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SUPERTEST :Der Kleinekann’s


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 01.03.2019

Kürzer als ein VW Polo, zum Preis eines Mercedes G gibt es fünf von ihm, und trotzdem ist er ein waschechter Geländewagen. Wie macht sich der Jimny im Alltag?


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Bildquelle: Auto Bild allrad, Ausgabe 4/2019

Uni-Weiß, Uni-Dunkelgrün und Uni-Dunkelgrau sind gratis. Metallic-Schwarz kostet 500 Euro mehr. Uni-Limonengelb kostet 330 Euro Aufpreis, weil man ein schwarzes Dach mitbestellen muss. Deshalb kosten Metallic-Blau und Metallic-Sand insgesamt 830 Euro


Auch in seinem Heimatmarkt Japan war und ist der Jimny ein extrem erfolgreiches Auto. Das liegt unter anderem daran, dass er ein Monopol innehat: Er ist der einzige echte Geländewagen der sogenannten ...

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... Kei-Car-Klasse. Die Kei-Cars (japanisch für leichtes Automobil) machen in Japan rund die Hälfte des Fahrzeugbestands aus. Ihre Privilegien: deutliche Steuerreduzierung sowie Nachweis-Entfall für einen in Japan meist sündhaft teuren Stellplatz. Nachteile: Der Motor eines Kei-Car darf 660 Kubik nicht überschreiten, die Karosserie maximal 3,40 Meter Länge und 1,48 Meter Breite messen.


In Japan hat der Jimny-Motor nur 660 Kubik


Das ist der Grund, warum die Karosserie des neuen Jimny nicht wachsen durfte. Sie ist genauso kompakt wie die des Vorgängers. Dass der nach Europa ausgelieferte Jimny 17 Zentimeter breiter ist als das Japan-Modell, liegt nur an den dicken Kotflügelverbreiterungen, die so Platz für die breiteren und damit kippstabileren Achsen des Europa-Jimny schaffen. Die zusätzlichen 25 Zentimeter mehr Gesamtlänge wiederum gehen auf das Konto der voluminöseren Stoßfänger (Stichwort: EU-Fußgängerschutz) und dem in der Europaversion breiteren Reserverad an der Hecktür. Und unter der Haube des Europa-Jimny winselt natürlich kein per Turbolader auf das Kei-Car-Maximum von 64 PS gedoptes 660-Kubik-Mötorchen, sondern ein schlichter 1,5 Liter großer Vierzylinder, der wegen seines im Vergleich unfassbar mächtigen Hubraums ohne komplizierte Turboaufladung auskommt und trotzdem immerhin 102 PS leistet.

Ja, mit kleinen Autos kennt Suzuki sich aus. Seit 1955 bauen die mit Webstühlen groß gewordenen Japaner Kleinwagen, seit 1980 verkaufen sie diese auch in Deutschland. Mit Ignis und Swift wurde Suzuki auch hier bekannt, vor allem aber mit ihren kleinen Geländewagen LJ 80 (1979), SJ Samurai (1981) und Vitara (1988). Der Jimny der ersten Generation kam 1998. Über 20 Jahre ist das nun schon her, was aber den Verkaufszahlen des Jimny nicht schadete. Unkomplizierte Technik, ein akzeptabler Preis, das offenbar gut funktionierende Händlernetz und nicht zuletzt mangelnde Konkurrenz sorgten für stets beachtliche Nachfrage nach dem kleinen, schmalen Geländewagen aus Japan. Bis heute greifen Hausmeisterbetriebe, Jäger, Förster, Almwirte, Tierärzte, aber auch Abenteurer und Offroad-Profis zum Jimny.

Sie alle hatten schwerste Bedenken, als in den letzten Jahren das Gerücht zur Gewissheit wurde, dass Suzuki an einem Jimny-Nachfolger arbeitet. Man befürchtete eine Verwässerung des Konzepts durch mehr Pkw-Bauteile und in der Folge geringere Geländetauglichkeit. Beim Vitara ist es schließlich in etwa so gelaufen.

Das Wichtige ist vorhanden

Ein Radio mit CD-Spieler und eine Bluetooth- Verbindung für das eigene Telefon sind serienmäßig

Auch ohne Aufpreise zu zahlen, kann man im neuen Jimny Musik hören. Serienmäßig ist ein Radio mit CD-Spieler samt zwei Lautsprechern, die gerade noch akzeptable Klangqualität ermöglichen. Serie ist auch die Bluetooth-Anbindung für das eigene Telefon, sodass eine vollwertige Freisprechanlage zur Verfügung steht. Diese wird über Tasten am Lenkrad bedient, die Musikanlage via Berührbildschirm, der sich auch mit Handschuhen steuern lässt. Das Radio arbeitet digital (DAB+), was in vielen Autos allein schon 200 bis 400 Euro extra kostet. Einzige Aufrüstmöglichkeit ist das Comfort-Plus-Paket für 2070 Euro. Klingt teuer, darin ist aber sehr viel enthalten; von Alurädern und LED-Scheinwerfern bis eben hin zu einem vollwertigen Navigationssystem, allerdings nur mit langsamer TMC-Stauinformation. In dieser Aufpreisanlage enthalten sind auch Smartphone-Anbindungen via Apple CarPlay und Android Auto.

Doch jetzt ist der Neue da, und allerorts hört man ein Aufatmen bei den Interessenten. Denn konzeptionell bleibt der neue Jimny ganz der alte. Es bleibt also beim robusten Leiterrahmen mit aufgeschraubter Karosserie. Es bleibt bei einem robusten und geländetauglichen Fahrwerk mit zwei schraubengefederten Starrachsen. Und es bleibt beim robusten und wirksamen Zuschaltallrad plus Geländeuntersetzung.

Trotzdem ist – bis auf Getriebe und Geländeuntersetzung – alles neu. Schon wegen neuerer Crash- und Fußgängerschutz-Vorschriften, aber auch wegen gestiegener Ansprüche an Tempo und Komfort.

Und da kann sich der neue Jimny tatsächlich von seinem Vorgänger absetzen – trotz gleich gebliebener Karosseriemaße. Ein Wunder? Nein, aber Suzuki hat offenbar viel darüber nachgedacht, wie man den kleinen Innenraum besser aufteilt. Beim bisherigen Jimny war es so: wenig Platz vorn, sehr wenig Platz hinten und im Heck ein winziger Kofferraum. Wirklich zufrieden konnten da nur zierlich gebaute Leute sein. Beim neuen Jimny hat Suzuki deshalb die faulen Kompromisse beseitigt und beide Sitzreihen nach hinten versetzt. Jetzt gilt das Entwederoder-Prinzip: entweder nur zwei (oder dank der geteilt umklappbaren Rückbanklehne auch drei) Leute mit Gepäck an Bord oder vier Leute ohne Gepäck, die dann alle aber auch gut 1,80 Meter messen dürfen.


Entweder vier Leute oder zwei plus Gepäck


Türgriffe

Flache Klapptürgriffe für verringerte Beschädigungsgefahr im Gelände


Tipptasten

Mit der zweiten Taste von links schaltet man im Gelände das ESP ab


Instrumente

Echte Zeigerinstrumente für Tempo und Drehzahl, grobe Tankanzeige


Aluräder

Die Leichtmetallräder in 15 Zoll sind Bestandteil des 2070-Euro-Pakets


Gerade für langbeinige Fahrer ist der neue Jimny gegenüber dem Vorgänger eine Offenbarung: endlich genug Einstellbereich für den Fahrersitz. Und dahinter sogar immer noch ausreichend Knieraum für Mitfahrer. Nur einen Kofferraum im herkömmlichen Sinne gibt es praktisch nicht. Mehr als drei Damen-Handtaschen oder drei Bergegurte passen hinter die hinteren Sitze nicht.

Den Komfort steigern auch die nun wesentlich ergonomischer gepolsterten Sitze und die verbesserte Geräuschdämmung. Messbar leiser ist der Jimny nicht geworden. Vor allem ab Tempo 120 summieren sich Wind- und Motorgeräusche zu einer beträchtlichen Lautstärke. Aber der brummige, leicht dröhnige Unterton des Vorgängers ist deutlich reduziert – angenehm.

Mehr Komfort bringt allerdings vor allem die deutlich verbesserte Fahrwerksabstimmung. Das ständige Gehopse des Vorgängers zeigt der neue Jimny nur noch auf wirklich schlechten Landstraßen. Mit der neuen Abstimmung federt der Suzuki wirklich erträglich, sodass man nun auch Langstrecken gut übersteht. Erkauft wird dieses Komfortplus durch eine Seitenneigung der Karosserie, die in Kurven vor allem unerfahrenen Jimny-Fahrern den drohenden Zeigefinger vorhält. Denn trotz der breiteren Europa-Achsen ist der Jimny bei hastigen Ausweichmanövern ein kippgefährdetes Auto. Suzuki bekommt das nur durch ein früh und rigoros eingreifendes ESP unter Kontrolle, das schon bei vergleichsweise harmlosem Kurventempo konsequent die Motorleistung wegregelt und mit harschen Bremseingriffen die schräge Fuhre wieder aus dem riskanten Bereich zwingt.


Der Jimny ist kein Auto zum Kurvenräubern


Erwachsener wirkt der Jimny auch durch seinen neuen Motor. Statt eines 1,3-Liters mit 86 PS und 110 Nm treibt ihn nun ein ebenfalls vierzylindriger 1,5-Liter mit 102 PS und 130 Nm an – also immerhin 19 Prozent mehr Leistung und 18 Prozent mehr Drehmoment. Weil der Neue aber trotz erhöhter Sicherheits- und Komfortausstattung nur 14 Kilogramm schwerer geworden ist, verbessern sich auch die Fahrleistungen: Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt nun in flotten 12,5 Sekunden gegenüber 14,4; und die Höchstgeschwindigkeit liegt nun bei gemessenen 163 statt 155 km/h. Suzuki stapelt hier wieder einmal tief und gibt nur 145 km/h an, also 18 km/h weniger. Echte 163 km/h sind eine Ansage. Denn in der Praxis bedeutet das, dass der Suzuki Richtgeschwindigkeit 130 mühelos und mit ordentlichen Reserven am Berg halten kann. Allerdings braucht der Jimny viel Anlauf, um im höchsten Gang des Fünfganggetriebes auf über 160 km/h zu kommen. Deutlich flotter erreicht man dieses Tempo im gar nicht so viel kürzeren vierten und kann dann in den geräuschund verbrauchssenkenden fünften schalten und das Tempo zumindest in der Ebene halten.

Steigfähigkeit

Wegen des nicht gerade starken Motors und des nicht sonderlich kurzen ersten Gangs ist der Jimny beim Anfahren am steilen Hang auf seine Untersetzung angewiesen. Ohne sie würde er nur 23 Grad Steigung schaffen

Garagentauglichkeit

Mit 1,65 Meter Karosseriebreite zählt der neue Jimny heutzutage zu den schmalen Autos (Vorgänger: 1,60 m). Das macht ihn handlich in Stadt und Gelände. Mit Spiegeln wächst die Breite auf 1,86 Meter. Elektrisches Einklappen? Nicht lieferbar, aber auch nicht nötig


Werksangabe 145 km/h, in Wahrheit aber 163


So gefahren verbraucht der Jimny allerdings 10,6 Liter/100 km. Die Tankuhr mahnt dann nach nur gut 300 Kilometern zum Wiederauffüllen des 40-Liter-Reservoirs. Dann ist aber auch eine Pause willkommen, denn dauernd Tempo 160 zu fahren, ist anstrengend im Jimny. Der mäßige Geradeauslauf und die Seitenwindempfindlichkeit zwingen zu ununterbrochener Konzentration.

Dazu kommt, dass die Bremswirkung laut unseren Messungen schlicht mau ist und man deshalb hochkonzentriert die Vorderleute beobachten muss. Deutlich über 40 Meter aus Tempo 100 bei kühler Bremse und 44,5 Meter bei heißer Anlage sind heute nicht mehr zeitgemäß, sondern eher typisch für einen 20 Jahre alten Gebrauchten. Man sollte also stets sorgfältig Abstand halten.

Also reduziert man lieber das Tempo, was auch den Benzinverbrauch senkt. Vernünftig, aber dennoch flott gefahren erzielt man unseren Testverbrauch von akzeptablen 7,9 Liter/100 km. Und wer betont zurückhaltend fährt oder praktisch nur auf gut ausgebauten Landstraßen unterwegs ist, darf mit unserem Minimalverbrauch von 6,5 Liter/ 100 km rechnen.

Ohnehin bleiben die Kosten für den Jimny auf angenehm niedrigem Niveau. Das gilt für den Benzinverbrauch und die Kfz-Steuer. Bei der Versicherung muss man hingegen differenzieren. Der Jimny ist kein Auto für Fahranfänger. Denn in der Haftpflicht profitiert der Besitzer zwar von der hier überaus günstigen Einstufung in Typklasse 11, aber für die Vollkasko gilt ähnlich wie für richtig große Geländewagen die Klasse 23. Nur langjährig unfallfreien Fahrern mit hohem Schadenfreiheitsrabatt ist das zuzumuten. Bei einem 100-Prozent-Beitrag beispielsweise wäre mit rund 1800 Euro Jahresbeitrag zu rechnen – wenn auch inklusive Haftpflichtversicherung.

Böschungswinkel vorn

Ein superkurzer Frontüberhang sichert den sehr guten Karosseriewinkel, obwohl der Fußgängerschutz-Stoßfänger den Winkel etwas verschlechtert

Motor

Der kurz bauende und sehr leichte 1.5-Vierzylinder kommt ohne Turbolader aus. Dafür hat er noch einen Ölmessstab – auch der ist federleicht

Bodenfreiheit

Gemessene 210 mm unter den Differenzialen – mehr haben auch viele viermal so teure Allradler nicht. Durch die Starrachsen bleiben diese 210 mm auch bei Beladung erhalten

Einparken

Mit 3,65 Meter Länge ist der neue Jimny nicht länger als der alte. Und bleibt damit sehr kompakt und parkfreundlich. Und er ist schön übersichtlich. Ab Werk gibt es weder Parkpiepser noch Rückkamera

Gepäck- und Laderaum

Weil der Laderaumboden so hoch liegt, gibt es innen keine störenden Radkästen. Die 1,00 Meter breite Hecktür begrenzt den Zugang. Zudem ist sie beim Einladen vom Bordstein aus im Weg

Innenraum

Im Fond sitzt man mit genug Knieraum, aber tief auf 270 mm über dem Boden. 3. Mann? Verboten!

Sitzhöhe

Sitzhöhe vorn: unverrückbare 760 mm (Dacia Duster: 670 mm); keine Höheneinstellung lieferbar

Böschungswinkel hinten

Hinten gibt es keine Fußgängerschutzvorschriften; deshalb kann der Stoßfänger eng anliegen, was für einen ausgezeichneten Karosseriewinkel sorgt

Dafür kann man beim Kauf des Jimny nicht viel Geld ausgeben. Der Grundpreis von 17 915 Euro ist schon deshalb angemessen, weil nützliche Dinge wie Klimaanlage, Tempomat, CDRadio, Freisprecheinrichtung oder Sitzheizung bereits enthalten sind. Mehr Geld kann man nur für Anhängerkupplung, Metalliclackierung oder ein großes Ausstattungspaket ausgeben. Mit 2070 Euro wirkt dieses zwar auf den ersten Blick abschreckend teuer, aber es umfasst zahlreiche Ausstattungsdetails, die bei anderen Marken zusammen eher 4000 Euro kosten würden: Leichtmetallräder, LED Scheinwerfer samt Fernlichtassistent, Navigationssystem, abgedunkelte Fondscheiben, Lederlenkrad, beheizbare Außenspiegel. Mindestens seltsam: Dieses attraktive Ausstattungspaket gibt es zumindest derzeit nur für den Schalt-Jimny, nicht für die Version mit Vierstufen-Wandlerautomatik.


Das Plus-Paket für 2070 Euro ist fair kalkuliert


Ohne Aufpreis stets dabei ist der Allradantrieb. Ganz traditionell wird hier der zusätzliche Vorderradantrieb per zusätzlichem Schalthebel auf der Mittelkonsole zugeschaltet, auch während der Fahrt. Da nun starrer Allradantrieb ohne Drehzahlausgleich in Kurven vorliegt, benimmt sich der Jimny auf festem Untergrund etwas störrisch, will in Kurven gezwungen werden und hat dann auch einen gut einen Meter größeren Wendekreis. Außerdem strapaziert man so Reifen und Antriebsgelenke. Durch den kurzen Radstand sind diese Auswirkungen aber nicht so stark wie beispielsweise bei Pickups. Trotzdem, so ein Zuschaltallrad ist für das Vorankommen bei niedrigen Geschwindigkeiten bis etwa 50 oder 60 km/h gedacht. Und da hilft er dem Jimny beeindruckend. Das Fahrwerk verschränkt außerdem sehr gut, wodurch die weit einund ausfedernden Räder auch auf buckeligem Untergrund fast immer Grundberührung haben und damit den Jimny sicher antreiben. Die Untersetzung verdoppelt dabei Kraft und Steigfähigkeit. Auf tiefem, schwerem Untergrund ist es allerdings zum Anfahren und Ackern ratsam, das ESP abzuschalten. Erreicht man aber die 30km/ hMarke, aktiviert es sich automatisch wieder.


Der starre Zuschaltallrad zwingt zum Mitdenken


Speziell auf engen, buckeligen Wegen zeigt der Suzuki sein Können


+Genügend Platz für langbeinige Fahrer • ausreichend Platz im Fond • alltagstaugliche Fahrleistungen • sehr wendig • sehr gute Geländetauglichkeit • angemessene Preise

-Nur 4 Sitzplätze • praktisch kein Kofferraum bei Nutzung der hinteren Sitze • schwache Bremsen • mäßiges Sicherheitsniveau • nicht gerade günstige Vollkaskoklasse

Im Jimny erlebt man die Leichtigkeit des Seins


Fazit: Gesamtwertung: ★★★★☆

Der neue Jimny belastet nicht mit hohen Kosten und ist dennoch ein echter, durchsetzungsfähiger Geländewagen. Wer mit 1300 kg Anhängelast und dem Mini-Gepäckraum zurechtkommt, erfährt mit dem gar nicht so unkomfortablen Jimny einen unbeschwerten Alltag. Nur die Bremsen entsprechen nicht dem heutigen Stand der Technik.[Martin Braun]


Fotos: T. Müller, C. Bittmann