Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Südafrika trifft Deutschland


Kinderkrankenschwester - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 10.02.2020
Artikelbild für den Artikel "Südafrika trifft Deutschland" aus der Ausgabe 2/2020 von Kinderkrankenschwester. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kinderkrankenschwester, Ausgabe 2/2020

Bei einem befreundeten Bildhauer


Private Führung durch den Deutschen Bundestag


Boulders Beach


Im Mai dieses Jahres war es wieder einmal soweit! Erneut konnten zwei Pflegekräfte aus Kapstadt in Südafrika nach Deutschland eingeladen werden. Damit waren mittlerweile sieben sehr liebe Kolleginnen aus dem weit entfernten Land zu einem Gegenbesuch in verschiedenen deutschen Kliniken und auch bei befreundeten Kollegen hier zu Besuch.

In vergangenen Ausgaben der kinderkrankenschwester hat vielleicht die Eine oder Andere in den letzten Jahren an dieser Stelle Berichte gelesen (oder davon gehört), dass ich seit ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Kinderkrankenschwester. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2020 von Familien mit lebensbegrenzt erkrankten Kindern – Herausforderungen für das Kindeswohl. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Familien mit lebensbegrenzt erkrankten Kindern – Herausforderungen für das Kindeswohl
Titelbild der Ausgabe 2/2020 von BERUFSPOLITIK: Ergebnisse des Care Klima – Index 2019 veröffentlicht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BERUFSPOLITIK: Ergebnisse des Care Klima – Index 2019 veröffentlicht
Titelbild der Ausgabe 2/2020 von ERNÄHRUNG: Körperintelligenz beim Essen: Faktor für Gesundheit, Wohlbefinden und geistige Leistungsfähigkeit. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ERNÄHRUNG: Körperintelligenz beim Essen: Faktor für Gesundheit, Wohlbefinden und geistige Leistungsfähigkeit
Titelbild der Ausgabe 2/2020 von Infektionskrankheiten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Infektionskrankheiten
Titelbild der Ausgabe 2/2020 von G-BA – Zentrumsbeschluss verabschiedet. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
G-BA – Zentrumsbeschluss verabschiedet
Titelbild der Ausgabe 2/2020 von Kinderkrankenschwester. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kinderkrankenschwester - epaper
Vorheriger Artikel
ERNÄHRUNG: Körperintelligenz beim Essen: Faktor fü…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Infektionskrankheiten
aus dieser Ausgabe

... mehreren Jahren ein deutsch-südafrikanisches Austauschprojekt organisiere.

Vom diesjährigen Gegenbesuch der beiden Kolleginnen aus Kapstadt, Lydia Dreyer und Nokuzola Tisani, möchte ich gerne berichten.

Nachdem ich die beiden Mitte Mai vom Frankfurter Flughafen abgeholt hatte, sind wir mit dem Auto gleich weiter nach Berlin gefahren. Die deutsche Hauptstadt kennenzulernen, gehört ganz klar zum Programm dieses Gegenbesuchs.

Für beide war es der erste Auslandsaufenthalt in ihrem Leben überhaupt. Selbst das Western Cape in Südafrika hatten beide noch nie vorher verlassen. Auf dem Weg von Frankfurt nach Berlin fielen den beiden schon einige Besonderheiten auf. Das viele Grün und die vielen Waldgebiete entlang der Autobahn; die vielen LKW mit Transportgütern, die alle hintereinander auf einer Spur zu fahren scheinen; die Raststätten an deutschen Autobahnen, die ein schon luxuriös zu nennendes Angebot vorhalten; die Sanifair-Toiletten mit den selbstdrehenden Toilettensitzen (großes Gelächter und zig Fotos davon!); die vielen, vielen Baustellen auf der Autobahn mit nur wenigen Bauarbeitern vor Ort und nicht zuletzt der Wahnsinnsverkehr in Berlin selbst. Getoppt wurden die Eindrücke dieser ersten paar Stunden in Deutschland nur noch von der Vielzahl von Radfahrern in der Stadt und dass es für diese sogar extra niedrig hängende Ampelanlagen gibt. Meinen Einwurf, dass die Farben dieser und auch die Ampeln für die Autofahrer und Fußgänger mit entsprechendem Verhalten zu befolgen seien und nicht bloß als nette Idee oder Empfehlung gelten, habe ich bewusst deutlich formuliert. Mehr als einmal schon habe ich südafrikanische Gäste hier in Deutschland im Fußgängerampelbereich, gerade noch rechtzeitig, von der Straße gezogen. Wer schon einmal in Kapstadt war, weiß, dass dort Fußgängerampeln eher als überlegenswerter Vorschlag für die Verkehrsregelung betrachtet werden – sowohl von Fußgängern als auch von Autofahrern. Und Radfahrer zählen erst gar nicht, diese kann man in Kapstadt grundsätzlich an einer Hand abzählen.

Nokuzola und Lydia


Neben den touristischen Attraktionen in Berlin und andernorts ist es mir ein Anliegen, die jeweiligen Gäste aus Südafrika auch für sie fachlich interessanten Einrichtungen, Projekten oder Kolleginnen bekannt zu machen. Von den von mir sehr geschätzten Kolleginnen der Psychosozialen Elternberatung in der Charité, Kerstin von der Hude und Marion Glückselig, bekamen Lydia und Nokuzola eine ausführliche Schilderung über diese hilfreiche und sinnvolle Einrichtung, wie sie in der Charité Eltern von kranken Neugeborenen oder Frühgeborenen zur Verfügung steht. Präpartale Visiten, Begleitung durch belastende Situation auch auf der Wochenbettstation, Vorbereitungen zur Entlassung bis hin zur Trauerbegleitung bilden das Spektrum der Psychosozialen Elternberatung ab. Dass diese Einrichtung fast ausschließlich von speziell weitergebildeten Pflegekräften initiiert wurde und weitergeführt wird, sorgte für anerkennenden Respekt. Im Gespräch wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Vorgehensweisen und Möglichkeiten hier bzw. in Südafrika diskutiert. Kerstin und Marion, habt besten Dank für eure Zeit und Mühe!

Der Besuch des Reichstagsgebäudes ist natürlich Pflichtprogramm eines Berlin- Besuchs. Auch hier hatten wir das Privileg, eine private Führung durch einen Mitarbeiter des Bundestags bekommen zu können. Vielen, vielen Dank, Lukas, für all die tollen Hinweise und Erläuterungen! Interessante Ein- und Aussichten, die besondere Architektur dieses Gebäudes und natürlich die herausragende Bedeutung des Reichstagsgebäudes machen einen Besuch dieses Hauses spannend und fand entsprechend großen Anklang bei den beiden. Dass dann auch Bundestagspräsident Dr. Schäuble unseren Weg kreuzte, haben sie allerdings nicht bemerkt.

Die nächste Station unserer Reise war Leipzig, dem diesjährigen Standort des GNPI-Kongresses. Englischsprachige Vorträge ermöglichten auch uns, zumindest einen Tag teilzunehmen und z.B. neuere Informationen zur Forschung über Muttermilch zu erhalten. Das Mowbray Maternity Hospital, in dem Lydia und Nokuzola arbeiten, verfügt über eine eigene Spendermilchbank. Das Thema Muttermilch ist also von großer Bedeutung auch für die Arbeit der beiden südafrikanischen Kolleginnen. Aus den Vorträgen wurden die wichtigsten Stichpunkte mit notiert. Lydia und Nokuzola müssen, wie die vorherigen Besucherinnen aus Südafrika auch, zuhause ihrem Arbeitgeber Bericht erstatten, welche Inspirationen und Informationen sie in Bezug auf die Versorgung von neonatologischen Patienten mit nach Kapstadt nehmen. Für die Betreuung in Leipzig sorgte Jenny Espenhain, eine Kollegin, die vor zwei Jahren Teilnehmerin einer deutschen Hospitationsgruppe in Kapstadt war. Jenny organisierte, dass uns eine ihrer Kolleginnen die Intensivstation für Früh- und Neugeborene der Uniklinik Leipzig zeigen konnte, und kümmerte sich auch so herzlich um unsere Freizeitgestaltung in Leipzig, dass ich auf diesem Wege noch ein ganz großes Dankeschön zu Jenny nach Leipzig schicken möchte! Mit ihr zusammen gab es ein feines Ausflugsprogramm auf den Panoramaturm, durch die Leipziger Altstadt mit Erläuterung zu den historischen Gebäuden, zum Könneritzer Stadtteilfest und in einen netten Biergarten.

Von Leipzig aus ging es über Bielefeld weiter nach Münster. Dort trafen wir Monika Korsmeier wieder, tätig in der Aus- und Weiterbildung der Uniklinik Münster. Auch sie war mittlerweile schon zweimal als Teilnehmerin mit nach Kapstadt gekommen. Umso erfreulicher, dass wir im direkten Austausch nun ihren Arbeitsplatz in der Pflegeschule und auch die Kinderintensivstation der Uniklinik Münster besuchen konnten! Gespräche mit verschiedenen Mitarbeitern vor Ort, vor allem aber viele Erläuterungen und Erfahrungen in der neonatologischen bzw. pädiatrischen Intensivpflege, die sie mit uns teilte, waren für uns drei hochinteressant.

Münster wird Nokuzola und Lydia ganz besonders in Erinnerung bleiben, weil wir hier typisch westfälisches Wetter mit viel Regen erlebten und der Unmengen an Fahrräder und Radfahrern wegen. Moni, ganz herzlichen Dank für deine Bereitschaft, uns das schöne Münster zu zeigen! Nach knapp zwei Wochen Rundreise kamen wir in der Pfalz an. Bei einem befreundeten Bildhauer konnten beide noch einmal eventuell brachliegende Talente im Steinhauen entdecken und kunstvoll gestaltetes „schweres Gepäck“ mit nach Hause nehmen. Wolf, auch dir herzlichen Dank für die Geduld und Hilfestellung bei der ungewohnten Tätigkeit für die beiden! Der Abschiedsabend wurde mit einem kleinen Gartenfest mit südafrikanischem Braai im urdeutschen Weber-Grill gefeiert. Ein erlebnisreicher Aufenthalt, ein menschlich bereichernder Kontakt und aufkommende Freude auf den nächsten Austausch sind für mich und auch für Lydia und Nokuzola das letztendliche Resultat unserer gemeinsamen Zeit. Die Köpfe voll mit Eindrücken, die Zungen schwer vom Üben deutscher Vokabeln und die Koffer voll mit Andenken für die Freunde und Familie daheim, war nur noch Erholung angesagt.

Die nächste Reise nach Südafrika wird im Oktober 2020 starten und unsere Kolleginnen von dort warten schon gespannt auf uns! Vom 11.10. – 27.10.2020 biete ich wieder die Möglichkeit zur Teilnahme an einer mehrtägigen Hospitation und dem Kennenlernen verschiedener Gesundheitseinrichtungen in Kapstadt. Verbunden ist das Ganze mit einer insgesamt 16-tägigen Reise entlang der Garden Route bis hin zum Addo Elephant Park. Was erwartet die Teilnehmer bei dieser Kleingruppenreise? Wie bei den Reisen der letzten Jahre auch, wird es zu Beginn Einblicke in verschiedene Kliniken bzw. Gesundheitseinrichtungen in Kapstadt mit fachlicher Begleitung geben.

Wir treffen Kolleginnen aus dem stationären Arbeitsalltag sowie Kolleginnen, die als freelancer arbeiten oder als Dozentin tätig sind. Mit Einigen werden wir auch private Unternehmungen durchführen. Kapstadt hat so viel Interessantes zu bieten, dass die Tage ausgefüllt sein werden. Anschließend führt die Reise uns an der Garden Route entlang bis in die Halbwüste Klein Karoo nach Oudtshoorn. Nach einigen Tagen Zwischenstopp brechen wir zum Besuch des Addo Elephant Park auf, dem größten Nationalpark im Eastern Cape, bevor wir uns entlang des Indischen Ozeans auf den Rückweg nach Kapstadt machen. Dort werden wir noch einige erholsame Tage verbringen. Weitere Infos zur Hospitation und der Reise können gerne angefordert werden unter bettina.muenninghoff@gmx.de. Let´s go!

AUTORIN

Bettina Münninghoff Fachkinderkrankenschwester für pädiatrische Intensivpflege bettina.muennighoff@gmx.de