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Tagungen von Landesverbänden im Bund deutscher Baumschulen (BdB): „Wir sind Teil der Lösung!“


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 13.03.2020

Die BdB-Landesverbände Sachsen und Thüringen sowie Schleswig-Holstein trafen sich zu ihren Jahresmitgliederversammlungen. Neben bundesweit relevanten Themen ging es um die wirtschaftliche Situation der Baumschulen in den jeweiligen Regionen, um Erfolge und um geplante Aktivitäten auf Landesverbandsebene.


Landesverbände Sachsen und Thüringen

Zum sechsten Mal trafen sich die Mitgliedsbetriebe der BdB-Landesverbände Sachsen und Thüringen zu ihrer Wintertagung – diesmal in Burgstädt bei Chemnitz. Seit 2014 gibt es den gemeinsamen Termin, der sich in dieser Form bewährt hat: Der Zusammenschluss trägt in hohem ...

Artikelbild für den Artikel "Tagungen von Landesverbänden im Bund deutscher Baumschulen (BdB): „Wir sind Teil der Lösung!“" aus der Ausgabe 3/2020 von Deutsche Baumschule. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deutsche Baumschule, Ausgabe 3/2020

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... Maße zu einem erfolgreichen Miteinander der Betriebe bei.

Im Mittelpunkt des öffentlichen Teils der Versammlung stand ein Lagebericht der Baumschulbranche aus regionaler Sicht. Wolfgang Müller (Oschatz), Landesverbandsvorsitzender Sachsen, zog Bilanz für 2019: „Auch die Baumschulen im Südosten Deutschlands blacken auf ein schwieriges Jahr zurück.“ Die extremen Witterungsbedingungen und vielfach fehlenden Bewässerungsmöglichkeiten haben das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. Hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung machten auch den Mitarbeitern zu schaffen, was die Arbeitsorganisation zuweilen an ihre Grenzen brachte.

Für die Zukunft gelte es, in Bewässerungstechnik zu investieren und durch geeignete Bodenbearbeitung ein Maximum an Verdunstungsschutz zu erreichen.

Viele Herausforderungen

Auch bei Pflanzenschutz und -ernährung stehe man vor neuen Anforderungen: Zum einen gehe die Anzahl verfügbarer, für die Baumschulproduktion zugelassener Pflanzenschutzmittel (PSM) weiter zurück; zum anderen sei die Rückstandsproblematik im Boden nach wie vor ein Thema in der Öffentlichkeit. Das vorhandene Gehölzsortiment und viele Neuzüchtungen könnten helfen, hier kurzfristig zu reagieren – etwa mit Sorten, die gegen Schaderreger resistent sind. Zudem ließe sich durch gezielten Einsatz von natürlichen Pflanzenhilfsstoffen der Pflanzenschutz- und Düngemittelaufwand nachhaltig reduzieren.

Der zu erwartenden Erhöhung des Mindestlohns werde die Baumschulwirtschaft nicht ausweichen können, so Müller. Das sei, zusammen mit den steigenden allgemeinen Kosten, Grund genug, über die betriebliche Preisgestaltung nachzudenken. „Auch hier besteht Nachholbedarf!“ Die Gehölzproduzenten sollten sich bewusst machen, dass sie das Produkt bereithalten, das helfen könne, die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren – und auch entsprechend handeln!

Mitglieder und Gäste des BdB-Landesverbands Sachsen waren zahlreich zur Wintertagung in Chemnitz erschienen.


Eingefahrenes überdenken

„Verkaufen Sie Ruhe, Natur und Auszeit anstatt Pflanzen und Bäume!“, lautete eine der Hauptaussagen von Heiko Schneider (Hoyerswerda), Experte für Mitarbeiterführung und diesjähriger Hauptredner.

Er gab Impulse aus anderen Branchen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie der Gartenbau, beispielsweise durch Fachkräftemangel. Schneider skizzierte gesellschaftliche Entwicklungen: Eine immer schnellere und komplexere Welt, geprägt von Unsicherheit und Ambivalenz, sorge nicht nur bei BdB-Mitgliedern für Verunsicherung vor der Zukunft. Die Bedeutung der Digitalisierung als Motor für Veränderungen sei zwar für Baumschulen geringer als für andere Gesellschaftsbereiche, jedoch prägend für unser aller Verhalten.

Der grüne Berufsstand könne sich aufgrund seiner Produkte und Kulturverfahren auf eine weiterhin analoge Entwicklung freuen, die vor allem dem Menschen entgegenkomme – der Trend gehe weg vom stressbeladenen, digitalen Alltag.

Schneider rief dazu auf, eingefahrene Prozesse kritisch „auseinanderzunehmen“ und neu zu ordnen. Dabei müsse man über den Tellerrand schauen und neue Wege gehen, etwa herkömmliche Arbeitsabläufe auf den Prüfstand stellen. Ferner gab Schneider Hinweise zum Thema Mitarbeiterführung. So finde man neue Mitarbeiter, wenn man sie dort „abholt“, wo sich Menschen gerade aufhalten – etwa in den sozialen Medien.

Neues vom Pflanzenschutz

Wie jedes Jahr informierte Frank Müller vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen über Neuregelungen beim Pflanzenschutz, vor allem bei Wirkstoffen und PSM, die für die Gehölzproduktion zugelassen sind. Da die Zulassungssituation nicht statisch ist, empfahl der Berater, die Veröffentlichungen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Internet zu nutzen (www.bvl.bund.de). In der Onlinedatenbank können die aktuellen, auf Bundesebene geltenden Informationen eingesehen werden, wie etwa Neuzulassungen oder Anwendungsverbote.

Erinnert wurde an die Möglichkeit der Einzelfallgenehmigung nach §22 Abs. 2. Hier gelte es, kurzfristig zu prüfen, ob ein Aktualisierungsbedarf besteht.

Wie findet man neue Mitarbeiter? Heiko Schneider gab Tipps.


Gab ein „Update“ bei Pflanzenschutzregelungen: Frank Müller.


Sabine (l.) und Wolfgang Müller gaben die Verantwortung beim LV Sachsen an die nächste Generation ab.


Neuer Gesamtvorstand in Sachsen (v.l.): Martin Sämann, Judith Henke, Ralph Weber, Dag Müller, Andreas Meile.


Neu: Troika in Sachsen

Bei der internen Zusammenkunft der sächsischen BdB-Mitglieder stand die Wahl eines neuen Landesvorstands im Fokus. Nach über 25 Jahren gab Wolfgang Müller, der die Geschäfte des LV Sachsen zusammen mit seiner Frau Sabine führte, sein Amt an die junge Generation weiter. Die Mitglieder dankten dem Ehepaar Müller für ihr langjähriges, herausragendes Engagement zum Wohl der sächsischen Baumschulen mit langem Applaus.

Angesichts der hohen Anforderungen an die Baumschulinhaber haben sich „die Sachsen“ für ein Führungsmodell entschieden, das es in der BdB-Verbandsgeschichte bisher nicht gab: Künftig steht dem LV Sachsen eine Troika vor, die diesen gleichberechtigt, aber mit unterschiedlichen Aufgaben als Vorsitzende führen werden. Dieses im Vorfeld intensiv diskutierte Modell soll sicherstellen, dass die bisherigen Aktivitäten für die Baumschulen Sachsens aufrechterhalten und in einigen Bereichen, den Herausforderungen entsprechend, noch ausgebaut warden können, ohne einzelne Personen zu stark zu belasten.

Bertin Kaufhold (l.), LV Thüringen, Wolfgang Müller (r.), LV Sachsen.


Das „Troika-Modell“ wurde von den Mitgliedern gebilligt und Andreas Meile, Dag Müller und Martin Sämann einstimmig für vier Jahre als LV-Vorsitzende gewählt. Diesen werden drei ebenfalls einstimmig gewählte Personen, nämlich Thomas Frank, Judith Henke und Ralph Weber zur Seite gestellt. Alle zusammen bilden den Vorstand des LV Sachsen, der nun noch über die administrative Unterstützung durch eine „Geschäftsstelle“ entscheiden muss.

Viel Öffentlichkeitsarbeit

2019 war auch geprägt durch Erfolge in der Außendarstellung der sächsischen Baumschulen: Auf der LAGA in Frankenberg präsentierten mehrere Betriebe die Gehölzkultur gut nachvollziehbar für die Besucher. Auf der BUGA Heilbronn war man im Freilandrosenwettbewerb erfolgreich; so erhielt Dag Müller drei Gold-, sechs Silber- und vier Bronzemedaillen. Auch anlässlich der 9. Sächsischen LAGA in Torgau 2022 wird der LV seine Unterstützung anbieten.

Neben der Aktualisierung der Internetpräsenz (www.baumschulen-sachsen.de), einer Radiowerbung zum Start der Herbstsaison 2019 und einem Imagefilm wurden die Endverkaufsbetriebe auch mit Flyern zu verschiedenen Themen für Endverbraucher versorgt. Damit verfügen die sächsischen Baumschulen über ein umfangreiches Paket zur Unterstützung der betrieblichen Öffentlichkeitsarbeit, das erneut mit Mitteln des Freistaats Sachsen gefördert wurde.

Mit Blick auf die aktuelle Ausbildungssituation und die Diskussionen auf Bundesebene wurde bekräftigt, dass der LV Sachsen bei einer Neuordnung des Berufsbilds „Gärtner/ Gärtnerin“ an der Fachrichtung Baumschule festhalten will, um die Identifikation des Nachwuchses mit der Branche und eine qualifizierte, fachrichtungsspezifische Ausbildung nicht zu gefährden.

Thüringens Agenda

Die interne Zusammenkunft der Thüringer Baumschulen wurde diesmal von Bertin Kaufhold geleitet, der im Vorjahr die Nachfolge des Landesverbandsvorsitzenden Thomas Kühr antrat. Im Mittelpunkt standen die Themen und das Stimmungsbild der BdB-Tagung in Goslar; zudem richtete sich der Blick auf das Jahr 2021, wenn Erfurt als Veranstaltungsort der nächsten BUGA auch die Baumschulen Thüringens repräsentieren wird. Ebenfalls in Erfurt findet die nächste BdB-Sommertagung statt, die es mit Unterstützung der Baumschulen vor Ort vorzubereiten gilt.

Dies werde die wenigen Betriebe in Thüringen fordern – doch Bertin Kaufhold ist sicher, dank kollegialer Unterstützung die anstehenden Aufgaben zu meistern und ein guter Gastgeber zu sein. Zugleich wünscht er sich, sowohl die Präsenz seiner Region als auch die BdB-internen Gremien in Goslar zu stärken. Gerade die jungen UnternehmerInnen seien angesprochen, ihr Wissen und ihre betrieblichen und regionalen Forderungen in die Verbandsarbeit auf Bundesebene einzubringen.

Auf regionaler Ebene und hinsichtlich der Kooperation mit dem Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum in Jena standen der Betriebsvergleich 4.0 sowie die geplante Nutzung von Fördermitteln beim Qualitätssiegel „Geprüfte Qualität aus Thüringen“ im Mittelpunkt der Aktivitäten. Weitere Gespräche zur Einbindung der Baumschulen stehen an. Ziel für die kommenden Monate sei, das Miteinander der Betriebe und damit den Warenaustausch auf Landesebene zu intensivieren.

Lob für ihr großes ehrenamtliches Engagement für die sächsische Baumschulwirtschaft auf der letzten LAGA (v.l.n.r.): Robert Schurig, Ralf Weber, Karin Frank, Hans-Jörg Winkler, Evelyn Naue, Karsten Kirschner, Judith Henke, Dag Müller und Uta Schmidt.


Fotos: Schwarz