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TAKTIK: PVA-Tipps: Vergessene Taktiken Tapes & Solid Bags


karpfen - epaper ⋅ Ausgabe 30/2019 vom 12.04.2019

HARRY CHARRINGTON HÄLT PVA-TAPES UND -BAGS FÜR AUSRÜSTUNGSGEGENSTÄNDE, DIE JEDER KARPFENANGLER DABEI HABEN SOLLTE. ALLERDINGS SIND DIESE BEIDEN PVA-PRODUKTE ETWAS IN VERGESSENHEIT GERATEN. HIER LESEN SIE, WARUM HARRY NACH WIE VOR EIN GROSSER FAN DER BAGS UND TAPES IST.


Artikelbild für den Artikel "TAKTIK: PVA-Tipps: Vergessene Taktiken Tapes & Solid Bags" aus der Ausgabe 30/2019 von karpfen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: karpfen, Ausgabe 30/2019

Einige PVA-Präsentationen sind zu Unrecht in Vergessenheit geraten.


Manchmal blicke ich zurück und denke daran, wie ich früher beim Karpfenangeln vorgegangen bin. Und manchmal erinnert man sich an Vorgehensweisen oder Produkte, die einem damals sehr wichtig waren, dann aber etwas in Vergessenheit geraten sind. In meinem Fall handelt es sich ...

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... dabei um den Gebrauch von PVA-Tape.

Steve Renyard schrieb einst einen wahnsinnig guten Artikel für das englische Magazin „Advanced Carp“. Darin beschrieb er einen Stringer, der zwar ungewöhnlich aussah, aber unglaublich effektiv war. Dieser sah mehr aus wie ein großer Ring aus Boilies. Bis dato kannte man eher die „geraden“ Stringer, die mit den gekochten Teigkugeln versehen waren. Steve befestigte wie gewohnt zuerst ein Ende des Tapes an der Hakenspitze, aber das andere Ende wurde um den Hakenschenkel gewickelt. Dadurch erhielt man einen Ring anstelle der normal aufgereihten Boilies. Dieser „runde“ Stringer sorgte dafür, dass ein kleiner Haufen Boilies um den Hakenköder herum lag. Mit dieser ungewöhnlichen Köderpräsentation fing Steve Karpfen ohne Ende. Nach der Lektüre dieses sehr überzeugenden Artikels von Steve verwendete auch ich diese Methode – mit Erfolg! Aber dennoch habe ich diesen Stringer nun schon seit einiger Zeit nicht mehr verwendet. Warum eigentlich?

PVA-TAPE

Beim Angeln auf Barben und Döbel verwende ich gerne PVA-Stringer, die ich allerdings nicht mit Boilies, sondern mit Teigklumpen bestücke. Aus Neugier probierte ich diese Methode auch beim Karpfenfischen aus – und es funktionierte extrem gut. Man muss lediglich einige Knoten in das PVA-Material binden, damit der Teig genügend Halt findet. Ans Haar kam ein Boilie, den ich mit einer Schicht aus Teig (gleiche Sorte wie die Paste am Stringer) ummantelt hatte. Man kann sich gut vorstellen, wie attraktiv solch eine Präsentation auf die Fische wirkt.

PVA-Tape wird mittlerweile fast ausschließlich dazu benutzt, um PVA-Bags zu verschließen. Die sogenannten „Solid Bags“, sind wahrscheinlich eine der besten Erfindungen in der Geschichte des Karpfenangelns. Denn ohne Zweifel haben diese wasserlöslichen Beutel für den Fang unzähliger Zielfische gesorgt.

LICK’N STICK

Meistens verwende ich die Solid Bags mit der „Lick’n Stick-Methode“. Dazu wird ein Rapid Load System (von Fox) eingesetzt. Den Beutel verschließt man durch Befeuchten des wasserlöslichen Materials. Dies ist sehr einfach zu bewerkstelligen und geht zudem extrem schnell. Das Resultat ist ein kompakter PVA-Beutel. Aber wenn ich wirklich weit werfen muss, greife ich lieber auf PVA-Tape zurück, um die Futterbeutel effektiv zu verschließen und zu sichern. Diese Vorgehensweise bei der Herstellung eines PVA-Bags nimmt aber leider auch mehr Zeit in Anspruch. Für die Fertigstellung eines Beutels benötige ich etwa vier bis fünf Minuten. Dabei ist es extrem wichtig, den Inhalt so kompakt wie möglich zu halten, die Ecken zu befeuchten und umzubiegen, damit das Ganze eine möglichst aerodynamische Form erhält. Während der Herstellung eines solchen „Distanzbags“ wird zuerst das Blei auf dem Boden des Beutels platziert, bevor es anschließend mit Futter gefüllt wird. Dadurch ist die Unterseite des Beutels am schwersten und gewährleistet einen relativ ruhigen Flug während des Wurfes. Zudem gewinnt man einige Meter an Wurfweite und an Präzision. Die „geleckten“ PVA-Bags kann ich bis zu einer Distanz von 100 Metern gut auswerfen, wohingegen die Beutel, denen ich mehr Sorgfalt gewidmet habe, etwa 20 bis 25 Meter weiter fliegen. Diese Distanzen mögen vielleicht etwas hochgegriffen erscheinen, aber ich habe dem Auswerfen extrem viel Zeit gewidmet. Auch wenn man vielleicht kein Wurfkünstler ist – die kleinen, kompakten Bags werden trotzdem deutlich weiter fliegen. Auf dieser Basis kann man für sich selber abwägen, welcher Beuteltyp sich für die jeweilige Situation am Wasser gerade am besten eignet. Wenn ich nicht weit werfen muss, denke ich nicht lange nach und benutze den Rapid Loader.

DIE ENDEN DES PVA-TAPES WERDEN UM DEN HAKENSCHENKEL GEBUNDEN: SO ENTSTEHT EINE HERVORRAGENDE FUTTERPRÄSENTATION.

Der Teig wird um die Knoten geknetet, die man zuvor in das Tape geknüpft hat.


TAPETRICKS

Es gibt PVA-Varianten, die sich langsamer oder schneller auflösen. Das gilt natürlich für PVA-Tapes und -Bags gleichermaßen. Für jede Situation gibt es eine geeignete PVA-Sorte. Darauf weise ich natürlich nicht ohne Grund hin. Wenn ich ein „Weitwurf-Bag“ herstelle, verwende ich dafür immer ein langsam auflösendes PVA-Tape. Dieses Matreial ist steifer und sorgt für mehr Sicherheit: Der Beutel bricht beim Auswerfen nicht so schnell auf. Man sollte nicht die Kräfte vergessen, die während eines (extrem) weiten Wurfes freigesetzt werden. Ich befülle meine PVA-Bags gerne mit kleinen Pellets. Dadurch können die Beutel sehr kompakt gehalten werden, weil zwischen den Pellets wenig Platz für Luft ist. Nichts ist schlimmer als Beutel, die mit großen Brocken gefüllt sind. Weil sich in diesesn Bags viel Leeraum befindet, ist es unmöglich, kleine, kompakte und aerodynamische Beutel herzustellen. Ich favorisiere beim Distanzangeln PVABeutel, die mit zwei Millimeter kleinen Pellets gefüllt sind. Zerkrümelte Boilies und Grundfutter mit einer feinen Konsistenz eignen sich auch sehr gut als Füllmaterial. Dieses Futter füllt alle Ecken und Öffnungen gut aus und sorgt im Wasser für eine zusätzliche Lockwirkung. Man kann auch Liquids in den PVA-Beutel geben. Das ist ein großer Vorteil, von dem aber nur wenige Karpfenangler Gebrauch machen. Wenn ich Liquids in einem PVA-Beutel einsetze, dann ohne zusätzliches Futter, aber man kann natürlich auch einem mit Futter gefüllten Bag etwas Liquid hinzufügen. Allerdings nur, wenn es sich um ein PVA-freundliches Liquid handelt. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, nur einen Teil des PVA mit Liquid zu dippen und nicht den Beutel komplett damit zu füllen. Das beeinflusst nämlich die Auflösezeit. Dann dauert es plötzlich viel länger, bis das gesamte Futter freigegeben wird.

Ohne PVA geht es nicht mehr ans Wasser.


PVA ist eines der besten Hilfsmittel beim Karpfenangeln.


BEI GROSSEN PVA-BEUTELN ZUERST DER KÖDER, BEI KLEINEN ZUERST DAS BLEI. MIT DEM TAPE WIRD DAS BAG FÜR WEITWÜRFE GESICHERT.

WIEDERENTDECKUNG

Bei der Beschäftigung mit Solid Bags bemerkt man, dass auch diese etwas in Vergessenheit geraten sind. Doch, wie ich bereits erwähnte, sind diese Beutel in meinen Augen eine der besten Möglichkeiten, die einem Karpfenangler zur Verfügung stehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Karpfenanglergemeinde diese Beutel (wieder-)entdeckt und damit (wieder) fischt. Sie gewährleisten eine gute Köderpräsentation und man muss nicht befürchten, dass sich das Vorfach verwickelt. Das Resultat der Präsentation ist immer ein kleiner Haufen Futter, der nahe beim Hakenköder liegt. Man kann die Solid Bags fast immer und überall einsetzen. Ohne die Hilfe dieser auflösbaren Beutel muss man viel besser wissen, auf was für einem Untergrund und Boden man fischt. Selbst in sehr verkrauteten Gewässern setze ich ohne große Bedenken diese PVA-Bags ein. Bei der Verwendung des Beutels bin ich mir sicher, dass meine Präsentation optimal ist. Als weiteren Vorteil empfinde ich es, diese Bags in Kombination mit kleinen Hakenködern fischen zu können, weil sich etwas Futter in der Nähe des Köders befindet. Ein Beispiel: Eine einzelne Maiskornimitation auf dem Hair als Single Hookbait gefischt, wirkt leicht befremdlich. Aber in einem PVA-Beutel erscheint diese Idee plötzlich nicht mehr so verrückt. Zusätzlich erlauben es diese Beutel, mit einem (kurzen) weichen Vorfach zu angeln. Ein langsam sinkender Köder sorgt dafür, dass ein Karpfen diesen mit großer Leichtigkeit einsaugen kann. Ein schweres Inline-Blei besorgt den Rest. Die gesamte Präsentation ist dann unschlagbar.

Micro-Pellets und Liquids für eine starke Lockwirkung.


Kleine Hakenköder und kurze, weiche Vorfächer: Ein PVA-Beutel garantiert eine perfekte Präsentation.


FUTTERMENGE

Bevor ich meinen Bericht über PVABags abschließe, gibt es noch eine Sache, an der viele Karpfenangler zweifeln: Die Futtermenge in solch einem PVA-Bag. Oder besser gesagt, die kleine Futtermenge. Meiner Ansicht nach ist diese Sorge unbegründet. In einen kleinen Beutel können problemlos 1.000 kleine Pellets gefüllt werden. Wenn man einmal solch einen Beutel während des Auflösungsprozesses beobachtet, wird deutlich, dass absolut genügend Futter um den Hakenköder liegen bleibt. Schwimmt ein Fisch über das Futterhäufchen, verteilt es sich noch etwas. Dadurch entsteht ein sehr attraktiver Futterteppich. Ich habe PVATapes und -Beutel immer in meinem Carryall. Sie sind ein wichtiges Element meiner Vorgehensweise beim Karpfenangeln und bei den unterschiedlichsten Bedingungen einsetzbar. Große Beutel in verkrauteten Gewässern, kleine Beutel beim Angeln auf große Distanz. Ohne diese nützlichen Helfer gehe ich nicht mehr aus dem Haus.

Harry Charrington

POP-UP-STRINGER

Wie häufig hat man schon Pop-Ups weggeworfen, bei denen man das Gefühl hatte, sie seien schon zu alt zum Fischen? Aber die ausgedienten Köder können noch sehr nützlich sein. Man zieht ein oder zwei Pop-Ups auf ein Stück PVATape und befestigt dieses anschließend auf dem Haken. Dieser „Pop-Up Stringer“ sorgt für ein langsameres Absinken der Montage. Zudem steigen die Pop-Ups nach dem Auflösen des PVAMaterials an die Wasseroberfläche. So hat man einen Anhaltspunkt fürs Anfütern.