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SuperEnduro: Bolt schlägt Blazusiak


Top Speed - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 20.12.2019

SuperEnduro-WM Polen / Krakau


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Bildquelle: Top Speed, Ausgabe 1/2020

Taddy Blazusiak (# 111) und Billy Bolt (# 57) fuhren in einer eigenen Liga


Nach drei Heimsiegen von Taddy Blazusiak beim Saisonauftakt der SuperEnduro-Weltmeisterschaft in Krakau durchbrach Billy Bolt diese Serie. In der mit 14.000 Zuschauern prall gefüllten Tauron Arena stemmte sich der Pole am ersten Samstag im Dezember mit Leibeskräften seines 36 Jahre alten Körpers, doch am Ende hatte der 14 Jahre jüngere Brite die Nase knapp vorn.

Von der Papierform her, dürften die je zwei KTM-und Husqvarna-Werksfahrer Taddy Blazusiak, Jonny Walker sowie Billy Bolt und Alfredo Gomez die ...

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... ersten Plätze bei den Rennen sowie in der WM unter sich ausmachen. So kam es schließlich auch in Krakau, an das sich am Samstag, dem 4. Januar 2020, der deutsche Grand Prix in Riesa anschließen wird.Wie in den letzten Jahren, eröffnete die Top-Klasse „Prestige“ den Abend mit der Superpole, dem endgültigen Kampf um die Startplätze der ersten sieben des Zeittrainings. Hierbei setzte sich Billy Bolt, gefolgt von Jonny Walker, Taddy Blazusiak und Alfredo Gomez, durch. Auf die weiteren ungünstigeren Startplätze in der ersten von zwei Startreihen kamen die Spanier Pol Tarres mit einem eine Woche alten und noch nicht operierten Bruch im Mittelhandknochen seines rechten Daumens (!) und Xavi Leon Sole sowie William Hoare. Der als amtierender Weltmeister der Klasse Junior aufgestiegene Brite hatte im Zeittraining mit der drittschnellsten Runde für Aufsehen gesorgt, aber irgendwie damit seine Körner schon verschossen.Beim ersten Heat kam es zum ersten epischen Kampf, den al-lerdings nur ganz am Anfang der Schnellstarter Taddy Blazusiak, Billy Bolt und Jonny Walker vehement miteinander austrugen. In der zweiten Runde ging Jonny Walker zu Boden, verkeilte sein Motorrad zwischen dem eines Konkurrenten und einem Baumstamm, wodurch er bis auf PLatz neun zurückfiel. Fortan führte Billy Bolt. Taddy Blazusiak lieferte ihm zwar einen großen Kampf, doch der Hüne von der Insel setzte sich schließlich durch. Mit 17 Sekunden Rückstand auf den Sieger traf Alfredo Gomez als Dritter im Ziel ein, und Jonny Walker hatte sich immerhin wieder bis auf den vierten Rang nach vorn gekämpft. Mit einer Runde weniger (die Renndistanz beträgt sechs Minuten plus eine Runde) wurde Pol Tarres Fünfter. Bei seinem Debüt in der Top-Klasse wurde Tim Apolle aus Finne in Sachsen-Anhalt Achter und entschied damit das innerdeutsche Duell gegen den unmittelbar dahinter folgenden Badener Kevin Gallas für sich.

Drei Mal drei ist beim SuperEnduro gleich drei – Alfredo Gomez


Kevin Gallas war noch nicht 100-prozentig in Fahrt


Im zweiten Lauf, der wie immer in Grid-Reverse-Order der ersten beiden Startreihen ausgetragen wurde, bewies Taddy Blazusiak wieder einmal seine große Stärke, indem er eine kleine Lücke erspähte, in diese kompromisslos hinein stach und danach am rasantesten durchs restliche Feld der Backmarker pflügte. Aus der Startrunde kam er bereits als Vierter und erledigte danach den Rest. In der vierten Runde übernahm er die Führung vom Russen David Leonov und gab diese nicht mehr ab. Billy Bolt brauchte eine Runde mehr, um hinter Taddy Blazusiak freie Fahrt zu haben, doch war der inzwischen enteilt. Im Ziel trennten gut sieben Sekunden die beiden noch eine Stufe höher stehenden Top-Rider, denn Alfredo Gomez und Jonny Walker blieben wieder nur die Plätze drei und vier. Hinter dem Quartett aus dem österreichischen Motorrad-Kombinat, zu dem nun auch Gas Gas gehört, wurde diesmal der Südafrikaner Blake Gutzeit mit Rundenrückstand Fünfter. Tim Apolle hatte seine Nase erneut knapp vor jener von Kevin Gallas, was in Zahlen die Plätze neun und zehn darstellte
Im dritten Lauf gab Taddy Blazusiak ein kurzes Gastspiel auf dem ersten Platz, den ihm Billy Bolt in der zweiten Runde abjagte und den in Andorra lebenden Polen noch um über 21 Sekunden distanzierte. Alfredo Gomez und Jonny Walker belegten zwar wieder die Plätze drei und vier, doch diesmal wurden sogar sie von Billy Bolt überrundet. Dieser sagte anschließend: „Im vorigen Jahr habe ich mir zwei Tage vorm SuperEnduro-WM-Auftakt beim Training das Bein gebrochen und das Rennen im Kran-kenhaus in meinem Laptop angeschaut und war sehr traurig, dass ich nicht hier sein konnte. In diesem Jahr bin ich nun hier und gesund. Es ist Taddys Heimspiel und er hat hier schon so oft gewonnen. Das macht meinen heutigen Sieg umso wertvoller. Ich hatte heute einen guten Lauf, vor allem im dritten Heat. Jetzt geht es nach Hause, wo ich weiter hart arbeiten werde, um genauso stark nach Riesa zu kommen. Auch wenn die ganze Halle nur Taddy, Taddy gerufen hat, war es eine großartige Atmosphäre.“

Tim Apolle kam bei seinem Prestige-Debüt auf Gesamtrang neun


Bei den Junioren sorgten Milan Schmüser (# 5) und Leon Hentschel (rechts daneben) aus deutscher Sicht für Furore


Kevin Gallas wurde in jenem dritten Heat als Fünfter „best oft he rest“, was Blake Gutzeit in der Tageswertung gelang. In dieser kämpfte sich Kevin Gallas zwar noch auf den siebenten Platz nach vorn, war aber nicht hundertprozentig zufrieden. „Ich weiß nicht so richtig, woran es in den ersten beiden Heats lag. Mit dem dritten bin ich sehr zufrieden und glaube schon, dass ich da hin gehöre. Ich muss das aber kontinuierlich schaffen“, meinte er selbstkritisch ehrgeizig.

Der als amtierender Vizeweltmeister bei den Junioren aufgestiegene Tim Apolle wurde im dritten Rennen, wie auch in der Grand-Prix-Wertung, Neunter und zog danach folgendes Fazit: „Ich bin zuletzt, unter anderem, die US-Endurocross-Meisterschaft gefahren, was ein sehr gutes Training für mich war. Heute habe ich nicht allzu viele Fehler gemacht und bin alle drei Rennen ziemlich sauber durchgekommen. An meinen Starts muss ich noch üben. Die Top 10 waren vorher mein Ziel, das habe ich geschafft und will das auch bei den nächsten Rennen tun. In die Prestige-Klasse zu gehen, war der richtige Schritt, denn ich will mich ja weiterentwickeln. Als Nächstes folgt mein Heimrennen, auf das ich mich schon sehr freue.“
In der Klasse Junior gewannen der einzige US-Amerikaner im Feld, Ty Cullins, den ersten Heat und der Bulgare Teodor Kabakchiev den zweiten. Nach einem zweiten und einem vierten Platz siegte der Gesamtsieger der Hard Enduro Series Germany, Leon Hentschel aus dem niedersächsischen Uelzen, im dritten Lauf und durfte damit als Tageszweiter ebenfalls aufs Podest. „Besser geht es kaum, vielleicht noch einen Platz weiter nach vorn. Ich will nicht zu viel sagen, aber Weltmeister zu werden, ist mein Traum. Nach der ersten Standortbestimmung traue ich mir schon zu, beim nächsten Rennen in Riesa das Red Plate zu erobern. Darauf freue ich mich schon. Die Strecke ist in Riesa immer geil und das Publikum sowieso“, blickte er in Krakau erwartungsvoll in die nahe Zukunft. Fast noch höher einzuschätzen war der sechste Tagesrang des erst 16-jährigen Rookies Milan Schmüser aus Tensfeld in Schleswig-Holstein, wobei vor allem Platz drei in seinem ersten SuperEnduro-Heat einer Sensation gleichkam.
Die dritte Klasse war der Europe-Cup, der am 4. Januar erstmals auch in Riesa ausgetragen wird. In Krakau gewann der Schwede Magnus Thor beide Läufe und damit vor Miha Spindler aus Slowenien sowie dem Italiener Sonny Goggia natürlich auch die Gesamtwertung. Unter 43 Startern kamen in der Qualifikation die Deutschen Pascal Springmann, Thomas Schley und Marcel Teucher unter die ersten 14 und sicherten sich so einen Startplatz für die beiden Wertungsläufe. Während Pascal Springmann punktgleich mit dem Dritten mit Rang vier unmittelbar vor Thomas Schley vorliebnehmen musste, wurde Marcel Teucher Zehnter.