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►SÜDOSTASIEN: DIE KLEINE SCHWESTER AM ANDEREN UFER


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REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 09.04.2019

Fast 800 Kilometer bildet der mächtigste Fluss Südostasiens die Grenze zwischen Thailand und Laos. Die sich am Fluss gegenüberliegenden Schwesterstädte in Thailand und Laos sind gegensätzlich und faszinierend zugleich.


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Blick vom thailän dischen Nakhon Phanom aus über den Mekong auf Teile des laotischen Thakhek und dahinter liegende Karstberge


Fotos: Johann Jilka, watchara sutakot/Shutterstock (1)

Nakhon Phanom ist reich an architektonischen Sehenswürdigkeiten


NAKHON PHANOM: Prächtige Wats, vietnamesisches und laotisches Flair

Ein besonderer Ort und quasi ein weißer Fleck auf der Touristenkarte. Die Mehrheit ...

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... der rund 40.000 Einwohner zählenden thailändischen Provinzhauptstadt stammt ursprünglich aus Vietnam oder Laos. Vor allem die Vietnamesen haben die Stadt geprägt, die ersten kamen schon vor rund 100 Jahren. Das Wahrzeichen der Stadt, der Clocktower, wurde von ihnen gebaut, ebenso die christliche Kirche St.-Anna. Hier lässt sich echt vietnamesisch speisen, sogar Schlange probieren. Zum Nachtisch gibt es superstarken Kaffee an der Promenade. Wunderschöne Wats liegen direkt an der Mekong-Straße über dem Fluss. Beeindruckend: der Wat Mahathat mit seinen stehenden goldenen Buddhas und der prunkvolle Wat Okat. Bei Nacht sind die Monumente beleuchtet.

Am Nakhon Phanom Walkway am Fluss stehen morbide französische Kolonialbauten.TIPP Für Erkundungstouren ideal ist ein Fahrrad. Räder und Mopeds vermietetLA-Bicycle neben dem Clocktower. Am Uhrturm vorbei besichtigt man das Governor House mit kleinem Museum und die St.-Anna-Kirche. Übrigens: Der Revolutionär Ho Chi Minh lebte von 1928–31 im Dorf Ban Nachak, vier Kilometer außerhalb der Stadt. Heute ist in dem Holzhaus ein kleines Museum mit interessanten Schwarz-Weiß-Fotografien untergebracht.

Zum Sonnenuntergang nett ist ein kleinerRiver Cruise (Bootstour, 4,50). Ab 17 Uhr findet am Clocktower ein Nachtmarkt statt, dort gibt es exotische Küche aus Thailand und Vietnam zu entdecken. Alternative sind die einfachen Lokale an der Uferpromenade und das etwas feinere Freiluftrestaurant des Hotels »Viewkong«.

Busbahnhof Thakhek. Ich steige in den Klapperbus nach Savannakhet. Guter Platz, zweite Reihe, der Blick nach draußen ist gesichert. Die Schaffnerin kommt und will € 2,50 für die 100 Kilometer. Der Bus soll in knapp zwei Stunden da sein. Haha, ich weiß, es wird länger dauern. Der Motor läuft, ein kleiner Bub, so etwa vier Jahre alt, kniet hinter dem Steuer und macht das, was vermutlich weltweit alle Jungs dieses Alters gern machen würden. Er reißt am Ganghebel herum, dreht am Lenkrad, macht Motorgeräusche. Ein noch etwas kleineres Mädchen schaut zu. Der Bus wird voll. Im Gang stehen jetzt Plastikhocker, nach 40 Minuten geht’s los. Der Fahrer kommt, setzt sich hinters Steuer, nimmt den Buben auf den Schoß, die Kassiererin setzt sich mit dem Mädchen im Arm daneben. Aha, eine Busfahrerfamilie. Die Fahrt beginnt. Vater und Sohn haben die Hände am Lenkrad, die Straße ist relativ gut und gerade. Der Papa zeigt dem Sohn die Karstberge, die Wasserbüffel und die Bauern auf den Feldern. Der einzige, der auf die Straße schaut, bin ich. Ich fange an zu schwitzen. Jetzt hebt der Vater die Hände in die Höhe und der Bub lenkt. Nein, ich sage nichts. Nach vier Stunden sind wir in Savannakhet, alles gut gegangen.
Eine Fahrt am Mekong entlang ist ein Erlebnis – nicht nur im Bus. Der Alltag der Menschen an den Ufern der Lebensader dieses Erdteils ist faszinierend. Die Unterschiede könnten größer nicht sein. Auf der einen Seite das boomende Thailand, das stolze alte Siam. Auf der anderen die sozialistische Volksrepublik Laos, bis 1954 Teil von Französisch-Indochina. Heute hat China hier enormen Einfluss, was auch der Mekong schmerzlich zu spüren bekommt. Die Staudammprojekte werden die »Mutter aller Wasser « verändern.

Für Asienkenner und Neulandsucher ist die Region sehr interessant. Wir haben uns vier Schwesterstädte angesehen, die verschiedener nicht sein könnten: Nakhon Phanom und Thakhek, Mukdahan und Savannakhet.

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THAKHEK: Fantastische Karstlandschaft

Angekommen in Laos, in einer anderen Welt. Die Menschen sind schüchterner, ihr Alltag scheint schwerer zu sein, es ist leiser, alles geht langsamer. Das Highlight von Thakhek ist die fantastische Karstlandschaft der Umgebung. Klettern, trekken, Höhlen erkunden und vor allem Motorradtouren sind angesagt. Die meisten der Touristen kommen wegen desLoops , einer 3–4-tägigen Motorradrunde durch das Hinterland über Thalang, Lak Xao, Khoun Kham und Ban Vieng (450 km). Herrliche Berglandschaften, Büffelherden, Höhlen, Seen und abgelegene Dörfer sind unterwegs zu sehenTIPP Wer keine Lust auf die lange Tour hat, macht stattdessen einen tollen Tagesausflug (ca. 70 km), folgt zuerst der Straße 12, dann einer gut zu befahrenen Sandpiste zu den Höhlen von Than Xang, denElephant Caves , mit Statuen und Opfergaben der Gläubigen. Ca. 300 m weiter liegt der View Point Sala. Der anstrengende, nicht ganz einfache Aufstieg über z. T. leiterähnliche Treppen belohnt mit einem herrlichen Blick über die Landschaft. Auf dem Rückweg landet man am Thafalang, einem idyllischen Badeplatz am Fluss. Von der Straße 12 zweigt eine Staubpiste (etwa 10 km) zu einer mystischen Buddha-Höhle ab. Die gesamte Strecke ist gut ausgeschildert, zudem erhält man bei den Mopedvermietern am Hauptplatz eine gute Karte. Bei der Übernahme unbedingt den Zustand des Gefährts genau checken, von vorhandenen Schäden Fotos machen. Tipp: die AgenturWang Wang (€ 6–15/24 Std.).

In Thakhek selbst gibt es noch viele französische Kolonialbauten zu bestaunen, die erahnen lassen, wie es in der ersten Hälfte des 20. Jh. hier ausgesehen hat. Heute strahlen die Gebäude einen verblichenen Charme aus. Sehr schön ist die Wanderung immer in Flussnähe nach Süden zum buddhistischen Monument That Sikhottabong. Am Abend lockt ein Bier am Mekong mit Blick hinüber nach Nakhon Phanom. Zum Essen geht man in eine der Garküchen über dem Fluss. Gegrillten Mekongfisch gibt es ab € 4.

Betende Gläubige in der Buddha-Höhle bei Thakhek


Im alten Zentrum von Savannakhet geht das Leben noch einen gemächlichen Gang


Tiefenentspannte Mönche im Hof eines Klosters


SAVANNAKHET: Erinnerungen ans alte Indochina

125.000 Einwohner soll Savannakhet haben, die zweitgrößte Stadt von Laos, ein Handels- und Verkehrszentrum. Davon merkt man im alten Zentrum aber zum Glück wenig. Zwar gibt es mittlerweile im neueren Viertel ein Shopping Center und ein paar Supermärkte. Doch der alte Teil aus der französischen Kolonialzeit döst wie eh und je vor sich hin. Die Tha He Road am Mekong und die Viertel um die St.-Theresa-Kirche, die chinesischen Tempel und die historischen Wats sind schön wie zu alten Zeiten. In den ruhigen Gassen lässt sich viel kolonialer Charme entdecken, das Leben am Fluss ist faszinierend.
Auf den Märkten lässt sich darüber staunen, was in Laos immer noch gegessen wird: Schlangen, Frösche, Eichhörnchen, alle Arten von Vögeln. Schön ist der ca. 10 km lange Ausflug zum Stupa That Ing Hang und den umliegenden Tempeln (Tuk-Tuk mit Warten € 3–5).

Am Abend verwandelt sich der Platz vor der St.-Theresa-Kirche in einen Essensmarkt mit urigen Gerichten. Gut und günstig isst man auch in einer der Garküchen am Fluss, mit Blick auf Mukdahan.

TIPP Das auf dem Mekong schwimmende Restaurant »Salvaladem« serviert gute Lao-Thai-Küche und Flussfisch (€ 3–5).

Unser Autor erzählt: Was den Reiz dieser Tour ausmacht

Auf der Rundtour am Mekong bieten sich viele Einblicke in das Alltagsleben der Menschen


Diese Rundtour am Mekong ist etwas für Thailandkenner, die beispielsweise zusätzlich zu einem Badeurlaub mal etwas anderes machen und sehen möchten – erlebnisreich, aber entspannt und stressfrei. Mehr als eine gute Woche braucht man nicht. Die An- und Abreise von Bangkok ist mit einem »Fly and Ride«-Ticket schnell organisiert und auch die Aufenthaltsdauer im Bus hält sich jeweils in Grenzen. Immer im Blick ist der majestätische Mekong. Wer die Augen offen hält, hat interessante Begegnungen und erfährt authentisches Alltagsleben. In Schwesterstädten, die verschiedener nicht sein könnten – nicht nur, weil auf der einen SeiteBeer Chang , auf der anderen SeiteBeer Lao getrunken wird. Man schaut zurück auf die Stadt, in der man gerade war oder dorthin, wo man hinfährt.

MUKDAHAN: Riesiger Indochina-Markt am Fluss

Wieder ist alles anders. Die Menschen sind offener, kommen einem freundlicher vor, alles ist moderner, das Essen schmeckt besser. Touristen sind kaum zu sehen. Am besten verschafft man sich erst einmal einen Überblick: Mit dem Lift (€ 1) geht es auf den 65 m hohen Mukdahan Tower. Unten fließt der majestätische Mekong, man schaut auf ein paar Inseln und auf Savannakhet. Schön! Natürlich ist auch in Mukdahan die Uferpromenade, dominiert vom riesigen Indochina-Markt, die Hauptattraktion. Hier gibt es alles, aus China, Indien, Vietnam und sonst woher. Über den Fluss floriert der Handel und Schmuggel mit Laos, die Waren werden auf der Straße verkauft. Es wird gefeilscht, viel gelacht, die Stimmung ist gut. Bei einem Spaziergang am Fluss sieht man Wats, chinesische Tempel, Reisund Gemüsefelder, die Bauern staunen über den Fremden. Günstig essen kann man in den Lokalen am Indochina-Markt, nett und etwas teurer ist das Restaurant »Sukhawadee« direkt am Mekong, ein Stück südlich vom Zentrum.

TIPP Wer Gefallen am »anderen« Thailand gefunden hat, fährt nach Norden nach That Phanom (50 km), einem der wichtigsten Wallfahrtsorte Thailands. Fast 60 m hoch ist der Stupa des Wat Phra That Phanom, geschätzte 1.500 Jahre alt.

Indochina-Markt: unüberschaubares Warenangebot


INFO Thailand & Laos

EINREISE
Thailand: Visa on Arrival für 30 Tage bekommt man am Flughafen. Laos: Visa on Arrival für 4 Wochen kosten US$ 30. Zwei Passbilder sind nötig.

GELD
Thailand: € 1 = THB 35, Laos: € 1 = 9.500 KIP (Stand 3/2019). In Thakhek und Savannakhet kann man fast alles auch in Thai-Baht bezahlen. Einfacher geht es aber mit KIP.

GESUNDHEIT
Keine Impfungen vorgeschrieben. Empfehlenswert ist Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Typhus und Hepatitis. Wegen der vielen streunenden, manchmal aggressiven Hunde ist auch eine Tollwut-Impfung anzuraten.

BESTE REISEZEIT
November bis Februar.

HANDY & INTERNET
Wer nicht überWhatsApp telefonieren will, kauft sich am besten eine thailändische SIM-Karte imSeven Eleven für € 3. 10 Minuten nach Deutschland kosten damit ca. € 0,30. Die Karten funktionieren meistens auch auf der laotischen Seite des Mekong.

KOST & LOGIS
Die Preise sind ähnlich. In Thailand bekommt man bei Hotels einen besseren Standard für sein Geld. Akzeptable Unterkünfte gibt es ab € 10–15, Mittelklassehotels nehmen € 20–50. Laotisches Essen ist einfach. Das NationalgerichtFoe , eine kräftige Nudelsuppe, kostet um € 1. Ansonsten wird überall gute Thaiküche angeboten. Gegrillter Flussfisch kostet in einfachen Lokalen € 3–5. Softdrinks gibt es für

€ 0,50–1, ein Bier für € 1–3.

VERKEHRSMITTEL
Anreise aus Bangkok:
Nok Air undThai Air Asia fliegen mehrmals täglich vom Flughafen Don Mueang nach Nakhon Phanom (€ 20–60 oneway). Alternative ist der Bus: Vom Nord-Busbahnhof Morchit täglich mehrmals in ca. 12 Std. nach Nakhon Phanom (€ 10–15). Man kann die Reise auch in zwei Etappen machen, z. B. zuerst nach Korat (knapp 4 Std., € 5–7). Übernachten, am nächsten Tag nach Nakhon Phanom (7–8 Std., € 6–8).
Vor Ort unterwegs: In Laos ist man meist mit einfachen, vollen Bussen unterwegs, in Thailand in guten Minibussen. 100 Kilometer kosten ca. € 2,50.

DAS KOSTET DER FLUG

Der Preis ist heiß. In die begin nende Nebensaison startetFinnair bereits ab € 396 nach Bangkok,Emirates ab € 505 undThai Airways ab € 511.Turkish Airlines fliegt ab € 544. WerLufthansa wählt, wird ab € 661 fündig. Wer jetzt für den Winter bucht, fliegt ähnlich günstig.

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Preise ermittelt über World-of-Flights.de

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Fotos: Johann Jilka