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SVLFG rät dringend zu geprüften Stapelhülsen


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 24.01.2020

Stapelverbot von CC-Containern: Bei Unfällen kann die Berufsgenossenschaft Regressforderungen stellen. Von Fachredakteurin Katrin Klawitter


Artikelbild für den Artikel "SVLFG rät dringend zu geprüften Stapelhülsen" aus der Ausgabe 4/2020 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 4/2020

Umkippen durch nicht sachgerecht gestapelte, beladene CC-Karren ist keine Seltenheit.


Geprüft und zertifiziert: Die Idee dieser …


… Hülse ist patentiert.


Werkfotos/TASPO-Archiv

Nur mit geprüften Steckhülsen lassen sich CC-Container sicher stapeln. Andernfalls ist das Stapeln von beladenen CC-Containern verboten. Darauf weist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) in ihrem Sicherheitsblatt „LSV kompakt“ Ausgabe 4/2019 explizit hin. ...

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Steckhülsen und Zurrgurte empfohlen

In diesem Rahmen berichtet die SVLFG auch von Fahrversuchen von Prüfinstituten, die gezeigt hätten, dass ein Stapeln beladener CC-Container mit sicherheitsgeprüften Steckhülsen in Kombination mit einer an die Ladesituation angepassten Ladungssicherung durchaus geeignet sei, gestapelte CC-Container in Fahrzeugen sicher zu transportieren. Hier sei die Verwendung von Zurrgurten eine Möglichkeit, sicher und in passender Höhe an den Bordwänden verankert, zu verhindern, dass die Ladung während der Fahrt oder beim Verladen abkippt. Häufig kommt es, so die SVLFG, gerade bei Transport oder Umbau von CC-Containern zu Unfällen, ebenso beim Be- und Entladen.

Unfälle durch Stapeln: Regressforderungen drohen

Was bedeuten diese Empfehlungen und der Hinweis auf ein Stapelverbot ohne Sicherheitshülsen aber für den Versicherungsschutz? Das fragte die TASPO bei der SVLFG nach. Demnach schließt ein verbotswidriges Handeln, also ein Stapeln ohne geprüfte Sicherheitshülse, die Annahme eines Versicherungsfalles nicht aus. Das heißt, eventuell zustehende Leistungen der Berufsgenossenschaft (BG) werden trotzdem voll ausgezahlt. Die SVLFG beruft sich dabei auf Paragraf 7 Abs. 2 Sozialgesetzbuch (SGB) VII.

Aber: Aus Sicht des Arbeitsschutzes benötige der Unternehmer, wenn er Beschäftigte hat, eine Gefährdungsbeurteilung. Aus dieser müssen die Gefahren erkannt und entsprechende Lösungsmöglichkeiten beschrieben werden. Sollten die Lösungsmöglichkeiten nicht ausreichend sein (Unfallereignis), werden Regressforderungen fällig. „Das heißt, sämtliche Leistungen der Berufsgenossenschaft werden beim Unternehmer eingeklagt“, warnt die SVLFG. Liege kein Vorsatz vor, übernehme oft die Betriebshaftpflichtversicherung des Unternehmens.

CC-Euro-Container sind für das Stapeln zugelassen

Die Container Centralen äußern sich gegenüber der TASPO und stellen klar: Die Stapelhülsen seien vornehmlich für das Stapeln von aufgebauten Containern (nicht unbedingt CC) mit 110-Zentimeter- Pfosten gedacht, die mit Produkten beladen sind. Container Centralen selbst bieten keine 110-Zentimeter-Pfosten an, nur 180 Zentimeter-Pfosten. Die Hülsen seien dafür nicht vorgesehen. Alternativ gibt es von den Container Centralen Eurocontainer mit 110-Zentimeter-Pfosten, die für das Stapeln entwickelt wurden und ohne zusätzliche Steckverbinder sicher verwendet werden können, da sie für den gestapelten Einsatz zertifiziert sind. Der CC-Eurocontainer hat die Größe einer halben Palette, damit eine andere Größe als CC-Container.

Container Centralen: Kein Verbot, aber eigene Verantwortung

Wie geht Container Centralen aktuell mit dem Thema um? Teilt das Unternehmen seinen Nutzern das Stapelverbot mit? Laut dem Poolanbieter ist es nicht richtig, von einem Verbot zu sprechen. „Das niederländische Arbeitsministerium hat festgestellt, dass diese Art der Verwendung von Containern nicht sicher ist. Jedes Unternehmen ist dafür verantwortlich, seinen Mitarbeitern ein sicheres Arbeitsumfeld zu bieten, das den von den nationalen Gesundheits- und Sicherheitsbehörden festgelegten Regeln und Vorschriften entspricht“, so Nicole Bauritius, Verkaufskoordinatorin der Container Centralen.

Ihr Unternehmen kommuniziere die Spezifikationen und die Verwendung der Produkte in seinen Standardarbeitsanweisungen (Standard Operating Procedures) unter www.containercentralen.com/products/cc-container/, siehe Registerkarte SOP). Container Centralen habe die SOP des CC-Containers im vergangenen September ergänzt: Obwohl der CC-Container nicht zum Stapeln von mit Pflanzen beladenen Containern konzipiert wurde, wurde CC darüber informiert, dass alternative Tools entwickelt wurden, die das Stapeln für bestimmte Zwecke ermöglichen.

Auch Container Centralen verweisen auf Stapelhülsen

CC schließt jedoch jegliche Haftung für eine missbräuchliche Verwendung aus. Der Benutzer sei für die Verwendung von Stapelhülsen, Stapelschienen oder anderen Hilfsmitteln verantwortlich. CC empfiehlt Benutzern von CC-Containern, Stapelhilfen zu verwenden, die von einem geeigneten Institut zertifiziert wurden, damit sie die Sicherheitsanforderungen für den Arbeitsschutz erfüllen. Genaue eigene Anforderungen an das Stapeln von CC-Material hat Container Centralen laut Bauritius nur für das Stapeln leerer CC-Container in den eigenen Depots.Bisher ist auch Container Centralen nach eigenen Aussagen nur eine Stapelhülse bekannt, die wirklich auf ihre Sicherheit geprüft wurde.

Geprüft sind die bereits vor zwei Jahren mit einem TASPO Award und dem Indega IPM Innovation Award ausgezeichneten Stapelhülsen des Unternehmens Domi- Tec (Hörstel), die es aus Metall und mittlerweile auch aus Kunststoff gibt. Die Domi-Tec Hülsen sind nach eigenen Aussagen des Anbieters je nach Ausführung für gestapelte CC-Container mit Holmlängen von 77, 110, 160 und 180 Zentimeter geeignet.

Für leichte Verwirrung sorgte hier kürzlich eine Meldung des Online-Auftritts der niederländischen Gartenbau-Fachzeitschriften unter www.hortipoint.nl. Das Portal hatte neue Stapelhülsen des Unternehmens Van Vliet Containers als innovative Neuheit hervorgehoben, diese Aussagen mit Blick auf die bereits seit zwei Jahren auf dem Markt befindlichen, von der Dekra und vom Fraunhofer Institut IML geprüften Domi-Tec-Hülsen aber schnell wieder revidiert.

Die Van Vliet-Hülsen bestehen aus zu 100 Prozent recyceltem Kunststoff und wurden gerade erst im Dezember 2019 von der Dekra geprüft und freigegeben. Laut hortipoint liefert Van Vliet Containers den Anwendern der Hülse auch eine digitale Kopie des Dekra-Zertifikats. Der Richtpreis pro Hülse liegt ähnlich der Domi-Tec-Hülse bei 18 Cent je Hülse. Die neue Hülse von Van Vliet hat eine zusätzliche Lasche im Vergleich zu der eigenen, bisherigen (nicht zertifizierten) Van Vliet-Hülse. Diese soll zusätzliche Festigkeit und Sicherheit bieten.

Was sollten die Anwender bedenken?

Im Prinzip ähneln die neuen Hülsen ebenso wie andere, von großen Vermarktern auf den Markt gebrachte Stapelhülsen den patentrechtlich geschützten Domi-Tec-Hülsen. Hier sind vermutlich noch patentrechtliche Streitigkeiten zu erwarten.

Für Anwender gilt, das betont auch die SVLFG: Sie sollten auf Zertifizierungen und Prüfsiegel achten. Außerdem wichtig: Einige der neuen Hülsen führen durch die etwas abgewandelte Bauart zu einem höheren Aufbau – bei einer beispielsweise bis zu 17 bis 20 Millimetern je Stapelstufe und Lage, was je nach Lkw-Maßen Probleme in der Höhe beim Verladen mit sich bringen kann, wie ein Praktiker warnt.

Das Verwenden bisher auf dem Markt befindlicher, geprüfter Hülsen hingegen ändert nichts an der Aufbauhöhe der gestapelten Karren.

Warnung

„Das deutsche Verkehrsrecht verpflichtet sich, Karren/Ladungsträger mit geprüften und zugelassenen Stapelhilfen sicher zu stapeln. Die Polizei und das BAG (Bundesamt für Güterverkehr) überprüfen präventiv den sicheren Transport. Bei Unfällen und Zwischenfällen werden Transporte und Unternehmen strikt auf die vorgesehenen Sicherheitsbestimmungen überprüft. Für Parteien, die sich nicht an die Richtlinien halten, können die Konsequenzen erheblich sein.“
Zitat aus HortiPoint.nl