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TABUTHEMA INSOLVENZ


Startup Valley News - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 26.04.2019

Wie viele Startups werden ein Erfolg? Und wie viele schaffen es nicht? Je nachdem, welche Statistik man dazu befragt, bekommt man eine andere Antwort. Eines steht aber fest: Die Mehrheit der Startups scheitert früher oder später. Viele setzen sich nicht als langfristig erfolgreiches Unternehmen durch. Obwohl das Scheitern somit ein genauso alltägliches Phänomen ist wie eine Neugründung, wird darüber wesentlich weniger gesprochen. Aus verständlichen Gründen hängt niemand seine Insolvenz an die große Glocke. Weil weniger darüber gesprochen wird, wird aber auch weniger darüber informiert. Was bei einem ...

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... rechtlich so heiklen Thema sehr schade ist.

Die Wahrheit ist, dass die Angst vor der Insolvenz im Alltag vieler Gründer ein ständiger Begleiter ist. Die Gefahr des finanziellen K.O.s hängt wie ein Damoklesschwert über vielen Startups. Da sie oft von Anfang an auf Fremdkapital angewiesen sind - ob Investoren, Darlehen von der Bank oder andere Schulden – geraten sie in finanzielle Abhängigkeiten und gehen hohe Risiken ein. Meistens wird zuerst Geld ausgegeben, bevor welches verdient werden kann, da man investieren, Strukturen aufbauen, Produkte entwickeln muss usw. Und wer schon an der finanziellen Klippe steht, stürzt leichter ab. Sei es, weil die Einnahmen nicht laufen, die Kosten unerwartet in die Höhe schießen oder eine sicher geglaubte Finanzierungsrunde platzt. Bei jungen Unternehmen ohne Rücklagen kann jeder Rückschlag die Firmenzahlen in eine Schieflage bringen. Und was passiert, wenn kein Geld mehr übrig ist? Dann kommt das Schreckgespenst Insolvenz.

Was ist eine Insolvenz und wann tritt sie ein?

Als Insolvenz bezeichnet man die Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners. Das Insolvenzrecht bietet Verfahren an, um die Gläubiger des Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet wird. Das Insolvenzverfahren kann über das Vermögen jeder natürlichen oder juristischen Person eröffnet werden. Insolvenzfähig sind somit z. B. Einzelunternehmer genauso wie eine GmbH, UG(haftungsbeschränkt) oder GbR. Es gibt mehrere Gründe für die Eröffnung einer Insolvenz: 1. Es tritt Zahlungsunfähigkeit ein oder 2. drohende Zahlungsunfähigkeit. Bei juristischen Personen (z.B. GmbH und UG) gibt es als 3. Grund noch die Überschuldung nach Insolvenzrecht. Zahlungsunfähig ist ein Unternehmen in der Regel, wenn die Zahlungen eingestellt wurden, weil es nicht mehr in der Lage ist, seine fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Von drohender Zahlungsunfähigkeit spricht man, wenn der Schuldner voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen. Also wenn schon am Monatsanfang abzusehen ist, dass die am Monatsende fälligen Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können. Eine Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt und die künftige Lebensfähigkeit des Unternehmens nicht mehr gegeben ist. Man nennt das eine negative Fortführungsprognose.

Wer kann, wer muss einen Insolvenzantrag stellen?

Der Schuldner muss bei Eintritt der Zahlungsunfähigkeit einen schriftlichen Insolvenzantrag beim Amtsgericht stellen. Auch das Vorliegen der Überschuldung löst die Insolvenzantrags-pflicht aus. Bei Nichterfüllung der gesetzlichen Pflicht drohen Insolvenzverschleppung und Schadensersatzansprüche. Auch Gläubiger dürfen einen Insolvenzantrag für ihren Schuldner stellen, wenn sie ein berechtigtes Interesse an der Insolvenzeröffnung haben und sie den Insolvenzgrund ebenso wie die Forderung nachweisen können. Nicht selten ist es z. B. der Fall, dass Krankenkassen bei nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen der Mitarbeiter für die säumigen Unternehmen Insolvenz anmelden. Besteht drohende Zahlungsunfähigkeit, die der Schuldner durch Aufstellung seines Finanzplanes erkennt, ist nur er berechtigt einen Antrag zu stellen. Verpflichtet ist er in diesem Fall nicht. Meistens kann er dadurch aber eine positive Ausgangslage für die Sanierung des Unternehmens erreichen. Es ist nämlich auch möglich, dass eine Insolvenz nicht zur Auflösung des Unternehmens führt, sondern zum Wiederaufbau im Rahmen einer Sanierung.

In die Insolvenzmasse, die zum Ausgleich der Schulden verwertet wird, fällt das zum Zeitpunkt der Eröffnung des Verfahrens vorhandene Vermögen und das Vermögen, das im Zeit-raum des Verfahrens erworben wird. Das Insolvenzverfahren führt ein vom Gericht bestellter Insolvenzverwalter, der sich in dieser Zeit um die finanziellen Angelegenheiten des Unternehmens kümmert.

Fazit: Um dieser Problematik bestmöglich aus dem Weg zu gehen, ist es wichtig, dass Startups eine detaillierte Finanz- und Liquiditätsplanung führen. Wenn die finanzielle Schiefla-ge bereits eingetreten ist, ist es notwendig, einen fachkundigen Anwalt oder Steuerberater zu Rate zu ziehen, der dem Unternehmen hilft, die rechtliche Situation richtig einzuordnen und ggf. notwendige Schritte in die Wege zu leiten. Insolvenz muss dabei nicht immer scheitern bedeuten und scheitern nicht immer das Ende aller unternehmerischen Erfolge. In den Autobiographien erfolgreicher Spitzenunternehmer ist doch immer auch ein Kapitel über ihre gescheiterten Projekte enthalten, in dem sie die Lehren aus diesem Scheitern als Treppenstufe zu ihrem Erfolg darstellen. Es gibt ein Leben nach der Insolvenz.