stadler rüstet damit erstmals eine Bergbahn mit der eigens entwickelten CBTC-Lösung aus. Diese Lösung bietet die Voraussetzung für einen automatisierten Betrieb. Für die AB setzt Stadler die höchste Automatisierungsstufe 4 (GoA4) um. Damit kann der Zugbetrieb vollautomatisch und fahrerlos erfolgen. Es befindet sich kein Personal mehr im Zug und alle Operationen sind automatisiert. Die AB-Mitarbeiter in der Betriebszentrale können per Fernsteuerung in den Zugbetrieb eingreifen.

Bereits heute existieren voll automatisierte Bahnen in Tunnels oder auf abgeschlossenen Gleissystemen, bei denen Hindernisse im Fahrweg sicher ausgeschlossen werden können. So werden in der Schweiz etwa die Metro Lausanne oder auf der ganzen Welt bereits Dutzende Bahnsysteme im sogenannten geschlossenen System betrieben, bei denen die Strecke in Bezug auf Hindernisse überwacht werden muss. Die neue Bahn auf der Linie Rheineck – Walzenhausen wird jedoch eine vollautomatische Bahn sein, die in einem offenen System im freien Feld fährt. Die CBTC-Lösung muss daher auch die Überwachung des Fahrwegs und die Hinderniserkennung übernehmen. Das neue Fahrzeug wird damit die erste voll automatisierte Überland-Adhäsionund Zahnradbahn der Welt sein. Die Inbetriebnahme ist für 2026 vorgesehen.

„Die Umsetzung des automatisierten und fahrerlosen Betriebs auf der Linie Rheineck–Walzenhausen ist ein Meilenstein in der Digitalisierung des Bahnbetriebs. Das Projekt wird wertvolle Pionierarbeit in Sachen automatisierter Bahnverkehr auf Überlandstrecken leisten. Davon werden eisenbahnbezogene Digitalisierungsprojekte auf der ganzen Welt profitieren. Wir sind stolz, zusammen mit der Appenzeller Bahn als Vorreiter voranzugehen und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Marc Trippel, Leiter der Division Signalling von Stadler.

PM

Hitachi

Weiteres Werk in den USA

? Der japanische Hersteller Hitachi Rail baut in den USA eine neue Fertigungsstätte für Schienenfahrzeuge. Für rund 70 Millionen US-Dollar entstehen auf einem 16,5 Hektar großem Gelände eine neue Werkstatthalle sowie ein 750 Meter langes Test- und Erprobungsgleis. Das neue Werk in Hagerstown (Maryland) ist Bestandteil eines Auftrags zur Lieferung von 256 Metro-Fahrzeugen der Serie 8000 für die U-Bahn der Hauptstadt Washington DC. Der Vertrag aus dem Jahr 2021 enthält die Option zur Fertigung von 800 weiteren Fahrzeugen. Ab dem ersten Quartal 2024 soll mit zunächst 460 neu geschaffenen Arbeitsplätzen in der neuen Fertigungsstätte die Schienenfahrzeugproduktion beginnen. Nach der Anlaufphase ist beabsichtigt, dort 20 Wagen pro Monat fertigzustellen. Später sollen dort auch andere Schienenfahrzeuge wie Hochgeschwindigkeitszüge montiert werden. In Miami besitzt Hitachi bereits ein Montagewerk, wo derzeit 78 Züge für die Metro Baltimore gefertigt werden.

JEP

Ausland

Österreich: Gmunden

Neulack für die Tramlink-Flotte

? Von 2015 bis 2017 lieferte Vossloh Kiepe aus der Produktionsstätte im spanischen Albuixech elf Niederflur-Triebwagen des Typs Tramlink an Stern&Hafferl. Acht Triebwagen (ET 121–123, 127–131) kommen seither auf der Traunseetram Gmunden – Vorchdorf zum Einsatz, drei Wagen (ET 124–126) pendeln auf der Atterseebahn zwischen Vöcklamarkt und Attersee. Nach wenigen Einsatzjahren ist die Lackierung der Tramlink verwittert und der Lack löst sich zunehmend von den Alu-Paneelen. Alle Triebwagen erhalten nun auf Gewährleistung des Herstellers – das Werk in Albuixech wurde Anfang 2016 von Stadler Rail übernommen – eine Neulackierung. Mitarbeiter von Stadler Rail Valencia S.A.U. führen die Lackarbeiten in der Werkstätte Vorchdorf von Stern&Hafferl aus. Die Tramlink der Atterseebahn werden für die Neulackierung auf dem Schienenweg nach Vorchdorf überführt.

ROS

Frankreich: Bordeaux

Doch Métro als Tram-Ergänzung?

? „Straßenbahnausbau vorläufig abgeschlossen“, hieß es noch im Sommer 2022 aus Bordeaux. Vier Linien mit über 40 Kilometer Länge, gewachsen seit 2003, erschließen die Weinmetropole an der Garonne und das Umland. Alarmiert von Untersuchungen, die einen Fahrgastzuwachs von 42 Prozent bis 2030 vorhersagen, hat Bordeaux Métropole angekündigt, eine neue Mobilitäts-Studie zu beauftragen und darin die Machbarkeit einer U-Bahn untersuchen zu lassen. Dies ist ein erster Erfolg für die Initiative „Métro de Bordeaux“, die seit 2018 für eine U-Bahn kämpft. Im Herbst 2021 legte die Initiative Pläne für eine 19,3 Kilometer lange Strecke mit 18 Haltestellen in fünf Gemeinden des Ballungsraums vor: Von Cenon nach Talence soll die Métro fahren, in der Innenstadt die Straßenbahn entlasten und auch den Hauptbahnhof von Bordeaux anschließen. Das Thema „U-Bahn für Bordeaux“ überrascht: Bürgermeister Jacques Chaban-Delmas, der von 1947 bis 1995 die Amtsgeschäfte in Bordeaux führte und die alte Straßenbahn 1958 abschaffte, hatte 1986 den Beschluss für den Bau einer vollautomatischen Kleinprofil-U-Bahn vom Typ VAL durchgesetzt. Sein Nachfolger Alain Juppé hat 1995, auch weil die Bodenverhältnisse beiderseits der Garonne problematisch sind, den Schwenk hin zur Straßenbahn vollzogen, deren erste Teilstrecken 2003 in Betrieb gingen.

Heute plädieren die Métro-Befürworter unter anderem mit dem Bezug auf die Métro-Linie M3, die in Toulouse gebaut wird, für eine U-Bahn in der Weinmetropole. In dem 28 Seiten-Papier verweisen sie auf die Störanfälligkeit der Tram und die um 75 Prozent gestiegenen Kosten für den laufenden Betrieb. Im Anbetracht der hohen Zuverlässigkeit vollautomatischer U-Bahn-Systeme halten sie einen kostendeckenden Bau und Betrieb einer Métro in Bordeaux für möglich.

WH

Frankreich: Montpellier

Verlängerung für Linie 1 beginnt

? Die Verantwortlichen der französischen Stadt Montpellier erteilten die Genehmigung zum Bau einer 1,3 Kilometer langen Verlängerung der Stadtbahnlinie 1. Die neue Strecke schließt an der bisherigen östlichen Endhaltestelle Odysseum an und soll zum TGV-Bahnhof Montpellier Süd führen. Dort besteht Anschluss zur TGV-Strecke Paris – Lyon. Die Arbeiten an dem auf 50 Millionen Euro geschätzten Projekt sollten schon im November 2022 beginnen und bis Anfang 2025 abgeschlossen sein. Das im Jahr 2000 eröffnete Stadtbahnnetz der Stadt am Mittelmeer hat derzeit eine Länge von 60,5 Kilometern mit derzeit vier Linien.

JEP

Belgien: Lobbes – Thuin

Museums-Tram feierte 50. Jubiläum

? Seit 1972 bemüht sich der Verein Association pour le sauvegarde du Vicinal (ASVi) um die Bewahrung der Erinnerung an die belgischen Kleinbahnen, die einst große Teile des Landes dampf-, diesel- oder stromgetrieben erschlossen. Heute sind davon nur noch die Küstenstraßenbahn und in die Prémétro Charleroi aufgegangene Reststücke in Betrieb. Dem Verein gelang es, je 17 elektrische Trieb- und Beiwagen sowie 15 Güterwagen vor der Verschrottung zu bewahren und größtenteils mustergültig zu restaurieren. Sechs Jahre nach ihrer Gründung konnte die ASVi erstmals Oldtimerfahrten anbieten und dafür die elektrifizierte Strecke Thuin – Lobbes übernehmen. Auf einer umgespurten früheren Staatsbahnstrecke konnte zudem 2010 ein meterspuriger Dampf- und Dieselbetrieb aufgenommen werden. Bereits in den 1990ern entstand in Thuin ein weitläufiger Werkstatt- und Ausstellungskomplex.

Vom 30. September bis 2. Oktober 2022 feierte der Verein nun sein 50jähriges Bestehen. Auf den beiden Museumsstrecken pendelten die Oldtimer im 30-Minuten-Takt, nach Lobbes sogar meist mit zwei Wagen pro Kurs. Die ASVi konnte drei Gastfahrzeuge präsentieren: Neben einer kleinen Dampflok der nordfranzösischen Museumseisenbahn Chemin de fer de la Baie de Somme und einem Zweiachser von der Küstenstraßenbahn für den kombinierten Personen- und Güterverkehr war der Star der Luxemburger Triebwagen 34 aus dem dortigen Straßenbahn- und Busmuseum. Stehen dem vollbetriebsfähigen Zweiachser daheim nur wenige Meter Auslaufstrecke zur Verfügung, konnte er im Hennegau ausgiebig Überlandluft schnuppern. Dabei bewältigte der rüstige Gast auch die Steigungsstrecke in Lobbes ohne Probleme.

BHM

Schweden: Göteborg

M29-Einsatz noch bis 2026 geplant

? Die Göteborger Verkehrsbetriebe Göteborgs Spårvägar arbeiten ihre ältesten Straßenbahnen des Typs M29 auf, sodass diese Fahrzeuge dem Betrieb noch bis 2026 zur Verfügung stehen. Dann erfolgt ihre Ablösung durch den Typ M34, von dem der zuständige Verkehrsverbund Västtrafik 40 Exemplare bestellt hat und der ab 2023 ausgeliefert wird.

Die Aufarbeitung der zwischen 1969 und 1972 von Hägglund & Söner in Örnsköldsvik gebauten M29 erfolgt sowohl in den Werkstätten von Göteborgs Spårvägar als auch extern in einem Reparaturzentrum in Västerås. In Göteborg werden die Elektrik und das Druckluftsystem überholt, in Västerås Korrosionsschäden Fahrwerk und Aufbauten beseitigt. Inzwischen sind die ersten von zunächst 20 Bahnen in Västerås eingetroffen, wo dem Rost zu Leibe gegangen wird. Diese Arbeiten sollen innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen sein. Anschließend besteht die Möglichkeit, weitere 20 Bahnen nach Västerås zu schicken, sollte ihr Zustand dies erfordern.

Die Verkehrsbetriebe haben noch 55 der 60 gebauten M29 im Bestand. Drei M29 sind abgestellt, zwei weitere werden folgen. Diese Bahnen sind früher schon nach Unfällen wieder aufgebaut worden. Weil bei ihnen die Aufarbeitung zu aufwendig wäre, dienen sie als Ersatzteilspender.

RIH

Schweden: Stockholm

Nachbesserung bei Metro-Typ C30

? Die neuen Stockholmer U-Bahnen der Baureihe C30 werden nachgebessert. Im Betrieb hat sich gezeigt, dass die Fahrzeuge gelegentlich beim Anfahren den Dienst versagen. Untersuchungen durch den Verkehrsverbund SL und die Betreibergesellschaft MTR haben ergeben, dass dieses Problem dann auftritt, wenn die Züge stark ausgelastet sind. Ein Sensor verhindert ab einem bestimmten Fahrzeuggewicht das Anfahren. Jetzt werden diese Sensoren bei allen 34 bereits ausgelieferten Zügen gegen solche mit einem höheren Grenzwert ausgetauscht. Dies soll bis Ende 2022 erledigt sein. Bei den restlichen 62 Garnituren werden gleich die neuen Sensoren verbaut. Das Problem war bei den Testfahrten mit Fahrgästen 2020 nicht aufgetreten, weil die Züge infolge der Corona-Pandemie zu keinem Zeitpunkt entsprechend stark ausgelastet waren.

RIH

Schweden: Uppsala

Volksabstimmung zum Tram-Projekt

? Über den am 24. November 2021 vom Stadtrat beschlossenen Bau der Straßenbahn im schwedischen Uppsala soll es jetzt zu einer Volksabstimmung kommen. Nach der Kommunalwahl im September sind Sozialdemokraten, Grüne und Linkspartei, die im Stadtrat zusammen über 39 der 81 Sitze verfügen, auf die Duldung durch die Partei „Utvecklingspartiet demokraterna – Ud“ (Demokratische Entwicklungspartei) angewiesen. Letztere verlangt die Volksabstimmung. Die Partei lehnt in ihrem Programm den Bau der Straßenbahn ab und fordert stattdessen Investitionen in ein modernes, elektrifiziertes Bussystem und den Ausbau der Museumsbahn Lennakatten und ihre Nutzung für den ÖPNV. Außerdem lehnt sie das Uppsala-Paket ab. Die Stadt Uppsala verpflichtet sich darin, bis 2050 in den südlichen Stadtteilen Wohnungen für bis zu 33.000 Menschen zu bauen. Im Gegenzug beteiligt sich der Staat mit 900 Millionen Schwedischen Kronen, umgerechnet 82,42 Millionen Euro an den auf sechs Milliarden schwedischen Kronen bezifferten Kosten der Straßenbahn sowie an den Kosten für einen vierspurigen Ausbau der Eisenbahn nach Stockholm im Abschnitt Uppsala – Knivsta. Außerdem beteiligt sich das Trafikverket mit zwei Milliarden Schwedischen Kronen an den Kosten. Der Baubeginn ist für 2025 geplant, die Inbetriebnahme für 2029. Damit diese Termine eingehalten werden können, muss schon vor einer möglichen Volksabstimmung mit einigen Arbeiten begonnen werden. Die damit verbundenen Ausgaben wären dann bei einer Ablehnung der Straßenbahn verschwendet.

RIH

Finnland: Helsinki

Westmetro verlängert

? Am 3. Dezember soll der sieben Kilometer lange Abschnitt von Matinkylä bis nach Kivenlahti der U-Bahn eröffnet werden, die Finnlands zweitgrößte Stadt Espoo mit der Hauptstadt Helsinki verbindet. Der erste Teil der sogenannten Westmetro zwischen Ruoholahti und Matinkyla ist bereits 2017 mit acht Stationen in Betrieb gegangen. Nun folgen die weiteren U-Bahnhöfe Finoo, Kaitaa, Soukka, Espoonlahti und Kivenlahti. Mit der jüngsten Erweiterung umfasst das Netz nunmehr 43 Streckenkilometer und 30 Stationen.

RIH

Finnland: Tampere

Stadtbahn mit hoher Kundenzufriedenheit

? Die erst 2021 eröffnete Straßenbahn im finnischen Tampere wird von Einwohnern und Besuchern gut angenommen. Im September hat erstmals die Anzahl der Nutzer pro Monat die Millionen-Grenze überschritten. Insgesamt haben 1.134.479 Fahrgäste die Bahn benutzt. Rekordtag war der 22. September mit 45.363 Reisenden. Auch an den Wochenenden steigt die Zahl der Nutzer. Derzeit sind es samstags etwa 30.000 und sonntags 20.000 Personen. Anfang 2022 haben diese Zahlen noch bei 20.000 beziehungsweise 12.000 gelegen. Um die Kundenzufriedenheit ist es ebenfalls gut bestellt. Auf einer Skala von 1 (unzufrieden) bis 5 (vollkommen zufrieden) liegt diese derzeit bei 4,64. RIH

Polen: Warschau

Metronetz wächst

? In Jahr 2022 wurden mehrere neue Abschnitte der Linie M2 der Warschauer U-Bahn eröffnet. Bereits am 30. Juni wurde die Verlängerung der Linie nach Westen, mit zwei neuen Haltestelle eröffnet: vom Bahnhof Ksi?cia Janusza über Ulrychów nach Bemowo (Haltestelle neben dem Rathaus „Bemowo“). Dieser Abschnitt ist etwa 2.000 Meter lang.

Geplant ist eine weitere Verlängerung über die Bahnhöfe Lazurowa und Chrzanów bis zur Endstation Karolin. Dahinter wird auf einer Fläche von 26 Hektar ein neuer Betriebshof mit der Bezeichnung „Karolin“ entstehen, der der Wartung der auf Linie M2 eingesetzten Züge dienen soll. Dieser Streckenabschnitt inklusive des Anschlusses an den neuen Betriebshof wird rund 4.000 Meter lang sein.

Nur ein Vierteljahr nach der westlichen Streckenverlängerung eröffnete am 28. September 2022 die Verlängerung der Linie M2 am Ostufer der Weichsel. Drei neue Bahnhöfe gingen dabei in Betrieb: Zacisze, Kondratowicza und Bródno. Diese Stationen unterscheiden sich im Design deutlich von den bisherigen. Die neuen Metrostationen erhielten in der Gestaltung unterschiedliche grafische Schwerpunkte, so sind in Zacisze die Kreise das dominierende Element, in Kondratowicza sind es senkrechte Streifen und in Bródno dominieren Quadrate. Diese östliche Streckenverlängerung misst etwa 3.900 Meter. MAM

Griechenland: Athen

Metrolinie 3 verlängert

? Am 10. Oktober 2022 konnte die Metro Athen ihre 3,6 Kilometer messende Verlängerung der Linie 3 in Betrieb nehmen. Der neue Streckenabschnitt schließt an den bisherigen südlichen Endpunkt in Nikaia an und führt dann zur Haltestelle Dimotiko Theatro im Hafen von Piraeus. An der neuen Zwischenhaltestelle Piraeus besteht Übergang zu Athens ältester Metrolinie 1. Die Verantwortlichen des 470 Millionen Euro teuren Projektes, welches maßgeblich aus dem Haushalt der Europäischen Union kofinanziert wurde, rechnen mit 132.000 Fahrgästen pro Tag. Wie es auch schon in der Vergangenheit bei Athener Metro-Projekten vorkam, wurde die Arbeiten zum Bau der Strecke auch diesmal durch archäologische Funde erschwert.

JEP

Spanien: Bilbao

Neue Metrolinie genehmigt

? Die baskische Regionalbehörde hat grünes Licht für den Bau einer neuen U-Bahnlinie in Bilbao gegeben. Mit ihr sollen die dicht bevölkerten Viertel östlich des Stadtzentrums besser an den ÖPNV angeschlossen werden. Nach den letzten Planungen soll die 6,3 Kilometer lange Linie mit fünf Bahnhöfen eine zweigleisige Straßenbahn ersetzen. Der lokale Infrastrukturverwalter Euskal Trenbide Sarea wird jetzt eine Abschätzung der Umweltkonsequenzen vorberei- ten und eine wirtschaftliche Einschätzung vornehmen.

RIH

USA: Los Angeles

K-Line eröffnet

? Die südkalifornische Stadt Los Angeles nahm am 7. Oktober 2022 den ersten Abschnitt der neuen K-Line, die auch als Pink-Line bezeichnet wird, in Betrieb. Anlässlich der Eröffnung des ersten Abschnitts mit sechs Haltestellen durften die Fahrgäste der Los Angeles County Metropolitan Transport Authority (LACMTA) am Wochenende kostenlos die Metro-Busse und -Bahnen benutzen. Die in Nord-Süd Richtung verlaufende K-Line wurde mit einer Oberleitung versehen und verbindet nach der kompletten Fertigstellung an der Haltestelle Expo Crenshwa die E-Line (Expo-Line) mit dem Los Angeles Airport (LAX), wo sie auf die C-Line (Green-Line) trifft. Der jetzt eröffnete erste Abschnitt der teilweise oberirdisch geführten Strecke kommt von Norden bis zur Haltestelle Westchester/Veterans. Die Fertigstellung der Strecke zum Anschluss an die Green-Line ist für 2024 avisiert. Am Airport LAX wird ein bequemer Übergang zum ebenfalls derzeit in Bau befindlichen People-Mover System des Flughafens geschaffen.

JEP

Mauritius: Curepipe

Stadtbahnlinie erneut verlängert

? Die Insel Mauritius nahm am 10. Oktober die dritte Verlängerung ihrer 2020 eröffneten Stadtbahnlinie in Betrieb. Damit ist die 25,7 Kilometer lange normalspurige Strecke von Curepipe Central nach Port Louis, deren Baumaßnahmen 2017 begannen, komplett fertiggestellt. Der jetzt eröffnete Abschnitt führt von Phoenix nach Curepipe Central, dabei handelt es sich um die viertgrößte Stadt der Insel Mauritius. Der neue Streckenabschnitt umfasst sieben Haltestellen. Befahren wird die Strecke, welche partiell auf einer ehemaligen Bahntrasse errichtet wurde, mit 18 siebenteiligen Stadtbahntriebwagen des spanischen Herstellers CAF vom Typ Urbos.

JEP

Macau

Metrotunnel zum Festland

? Die aus mehreren Inseln bestehende ehemalige portugiesische Kolonie Macau begann bereits Ende Juli 2022 mit dem Bau des Henggin Metro-Tunnel zum chinesischen Festland. Die 2,2 Kilometer lange Verbindung soll den Shizimen Kanal unterqueren und die Chinesische Sonderverwaltungszone mit dem Zhuhai Henggin Port verbinden. Während am Zhuhai Henggin Port Übergang zur Guangzhou – Zhuhai Intercity Linie möglich ist, besteht am Endpunkt der neuen Strecke an der Haltestelle Lotus Checkpoint Übergang zu den People Mover System von Macau. Nach der Eröffnung 2024 sollen dort Vier-Wagenzüge mit einer Kapazität von 476 Fahrgästen eingesetzt werden, welche im 6,5-Minuten-Takt verkehren. In den nächsten Jahren soll das spurgeführte Nahverkehrsnetz der rund 650.000 Einwohner zählenden Sonderverwaltungszone, welches bisher aus einer im Dezember 2019 eröffneten 9,3 km langen People-Mover Strecke besteht, deutlich ausgebaut werden.

JEP