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SUBARU FORESTER: Der Praktiker


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 12.05.2020

Moderne Technik, bewährtes Design: Subaru verbindet bei der Neuaufl age des Forester dessen altvertraute Werte mit einer sinnvollen Modernisierung und will so den japanischen Allrad-Klassiker fi t für die Zukunft machen …


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 6/2020

Kaum ein Automodell hat eine so breit aufgestellte Fanbasis wie der Subaru Forester. Und vor allem eine so treue. Egal ob Jäger, Tierärzte, Landwirte oder die namengebenden Förster: Wer einmal beim Forester gelandet ist, bleibt meist dabei. Auf der Suche nach den Gründen für diese Treue findet man viele gute Argumente zugunsten des so beliebten Japaners. Da wäre zunächst mal sein ...

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Kaum ein Automodell hat eine so breit aufgestellte Fanbasis wie der Subaru Forester. Und vor allem eine so treue. Egal ob Jäger, Tierärzte, Landwirte oder die namengebenden Förster: Wer einmal beim Forester gelandet ist, bleibt meist dabei. Auf der Suche nach den Gründen für diese Treue findet man viele gute Argumente zugunsten des so beliebten Japaners. Da wäre zunächst mal sein zeitloses Design, das auch in der neuesten Ausbaustufe immer noch mehr an einen Geländewagen erinnert als an ein überzeichnetes SUV. Aus Offroader-Sicht viel interessanter ist jedoch seine robuste, auf Langlebigkeit angelegte Konstruktion. Zwar fehlt ihm jetzt die in seiner ersten Generation verfügbare Untersetzung, mit der man ein wenig besser durch tiefen Morast ackern konnte. Aber auf den Allradantrieb haben die Ingenieure bei ihrem bewährten Robustling gottlob selbst heute, wo Effizienz im Allgemeinen vor Einsatzfähigkeit geht, nicht verzichtet. Und es gibt ein weiteres unschlagbares Argument für den Japaner.

PERFEKTE MISCHUNG

Während andere Hersteller, wohl um die wachsende Konkurrenz zu übertrumpfen, ihre Geländewagen und SUV heute mit Luxus geradezu vollstopfen, hält sich Subaru beim Forester in diesem Punkt ein wenig zurück – wohl wissend, dass Komfortfeatures wie Massagesitze kaum dazu taugen, den seit vielen Jahren bestehenden Mythos und den guten Ruf einer Baureihe zu festigen, deren Haupt zweck es ist, täglich sicher und zuverlässig an Ziele abseits asphaltierter Straßen zu gelangen. Vor diesem Hintergrund ist auch die neueste Generation des Forester entstanden. Trotzdem muss auch Subaru mit der Zeit gehen und all seine Bau reihen fit für die Zukunft machen. Wie das geht, zeigt beim 2020er- Modell am besten der Antrieb. Allradantrieb und Vierzylinder-Boxermotor sind Markenzeichen des Herstellers und damit gesetzt – doch wer eine Dieselversion sucht, wird enttäuscht. Die immer schärfer werdenden Emissions- und Abgasvorschriften haben Subaru zum Umdenken bewegt und so wurde das Motorenregal kräftig umsortiert. Ab sofort gibt es den Geländeklassiker nur noch mit einem 150 PS starken Vierzylinder- Sauger. Auch in puncto Getriebe gibt es nur eine Option, nämlich das stufenlose CVT-Automatikgetriebe namens Lineartronic. Um dem Zwang zu mehr Effizienz so weit wie möglich zu folgen, griff man im Getriebegehäuse der fünften Generation zu einem Kniff: Erstmals sorgt ein zusätzlich installierter (12,3 kW starker) Elektromotor für die Elektrifizierung der Baureihe und soll durch gezielte Eingriffe in den Antriebsstrang den Verbrauch des Japaners senken. Dabei spielen weite, rein elektrisch zurückgelegte Strecken keine Rolle – das als Mild-Hybrid eingestufte System setzt mit seiner vergleichsweise kleinen Batterie auf häufigere, kürzere Eingriffe in den Vortrieb und will so den Verbrauch langfristig drücken.

Winkel / Geländetauglichkeit

Wem der Kunststoff-Unterfahrschutz nicht genügt, der findet im Zubehörprogramm eine Stahl- oder eine Aluminium-Alternative.


Knapp: Der Böschungswinkel vorn beträgt 20,2 Grad.


Etwas besser: Am Heck sind es immerhin 25,8 Grad.


SINNVOLLE MODERNE

Zugegeben, ganz kann dieses System den ersatzlos gestrichenen Diesel nicht kompensieren. Die 194 Newtonmeter des Benziners und die 66 zusätzlichen Nm der EMaschine machen aber trotzdem eine ordentliche Figur. Wer seine Fahrweise diesem System anpasst und mehr auf konstante Beschleunigung denn auf Kickdowns und ruckartigen Vortrieb setzt, erhält eine gute Mischung aus Fahrspaß Alles im Griff: Auch wenn dem Forester ein wenig mehr Drehmoment nicht schaden würde, beherrscht er offroad jede Situation. und niedrigem Verbrauch. Auf der Straße wirkt der Forester sehr komfortabel und wartet dank des modernen EyeSight-Sys tems mit allerhand Assistenzfeatures wie einem aktiven Spurhaltassistenten auf. Doch im langen Leben eines Forester geht es nicht immer nur über glatten Asphalt – ganz im Gegenteil. Zum Glück hat sich die jüngste Generation des Subaru ein Scheibchen vom Ur-Japaner abgeschnitten. Mindestens 210 Millimeter schwebt die Karosserie über dem Untergrund – gegen einen geringen Aufpreis hält das Zubehörprogramm einen robusten Motorunterfahrschutz aus Stahl oder Aluminium bereit. Dass der unter Umständen nötig ist, zeigt ein Blick auf die Böschungswinkel. Gerade an der Front des Forester hätten es gerne ein wenig mehr als 20,2 Grad sein dürfen. Daher gilt im Gelände (wie schon auf der Straße): Wer mit Bedacht fährt, kommt weiter. Die passenden Helfer für einen konstanten Vortrieb liefern die Japaner unter anderem in Form des „X-Mode“ genannten Allradmanagements. Neben dem Grundsetting warten gleich zwei Fahrprogramme für den Einsatz abseits asphaltierter Straßen. Im Modus „Deep Snow/Mud“ sorgt eine gleichmäßige Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse für viel Grip, das ESP erlaubt zudem Schlupf und trägt so auch zu einem souveränen Vortrieb auf losem Untergrund bei. Wird es einmal enger, hilft die Aktivierung der Seitenansichtkamera. Diese liefert im kleinen, auf dem Armaturenbrett aufgesetzten Display ein Bild vom rechten Vorderrad und erleichtert so das kontaktlose Manövrieren um Hindernisse wie Steine oder Löcher im Untergrund. So lässt sich der Forester auch offroad kontrolliert und unaufgeregt dirigieren. Allerdings macht sich hier leider ab und zu das geringe Drehmoment des Antriebs bemerkbar.

Fahrverhalten / Traktion

Alles im Griff: Auch wenn dem Forester ein wenig mehr Drehmoment nicht schaden würde, beherrscht er offroad jede Situation.


Kompromiss: Ab Werk sind leider keine AT-Reifen verfügbar.


Kontrolle: Auf Sand und Kies wirkt der Forester souverän.


Interieur

Modernisiert: Gleich drei Displays versorgen die Passagiere mit nützlichen Informationen.


Update: Der Bordcomputer blendet das ausgewählte Fahrprogramm ein.


Edel: Die konturierten Sitzflächen der Rückbank sind mit Leder bezogen.


EINE FRAGE DER KONTROLLE

Spontane Kraftschübe können nicht abgerufen werden und so sollte man die Charakteristik des Saugbenziners in Kombination mit der stufenlosen Automatik gut kennen, bevor man schwierige Passagen angeht. Den 194 Newtonmetern des Vierzylinder-Boxers springen bei sanft gedrücktem Gaspedal aber sehr oft die 66 Newtonmeter des Stromers zur Hilfe und vermindern so das Gefühl, der Sauger „müsse erst einmal Drehzahl aufbauen“. Ja, der Subaru ist durchaus etwas komplexer geworden. Wer sich auf das Zusammenspiel aus E-Motor, Boxer und CVT aber eingeschossen hat, kommt in den vollen Genuss der Forester-Mentalität und erkennt, dass der Japaner im Gelände stets beherrschbar ist. Dazu trägt auch die leichtgängige Lenkung bei, die den Fahrer dank ihrer guten Rückmeldung über den aktuellen Lenkwinkel auf dem Laufenden hält. Es gibt wahrlich sehr viel schlechtere Begleiter im Gelände. An das Potenzial eines echten Geländewagens mit zweistufigem Verteilergetriebe und großvolumigem Selbstzünder an Bord kann die fünfte Generation des Subaru Forester schon baubedingt nicht herankommen. Doch das will das Hybrid-SUV auch nicht (mehr). Die selbstauferlegte uneingeschränkte Alltagstauglichkeit im privaten und beruflichen Bereich der Stammkundschaft ist aber mit der Elektrifizierung an Bord ohne Frage gegeben.

Technische Gadgets

Wachsam: Das EyeSight-System überwacht konstant den Straßenverkehr.


Übersicht: Eine Kamera ermöglicht den Blick auf das rechte Vorderrad.


Helfer: Über den X-Mode-Schalter kann der Pilot einen von drei vordefinierten Fahrmodi auswählen.


Alternativlos: Für den Forester wird nur das e-Boxer genannte Mild-Hybrid-System mit 150 PS angeboten.


LANGFRISTIGES INVESTMENT

Mindestens genauso wichtig wie die Frage, ob der Forester sowohl auf als auch neben der Straße funktioniert, ist der Preis des modernen Subaru. Durch die einheitliche Motorisierung und die fehlende Auswahl beim Getriebe gestaltet sich die Preisliste angenehm übersichtlich. Der Einstieg in der Ausstattungsvariante „Trend“ kostet 34 990 Euro, für die Vollausstattung namens Platinum werden 43 490 Euro fällig. Worauf man bei der Bestellung auf keinen Fall verzichten sollte, ist der vordere Unterfahrschutz, der den Motor vor Kontakt mit dem Untergrund schützt. Denn ein Forester gehört zumindest gelegentlich ins Gelände. Die rund 44 000 Euro des Forester- Komplettpakets mögen auf den ersten Blick nicht ganz günstig wirken. Gemessen an der durchschnittlichen Laufleistung von weit mehr als 250 000 Kilometer ergibt sich aber ein hervorragendes Allrad- Schnäppchen für treue Fans der japanischen Marke.

Unser Fazit

Für kompromisslose Geländeeinsätze in unerschlossenen Gebieten ist die fünfte Generation des Subaru Forester vielleicht der falsche Ansprechpartner. Dafür setzt der Neue jedoch die lange Tradition des 1997 eingeführten Modells fort und wird bei den treuen Subaru-Fans sehr gut ankommen. Die fehlende Variabilität in Sachen Antrieb ist wirklich nur im ersten Moment schade – denn im Alltag zeigt sich der e-Boxer samt serienmäßigem Allrad von seiner besten Seite und sichert dank der reduzierten Emissionen auch die Zukunft der Baureihe.



F | Markus Kehl