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Superbike-WM: präsentiert: „Ich will helfen die BMW dahin zu bringen, wo sie hingehört“: Vom 28. Februar bis 1. März begann die Superbike-Weltmeisterschaft 2020


Top Speed - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 28.02.2020

„Wir haben die Fahrer- und die Hersteller-Weltmeisterschaft gewonnen. Den Superpole-Award konnte ich ebenfalls einfahren. Wir haben eine Schwäche in eine Stärke verwandelt. Unser Motorrad holt das Maximum aus den Reifen heraus. Was für ein Jahr! Das hätte ich mir nie träumen lassen“, blickte Jonathan Rea auf den Gewinn seines fünften WorldSBK-Titels hintereinander zurück. Obwohl er außerdem mit 663 Zählern einen neuen Punkterekord einfahren und 17 Rennen gewinnen konnte, ist der Kawasaki-Pilot aufgrund des 2019 zusätzlich eingeführten Superpole-Race grundsätzlich Realist: „Es ist schade, dass die ...

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Bildquelle: Top Speed, Ausgabe 3/2020

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... Statistik durch drei Rennen pro Wochenende nicht mehr relevant ist. Es bedeutet nicht viel, ehrlich gesagt. Wir jagen nicht mehr die alten Rekorde. Alle haben Spaß am Superpole-Rennen, aber es ist schade, dass die Statistiken nun umgeschrieben werden. Doch wir müssen damit klar kommen.“


Titelverteidiger Jonathan Rea (Kawasaki) ist auch 2020 erster Favorit


Dass der Nordire neben den fünf Titeln mittlerweile 88 Läufe der seriennahen Viertakter gewinnen konnte, beweist sein fahrerisches Können. „Die Kawasaki ist in der Superbike-WM mit Jonathan Rea eine Waffe. Es ist eine Kombination, die nur sehr schwer zu besiegen ist. Ich kann mir nicht erklären, warum dieser Kerl nicht im Moto- GP-Fahrerlager ist. Rea könnte der beste Brite in der MotoGP sein“, urteilte der dreifache 500er- Champion Wayne Rainey. Alex Hofmann startete in seiner aktiven Zeit für Kawasaki in der Königsklasse. Der heutige ServusTVExperte stellte fest: „Wie schön wäre es, den grünen Farbtupfer mit einem Kaliber wie Jonathan Rea zurück zu haben. Aber Kawasaki weiß, dass sie mit dem vorhandenen Budget Weltmeister werden können. Sie verkaufen dieses Motorrad und wollen dafür Werbung machen. Das passt super. Ich kann auch Jonathan Rea verstehen, der sich als Familienvater die Frage stellt, warum er für kleineres Geld in die MotoGP wechseln sollte, um dort mehr Rennen zu fahren und nicht den Erfolg zu haben, den er sich wünscht, wenn er hier noch zwei drei Jahre der Chef im Ring sein kann.“

Scott Redding (Ducati) debütiert in der Superbike-Weltmeisterschaft


Hervorgerufen durch die Erfolge des 33-Jährigen (* 2. Februar 1987) blieben einige Vergleiche mit Marc Marquez nicht aus. „Natürlich verfolge ich die Superbike- WM, denn es ist eine weitere wichtige Meisterschaft für Motorräder. Es war interessant zu sehen, wie sich die Situation über die Saison hinweg entwickelt hat. Aber Superbike ist Superbike und MotoGP ist MotoGP. Deshalb ist es schwer zu sagen, wie ein Kampf mit Rea aussehen würde“, meinte der Spanier. 2012 absolvierte der Nordire zwei Rennen in der MotoGP. In Misano und Aragon ersetzte Johnny den verletzten Casey Stoner. Mit Rang acht an der Adriaküste und einem siebenten Platz im Motorland erzielte er durchaus solide Resultate. Doch das ist Geschichte. Superbike- Titelverteidigung lautet Reas erneute Mission - was nicht einfach wird, denn die Konkurrenz ist, trotz seiner Dominanz in den letzten Jahren, wahrlich nicht gering. Allen voran Ducati. Obwohl dieser Hersteller im Vergleich zu Honda, Yamaha, Suzuki oder Kawasaki wesentlich geringere Stückzahlen an Motorrädern produziert und verkauft, ist dieses Fabrikat nach wie vor das erfolgreichste in der Superbike-WM. Jedoch den bislang letzten Titel gewann der Spanier Carlos Checa bereits vor Jahren. Dies soll sich grundlegend ändern, da Ducati auch in der MotoGP keine untergeordnete Rolle spielt, wollen die Italiener die damit verbundenen Synergien wesentlich mehr nutzen. „Das Wissen aus der MotoGP wird in der Superbike-WM verwendet. Wir profitieren von den Erkenntnissen aus der MotoGP. Ich denke, das ist der richtige Weg. Warum sollte es anders laufen, wenn man Informationen aus der Moto- GP hat? Es ist logisch, dass diese Erfahrungen genutzt werden. Jeder möchte das bestmögliche Motorrad mit bestmöglichen Technologien fahren“, erklärte Chaz Davies in einem Gespräch mit den Kollegen von ,Motorsport-Total.com‘ Anfang dieses Jahres. Nach Marco Melandri 2018 und Alvaro Bautista 2019 bekommt der Brite mit seinem Landsmann Scott Redding 2020 erneut einen anderen Teamkollegen. „Das ist gut. Ich habe keine Probleme mit Scott, er ist ein lustiger Kerl. Ich kenne Scott, wir werden gut miteinander auskommen. Ich bin aber auch mit Marco und Alvaro klargekommen. Ich denke nicht, dass es mit Scott anders sein wird. Beibringen muss ich ihm nichts, er ist Profi. Scott wird alles selbst herausfinden. Unterm Strich sind wir Teamkollegen und möchten uns gegenseitig besiegen“, sagte der 33-Jährige aus dem walisischen Teil des Vereinigten Königreichs. Redding wiederum debütiert als amtierender BSB-Champion (siehe „Top Speed“ Februar/2020, Seiten 50 bis 55) in der WorldSBK. „Ich kenne Chaz seit ein paar Jahren. Als ich jünger war, bin ich auf seiner Kartbahn gefahren. Er übergab mir die Pokale. Wir kommen gut miteinander aus. Ich mag ihn, Chaz ist geerdet, ein normaler Kerl. Sein Ego ist nicht so groß. Chaz befand sich in einer ähnlichen Situation wie ich und meisterte alles ohne viel Geld“, berichtete der Moto2-Vizeweltmeister von 2013. Neben Jonathan Rea, dessen neuen Kawasaki- Partner Alex Lowes, Chaz Davies und Scott Redding gehören weitere Fahrer aus Großbritannien zum aktuellen Aufgebot der seriennahen Viertakt-Kategorie. Tom Sykes ist einer dieser British People. „Jeder weiß, dass Scott Leistung bringen muss, denn er war einige Jahre im Moto- GP-Paddock. Er muss Ergebnisse erzielen. Scott ist sich dessen bewusst. Ich habe ihn zwar noch nie wirklich getroffen, aber ich glaube, Scott hat alle Zutaten, um konkurrenzfähig zu sein“, urteilte der erfahrene 34-Jährige. Seit dem Vorjahr sitzt der 2013er- Superbike-Weltmeister im Sattel einer BMW. Damit begann nicht nur für den Racer aus Huddersfield, sondern auch für die Motorradmarke aus Deutschland eine neue Ära. „Jedes Mal, wenn ich auf die S1000RR steige, ist es ein Vergnügen. Mit dieser Maschine auf eine Rennstrecke zu gehen ist immer toll. Natürlich genieße ich viele Aspekte des Motors, er hat einige Eigenschaften, die ich wirklich mag. Sicherlich müssen wir noch etwas mehr Geschwindigkeit herausholen. Auch in der Schräglage fahren wir lange Kurven nicht ganz so effektiv, wie es bei der Konkurrenz möglich ist. Mit der BMW-Elektronik habe ich ein gutes Gefühl. Ich will helfen, die BMW dahin zu bringen, wo sie hingehört. Körperlich und geistig fühle ich mich sehr, sehr gut vorbereitet. Ich will so lange wie möglich Rennen fahren“, berichtete „Major“ Tom. 2020 kehrt die Superbike-Weltmeisterschaft vom 31. Juli bis 2. August nach Deutschland zurück. „Ich habe schon Rennen in Oschersleben gesehen, die Strecke gefällt mir sehr gut“, urteilte Sykes über die Motorsport Arena in der Magdeburger Börde. Mit Eugene Laverty bekommt der Ex-Champion einen neuen Teamkollegen. „Eugene ist ein Fahrer, der technisch sehr versierte Feedbacks geben kann. Das ist sehr wichtig. Wenn alles in die richtige Richtung geht, dann ist er ein Kandidat für das Podium“, meinte Team-Manager Shaun Muir. Tatsache ist, der 33-jährige Nordire, der allerdings mit einer irischen Lizenz antritt, wurde 2013 hinter Sykes Vizeweltmeister und gewann bisher 13 Läufe in der WorldSBK.

Ex-Weltmeister Tom Sykes (BMW) gefällt die Strecke in Oschersleben


Außer Kawasaki, Ducati und BMW starten auch Yamaha und Honda mit jeweils zwei Werkspiloten in die globalen Wettfahrten. Michael van der Mark gewann 2014 den 600er-Supersport- Weltmeistertitel. Danach wechselte der Niederländer in die leistungsstärkere Superbike-Serie. Seit 2017 sitzt van der Mark auf einer Yamaha und gewann drei Mal. Vom 17. bis 19. April 2020 steht für den Racer aus Gouda auf dem TT Circuit Assen das Heimrennen im Terminkalender. Mit Beginn dieser Saison bereichert der aufstrebende Türke Toprak Razgatlioglu das Yamaha World SBK Team. „Toprak ist ein riesiges Talent. Es könnte ihn weiterbringen, sich die Box mit einem Fahrer wie Michael van der Mark zu teilen“, urteilte Johnny Rea. Nicht nur unter den eigenen Erwartungen blieben die Honda-Chauffeure in den letzten Jahren der Superbike-WM. James Toseland krönte sich 2007 letztmalig als Fahrer des japanischen Motorrad-Giganten zum Champion. Doch mit dem Debüt der neuen Fireblade RR-R und der Verpflichtung von Alvaro Bautista und Leon Haslam als Werks-Piloten soll eine neue und wesentlich erfolgreichere Epoche für Honda beginnen. Während der Superbike- Testfahren in Jerez de la Frontera (siehe Seiten 28 bis 29) beobachtete Rea das größere Engagement von Honda. Anschließend stellte der Kawasaki- Crack gegenüber ,GPOne‘ fest: „Ich hatte die Maschine nur in Zeitschriften gesehen und war gespannt. Ich sah viele Japaner in der Box. Ich vermute, dass sich HRC dazu entschieden hat, die Superbike-WM anders anzugehen. Das ist gut für alle. Leon und Alvaro sind auf jeden Fall gute Fahrer. Sie testen jetzt viel intensiver als die vorherigen Teams. Ich gehe davon aus, dass sie auf Phillip Island richtig schnell sein werden. Es wäre keine Überraschung, wenn sie um den Sieg kämpfen oder zumindest in die Top 5 fahren.“
Beim Thema Rennen in Austraien bleibt ein Hinweis in eigener Sache nicht aus. Aufgrund der Tatsache, dass der Saisonauftakt der Superbike-WM 2020 und der Verkaufsstart der März-Ausgabe dieses Motorsport-Magazins zeitgleich sind, veröffentlichen wir den Bericht über die Läufe auf dem fünften Kontinent im April- Heft von „Top Speed“.
Zwei Wochen vor dem ersten Rennen einigte sich Sandro Cortese mit Pedercini-Kawasaki über eine Zusammenarbeit. „Ich bin natürlich mega glücklich, dass ich so kurzfristig noch ein Team für diese Saison gefunden habe. Liqui Moly hat wirklich einen großen Beitrag dazu geleistet“, berichtete der Deutsche.

Heimrennen in Assen vom 17. bis 19. April: Michael van der Mark


Übrigens, Unterschiede zwischen Superbike-WM und MotoGP muss es logischerweise geben. Einen wichtigen Aspekt, der für die Events der seriennahen Viertakter spricht, nannte Paul Denning, Team-Manager bei Yamaha in der World- SBK: „Die Dorna hat mit dem offenen Fahrerlager und der Paddock- Show genau den Nerv getroffen. Es ist gut, dass das Podium im Fahrerlager steht und die Fans sehr nah an die Fahrer herankommen. Sie können sich wie ein Teil der Show fühlen.“ Auf dem TT Circuit Assen (17. - 19. April) oder in der Motorsport Arena Oschersleben (31. Juli - 2. Aug.) oder auf den anderen Strecken der Superbike- WM können die Besucher diese spezielle Atmosphäre live erleben.

Wechselte von Ducati zu Honda - Alvaro Bautista aus Spanien


Fotos: Presse Kawasaki, Presse Ducati, press.bmwgroup.com, Presse Yamaha, Hondaracingcorporation.com