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Tagesprogramm


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 19/2022 vom 14.09.2022

Donnerstag 15.9.

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Bodo Wartke

CABARET Eigentlich wollte der sympathische Berliner Musikkabarettist im vergangenen Jahr das 25. Bühnen-Jubiläum mit einer ausgiebigen Tour feiern. Die Pandemie macht es zunichte. In der Zwischenzeit erschien eine DVD mit Höhepunkten aus dem letzten Vierteljahrhundert. Live macht es aber am meisten Spaß: Bodo Wartke präsentiert einen Querschnitt aus seinen Klavier-Kabarett-Programmen sowie aus den beiden Sophokles-Adaptionen „König Ödipus“ und „Antigone“.

Admiralspalast Friedrichstr. 101-102, Mitte, 20 Uhr

Cat Ballou

MUSIK Wenn Bap die bekannteste Kölsch-Rock-Band darstellt, sind Cat Ballou das Pop-Äquivalent. Seit 1999 zelebriert das Quartett hymnischen Breitband-Sound mit Mundart. Nomen es omen gilt für das aktuelle, mittlerweile fünfte Album „Alles bunt“ klingt unermüdlich optimistisch. Die 13 Songs mit persönlich gefärbten Texten kennzeichnen Lebensfreude und ...

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... Leichtigkeit.

Kulturbrauerei/Frannz Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, 20 Uhr

Przemek Zybowski und Corinna Harfouch

LITERATUR Im Alter von neun Jahren kam Przemek Zybowski 1985 nach Deutschland. Die neue Heimat blieb ihm anfangs fremd. Später arbeitete Zybowski als Regieassistent u.a. am Berliner Ensemble und verfasste Theaterstücke. Mittlerweile arbeitet er als Psychiater in Zürich. Mit „Das pinke Hochzeitsbuch“ legt er seinen autobiografischen Debütroman vor, aus dem er gemeinsam mit Corinna Harfouch liest.

Deutsches Theater Schumannstr. 13a, Mitte, 19.30 Uhr

Ophelia’s Got Talent

BÜHNE Florentina Holzingers Eröffnungsinszenierung der Spielzeit setzt sich mit mythologischen und literarischen Motiven auseinander – jedoch ohne deren Geschichten nachzuerzählen. Natürlich kommen Fabelwesen wie die Sirenen vor, die Schifffahrer mit ihrem betörenden Gesang in den Tod lockten. Der Abend oszilliert zwischen Performance und theatralen Momenten. Schließlich ist mit Inga Busch eine Volksbühnen-Schauspielerin an Bord.

Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, 19.30 Uhr

Freitag 16.9.

Der perfekte Tag

STADTLEBEN Längst Sind René Pollesch und Fabian Hinrichs ein eingespieltes Team. „Der perfekte Tag“ illustriert einen der frühen Hinrichs-Soloabende. Mit der Inszenierung beendete Pollesch 2010 seine „Ruhrtrilogie“. Hinrichs kündigt zu Beginn theatrale Höchstleistungen an, zählt dann die 100 edeutendsten Erfindungen der Menschheit auf und schlägt schließlich den Bogen zum Verhältnis von Liebe und Lüge. – Ein großartiger und extrem vergnüglicher Abend, der jetzt noch einmal zu sehen ist.

Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, 19 Uhr

Blood Command

MUSIK Der Platz am Mikrofon scheint bei den Norwegern immer mehr zu einem Schleudersitz zu werden. Eigentlich war das vierte Album 2020 nach zwei Jahren im Kasten. Doch dann verabschiedete sich Frontfrau Karina Ljone, die einst auf Silje Tombre folgte. Die vier übrigen Musiker überlegten, wie nun weiter zu verfahren sei. 15.000 Kilometer entfernt von der Homebase in Bergen ging eine andere Band in die Brüche: Pagan spielten am 12. Januar 2020 ihre letzte Show. Ähnlich wie Blood Command mischten Pagan wild Stile durcheinander: Punk, Black Metal und Disco. Nach einer Facebook-Nachricht heuerte Nikki Brumen. „Praise Armageddonism” besitzt deutlich mehr Pop-Anteile als in der Vergangenheit, die mit Hardcore, Ska und Dark Jazz zu einer einzigartigen Melange zusammengeführt werden.

Badehaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, 19 Uhr

Andrew Combs

MUSIK Der Singer-Songwriter verlegte seinen Hauptwohnsitz von Dallas nach Nashville. Damit geht auch eine Veränderung seines Sounds einher. „Sundays“, die mittlerweile fünfte Platte, klingt erst einmal deutlich spartanischer arrangiert – stimmt aber eigentlich nicht. Denn Schlagzeug, Keyboards und sogar Holzbläser gehören zum Ensemble, das sich jedoch deutlich zurücknimmt. Combs nahm die elf neuen Songs in Mono auf. Auf der Platte hört man ihn atmen – die intime Atmosphäre der fragil klingenden Songs dürfte auch das Konzert zu etwas Besonderem machen.

PrivatClub Skalitzer Str. 85-86, Kreuzberg, 20 Uhr

The Magnetic Fields

MUSIK Die Bostoner Indie-Pop-Formation veröffentlichte in den letzten Dekaden mehrere ausgeklügelte Konzept-Alben. „50 Song Memoir“ (2017) beispielsweise enthält 50 Songs, die jeweils ein Lebensjahr des Frontmanns Stephin Merritt reflektieren. Die aktuelle Platte „Quickies“ geht von der epischen Breite zur Miniatur. Der Name ist dabei durchaus Programm: Einige Tracks sind nur wenige Sekunden lang, die meisten bewegen sich zwischen ein und zweieinhalb Minuten.

Lido Cuvrystr. 7, Kreuzberg, 20 Uhr

radioeins – Die Geburtstagskonzertsause

MUSIK 1997 ging der heute zum rbb gehörende Sender radioeins auf Sendung. Ein Vierteljahrhundert on air – das gehört entsprechend gefeiert. Zwei österreichische Bands gratulieren: Das Duo Cari Cari gab für den Sender bereits ein Lounge-Konzert (2018). Bilderbuch (Foto) gehören ebenfalls fest zum Programm. Nach dem Gig in der Philharmonie, stellt die Art-Pop-Formation ihr aktuelles Album „Gelb ist das Feld“ open-air vor. Die Geschwister Kitty, Daisy & Lewis (Durham) spielen charmanten Retro-Pop, während Danger Dan am Piano Singer-Songwriter-Sounds mit Rap zusammenführt. Den bunten Abend beschließen die Lokalmatadore Beatsteaks.

Waldbühne Glockenturmstr. 1, Westend, 18 Uhr

Samstag 17.9.

Uriah Heep

MUSIK Nur darauf zu verweisen, dass mit Gitarrist Mick Box bei der britischen Hardrock-Legende lediglich ein Gründungsmitglied an Bord ist, verzerrt die Kontinuität. Denn Keyboarder Phil Lanzon und Sänger Bernie Shaw sind immerhin auch schon 35 Jahre dabei. Klar, eine Band, die aufgrund des Lockdowns das 50. (!) Jubiläum nachholt, sah einige Musiker kommen und gehen. Uriah Heep spielen das Konzert ohne Vorband – dafür aber extra lang. Somit bleibt genügend Zeit für die Klassiker wie „Lady in Black“ und Songs des aktuellen Studioalbums „Living the Dream“.

Theater am Potsdamer Platz Marlene-Dietrich-Pl. 1, Tiergarten, 20 Uhr

Internationales Litraturfestival

MUSIK Das zehntägige Festival klingt am heutigen Tage erneut mit zahlreichen Buchpräsentationen aus. Ex-Beatle Paul McCartney wählte Paul Muldoon als Herausgeber für das Buch „The Lyrics“, das neben Songtexten, auch Essays und autobiografische Texte enthält. Der Lyriker berichtet bei freiem Eintritt ab 16 Uhr von der Zusammenarbeit mit McCartney.

Haus der Berliner Festspiele Schaperstr. 24, Wilmersdorf, 21 Uhr

Beethoven – Ein Leben

KIDS & TEENS „Wenn die Musik verklingt, verklingt auch mein Leben“, lautet eines der bekannten Zitate des Komponisten. Aus diesem Grund wirken die Originalpartituren Beethovens als roter Faden des biografischen Abends des Atze Musiktheaters für Zuschauende ab zehn Jahren. Kammerorchester, Band und Chor fokussieren wichtige Lebensabschnitte des Künstlers, aber illustrieren ebenso die Epochen, in denen Beethoven wirkte.

ufaFabrik Viktoriastr. 10-18, Tempelhof, 17 Uhr

Du musst Dein Leben rendern!

BÜHNE Das Ensemble Nico and the Navigators erkundete 2019 mit seiner Inszenierung „Verrat der Bilder“ anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums bereits die Möglichkeiten von Augmented Reality. Die aktuelle Produktion basiert auf einem AR-Projekt in der Choreografie von Yui Kawaguchi – entwickelt für den Tänzer Florian Graul und die Tänzerin Lujain Mustafa sowie deren virtuelle Klone. Mit Hilfe von Motion Capture-Anzügen wurden die Bewegungsabläufe der Tänzer:innen aufgezeichnet und auf AR-Brillen übertragen. So besteht für Tänzer:innen die Möglichkeit, mit den eigenen Bewegungen in den Dialog zu treten.

Dock 11 Kastanienallee 79, Prenzlauer Berg, 15.30 Uhr

Lina Beckmann und Charly Hübner

LITERATUR Der britische Autor John Berger (1926-2017) veröffentlichte vor etwas mehr als 20 Jahren die Erzählung „Einst in Europa“, in der die Protagonistin während eines zweistündigen Drachenflugs auf ihr Leben zurückblickt. Die Tochter eines Bauern in Savoyen erinnert sich an die große Liebe. Vor allem beschreibt sie, wie sich die Landschaft über die Jahre verändert – wie die Industrie den Lebensraum nachhaltig, aber nicht zum Besseren verändert. Die Schauspieler:innen Charly Hübner und Lina Beckmann lesen gemeinsam aus der Erzählung.

Berliner Dom Am Lustgarten, Mitte, 20 Uhr

Sonntag

Marianne Rosenberg

MUSIK Vor mehr als 50 Jahren nahm Marianne Rosenberg in den Hansastudios ihre erste Single auf. Hier spielte sie auch das aktuelle Album „Im Namen der Liebe“ ein, für das sie auch komplett als Songwriterin verantwortlich zeichnet. Klanglich schlägt sie die Brücke zur Vergangenheit, indem sie Disco-Rhythmen mit Elektro-Beats kombiniert.

Tempodrom Möckernstr. 10, Kreuzberg, 20 Uhr

Bosse

MUSIK Im vergangenen Jahr spielte der Frontmann der gleichnamigen Band mit seinen Kollegen Marcus Wiebusch und Thees Uhlmann live „Lieblingssongs und die von den anderen“. Jetzt stellt der 42-Jährige sein aktuelles Album „Sunnyside“ vor. Die 14 Tracks bewegen sich zwar nach wie vor im Deutsch-Pop, sind aber mit Drumloops und Synthesizern elektronischer geworden. Textlich bewegt sich der Musiker zwischen der Bewältigung von Liebeskummer und gesellschaftlichen Utopien.

Max-Schmeling-Halle Am Falkpl. 1, Prenzlauer Berg, 20 Uhr

Fanny und Alexander

BÜHNE Die Eigenproduktion der Schaubude adaptiert Ingmar Bergmans Spielfilmklassiker als berührendes Schatten- und Papiertheater. Fanny und Alexander wachsen unbeschwert in einer Theaterfamilie auf. Nach dem Tod des Vaters heiratet die Mutter einen Bischof und das Leben ändert sich radikal: Die vorherige Leichtigkeit wird durch strenge Askese ersetzt. So dauert es nicht lange, bis sich die Konflikte zwischen Kindern und Steifvater zuspitzen.

Schaubude Greifswalder Str. 81-84, Prenzlauer Berg, 19 Uhr

Kai Wiesinger

LITERATUR Er könnte Anekdoten von spannenden Drehs oder skurrilen Begebenheiten aus seiner Tätigkeit als Synchronsprecher erzählen. Kai Wiesinger hat sich jedoch für persönliche Alltagsgeschichten entschieden: „Liebe ist das, was den ganzen Scheiß zusammenhält“ kommt ohne Glamourfaktor aus, sondern ist eine Hommage an das Familienleben. Der Schauspieler und Regisseur lebt mit seiner Frau Bettina Zimmermann und vier Kindern in Berlin.

Pfefferberg Theater Schönhauser Allee 176, Prenzlauer Berg, 20 Uhr

Drei Matineen: The Swingin’ Hermlins

SWING Zum Abschluss lassen Matinée-Konzerte in drei Bezirken das Kultursommerfestival ausklingen. Vor dem Schloss Schönhausen spielen die Swingin’ Hermlins um Bandchef Andrej Hermlin stilecht und mit Schmackes Swingmusik aus den 20- bis 30er–Jahren. Während der Pandemie und um den Lockdown zu überstehen, spielten sie jeden Abend live und übertrugen es online.

Schlosspark Schönhausen Tschaikowskistr. 1, Niederschönhausen, 14 bis 15 Uhr, Eintritt frei

Mozart in Mitte

KLASSIK Das Deutsche Kammerorchester Berlin spielt die Divertimenti von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Gendarmenmarkt in unmittelbarer Nähe des Konzerthauses. Nach seiner Rückkehr aus Italien komponierte der junge Mozart in Salzburg die drei Divertimenti zu Ende. Der italienische Einfluss sowie viel Sonne sind in den Werken spürbar.

Gendarmenmarkt Mitte, 14 bis 15 Uhr, Eintritt frei

Knauer meets Gershwin

KLASSIK, JAZZ Pianist Sebastian Knauer beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit seiner musikalischen Leidenschaft George Gershwin. Dessen Kompositionen, wie die berühmte „Rhapsody in Blue“ und Werke aus dem „Songbook“, stehen im Mittelpunkt der spätsommerlichen Konzertnachmittags.

Walter-Benjamin-Platz Charlottenburg, 14 bis 15 Uhr, Eintritt frei

Montag 19.9.

Hyphen Hypehn u.a.

MUSIK Die „Indiean Summer Tour” bringt drei exzellente Live-Acts in den Privatclub, die elegante Spielarten von Indie-Pop eint. Hyphen Hyphen aus Nizza haben zwar seit dem umjubelten Alternative-Disco-Album „HH“ (2018) keinen Longplayer mehr veröffentlicht, dafür aber regelmäßig Singles, so wie zuletzt „Too Young“. Etwas rockiger klingt die Britin Liz Lawrence, die Female Empowerment mit hymnischen Sounds vollzieht. Deutlich intovertierter klingt der australische und in Schweden beheimatete Singer-Songwriter Hazlett, der mit „Everybody Hates Me“ eine äußerst fragile und sensible EP vorgelegt hat.

PrivatClub Skalitzer Str. 85-86, Kreuzberg, 20 Uhr

Dienstag 20.9.

Calum Scott

MUSIK Der britische Pop-Sänger erlangte den Durchbruch mit der Teilnahme an der Talentshow „Britain’s Got Talent“ (2015). Danach hängte er seinen Job im Rathaus an den Nagel und veröffentlichte das Debüt-Album „Only Human“ (2018). Für den Nachfolger nahm er sich deutlich Zeit. Die 15 Songs der neuen Platte „Bridges“ ähneln sich mit der Dominanz des Pianos und opulenten Arrangements sowie dem latent pathetischen Gesang doch zu sehr. Das mag live sicherlich für einige emotionale Momente sorgen, aber das Nachhaltige fehlt.

Metropol Nollendorfpl. 5, Schöneberg, 20 Uhr

Happy End

BÜHNE Das dreiaktige Songspiel von Kurt Weill und Bertolt Brecht sowie Texten von Elisabeth Hauptmann feierte als Nachfolgeprojekt der „Dreigroschenoper“ 1929 die Uraufführung im Theater am Schiffbauerdamm, wurde jedoch nach nur sieben Vorstellungen wieder abgesetzt. Sebastian Sommer hat die Komödie, in der ein idealistischer Shooting-Star der Heilsarmee auf einen rücksichtslosen Gangster-Boss trifft, neu inszeniert. Für die musikalische Leitung zeichnet Harry Ermer verantwortlich.

Renaissance-Theater Hardenbergstr. 6, Charlottenburg, 19.30 Uhr

Mittwoch 21 .9.

Hubert von Goisern

MUSIK Die Versuche, den Österreicher zu kategorisieren, schlugen meist fehl: Er ist Liedermacher, nutzte Arrangements der Neuen Volksmusik, arbeitete mit Funk- und Samba-Elementen. Textlich erscheint die Linie klarer: „Ich stehe für eine offene, tolerante Gesellschaft, für den Abbau der Ängste vor dem Fremden und Neuen“, betonte der Musiker, der sich immer wieder gegen die FPÖ positionierte. Für das aktuelle Album „Zeiten und Zeichen“ nahm er sich vier Jahre Zeit und fordert erneut seine Hörer:innen heraus: Oper und Rap, Elektro und stampfende Gitarren gehören zu den zahlreichen Mosaiksteinen, die Hubert von Goisern zu einem ungewohnten Klangbild zusammenfügt.

Admiralspalast Friedrichstr. 101-102, Mitte, 20 Uhr

Tahnee

CAVARET Die Schauspielerin, Moderatorin und Standup-Comedienne sagt in „Vulvarine“, wie es ist: „Frau ist nicht gleich Frau, Mann ist nicht gleich Mann und Pussy ist nicht gleich Pussy!“ Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und räumte spitzzüngig mit Klischees über heterosexuelle und lesbische Beziehungen auf.

Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Tempelhof, 20 Uhr

Christine Wolter

LITERATUR 1982 veröffentlichte die Autorin in der DDR ihren Roman „Die Alleinseglerin“. Almut, eine Literaturwissenschaftlerin, erbt von ihrem Vater ein Boot. Sie investiert sehr viel Zeit und Geld für die Instandsetzung und muss sich mit den Vorurteilen der anderen Bootsbesitzer herumschlagen, die glauben, dass dieses Hobby „nichts für eine Frau“ sei. Moderator Gunnar Decker spricht mit Christine Wolter über die Hintergründe der Entstehung, die Rezeption nach der Erstveröffentlichung und die Adaption von Hermann Zschoche.

Pfefferberg Theater Schönhauser Allee 176, Prenzlauer Berg, 19.30 Uhr

Donnerstag 22 .9.

Pure Bliss

BÜHNE Die Deutsche Oper und das Staatballett präsentieren von Donnerstag bis Samstag ein Gastspiel des Stuttgarter Balletts. Das Ensemble tanzt drei knapp einstündige Choreografien von Johan Inger. Der Titel des Abends referiert auf die erste Arbeit des Abends „Bliss“, die 2016 uraufgeführt wurde. Das Ensemblestück zur Musik Keith Jarretts übersetzt die Energie der improvisierten Jazzsounds in Tanz. Darauf folgt „Out of Breath“, womit Inger 2002 den schmalen Grat zwischen Leben und Tod erkundete. „Aurora’s Nap“, das jüngste Werk Ingers, führt zur Musik von Peter Tschaikwosky die Ästhetik des klassischen Balletts mit zeitgenössischem Tanz zusammen.

Tempodrom Möckernstr. 10, Kreuzberg, 19.30 Uhr

Lucia Jay von Seldeneck

LITERATUR Ebenso wie die vermeintliche Unendlichkeit der Ozeane faszinieren seit jeher die Menschen unterschiedlicher Kulturen Gipfel und Schluchten. Florian Weiß und Lucia Jay von Seldeneck stellen in literarischen Kurztexten die Charakteristik und damit verbundene Einzigartigkeit von 35 Bergen vor. Maria Burmester steuerte aquarellierte Illustrationen für „Berge“ bei.

Deutscher Alpenverein Markgrafenstr. 11, Kreuzberg, 19 Uhr

The Hidden Keys

MUSIK In diesem Sommer gestaltete die Berliner Band die Donnerstag-Abende am Sisyphos-Strand. Die Open-Air-Saison neigt sich dem Ende zu – insofern sollte die Gelegenheit ergriffen werden, die Formation noch einmal zu erleben, die äußerst organisch mit Bläser-Fraktion und Streichern Funk, Weltmusik und Rock mischt. Das Konzert wird auch bei Regen stattfinden, also zur Sicherheit Regenschirme mitbringen.

Sisyphos Hauptstr. 15, Lichtenberg, 19 Uhr

Future Soundscapes Festival

MUSIK Bis Sonntag geht das viertägige Festival der Frage nach, wie die Zukunft klingt. Den Eröffnungsabend gestalten das innovative, britische Elektronik-Duo Plaid und die norwegisch-mexikanische Klangkünstlerin Carmen Villain (Foto), deren atmosphärische Musik Field-Recordings, Samples und Synthesizer-Sounds zusammenführt. Die Konzerte begleiten zwei Ausstellungen: Ale Hops audiovisuelle Installation „Why Is It They Say a City Like Any City?“ arbeitet mit einem Tool, das Sprache in Bilder transformiert, die wiederum 13 beteiligte Künstler:innen zu einem Klang-Dialog inspirierten. „Continuum“ wiederum stellt die zehnteilige, 1993 begonnene Reihe „X-Mix“ vor, bei der Mixe von Techno-DJs mittels Computeranimationen visualisiert wurden.

Silent Green Kulturquartier Gerichtstr. 35, Wedding, 18 Uhr

Freitag 23.9.

The Dears

MUSIK Seit knapp 30 Jahren erfindet sich die kanadische Indie-Institution immer wieder neu, spielt mal mit Post-Rock-Elementen, mal Kammer-Pop. Das aktuelle Album „Lovers Lane“ erschien kürzlich als Deluxe-Edition. Darauf gibt sich das Quintett introspektiver und reichert seinen fragilen Sound mit Folk- und Soul-Anleihen an.

Berghain/Kantine Rüdersdorfer Str. 70, Friedrichshain, 21 Uhr

Frollein Smilla

MUSIK Die Protagonistin in Peter Høeg Roman „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ (1992) wirkte gleichermaßen sympathisch, taff und unkonventionell. Die Attribute lassen sich problemlos auf das Berliner Formation übertragen. Die poetischen Texte von Desma Marleen gehen mit Melodien und Arrangements einher, die zwischen Art-Pop, Jazz und Funk changieren.

Gretchen Obentrautstr. 19-21, Kreuzberg, 20 Uhr

Fisch sucht Fahrrad – Deutschlands größte Single Party

CLUB Der Frühherbst im September kann ja auch eine spätsommerliche Liebe ins Rollen bringen - oder eine Fisch-sucht-Fahrrad-Single-Party. Hier kann sich in Speeddating-Runden abgecheckt werden, es lockt ein Discofox-Tanzkurs und man kann sich Nachrichten schicken. Die Date-Doctors kümmern sich, wenn es mal hakt. Punyesh, Justin Fidele und BOW-tanic legen auf drei Floors 90er, 2000er, Charts, 80er & Rock auf. Der Lieblingsliebeslieder-Floor startet immer etwas später.

Kulturbrauerei/Frannz Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, 21 Uhr

Platonow

BÜHNE Timofej Kuljabin versetzt in seiner Inszenierung die Handlung von Anton Tschechows erstem Stück in eine Altersresidenz für alte Schauspieler:innen. Doch von sentimentalen Momenten oder dem Warten auf den Tod ist hier nichts zu spüren. Im Gegenteil, sie widmen sich noch einmal den großen Gefühlen – so wie es auf der Bühne gewohnt waren – und zelebrieren letztlich doch den Abgesang auf die Liebe, das Leben und – wie es Kuljabin nahelegt – auf die Kultur.

Deutsches Theater Schumannstr. 13a, Mitte, 19.30 Uhr

Das größte Zwischen überhaupt

BÜHNE Das Ensemble der Jungen Neuköllner Oper geht in der Regie von Bjørn de Wildt der Frage nach, wie man das zukünftige Leben am besten gestaltet. Die Handlung beginnt auf einem Balkon während einer Party. Die Protagonist:innen haben das Abitur in der Tasche. Wie soll es nun aber weitergehen? Zuerst einmal auf den Studien- oder Ausbildungslatz warten. Aber vielleicht ist ja genau diese Zeit zwischen Schule und dem nächsten Schritt die wertvollste – „das größte Zwischen überhaupt“. Denn außerhalb der Zwänge bieten sich vollkommen neue Perspektiven.

Neuköllner Oper Karl-Marx-Str. 131-133, Neukölln, 20 Uhr

Samstag 24.9.

Jeong-Ga-Ak-Hoe-Festival

KLASSIK Das am Freitag begonnene Festival für Alte Musik aus Korea setzt sich heute und am Sonntag fort. Das Ensemble Jeong Ga Ak Hoe (auf Deutsch etwa: Musikgruppe des wahren Gesangs) aus Seoul hat sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben. Es kommen Schlüsselwerke der traditionellen Musik Koreas zur Aufführung. Am Nachmittag erklingt der gesungene Roman „Sugungga – Das Lied vom Unterwasserpalast“. Am Abend folgt der Liederzyklus „Yeochang Gagok“.

ufaFabrik Viktoriastr. 10-18, Tempelhof, 14 Uhr

Lutz Rathenow

LITERATUR Den 70. Geburtstag nimmt Lutz Rathenow zum Anlass, mit „Trotzig lächeln und das Weltall streicheln“ auf sein bisheriges Leben zurückzublicken: Nach dem Wehrdienst bei den Grenztruppen der DDR studierte der gebürtige Thüringer auf Lehramt und gründete den Arbeitskreis Literatur und Lyrik Jena, der schnell zum Sammelbecken Oppositioneller wurde. Ab 1977 in Ostberlin wurde er immer wieder von der Staatsicherheit verhaftet. Die Angebote, das Land zu verlassen, lehnte Rathenow stoisch ab. Nach dem Mauerfall publizierte er weiterhin und bekleidete ab 2011 das Amt als Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Die Buchvorstellung erfolgt gemeinsam mit u.a. Fotograf Harald Hauswald und Regisseur Leander Haußmann.

Kulturbrauerei/Palais Schönhauser Allee 36-39, Prenzlauer Berg, 19.30 Uhr

Oval

MUSIK Das Musikprojekt Oval um Markus Popp sorgte in den 1990er-Jahren für Aufmerksamkeit, in dem es elektronische Musik mit verfremdeten oder manipulierten CDs veröffentlichte, die sich am damals angesagten Genre Ambient orientierte. Eine musikalische Geistesverwandtschaft mit Mouse On Mars führte ebenfalls zu einer Zusammenarbeit. Neue Arbeiten von Markus Popp haben einen improvisierenden Charakter, die Grenzen elektronischer Musik ignoriert er gern.

Salöön Holzmarktstraße 25, Friedrichshain, 21 Uhr

Stefan Danziger

CABARET Der Stand-up-Comedian Stefan Danziger illustrierte zuletzt mit „Was machen Sie eigentlich tagsüber“ seinen Job als Stadtführer. In „Dann isset halt so“ verdeutlicht er, wie befreiend es sein kann, wenn man die eigene Bedeutungslosigkeit erkennt. Und anhand historischer Anekdoten wird schnell klar, welches Potential das individuelle Scheitern beinhalten kann, um den Lauf der Welt zu ändern.

BKA Mehringdamm 34, Kreuzberg, 20 Uhr

Sonntag 25.9.

Nils Frahm

MUSIK Der Pianist und bekennende Atheist bezeichnet sich als spirituellen Menschen, der Musik als eine Art von Gottesdienst begreife – wenn der Begriff Gott als Synonym für „die unbeantworteten Fragen des Seins“ verstanden werden könne. Vor wenigen Tagen erschien die Single „Briefly“, deren Titel eine Anthithese zur Länge des 27-minütigen Tracks bildet. Beim Schreiben der Musik für die vier LPs des neuen Albums „Music for Animals“, das am Freitag erschien, inspirierte ihn die Naturkontemplation: Wasserfälle, durch die Luft wirbelndes Laub oder das Biegen der Äste eines Baumes im Sturm. Nils Frahm stellt das Werk in seiner Homebase, dem Funkhaus vor.

Funkhaus Berlin Nalepastr. 18, Oberschöneweide, 22 Uhr

Horst Evers

CABARET Der Berliner Horst Evers feierte unlängst das 40. Bühnenjubiläum, aber ist nach wie vor ein Meister darin, das Absurde im Alltäglichen zu entdecken. Sich selbst nimmt er bei den herrlich hintergründigen und komischen Situationen zurück. Oder wie Evers selbst sagt: „Ich bin ja keiner, der sich an die große Glocke hängt.“

Wühlmäuse Pommernallee 2-4, Westend, 15.30 Uhr

Münchhausen

BÜHNE Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis, aber auch Fantasie. Der Comiczeichner Flix hatte die Lügengeschichten des Freiherrn von Münchhausen gemeinsam mit Bernd Kissel neu interpretiert, in ihrer Fassung landet der Lügenbaron bei Sigmund Freud auf der Couch. Sönke Andresen hat aus diesem Spiel um Wahrheit und Lüge ein Theaterstück gemacht, das Andreas Gergen nun mit Matthias Freihof (als Freud) und Jytte-Merle Böhrnsen (in der Hosenrolle des Münchhausen) als Uraufführung inszeniert.

Komödie Bismarckstr. 110, Charlottenburg, 18 Uhr

Gregor Gysi

LITERATUR Kommunikation im Politikbetrieb ist schon etwas sehr eigenes: Die Protagonist:innen scheuen präzise Formulierungen. Der Grund sei, dass die Beschaffung von Mehrheiten im Vordergrund stehe und nicht die Wahrheitssuche, sagt Gregor Gysi. Der ehemalige Vorsitzende der Fraktion Die Linke stellt in „Was Politiker nicht sagen“ anekdotenreich dar, wie es hinter den Kulissen der Parlamente zugeht.

International Karl-Marx-Allee 33, Mitte, 12 Uhr