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SUPERIOR DRUMMER 3 ZONE: FOLGE 14


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 06.12.2018

Der in superior drummer 3 integrierte Tracker bietet sehr umfangreiche Möglichkeiten zum professionellen drumreplacement. In dieser Folge des workshops sehen wir uns die Funktion genauer an.


In der letzten Ausgabe der Superior Drummer 3 Zone haben wir in einem ersten Schritt das grundlegende Konzept und einige einführende Überlegungen zur vorgeschlagenen Arbeitsweise des SD3-Trackers vorgestellt. Der Tracker ist eine sehr umfangreiche und vollständig in Superior Drummer 3 integrierte Lösung für präzises und professionelles Drumreplacement. Mit Tracker lassen sich die Audiosignale der individuellen Spuren ...

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... eines realen Multitrack-Drumrecordings (Bassdrum, Snare, Hi-Hat, Toms, etc.) analysieren und deren Einzelschläge zuverlässig und Sample-genau erkennen, um diese dann als MIDI-Noten konvertiert mit den Sounds eines geladenen gesampelten Drumsets wiederzugeben. Diese im täglichen Workflow einer Musikproduktion sehr häufig praktizierte Anwendung ermöglicht wahlweise ein vollständiges Ersetzen der ursprünglich realen und traditionell aufgenommenen Schlagzeug-Performance durch klanglich optimierte Samples höchster Qualität oder aber das selektive Unterstützen einzelner Signale der realen Aufnahmen durch das Hinzumischen von geeigneten Sounds des Drumsamplers zum Beispiel Unterstützen der BD oder Snare etc.). Der besondere Vorteil des SD3-Trackers ist neben der nahtlosen Integration in Superior Drummer 3 die fortschrittliche Künstliche Intelligenz, die mit Hilfe maschinengelernter Erfahrungen von über 1,3 Millionen unterschiedlichster Drumsamples ein äußerst präzises Erkennen der Hitpoints innerhalb der verschiedenen Originalspuren ermöglicht.

HINZUFÜGEN UND ANALYSIEREN DER AUDIOFILES

Für die folgende Beschreibung der einzelnen Schritte des Drumreplacements mit Tracker nutzen wir Superior Drummer 3 in der Standalone-Version, natürlich wäre die Arbeitsweise genau dieselbe, wenn wir SD3 als Instrument-Plug-in in einer DAW geladen hätten. Zuerst müssen wir Tracker mit den individuellen Einzelspuren des originalen realen Drumrecordings füttern. Wir können die einzelnen Files der Multitrack-Aufnahme (BD, SD, HH, Toms etc.) entweder über den „+ Add“-Schalter in der oberen linken Interface-Ecke hinzufügen oder über ganz einfaches Ziehen der Dateien in den leeren Fensterbereich des Trackers. Die so hinzugefügten Spuren werden automatisch gescannt und sehr zuverlässig als die korrekten Instrumente erkannt. Hierfür analysiert Tracker nicht nur bis zu 512 individuelle Frequenzbänder des zu importierenden Audiomaterials, er erkennt auch, wie sich diese Frequenzen über die Dauer der Schläge charakteristisch verändern und entwickeln.

„SOUND RECOGNITION“

Haben wir alle zu analysierenden Audiofiles hinzugefügt und durch Tracker analysieren lassen, ist es sinnvoll, kurz zu überprüfen, ob Tracker die Instrumente korrekt erkannt hat. Hierfür markieren wir die jeweilige Spur und überprüfen unter „Sound Recognition“ und dem dazugehörigen Drop-down-Menü im linken unteren Interface-Bereich, ob das korrekte Instrument erkannt wurde.1 In diesem Menü lässt sich auch einstellen, durch welche Sample-Artikulation die erkannten Hitpoints dieser Spur ersetzt werden sollen – besonders bei Instrumenten mit vielen unterschiedlichen Artikulationen kann dies sehr hilfreich sein (Snaredrum: Center, Rimshot, Sidestick usw., Hi-Hat: Edge, Tip, Open usw.). Die korrekte Auswahl des erkannten Instruments unter „Sound Recognition“ ist sehr wichtig, da Tracker für die Hitpoint-Analyse der verschiedenen Instrumente jeweils sehr unterschiedliche und stark optimierte Algorithmen nutzt, um die Hitpoints zu erstellen. Die Analyse fällt also mitunter sehr unterschiedlich aus, je nachdem wie Tracker entscheidet, was für ein Instrument gerade analysiert wird.


>> Das präzise Einstellen des korrekten Tempos einer Performance erleichtert maßgeblich die


SPUREN IN TRACKER

Im oberen Interface-Bereich erkennen wir nun die Wellenformen der importierten und analysierten Audiospuren von links nach rechts, so wie wir es aus einer DAW kennen. Am linken Rand können wir den jeweiligen Track individuell umbenennen, „Solo“ oder „Mute“ schalten, seine Wiedergabe-Lautstärke anpassen sowie einen Sound für die ersetzende Wiedergabe der erkannten Hitpoints auswählen. Als Standard ist hierfür natürlich der Sound des geladenen Sample-Drumsets in SD3 gewählt, die erkannten Hitpoints einer unter „Sound Recognition“ erkannten Snaredrum mit der Artikulation „Center“ werden mit der aktuell geladenen Snare des SD3-Drumsets aus dem Drums-Tab wiedergegeben. Wir können aber wahlweise auch drei verschiedene Clicksounds zur Wiedergabe auswählen, manchmal hilft diese klanglich neutrale Referenz beim Arbeiten mit den Hitpoints. 2

Alle erkannten Hitpoints einer importierten Spur werden in der Spur selbst als vertikale weiße Linien an den Transienten des Audiosignals dargestellt, wobei die Länge der Linien der Lautstärke des jeweiligen Einzelschlags entspricht. Die weißen Linien der erkannten Hitpoints korrespondieren mit der Darstellung der Linien und Punkte im unteren Interface-Bereich, in dem die erkannten Hitpoints sehr individuell nachbearbeitet werden können. 3

ERST ELLEN DER TEMPO-MAP

Bevor wir mit der exakten und verfeinerten Bearbeitung der einzelnen erkannten Hitpoints mit den verschiedenen Tools und Auswahlwerkzeugen im unteren Interface-Bereich beginnen, wollen wir die originale Drumperformance aber noch in Bezug zum tatsächlichen Tempo und Timing der realen Einspielung setzen. Hierfür können wir in Tracker eine sogenannte Tempo-Map definieren, was zur Folge hat, dass die konvertierten MIDI-Noten der analysierten Audio-Einzelschläge im korrekten Tempo dargestellt werden. Diese Timing-Referenz erleichtert den Umgang der erkannten Hitpoints mit den verschiedenen Werkzeugen des Trackers und ermöglicht sehr intuitive und schnelle Nachbearbeitungen.

Um eine korrekte Tempo-Map zu erstellen, gehen wir wie folgt vor:

1) Wir wählen die analysierte BD-Spur aus und klicken die Schaltfläche „Find Tempo…“ in der Mitte der oberen Menüleiste.

2) Die Darstellung wechselt in die Tempo-Map des Trackers, wobei uns schon Vorschläge für die Anfangszählzeiten der einzelnen Takte als vertikale blaue Linien präsentiert werden. 4

3) Wir ziehen die erste blaue Linie per Drag & Drop auf die „1“ des ersten Taktes. Hierfür ist es natürlich hilfreich, die Drumperformance zu kennen.

Mit der Space-Taste können wir die Wiedergabe starten und so auch hören, welcher Transient der Bassdrum-Spur die „1“ des ersten Taktes repräsentiert. Mit den Mix-Reglern der verschiedenen Spuren lässt sich stufenlos zwischen dem originalen Sound der realen Drumperformance und den bereits durch SD3- Samples ersetzten Einzelschlägen überblenden. Somit ist es sehr einfach, eine exakte „1“ der Bassdrum zu finden. Haben wir die Schaltfläche „Snap to Transients“ in der linken oberen Ecke aktiviert, springt die blaue Linie automatisch präzise an die Transienten der Einzelschläge. Durch Deaktivieren der Snap-Funktion können wir die blaue Linie auch völlig frei bewegen.

4) Haben wir die „1“ des ersten Taktes erst einmal genau definiert, haben sich alle weiteren blauen Linien ebenfalls entsprechend verschoben. Nun ziehen wir die zweite blaue Linie auf die „1“ des vermeintlich zweiten Taktes. Dadurch verschieben sich alle weiteren blauen Linien nochmals deutlich, wodurch sie alle beinahe schon ihre korrekten Positionen einnehmen und auf die „1“en der nachfolgenden Takte einrasten. Sollte dies für die nachfolgenden Takte noch nicht geschehen, so wiederholen wir den Vorgang für die „1“ der dritten und vierten Linie usw., bis alle „1“en zuverlässig und präzise durch blaue Linien markiert sind.

In den allermeisten Fällen genügt es, diesen Vorgang für die maximal zwei bis drei ersten Takte der Performance durchzuführen, dann sollte Tracker das Tempo für die restliche Spur korrekt bestimmt haben.

5) Sollten noch individuelle Anpassungen der blauen Linien nötig sein, hilft in vielen Fällen auch die Schaltfläche „Move Selected Bar Only“. Ist sie aktiviert, kann man eine Linie verschieben, ohne dass sich alle weiteren nachfolgenden mitbewegen und somit das gesamte Tempo ändern. In Kombination mit „Snap to Transients“ lassen sich so schnell alle blauen Linien auf die Anfänge der Takte ziehen, so dass eine präzise Tempo-Map der Performance erstellt wird. Das Tempo wird in der Zeile „Detected Tempo“ in weißen BPM-Darstellungen angezeigt. 5

Zu guter Letzt klicken wir auf die blaue Schaltfläche „Update Tempo Map“ in der unteren rechten Ecke, um zum eigentlichen Tracker-Interface zurückzukehren.

Da Tracker nun das korrekte Tempo der originalen Drumperformance kennt, kann er auch alle erkannten Hitpoints im Kontext dieses Tempos als Zählzeiten interpretieren.
Hierdurch lassen sich beispielsweise sehr einfach alle Achtelnoten einer Spur auswählen und bearbeiten, genauso einfach können beispielsweise alle Hitpoints, die keine Achtelnoten sind, erkannt und entsprechend weiterverarbeitet werden. Das präzise Einstellen des korrekten Tempos einer Performance erleichtert also maßgeblich die spätere Bearbeitung der Hitpoints.

Auf dieser Grundlage werden wir in der kommenden Folge zeigen, wie einfach, schnell und genau die gewünschten Hitpoints der originalen Einspielung in Tracker für ein optimales Drumreplacement mit Samples weiterbearbeitet werden können

KEYS AUTOR: NORMAN GArSCHKe

von Toontrack Music hat für den schwedischen Software-Hersteller verschiedene Sample-Librarys und MIDI-Packs eingespielt und ist der Sampling/MIDI-Drummer, den man im neuen Superior Drummer 3 hört. Er ist studierter Jazz-Schlagzeuger (Conservatorium van Amsterdam) und kann selbst auf eine Vergangenheit als langjähriger Audio-Engineer und Produzent in verschiedenen professionellen Tonstudios zurückblicken.