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SÜDLÄNDISCHES FLAIR FÜR HEIMISCHE GÄRTEN Urlaubsfeeling


Wohnen & Garten - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 17.04.2019

Wenn im Wonnemonat Mai die mediterranen Kübelpflanzen aus dem Winterquartier nach draußen dürfen, hält der sonnige Süden Einzug auf unserer Terrasse


Artikelbild für den Artikel "SÜDLÄNDISCHES FLAIR FÜR HEIMISCHE GÄRTEN Urlaubsfeeling" aus der Ausgabe 5/2019 von Wohnen & Garten. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Wohnen & Garten, Ausgabe 5/2019

Siesta im Grünen
Zwischen Orangenbäumchen und Schopf-Lavendel erinnert die gusseiserne Liege im Méridienne- Stil an die Kunst des Savoir-vivre — selbst eine Tasse Kaffee lässt sich hier auf vollendete Weise zelebrieren


Den richtigen Ton

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… treffen Sie mit diesen stilvoll verzierten Terrakotta-Gefäßen (linke Seite): Der klassisch ornamentierte Pokal mit floralem Randdekor und die konisch zulaufende „Vaso Palmetto“ entstammen italienischem Kunsthandwerk (Italien-Terracotta)


Salbeiblättrige Zistrose
Warmes Sonnenlicht entlockt den Blättern von Cistus salviifolius ein zartes Parfum, das sich wie ein Duftschleier über den Sitzplatz legt. Der blühfreudige Halbstrauch ist bis etwa –12 °C frosthart, seine Blätter eignen sich für aromatischen Tee


Schwungvoller Glücksbringer
Die Zweige des Echten Lorbeers (Laurus nobilis) galten als Siegeszeichen und Erfolgsbringer, weshalb der immergrüne Strauch immer noch gerne als Formschnittgehölz und „Türsteher“ Verwendung findet. Tipp: Die würzig duftenden Blätter sind zum Kochen und als Heilmittel verwendbar


Orientalische Sinnlichkeit
Ein schmaler Innenhof mit maurischem Torbogen, Wandkacheln, einer farbenprächtigen Bougainvillea, Palmen und aromatischen Kräutern bringt im Nu das Flair von Tausendundeiner Nacht vor die heimische Haustür


„La Villeggiatura“
– so nannte man in der Renaissance die Mode des herrschaftlichen Aufenthalts auf dem Lande. Eine Fassadenbegrünung mit Wein und die rosaroten Blütenwolken der Spinnenblume (Cleome) bilden den malerischen Rahmen für eine stimmungsvolle Neuinterpretation (rechts oben)


DER MEDITERRANE STIL IST ZEITLOS SCHÖN & AUCH AUF KLEINEM RAUM UMSETZBAR


Sinnbild der Provence
Lavendel umhüllt Sitzplätze mit ätherischen Düften und lockt Bienen und Schmetterlinge in den Garten. Seine Blüten im kühlen Violettblau werden durch die strahlend gelben Zitronenfrüchte gekonnt kontrastiert


Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn …“, so beginnt ein häufig zitiertes Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe. Weitaus weniger bekannt ist: Seine erste und schönste Reise nach Italien am 3. September 1786 bereitete er im Geheimen vor. Um drei Uhr nachts reiste Goethe ab und verabschiedete sich von niemandem. Um nicht erkannt zu werden, gab er sich anfangs einen falschem Namen – seine Flucht aus dem Alltag war bestens geplant. Der Dichter wollte die südländische Lebenskunst entdecken, ohne jemandem darüber Rechenschaft ablegen zu müssen. Er war auf der Suche nach seinem privaten Dolce Vita, um endlich wieder Raum für Inspiration und Kreativität zu finden.
Sein Traum von Arkadien ist so aktuell wie nie: Gerade heute, wo jede Minute im Alltag verplant scheint, sehnen wir uns nach einer Oase des süßen Müßiggangs. Der ideale Rückzugsort hierfür befindet sich in greifbarer Nähe – um genauer zu sein, direkt vor unserer Haustür. Denn der eigene Garten bietet alles, was ein südländisches Paradies braucht: einen Platz an der Sonne, ein privates Refugium und kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Zur pflanzlichen Ausschmückung eignet sich ein reiches Sortiment an Kräutern, Stauden und Sträuchern. Die meisten Italien- oder Frankreichliebhaber haben ohnehin bereits den ein oder anderen Südländer aus dem Urlaub mit heimgebracht: ein Oleander-, Zitronen- oder Olivenbäumchen, das nach dem langen Winterquartier nun endlich wieder an die frische Luft darf. Um den Pflanzen die Umstellung zu erleichtern, sollten die Lieblinge erst nach den letzten Frösten, bzw. den Eisheiligen nach draußen gestellt werden und die ersten Tage an einem schattigen Platz verbringen, um sich langsam an die neuen Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Anschließend können sie mit üppig blühenden Sommerblumen wie Spinnenblumen, Prachtkerzen, Schmuckkörbchen und Margeriten kombiniert werden. Dazu gesellen sich aromatische Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Salbei und Basilikum. Echter Jasmin, Lavendel, Rosen, Duftpelargonien und Orangenblumen (Choisya) hüllen den Sitzplatz in sommerliche Düfte. Die mediterranen Schönheiten lassen sich in Terrakotta-Kübeln und -Schalen in Szene setzen. Wer in gute und frostfeste Qualität investiert, hat viele Jahre Freude an den schmucken Töpfen. Wählen Sie die Pflanzkübel ausreichend groß aus – so trocknet der Wurzelballen im Sommer nicht so rasch aus. Zudem erhöht sich die Standfestigkeit, was gerade bei Hochstämmchen eine wichtige Rolle spielt. Untersetzer bilden in Trockenperioden ein Wasserreservoir für die Pflanzen und verhindern Flecken auf Terrassenböden. Kalkränder an Töpfen kann man vor dem Einpflanzen mit einer Bürste, Essig und Wasser beseitigen. Danach wird das Terrakotta-Gefäß einige Stunden ins Wasserbad gestellt, so saugt sich der Ton voll und entzieht der frisch eingefüllten Erde anschließend keine Feuchtigkeit. Den neu gepflanzten Südländern ergeht es dann wie uns: Sie können stressfrei im neuen Paradies „Wurzeln schlagen“, entspannt das Dolce Vita genießen und werden sich mit reichem Blütenschmuck oder vielleicht auch der ein oder anderen Zitrone bedanken.

Das Blaue vom Himmel
zaubert die unermüdlich blühende Bleiwurz (Plumbago, rechts) auf sonnige Terrassen. Die pflegeleichte Schönheit wächst buschförmig mit kaskadenartig überhängenden Blütentrieben oder glänzt als wüchsige Kletterpflanze und Sichtschutz an Rankgerüsten


Vitaminreich
Die schmucken, süßsäuerlichen Früchte der Kumquat sind reich an Vitamin C und Kalzium. Sie können mitsamt der Schale gegessen werden


Urlaubs- Souvenirs
Oleander (Nerium oleander, links) und Orangenbäumchen (Citrus, rechts) sind langlebige Exoten. Wenn die Freiluft- Saison im Mai beginnt, wird gedüngt, um Wachstum und Blütenansatz zu fördern


Pflanz-Tipps

Kübelpflanzen müssen sich mit einem relativ begrenzten Wurzelraum begnügen, deshalb sollte die Erde genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sein. Für Orangen-, Zitronenund Kumquatbäumchen gibt es spezielle Citrus-Erden, mediterrane Kräuter wünschen sich hingegen nährstoffarmes, durchlässiges Substrat und Sommerblumen und Stauden benötigen für eine üppige Blüte viel Energie und brauchen nährstoffreiche, mit Langzeitdünger versehene Balkonerden. Wichtig ist bei allen Kübelpflanzen eine gute Drainage, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Lockern Sie vor dem Eintopfen den alten Wurzelballen etwas auf – die Wurzeln wachsen dann leichter und rascher in das neue Topfsubstrat hinein.

Gut aufgestellt
Unter Pflanzkübeln sorgen Abstandhalter aus Edelstahl für einen raschen Wasserabzug und vermeiden Flecken auf Holz- und Steinterrassen (HaWi-Top)



TOPFPFLANZEN LASSEN SICH VIELFÄLTIG KOMBINIEREN


GESCHICHTE DER KÜBELPFLANZEN

Ab dem 16. Jahrhundert kam an europäischen Fürstenhöfen das Sammeln von Orangen- und Zitronenbäumen in Mode. Anfangs wurzelten die kostbaren Exoten noch im Boden, erst mit der Einführung des Pflanzkübels wurden die Pflanzenschätze mobil und eröffneten auf einmal ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. Der Name Orangerie – zunächst eine Bezeichnung für die „Sammlung exotischer, nicht winterfester Gewächse“ – wurde rasch zum Synonym für den Wintergarten, indem die frostempfindlichen Exoten die kalte Zeit überdauerten. Diese erfüllten neben gärtnerischen zunehmend auch repräsentative Zwecke: Kunstvoll aufgestellte Kübelpflanzen boten den grünen Rahmen für Bankette und Lustbarkeiten der fürstlichen Gesellschaft. So symbolisieren mediterrane Topfpflanzen seit jeher Genuss, Lebensfreude und Eleganz auf einladende Weise.

Frischekur

Mit Wasser und einer Wurzelbürste werden Erdreste und Ablagerungen entfernt – so verhindert man, dass sich Krankheitserreger auf die neuen Pflanzen übertragen

Der Veilchenbaumwird klangvoll auch als Prinzessinnenblume bezeichnet (oben): Seine großen Blüten im samtigen Purpurviolett machen ihn zum attraktiven Blickfang. Tibouchina urvilleana liebt warme Plätze und ist empfindlich gegen Staunässe

Gut kombiniert

Das Set „Sicilia“ aus Topf und Untersetzer erweist sich als praktisches „Starter- Paket“ für Topfgärtner (Soendgen Keramik). Eckige Pflanzgefäße lassen sich auf quadratischen Untersetzern präsentieren, die Abstandhalter sorgen für guten Wasser abfluss und verringern Bodenfröste im Winter (beides von Italien-Terracotta)


Fotos: Elke Borkowski/gardenpicturestock (2), Italien-Terracotta (2), Friedrich Strauss, Annette Timmermann

Fotos: Elke Borkowski/gardenpicturestock (3), Flora Press/Biosphoto, GAP Gardens, Friedrich Strauss, Annette Timmermann

Fotos: Elke Borkowski/gardenpicturestock (3), Bridgemanimages.com, Fotolia, GAP Gardens (2), HaWi-Top, Italien-Terracotta (2), Soendgen Keramik