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Styling-Profis für zu Hause


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Haus & Garten Test - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 26.08.2022

6 Haarglätter im Test

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Bildquelle: Haus & Garten Test, Ausgabe 5/2022

Früherbestanden Haarglätter aus zwei Eisenplatten, die mit einem Scharnier verbunden waren. Daher stammt auch die noch heute genutzte Bezeichnung Glätteisen. Das Gerät musste dann zunächst auf der Herdplatte erhitzt werden, bevor es verwendet werden konnte. Heutige Haarglätter werden mit Strom betrieben und sind deshalb nicht nur schneller einsatzbereit, sondern auch sicherer und komfortabler im Gebrauch. Die Funktionsweise hat sich allerdings nicht geändert. Durch die Hitze der Platten werden die Keratinverbindungen im Haar gelockert, wodurch dieses formbar wird. Beim Erkalten erstarrt das Keratin dann in seiner neuen Form und das Haar bleibt für einige Stunden oder im Idealfall sogar bis zur nächsten Haarwäsche glatt.

Wie heiß darf’s sein? Hitze ist wichtig, da sonst die Umformung des Haars nicht funktionieren kann. Aber zu viel Hitze sollte es auch nicht sein, da sonst die ...

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... Haarstruktur geschädigt wird. Wie heiß zu heiß ist, hängt dabei auch wesentlich von der Beschaffenheit des Haars ab. Während gesundes, kräftiges Haar auch Temperaturen von 200 Grad Celsius (°C) oder mehr abhält, sollte dünnes, brüchiges Haar nicht solch großer Hitze ausgesetzt werden. Aus diesem Grund lässt sich bei modernen Glätteisen in den meisten Fällen die Temperatur individuell anpassen. Den größten Spielraum dafür bietet bei unseren Testkandidaten der Agave, bei dem die Temperatur stufenlos zwischen 80 und 215 °C eingestellt werden kann. Bei den anderen Geräten stehen mindestens drei bis maximal sechs Temperaturstufen zur Wahl. Bei den Haarglättern von Panasonic, Valera und dem teureren Modell von Eta kann die Temperatur sogar auf bis zu 230 °C eingestellt werden. Der Nachteil bei ersterem ist jedoch, genau wie beim Gerät von Agave, dass das Bedienfeld nicht ganz so gut zugänglich ist, da es sich auf der Innenseite der Modelle befindet. Die einzige Ausnahme bildet das Glatteisen von Rowenta, dessen Temperatur nicht angepasst werden kann, sondern immer 200 °C beträgt. Gerade für dünnes und sensibles Haar ist das Gerät deshalb eher ungeeignet. Außerdem benötigt dieses Modell fast 2 Minuten, bis es sich aufgeheizt hat. Länger braucht nur das akkubetriebene Modell von Eta, während der Haarglätter von Panasonic und das kabelgebundene Eisen von Eta nach nicht einmal 45 Sekunden heiß und damit einsatzbereit sind.

Schonende Glättung Um das Haar während des Glättvorgangs nicht zu schädigen, muss aber mehr als nur die Temperatur stimmen. Wesentlich ist auch eine gute Beschichtung der Heizplatten. In den meisten Fällen besteht diese bei modernen Haarglättern, wie auch bei all unseren Testkandidaten, aus Keramik. Dadurch wird eine gleichmäßige Verteilung der Wärme und eine schonende Glättung des Haars gewährleistet. Einige Geräte, wie etwa die Modelle von Valera, Agave und Panasonic sind darüber hinaus noch mit der sogenannten Ionentechnologie ausgestattet. Durch die Abgabe negativ geladener Teilchen soll dabei die statische Aufladung des Haares vermieden werden, was sich auch als wirkungsvoll erweist. Darüber hinaus verfügt das Glätteisen von Panasonic über eine spezielle Nanotechnologie, die das Haar während der Nutzung über einen Dampfauslass mit Feuchtigkeit versorgt. Dadurch wird das Haar besonders schonend geglättet und nicht spröde, was von einem Großteil unserer Testpersonen bestätigt werden kann. Denselben Effekt erzielt das Modell von Agave, welches mit einem separaten Infusionstank ausgestattet ist. Dieser kann mit dem mitgelieferten Pflegeöl befüllt werden, das dann kontinuierlich während der Nutzung über die Heizplatten verdampft. Das kabelgebundene Modell von Eta ist wiederum mit einer Infrarotfunktion ausgerüstet, die das Haar ebenfalls mit Feuchtigkeit versorgen soll. In diesem Fall ist der Effekt jedoch nicht so eindeutig und kann von den meisten unserer Testpersonen nicht bestätigt werden. Deshalb empfiehlt es sich bei diesem Modell, genau wie bei den anderen Haarglättern von Eta, Valera und Rowenta, einen zusätzlichen Hitzeschutz zu verwenden. Solche Pflegeprodukte sind in jeder Drogerie erhältlich und werden vor dem Gebrauch des Glätteisens auf das Haar gesprüht.

Flexibles Styling Wie schon erwähnt, bieten moderne Glätteisen vielfältige Stylingmöglichkeiten, da sich mit ihnen auch Wellen und Locken formen lassen. Mit ein wenig Übung gelingt das auch mit all unseren Modellen im Test. Je nach Technik können Korkenzieherlocken oder leichte Wellen gezaubert werden. Am besten macht sich dabei das Glätteisen von Panasonic, bei dem sich die Strähnen leicht und präzise stylen lassen. Die Breite der Heizplatten spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit dem Modell von Agave, bei dem die Platten mit 3 Zentimetern am breitesten sind, lassen sich beispielsweise nicht so enge Locken formen. Außerdem verfügt dieses Glätteisen, im Gegensatz zu allen anderen Geräten im Test, nicht über gefederte Heizplatten, die das Styling erleichtern. Dafür bieten die großflächigen Platten den Vorteil, dass mehr Haar zwischen ihnen Platz findet. Gerade beim Glätten von langem Haar kann somit einiges an Zeit gespart werden. Erleichtert wird das Styling außerdem durch die drehbaren Netzkabelanschlüsse, mit denen alle Testmodelle ausgestattet sind. Dadurch können die Geräte beliebig gedreht und gewendet werden, ohne dass sich das Kabel verheddert. Noch praktischer ist da nur das akkubetriebene Glätteisen von Eta, welches nach dem Aufladen komplett kabellos betrieben werden kann. In Kombination mit seiner kompakten Größe und dem geringen Gewicht ist es damit bestens geeignet für unterwegs. Hinsichtlich der Leistung müssen dafür jedoch einige Abstriche gemacht werden, denn mit 25 Watt hat es vergleichsweise wenig Power.

Anhaltende Wirkung Wie lang die Lockenpracht oder das glatte Haar nach dem Styling mit dem

Glätteisen erhalten bleibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen natürlich wesentlich von der Haarstruktur, aber auch von Umwelteinflüssen wie beispielsweise hoher Luftfeuchtigkeit. Neben diesen Faktoren, auf die wir leider keinen Einfluss haben, spielt aber auch der verwendete Haarglätter eine entscheidende Rolle. Ist dieser leistungsstark und auf eine ausreichend hohe Temperatur eingestellt, hält auch das Ergebnis länger an. Vor allem die Testgeräte von Valera, Agave und Panasonic können hier punkten. Wem diese Modelle allerdings zu teuer sind, der kann auch zum kabelgebundenen Modell von Eta oder dem Glätteisen von Rowenta greifen, welche ebenfalls effektive Ergebnisse erzielen und schon für 45 oder 20 Euro am Markt erhältlich sind. Letzteres ist jedoch wirklich nur all denen zu empfehlen, die über gesundes, kräftiges Haar verfügen oder bei denen das Glätteisen nur sporadisch zum Einsatz kommt, da sich die Temperatur nicht regulieren lässt. Das akkubetriebene Modell von Eta formt das Haar leider weniger schnell und anhaltend. Aber als Zweitgerät auf Reisen, beim nächsten Festival oder für alle Einsätze jenseits einer Steckdose eignet es sich dafür umso besser.

Testverfahren

Die Testgeräte: 6 Haarglätter

Funktion: Testpersonen beurteilen das Ergebnis der erreichbaren Glättung und Haltbarkeit im Haar. Für das Ergebnis der Haarschonung wird die Regulierbarkeit des Gerätes und daraus erreichbare Haarschonung bewertet, ebenfalls die Beschaffenheit des Haars nach der Behandlung. Die Aufheizzeit wird bis zur Schaltung der Standardstufe (190-200 °C) ermittelt und vergleichend bewertet. Die Note der Temperaturverteilung ergibt sich aus dem Bild der Wärmebildkamera und der empfundenen Wärmeverteilung.

Handhabung: Die Testredaktion bewertet die Bedienfreundlichkeit anhand der generellen Handlichkeit (Größe/Gewicht/Gewichtsverteilung) und Griffigkeit der Geräte sowie der Funktionalität, Gängigkeit und Lage der Bedienelemente. In die Note Glätten, Halten und Ziehen fließen der Glättvorgang, das Einklemmen und Führen am Haar entlang ein. Die Bedienungsanleitung wird anhand ihrer Qualität bewertet.

Verarbeitung: Bewertet werden die allgemeine Wertigkeit der verwendeten Materialien, das Nicht- oder Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten sowie eventuellen Klemmstellen, die Größe von Spalten und Ritzen, zudem die Passgenauigkeit aller modularen Teile.

Ökologie: Bewertet werden hier unnötige Verpackungen und ggf. entstehender (Kunststoff-) Müll.

Sicherheit: Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass Nutzenden durch Klemmen und Verbrennen Schäden entstehen.